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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren -> Jungautoren » Geschichten » 2. Version
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden Hat kein Titel • Der Traum von anderssein

2. Version

BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 13:50
Farodin
 
Anmeldedatum04.01.2008
Beiträge2
WohnortBern


Ohne Titel
Die Sonne brannte auf seinen Rücken. Der Schweiss lief ihm von der Stirn. Seine Gelenke scherzten. In seinem langen, schwarzen Haar, hatte sich Salz angesammelt. Er blutete aus zahlreichen kleinen Wunden. Aron konnte sich nicht bewegen. Man hatte ihn an vier Pfählen angebunden. Er sollte einen qualvollen Tod sterben. Er und sein Stamm, die Inovadi, waren von einem Scheich überfallen worden. Aron und sein Stamm verdienten ihr Geld als Auftragsmörder. Der Scheich namens Abdul Kirno Ir, hatte einen Sohn, der von Aron ermordet worden war. Der Scheich hatte fürchterliche Rache genommen. Er hatte alle ausser Aron getötet. Für Aron hatte sich der Scheich deshalb etwas Besonderes überlegt. Er hatte ihn von seinen Männern an Pfähle binden lassen. Aron sollte sollte verdursten. Seit einem Tag harrte er nun schon aus. Er glaubte nicht an Götter, doch jetzt betete er zu ihnen, dass sie ihn in Ohnmacht fallen liessen, damit er nicht mehr leiden müsste.

„Warum murmelst du?“

Die fremde Stimme riss ihn aus seinen Gebeten. Vor ihm stand eine Person, ganz in weiss. Was Aron als erstes auffiel, war, dass unter dem blonden Haar spitze Ohren hervor schauten. Er konnte es nicht fassen! Er war in der verdammten Wüste an Pfähle angebunden, stand kurz vor dem Tod, und da fragte ihn ein aufgeblasener Elf, warum er bete. Doch statt den Elfen zu beleidigen, fragte er ihn um Wasser.

„Was… s… er!“

„Warum soll ich dir Wasser geben? Ich weiss nicht, warum du hier bist, vielleicht ist die Strafe gerecht!“ Der Elf wollte Aron nicht freimachen. Er musste ihn wohl überzeugen. Also erzählte er ihm, was geschehen war und dass er blutig Rache nehmen wolle. Der Elf hörte ihm zu, ohne dass sein Gesicht eine Regung zeigte. Als Aron damit fertig war, stand der Elf auf und ging zu seinem Pferd.

„Hey, wo willst du hin?“

Der Elf antwortete nicht. Als er zurückkam, hatte er einen Wasserschlauch in der Hand. Er machte ihn auf und nahm einen Schluck.

„Ich werde dich unter einer Bedingung freimachen: Du vergisst fürs erste deine Blutrache und folgst mir.“

Was bildet sich dieser Kerl ein, dachte Aron. Doch einen anderen Weg gab es im Moment nicht. Wenn er darauf einging, konnte er vielleicht fliehen?

„Na gut, befrei mich!“

„Das reicht mir nicht. Schwöre auf das Grab deines Vaters, dass du mit mir kommst!“

„Du ver…“

Doch weiter konnte Aron nicht sprechen, denn der Elf stand auf und lief davon.

„Na gut, ich schwöre es beim Grab meines Vaters“, brüllte er ihm hinterher.




Der blieb stehen. Dann kam er zurück, zog sein Schwert und befreite Aron. Der stand auf und massierte sich die Gelenke. Dann nahm er den Wasserschlauch und trank. Nachdem er diesen fast geleert hatte, gab er ihn dem Elf.

Eine Bewegung im Gebüsch zog seine Aufmerksam auf sich. Aus Angst, dass es noch Soldaten des Scheichs seien, entriss er dem Elf den Dolch. Den ersten, der aus dem Gebüsch kommen würde, würde er mit dem Dolch niederstechen. Doch aus dem Gebüsch kam kein Soldat sondern ein weisser Schimmel.

„Das ist Wüstensturm, es gibt kein schnelleres Pferd“, sagte der Elf und grinste dazu. Er musste bemerkt haben, dass Aron vor Angst fast in die Hosen geschissen hatte. „Wir werden zu meiner Sippe reiten und dort werde ich dich testen, wie gut du als Assasin wirklich bist!“ Er schwang sich auf das Pferd. Er hielt Aron die Hand hin. Doch der war zu stolz, um die Hilfe anzunehmen. Aber er hatte Schwierigkeiten, und musste die Hilfe annehmen. Als er dann endlich auf dem Pferd war, wurde ihm klar, dass er den Namen des Elfes nicht kannte.

„Du hast mir deinen Namen nicht verraten?“

„Na ja, du hast mir deinen auch nicht gesagt.“

Die Reise dauerte vier Tage. Der Elf hatte nicht viel gesprochen. Aron wusste nur, dass der Normar hiess. Er musste so etwas wie ein Fürst sein, denn sein Schwert war mit Rubinen verziert und er trug edle Kleider. Der Elf hatte auch ein paar Wurfdolche und einen Bogen. Jeden Abend nahm Aron die edlen Dolche und warf sie gegen eine Palme oder einen Kaktus. Er war bald sehr geübt darin. Doch der Elf hatte ihm eines Abends gezeigt, dass er noch immer ein blutiger Anfänger war. Der Elf warf die Dolche so, dass sie immer wieder die gleiche Stelle trafen. Daher übte Aron jeden Abend. Tagsüber sass er ruhig hinter dem Elf im Sattel. Es war verdammt unbequem, doch er liess die Strapazen über sich ergeben. Als sie im Lager angekommen waren, wurde Aron in einem Zelt untergebracht. Man kleidete ihn neu ein. Die Kleider die er bekam waren sehr angenehm auf der Haut. Man hatte ihm ein schönes Schwert gegeben. Aron sah endlich wieder in die Zukunft.



2

Es waren jetzt zehn Tage her, seit Aron und Nomar angekommen waren. Aron konnte sich jeden Tag an den köstlichen Speisen der Elfenköche erfreuen. Er fühlte sich wie ein König. Er dachte nicht einmal mehr im Traum daran, zu fliehen. Aron sass gerade gemütlich beim Abendessen, als ihm eine Frage auf der Zunge lag, die ihn schon einige Tage plagte. Er wollte wissen, warum Nomar so für ihn sorgte. Er hätte ihn schließlich in der Wüste verrecken lassen können. Aron saß auf einem Kissen links von Nomar. Sie aßen alleine. Aron sah Nomar an. Ohne Aron anzusehen, fragte ihn dieser:
„Was für eine Frage brennt dir auf der Zunge, Aron?“
„Ich ... ich möchte wissen, warum du dich so um mich kümmerst. Du kennst mich kaum und trotzdem sorgst du dich um mich. Warum?“
Eine Weile war blieb es still, bis Nomar das Schweigen brach.
„Dein Vater war ein guter Freund von mir. Er hat meine Brüder und mich einmal vor dem Verdursten gerettet. Ich mochte ihn sehr. Du hast die gleichen Augen wie er. Ich werde dich ausbilden und dir bei deiner Blutrache helfen.“
„Moment mal, ich habe mich wohl verhört! Du hast nicht wirklich gesagt, dass du mich ausbilden willst?“
„Doch das sagte ich eben gerade.“
„Du! Ich wurde von meinem Vater ausgebildet!“
„Das mag sein. Er war sicher ein guter Lehrer, doch ich werde dir nicht nur das Töten beibringen und zeigen, wie ein Elf kämpft und schiesst. Nein, du wirst bei mir auch lesen und schreiben lernen.“
„Wieso soll ich lesen und schreiben lernen?“
„Es kann nie schaden es zu können. Ich bin froh, dass du dieses Thema angesprochen hast. Wir werden morgen mit deiner Ausbildung anfangen. Lomana wird dich morgen wecken. Ich wünsche dir dann eine schöne Nacht.“
Nomar verließ das Zelt. Aron konnte es nicht glauben, er musste wirklich lesen und schreiben lernen. Er hasste es früh aufzustehen, es war auch kein Trost, dass ihn die schöne Lomana wecken würde. Sie war sehr hübsch und nicht gerade das, was man als Scheu bezeichnete. Er nahm einen Pokal mit Dattelwein und trank ihn leer. So einen köstlichen Wein hatte er schon lange nicht mehr gehabt. Dann stand er auf und torkelte beschwipst zum Ausgang. Auf dem halben Weg wurde ihm bewusst, dass er vielleicht etwas zu viel Dattelwein getrunken hatte. Als er bei seinem Zelt war, liess er sich erschöpft auf den Strohsack fallen. Er träumte von Drachen, edlen Rittern, schönen Frauen und viel Gold.
3

Der Schweiß lief ihm von der Stirn. Seine Gelenke schmerzten. Er hatte mindestens zwei leichte Prellungen, die höllisch schmerzten. Zuerst hatte er mit Nomar die alte Kunst des Schreibens gelernt. Nomar hatte ihm gesagt, dass eine Schlange mit ihrem ganzen Körper schönere Linien Zeichen könne, als er und dazu gelacht. Dann kam die Fechtstunde. Aron wollte dem Elf zeigen, dass er weder lesen noch schreiben konnte, aber dafür sehr gut kämpfen. Doch schon nach fünf Herzschlägen lag Aron entwaffnet am Boden. Aron stand immer wieder auf und versuchte die Deckung seines Lehrers zu durchbrechen. Doch am Schluss lag immer er immer wieder im Staub. Er hatte es bis jetzt ein einziges Mal geschafft, Nomar am Hemd zu berühren.
Nomar hatte ihm bis zur Mittagsstunde frei gegeben. Aron war erschöpft und genoss es, als er trank und ihm das kalte Wasser die Kehle herunter lief. Danach wollte ihn der Elf mit dem Bogen vertraut machen. Aron hasste Bögen. Es waren nach seiner Meinung Waffen für Feiglinge. Er sagte seinem Meister, solange er ein Inovadi sei, werde er keinen Bogen in die Hand nehmen. Doch Nomar erwiderte, es sei einer kein guter Assasine, wenn er nicht mit dem Bogen umgehen könne. Das hatte Aron in seinem Stolz sehr verletzt. Ja, er war zwar ein Assasine, doch hatte er auch seinen Stolz und er war kein Feigling. Nomar war sich sicher nicht bewusst, was er da eben gesagt hatte.
Die Sonne stand hoch am Himmel. Aron liess den Pfeil von der Sehne schnellen. Der Pfeil flog in einem Bogen über die Wiese. Zwei Fuß vor dem eigentlichen Ziel bohrte sich der Pfeil in den Boden.
„Noch ein wenig höher und hör auf so zu zittern. Mein fünfsommeralter Sohn kann besser mit dem Bogen umgehen, als du!“
Das musste sich Aron jetzt schon die ganze Zeit anhören. Statt Nomar eine Antwort zu geben, nahm er einen neuen Pfeil und legte ihn auf die Sehne. Dieses Mal zielte er ein bisschen höher. Er würde es Nomar schon zeigen. Als er sicher war, dass es ein Treffer würde, liess er den Pfeil los. Wieder schoss der im hohen Bogen über die Wiese. Aron hörte wie Nomar laut einatmete. Er schmunzelte, ja, dieses Mal würde er treffen. Der Flug des Pfeils wollte nicht enden. Und dann noch einen Moment und er würde sich in die Tafel bohren. Aron hielt den Atem an. Der Pfeil flog und flog und schoss ein Haar breit neben der Tafel vorbei. Aron stand da und konnte es nicht glauben. Man hatte ihn beschissen. Der Pfeil hätte sich genau in die Mitte bohren sollen. Da war Magie im Spiel. Ja genau, jemand musste den Pfeil magisch umgeleitet haben. Trotz dieser Erklärung, fluchte er laut. Ihn seiner Muttersprache verfluchte er den verdammten Bogen. Jetzt hörte er Nomar lachen. Dieser verdammte Bastard! Na warte, dachte Aron und drehte sich voller Hass um. Nomar hockte auf seinen Kissen und hielt sich den Bauch vor Lachen.
„Es ist wirklich köstlich, dir beim Bogenschießen zu zusehen. Ich hatte noch nie so viel Spaß.“
Auch hinter einem Zelt konnte er lachen hören. Als er sich hinüber drehte, sah er ein paar Kinder, die sich vor Lachen fast in die Hosen schissen.
„Na wartet!“ brüllte er sie an.
Voller Zorn nahm er den Bogen, legte zwei Pfeile auf die Sehne und schoss. Das Unglaubliche geschah. Beide Pfeile bohrten sich zeitgleich in die rote Markierung des Ziels. Das Gelächter verstummte. Als er sich wieder den Kindern zu drehte, sah er voller Genugtuung, wie denen die Kinnlade herunter hing. Nur Nomar war völlig unbeeindruckt.
„Gut gemacht Aron, Sohn von Maron. Du hast bewiesen, dass du doch Talent zum Bogenschiessen hast. Ruh dich nun aus, ich erwarte dich dann zum Abendmahl.“
Die Kinder klatschten ihm zu. Aron lief rot an. Er wollte im Boden versinken. Eigentlich wollte er voller Zorn nur die Pfeile möglichst weit weg vom Lager schiessen Statt dessen hatte er getroffen. Es war zum Heulen. Wenn er sich anstrengte, dann traf er nie und wenn er es nicht wollte, traf er. Erschöpft liess er sich auf einen Stapel Kissen fallen. Er hörte Schritte und dann massierten ihm zarte Hände die Schultern. Es war entspannend. Ohne sich umzudrehen wusste er, dass es Lomana war. Seit ein paar Tagen teilten sie sich das Lager. Er hatte sich in sie verliebt. Er wusste nicht warum. Sie war schliesslich eine Elfin, und in sowas musste er sich verlieben. Doch sie hatte etwas, was ihn anzog. Er wusste nicht, ob sie auch so fühlte, doch es war noch zu früh, um solche Gespräche zu führen. Er genoss einfach ihre Massage. Lomana hörte auf und setzte sich auf seinen Schoss. Er küsste sie lange. Als er kurz aufschaute, sah er, wie die Kinder sie lachend nachahmten.
„Na, mein Schütze hast du es ihnen gezeigt?“ sagte Lomana.
„Jo und wie, ich habe mit zwei Pfeilen einmal getroffen.“
„Na, dann hast du wohl eine Belohnung verdient!“
Ohne auf eine Antwort zu warten stand sie auf und zog ihn in ihr Zelt.




4

Es ist jetzt ein Sommer her, seit dem ich die Ausbildung begonnen habe, überlegte Aron. Er konnte jetzt schon recht gut lesen und schreiben. Als er gelernt hatte, seinen Namen zu schreiben, war er enttäuscht. Er wusste ja, dass sein Name nicht sehr lang war. Doch, dass er so kurz war, fand er irgendwie enttäuschend. Er war jetzt besser mit dem Schwert. Mittlerweilen reichte es zu einem Unentschieden mit Nomar. Auch mit dem Bogen musste er sich nicht mehr verstecken. Er traf mindestens mit neun von zehn Pfeilen. Und das war gut für einen Menschen. Er musste wohl einsehen, dass die Elfen einfach besser waren. Sogar besser im Bett. Lomana war zwar noch nicht sein Weib, doch hatten sie sich schon ewige Treue geschworen.
Aron hörte vor dem Zelt Geräusche. Dann kam ein Elf ihn sein Zelt. Es war Inorem. Es war ein hochgewachsener Elf, fast einen Kopf grösser als Aron. Aron kannte den Krieger gut. Sie hatten oft zusammen am Abend Wein getrunken.
„Was ist los, dass du mich mit meinem Weib störst, Inorem?“
„Es tut mir leid Aron, doch Nomar will, dass ich die hole.“
„Warum?“
„Wir haben im Osten eine Truppe Kopfgeldjäger entdeckt. Sie sind gut bewaffnet. Sie marschieren geradewegs in unsere Richtung. Unsere Späher haben berichtet, dass sie auf das Kopfgeld von dir aus sind.“
„Was, wollt ihr mich ihnen etwa ausliefern?“
„Nein, sie sind auch hinter Nomar her. Jemand muss euch beobachtet haben, als er dich befreit hat. Wir wollen sich ihnen stellen. Doch nicht hier vor den Frauen und Kindern.“
„Warte einen Augenblick!“
Das fehlte ihm noch. Eine Horde Kopfgeldjäger, die auf seinen Kopf aus sind. Hastig legte er seine Rüstung an. Dann nahm er sein Schwert und denn Bogen. Mittlerweilen hatte er denn Bogen als eine ehrenwerte Waffe anerkannt. Dann folgte er Inorem..Vor dem Zelt hatten sich die Krieger versammelt. Es waren mindestens zweihundert. Jeder von ihnen hatte, wie Aron, einen Bogen und ein Schwert. Sie waren alle aus der gleichen Sippe. Sie hatten auch Aron gut aufgenommen..
„Aron!“
Es war Nomar. Er umarmte ihn herzlich. Er war für Aron schon fast ein Vater.
Dann plötzlich verschwand das Lächeln aus Nomars Gesicht.
„Ich nehme an, Inorem hat dir gesagt, warum wir dich geweckt haben.“
„Ja, das hat er. Was werden wir jetzt tun?“
„Wir werden den Kopfgeldjägern entgegen reiten und sie auffordern unser Land zu verlassen. Bis zur Mittagssonne werden wir ihr Lager erreicht haben.“
Der Ritt war nicht sehr anstrengend. Aron hatte einen jungen Hengst bekommen. Sein schwarzes Fell schimmerte hell im Sonnenlicht. Aron schien es fast, als seien die Pferde der Elfen unerschöpflich. Nomar war mit seiner Vermutung richtig gelegen, sie erreichten das Lager gegen Mittag. Auf dem Weg dorthin, hatten sich ihnen noch ein paar Späher angeschlossen. Jetzt waren sich ungefähr zweihundertdreissig Krieger. Aron hatte immer und immer wieder mit dem Zählen von vorne begonnen. Er hatte noch so seine Schwierigkeiten mit dem Rechnen. Was Aron auffiel, war, dass die meisten Späher nur einen Reiterbogen und einen Dolch als Waffe bei sich trugen. Nomar hatte ihm dann später erklärt, dass sich die Späher eher auf das Ausspionieren verstanden, als auf das Kämpfen.
Aron, Nomar und sechs Krieger ritten eine Düne herunter. Aron war leicht aufgeregt. Er hätte es vorgezogen, wenn alle Krieger mitgekommen wären. Unter den sechs Kriegern wahr auch Inorem. Er schien nicht eine bisschen aufgeregt zu sein. Schon von weitem sah Aron, dass die Kopfgeldjäger sie erwarteten. Sie waren ihnen mindestens vier zu eins überlegen und waren mit den besten Waffen ausgerüstet, die es gab. In Arons Hals bildete sich ein Kloss.
Laut und deutlich hallte die Stimme von Nomar aufeinmal über die Düne: „ Ihr befindet euch hier auf dem Land der Adoman Elfen! Kehrt sofort um oder euer Leben ist verwirkt!“
Ein grosser Söldner mit einer schwarzen Rüstung trat aus der Menge. Nach seinem Aussehen musste er der Anführer sein.
„Meine ehrenwerten Herren, ich bin Tamun Mardon, der Anführer dieser Gruppe. Wir wissen, dass ihr dem Bastard Aron Fandorm Unterschlupf gewährt habt. Wir fordern euch höflich auf, ihn uns zu übergeben, andernfalls werden wir ihn uns auch mit Gewalt holen. Der Maharadscha zahlt sehr viel Gold für ihn. Ich bin sicher, wir können uns einig werden. Sonst muss wohl Blut fliessen.“
„Aron ist ein gutmütiger Mensch und er wurde von meinen Elfenbrüdern und Schwestern als einer von uns anerkannt. Also, wenn ihr ihn wollt, dann müsst ihr zuerst an uns vorbei!“
„Ich sehe, ihr Elfen lasst nicht mit euch reden!“
Noch bevor der Söldner den Satz beendet hatte, sah Aron, wie sich ein Schatten auf ihn warf. Er landete im Sand mit einem Körper auf ihm. Der raubte ihm die Luft. Mühsam kroch er unter dem Körper hervor. Als er wieder auf den Beinen war, wollte er nach seinem Schwert greifen und den Fremden niederstrecken, als er sah, dass vor ihm Inorem lag. Aus seinem Rücken ragte ein schwarzer Schaft. Aron kniete sich neben ihm nieder und tastete nach seinem Puls. Doch der schlug nicht mehr. Die Erkenntnis traf Aron hart. Inorem hatte sich zwischen die Flugbahn geworfen, die Waffe aufgehalten, und so Aron das Leben gerettet. Aron war voller Trauer und Wut. Als er sich umschaute, sah er, dass auch seine Elfengefährten die Schwerter gezogen hatten.
„Das nenne ich Pech, der Bastardangreifer hätte sterben sollen, nicht euer Elfenbruder.“ Die letzten Worte sprach er so, als wären sie ein Fluch.
„Ergebt euch und wir lassen euch leben, Elf!“ sagte der Anführer der Söldner.
Aron sah, wie ein paar Armbrustschützen sich zeigten. Nomar schrie irgend etwas ihn seiner Muttersprache, als hinter ihnen Hufschläge ertönten. Die Augen der Söldner weiteten sich. Einige Herzschläge dauerte es, bis sie die Starre überwunden hatten. Doch für einige war es schon zu spät. Weisse Pfeilschäfte bohrten sich in ihre Leibe. Aron sah, dass die Getroffenen voller Entsetzen in die Knie gingen. Einige versuchten noch das Feuer zu erwidern, doch dich nächste Salve brachte ihren Tod. Aron sprang auf sein Pferd und ritt los. Er wollte blutige Rache für seinen Freund. Als die Elfenreiter auf die Söldner prallten,.hatte die Schlacht begonnen. Die ersten Söldner wurden einfach niedergetrampelt. Jeder Elf hatte sein Schwert senkrecht gegen den Himmel gerichtete. Sobald ein Feind unter ihren Klingen stand, liessen sie das Schwert niederkrachen. Die vorderen Elfen waren jetzt abgesprungen und liessen sich auf den Nahkampf ein. Aron sah nur noch alles wie durch durch einen Schleier. Wo sein Schwert niederging, spritzte Blut. Auch er sprang jetzt vom Pferd. Ihm hatten sich gerade vier Söldner ihn den Weg gestellt. Ohne zu zögern, liess er sich auf den Kampf ein. Seine Klinge zuckte nach vorne. Ein Söldner ging kreischend in die Knie. Vergebens versuchte er seine Gedärme zurück in den Bauch zu stopfen. Aron liess ihn achtlos am Boden liegen. Drei versuchten ihn einzukreisen. Der Erste, der das versuchte, ging mit zerschmetterten Kopf zu Boden. Die letzten Zwei schienen sich ihrer Sache nicht mehr ganz sicher. Der Eine versuchte ihn mit dem Speer auf Abstand zu halten, als Arons Schwert den Schaft zerschmetterte. Entsetzt sah der Mann auf den kaputten Schaft, als sich Arons Schwert ihn seine Brust bohrte. Mit einem erstaunten Seufzer ging der Mann in die Knie. Der Letzte hatte sich jetzt von ihm abgewannt und floh. Arons Körper hatte sich noch nie so gut angefühlt. Er war ihn einem richtigen Blutrausch. Als er sich umsah, sah er wie Nomar und fünf seiner Brüder verzweifelt versuchten sich gegen die erdrückende Uebermacht zu wehren. Ein Lächeln umspielten Arons Lippen. Er sprang los und federte sich von einer Kiste ab. Im Flug liess er sein Schwert herumwirbeln. Zwei Söldner sanken kopflos zu Boden. Er landete vor Nomar und seinen Gefährten. Gegen sie waren mindestens zwanzig der verdammten Hurensöhne!
Doch er fühlte keine Angst, sondern nur Mordlust. Seine Klinge beschrieb einen silbernen Kreis. Ein Mann mit langem, schwarzem Haar ging zu Boden, ohne das auch nur die Klinge ihn streifte. Rund um Aron herum sanken Söldner um. Fragend blickte er zu Nomar und dieser sah ihn entsetzt an. Langsam wurde Aron schwindlig. Etwas Schwarzes griff nach ihm und wollte ihn mit sich in die Finsternis ziehen. Doch er versuchte sich zu wehren. Nein, er wollte nicht schlaff werden, er wollte töten! Er machte einen Schritt auf einen verwundeten Söldner zu, bevor ihn die Finsternis einhüllte. Das letzte, was er sah, war das entsetzte Gesicht des Söldners.





5

Aron erwachte mit starken Kopfschmerzen. Er spürte jeden Knochen. Es tat ihm alles weh. Er konnte sich kaum rühren. Langsam versuchte er aufzusitzen. Doch eine Hand drückte ihn sanft wieder zu Boden.
„Wie geht’s dir?“
Es war Nomar. Auf seinem Gesicht hatten sich Falten gebildet. Er hatte einen Verband um den Arm.
„Wir alle waren in grosser Sorge. Du bist einfach zusammen gebrochen und jetzt seit vier Tagen in Ohnmacht.“
„Ich habe Kopfschmerzen, aber am sonst geht es mir gut“, log Aron.
„Was ist passiert? Haben wir gewonnen? Wo sind die Anderen?“
„Langsam Aron, ich kann nicht so viele Fragen auf einmal beantworten. Zuerst ja, wir haben gesiegt, dank deiner Hilfe.“
Aron wollte wieder eine Frage stellen, doch Nomar machte ihm mit einer Geste deutlich, dass er nicht unterbrochen werden wollte.
„Ich werde dir jetzt eine Geschichte erzählen, bei der du genau zuhören musst. Die Elfen waren nicht immer so frei und stark wie heute. Wir wurden einst unterjocht von einem Dämonenfürst namens Domanur. Jeder einzelne Elf musste ihm gehorchen. Wir hatten keine Aussicht auf Besserung. Er war grausam und jeder der ihm nicht gehorcht hatte, wurde auf brutalste Weise getötet. Wir mussten für ihn rauben, töten, all das, was wir verabscheuen.“
„Na ja, das Töten könnt ihr noch!“ sagte Aron leise.
Nomar fuhr ohne eine Bemerkung zu machen weiter.
„Eines Tages kam ein Mensch ihn unsere Steppe. Sein Name war Norofar. Er war von edlem Geblüt und war ein erstaunenlich guter Kämpfer. Er verliebte sich in eine Elfin namens Sonnane. Er schwor ihr, sie von der Gefangenschaft zu befreien. Also ging er zu Domanur und forderte ihn zum Kampf. Domanur zerschmetterte ihm den Brustkasten. Als er sich zu Norofar niederkniete um ihn zu verspotten, rammte ihm der das Schwert in den Rachen. Das war das Ende des Dämons. Norofar hatte sein Leben gegeben um uns Elfen und seine Geliebte zu retten. Er war kurz vor seinem Tod, als wir uns entschieden, ihm ewiges Leben zu schenken. Nach einem Sommer hatte er sich wieder von allem erholt. Er lebte von nun an bei uns. Wir bauten eine Stadt und begannen ein eigenes Reich zu errichten,.als Orks unser Land bedrohten. Bei einer Schlacht bemerkte Norofar es zum ersten Mal, dass seine Gegner fielen, ohne dass sie auch nur eine Klinge berührte. Wir haben wollten es zuerst nicht glauben, doch eines Tages mussten wir es uns eingestehen. Er hatte die Kräfte des Dämons übernommen. Er war der perfekte Krieger. Durch ihn haben die Elfen solchen grossen Ruhm erlangt. Wir konnten daher in Frieden leben. Auch mit diesen kleinen, behaarten Kerlen von den Bergen, mit denen wir sonst immer Schwierigkeiten hatten. Norofar verstand sich gut mit ihnen. Er war befreundet mit ihrem König. In einer Schlacht rette er ihm das Leben, dafür starb unser Freund. Seitdem warten wir auf seine Wiedergeburt. Unser Reich gaben wir auf. Wir hatten beschlossen, dass wir nur noch in der Natur leben werden. Verstest du, was ich sagen will?“
Nein, dachte Aron. Seine Gedanken waren verwirrt. Es war eine interessante Geschichte über diesen Norofar und die Elfen. Doch verstand er nicht den Sinn, warum Nomar ihm das alles erzählte.
„Nein, Nomar mein Freund. Ich verstehe nicht, warum du mir dies alles erzählst."
Nomar sah ihn ernst an..
„Aron, was ich sagen will ist das …“ Er atmete langsam ein und dann wieder aus.
„Das du die Wiedergeburt von Norofar bist!“


Hallo ich bin 15 Jahre alt.
Komme aus Bern(CH)
Hobby sind: game, lesen(Fantasybücher), mit Freunden zusammen sein.

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 08.01.2008, 14:14
hwg (Moderator)
 
Anmeldedatum24.04.2007
Beiträge2587
WohnortA 8786 Rottenmann


Hi Farodin,

Deine Phantasie ist bewundernswert, an der Geschichte müsstest Du allerdings noch etwas feilen. Vor allem kürzen. Versuche, die Erklärungen zu Beginn in einen Dialog mit dem Retter einzubauen, indem Du diesem
die vorangegangenen Begebenheiten schilderst. Auch erholt sich der
offensichtlich bereits nahe am Verdursten laborierende und tagelang angebundene Mann viel zu rasch. Ich würde ihn vorher nicht so lange leiden lassen.

Das sind nur einige Ratschläge. Überlege sie Dir. Lass Dich aber nicht
beim Schreiben entmutigen. Weiter so!

Gruß aus der Steiermark!
2. Version
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