 | Am See |  |
Verfasst am: 06.05.2007, 08:45 |
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| Roland |
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| Anmeldedatum | 04.05.2007 | | Beiträge | 16 | | Wohnort | Bremen |
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Auf die Seele legt sich weicher Schnee
und deckt ihre Lebensnarben zu.
Alt und müde steht sie nun am See,
und wartet auf die letzte Ruh.
Aus diesem See schöpf ich mein Leben,
die kleinen Wellen sind die Jahre.
Er hat ihm so viel gegeben
und verbirgt noch meine Bahre.
Ans Ufer eine Rose schwebt,
die Jugend war bei ihr zu Gast.
Vor langer Zeit der See erbebt
Die Liebe zärtlich sie umfasst.
Dunkle Wolken sich erheben,
ein Orkan braust übers Ufer.
Die Wasser drohend am erbeben,
das Schilf am Rand wird jetzt zum Rufer.
Viel Wasser fließt aus ihrem See.
Die Lieben trägt es mit sich fort.
Damit die Welt im Kreis sich dreht,
derselbe Teich, ein andrer Ort.
Die Sonne steht jetzt am Zenit,
Viele Narben diese Seele prägt.
Der See dir Kraft zum Leben gibt,
und durch die Lebenskippen trägt.
Es wird Kälter und bald ist`s soweit,
Einmal noch schwingt Wärme übern Teich.
Buntes Laub malt jetzt die Lebenszeit,
Die Frucht des Lebens erblüht so reich.
Zu Ende gehen Leid und Spiel,
die Barke jetzt zur Quelle sticht.
Die Seele, sie ist jetzt am Ziel
Und steht vor unserm Herrn Gericht.
Ein Engel bat, sie mild zu Richten,
ihr Lebensweg war sehr verschieden.
Es gab zwar schreckliche Geschichten,
an ihrem See ist sie geblieben. |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 06.05.2007, 16:36 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 520 | | Wohnort | Hamburg |
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Hallo Roland!
Große Teile Deines Gedichtes gefallen mir sehr gut. An einigen Stellen habe ich allerdings Verständnisprobleme. Ich habe noch nicht herausgefunden, worauf einige Rhythmusbrüche hindeuten sollen. Nur zur Erinnerung: Sobald sich die Form ändert, erwartet der Leser für gewöhnlich, dass sich auch am Inhalt etwas ändert.
Beispiel: Der zweite Vers in der ersten Strophe bricht den Rhythmus, aber warum? Hätte er dort nicht gleichmäßig weiterlaufen können?
| Zitat: | Auf die Seele legt sich weicher Schnee
und deckt ihre Lebensnarben zu.
Alt und müde steht sie nun am See,
und wartet auf die letzte Ruh. |
Ein kleines "so" brächte den Rhythmus zurück:
| Zitat: | | und deckt [so] ihre Lebensnarben zu |
Dass Du den Rhythmus gebrochen hast, hat sicherlich einen guten Grund. Vielleicht verrätst Du ihn einem neugieren Leser.
Viele Grüße
wgbajohr |
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