| wer ist dein Adressat? |
| niemand |
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20% |
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| eine person |
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10% |
[ 1 ] |
| eine gruppe so um einen tisch rum |
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0% |
[ 0 ] |
| eine grosse anonyme menge ohne gesichter |
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0% |
[ 0 ] |
| eine innere ahnung, etwas inneres unformulierbares |
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30% |
[ 3 ] |
| wechselt während des schreibens |
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0% |
[ 0 ] |
| blick da auch nicht durch |
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0% |
[ 0 ] |
| ist völlig unwichtig - deswegen zu grübeln ist überflüssig |
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0% |
[ 0 ] |
| die geschichte selber ist der auftraggeber, sie hat eine stimmigkeit die es zu erforschen gilt |
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40% |
[ 4 ] |
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| Stimmen insgesamt : 10 |
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 | An wen schreiben ? wer ist Adressat ? |  |
Verfasst am: 25.09.2007, 07:15 |
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| spacetime |
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| Anmeldedatum | 23.09.2007 | | Beiträge | 27 |
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hallo rundrum, ich bin ganz neu bei euch und find dies forum ziemlich spannend, staune über die viele arbeit die hier drin steckt und den guten konstruktiven umgangston.
habe eine frage, wenn sie irgendwo schon beschrieben ist, dann bitte löscht dieses posting und sagt mir bescheid wo die antworten schon sind
irgendwie stolper ich öfters über die frage: an wen schreiben?
wir sagen ja jemanden etwas, schreiben - erzählen ihm eine geschichte.
doch wie macht ihr das? stellt ihr euch jemand bestimmtes vor, oder eine ungefähre zielgruppe, wechselt dieser adressat während des schreibens?
oder ohne adressat schreiben, einfach ins blatt hinein?
aber ich merke immer wieder dass je nach adressat der inhalt und die schreibweise sich sehr verändert... komisch... nix versteh
aber oftmals schreib ich einfach so, ohne adresat, die geschichte nur für sich, höre nur in die geschichte rein... und trotzdem ist sie auch später noch stimmig
blick da gar nicht durch
wo ist der knoten? gibts da überhaupt einen knoten oder ist das durcheinander ganz normal?
freu mich über jede kleine meinung, erfahrung, sichtweise oder hinweis in welche richtung weiter zu forschen ist
nachtrag
öha... da kann man ja eine umfrage machen, suuuper... wenn ihr andere antwortmöglichkeiten habt, sagt bescheid und ich ändere das |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 25.09.2007, 07:46 |
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| julia07 |
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| Anmeldedatum | 22.05.2007 | | Beiträge | 1255 | | Wohnort | 87700 Memmingen |
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Hallo "Spacetime",
der Knoten, mit dem Du da kämpftst, den haben wohl alle Autoren irgendwann zu lösen, nur tun sich ungelernte Schreiberlinge (wie ich z. B.!) da etwas schwer, denn wir haben in der Regel dieses Handwerk ja nicht erlernt
Ich mache es immer so, dass ich mich zunächst frage, wer den Text überhaupt lesen soll/wird. In diesen Personenkreis versetze ich mich dann und bewerte die Darstellung meines eigenen Textes/Textanfangs kritisch.
Wenn das klar ist, entscheide ich solche Feinheiten wie...
- Ich-Form (z. B. Tagebuch) oder erzählend usw.
- direkte oder indirekte Rede bei eventuell vorhandenen Diskussionen
- Verwendung von Fremdwörtern (z. B. bei Fachbüchern JA, bei Kinderbüchern NICHT)
- exaktes Deutsch (es gibt Texte, da kann man sogar 'schlampig' damit umgehen)
Ansonsten gebe ich Dir den Rat: möglichst v i e l selbst lesen!!!!
So, das wäre es mal für den Anfang,
LG, Julia |
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 | Re: An wen schreiben ? wer ist Adressat ? |  |
Verfasst am: 25.09.2007, 08:01 |
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| hawepe |
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| Anmeldedatum | 15.04.2007 | | Beiträge | 1983 | | Wohnort | Berlin |
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Hallo,
| spacetime hat Folgendes geschrieben: | | wo ist der knoten? gibts da überhaupt einen knoten oder ist das durcheinander ganz normal? |
Es gibt keinen Knoten
Ich schreibe z.B. Reiseberichte. Die meisten entstehen in Absprache mit konkreten Zeitungsredaktionen, muessen sich also dem Profil der jeweiligen Zeitung anpassen. Manchmal schreibe ich sie aber auch, weil ich eine Idee habe, die ich erzaehlen moechte. Ob sich dann eine Veroeffentlichungsmoeglichkeit findet, muss sich sehen.
Frueher habe ich auch Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben. Die meisten entstanden, weil ich eine Idee hatte. Die Frage nach dem Zielpublikum interessierte mich da erst einmal nicht.
Ausser bei einigen Texten, die ich geschrieben habe, weil ich ganz bestimmten Menschen etwas sagen wollte. Das konnten einzelne Menschen, aber auch Gruppen sein.
Das Herangehen ist also sehr vielfaeltig. U.a. haengt es auch damit zusammen, ob man vom Schreiben leben will/muss oder es als Freizeitbeschaeftigung betrachten darf.
Beste Gruesse,
Heinz. |
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Verfasst am: 25.09.2007, 08:15 |
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| julia07 |
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| Anmeldedatum | 22.05.2007 | | Beiträge | 1255 | | Wohnort | 87700 Memmingen |
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Hallo "Spacetime",
ich habe mir gerade mal Deine Homepage angesehen und sehr viele Gemeinsamkeiten festgestellt. Auch ich war früher bildhauerisch tätig (Ton, Holz, Gasbeton ...) und ansonsten beschäftige ich mich mit Malen (Öl und Acryl) sowie Kollagen. Deine Art der Komposition und das Spiel der Farben ist mir sehr, sehr ähnlich, allerdings habe ich nicht diese Affinität zu Australien, denn ich war noch nie dort, dafür in Neuseeland bei den Maoris
LG, Julia
p. s. Stell Dich doch mal unter "Autorenprofile" vor! |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 25.09.2007, 09:41 |
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| spacetime |
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| Anmeldedatum | 23.09.2007 | | Beiträge | 27 |
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hallo ihr beiden, das sind ja gute antworten, damit komm ich schon mal ein stück weiter - obwohl ich die noch öfters lesen muss weil da soviel drinsteht, prima
grüble da rum: "In diesen Personenkreis versetze ich mich dann (das verstehe ich) und bewerte die darstellung meines eigenen Textes/Textanfangs kritisch." Das versteh ich gar nicht
wieso die darstellung? das layout oder absatzstruktur ist doch völlig egal am anfang, oder? Und wieso bewertest du das schon am anfang? und was hat das mit den personen zu tun ??? grübel - grübel - kratz an kopf ---> bluescreen --> nix versteh
vielleicht magst du den satz nochmal anders erklären?
gasbeton...klasse !! du warst bei den maoris?? kurz oder lange?? hast du auf einer webseite dazu was geschrieben und wo gibts denn deine bilder? das würd mich richtig interessieren  |
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Verfasst am: 25.09.2007, 09:58 |
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| julia07 |
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| Anmeldedatum | 22.05.2007 | | Beiträge | 1255 | | Wohnort | 87700 Memmingen |
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Hallo Oliver,
zuerst:
Das mit der Darstellung bezog sich ausschließlich auf den Inhalt. Auch den stelle ich ja dar.
Neuseeland
Ich war mehrere Wochen dort in Urlaub und habe beide Inseln bereist, zum größten Teil wandernd. Das war unglaublich schön.
Die Malerei
Das ist ein ganz anderes Leben, das ich unter meinem echten Namen betreibe und von der Schreiberei völlig trenne. Hier hänge ich nur mal eben eine Kollage dran. Sie stammt aus einem der Kalender, mit denen ich jede Weihnachten meine Freunde beglücke. ich sammle einfach alle geschenkten Werbekalender und "verbessere" sie auf meine Weise
Bildhauerei
Die ruht seit meiner Scheidung, weil mir momentan der Platz dafür fehlt.
LG, Julia |
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 | Re: An wen schreiben ? wer ist Adressat ? |  |
Verfasst am: 25.09.2007, 11:40 |
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Hi!
| spacetime hat Folgendes geschrieben: | irgendwie stolper ich öfters über die frage: an wen schreiben?
wir sagen ja jemanden etwas, schreiben - erzählen ihm eine geschichte.
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an wen schreiben?
Ich schreibe Briefe, Postkarten oder eMails an jemanden, aber keine Geschichten (sorry, musste jetzt sein )
Geschichten (bzw. Texte allgemein) schreibe ich allenfalls »für« jemanden. Zielgruppenschreiben eben. Aber das sind keine konkreten Personen, mehr so eine undefinierte Menge.
Ich glaube an dieses Vertragssystem zwischen Autor und Leser: »Du, Leser, opferst einen Teil deiner knappen Freizeit, und ich, Autor, verspreche dir, dich in dieser Zeit nicht zu langweilen." Das ist für mich die einzige relevante Beziehung zwischen Autor und Leser.
| spacetime hat Folgendes geschrieben: |
doch wie macht ihr das? stellt ihr euch jemand bestimmtes vor, oder eine ungefähre zielgruppe, wechselt dieser adressat während des schreibens?
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Habe ich so noch nie gemacht. Eine Geschichte, die ich schreibe, muss zuallererst mich interessieren. Im Journalismus mag das anders sein (eine Bekannte von mir arbeitet bei der Tageszeitung, und von der hörer ich gelegentlich, dass ihr Chef sie beauftragt hat, soundso viele Zeilen über die Kaninchenausstellung in Kleinkleckersdorf zu schreiben).
Etwas anders ist das, wenn es um Wettbewerbe geht, wo es eine thematische Vorgabe gibt, ggf. auch eine Altersvorgabe wie etwa Geschichten für Kinder bis 12 Jahre. Da schreibt man für ein konkretes Zielpublikum. Ähnliches gilt wohl auch für Auftragsschreiber, etwa beim Fernsehen (wer sich mal mit dem Drehbuchschreiben von »Daily Soaps« befasst hat, weiß, was ich meine).
| spacetime hat Folgendes geschrieben: |
oder ohne adressat schreiben, einfach ins blatt hinein?
aber ich merke immer wieder dass je nach adressat der inhalt und die schreibweise sich sehr verändert... komisch... nix versteh
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Beim Schreiben selbst stell ich mir immer eine Bühne oder eine Filmleinwand vor, aber niemals den Leser mit der Nase im Text.
Grüße
Siegfried |
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 | Re: An wen schreiben ? wer ist Adressat ? |  |
Verfasst am: 25.09.2007, 12:14 |
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| Bärentante |
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| Anmeldedatum | 30.05.2007 | | Beiträge | 728 | | Wohnort | bei Frankfurt/M. |
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| dbs (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | | Eine Geschichte, die ich schreibe, muss zuallererst mich interessieren. |
Danke, Siegfried, für diesen Satz. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können, hatte aber nicht gewagt, so etwas zu schreiben. Ich habe so oft gelesen, dass man nur erfolgreich sein kann, wenn man eine Zielgruppe hat, eine Nische findet, usw. Aber ich kann nur das schreiben, womit ich mich selbst beschäftige. Und nur wenn es mir persönlich gefällt, ich hundertprozentig von dem Stil überzeugt bin, ich mir auf die Schulter klopfe und mich lobe: "Mensch, ist das gut.", käme eine Veröffentlichung in Frage. (Der Leser muss sich dann meinen Ergüssen anpassen oder auch nicht.)  |
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_________________ Liebe Grüße
Christel |
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Verfasst am: 25.09.2007, 12:35 |
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| julia07 |
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| Anmeldedatum | 22.05.2007 | | Beiträge | 1255 | | Wohnort | 87700 Memmingen |
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Dieser Satz von Siegfried bezieht sich für mich aber eben nur auf "Geschichten" und ähnliche Texte. Auch er hat "Zielgruppen" ausgeklammert!
Wenn ich z. B. ein Fachbuch für meinen Kundenkreis schreibe, dann nützt es mir herzlich wenig, wenn ich selbstverliebt von meinem Text begeistert bin, meine Zielgruppe damit aber nicht viel anfangen kann. Dass ich über ein Thema nur dann "gut" schreiben kann, wenn ich auch an die Sache glaube, bzw. sie selbst verstehe, ist hier nicht nur selbstverständlich, sondern unabdingbar.
LG, Julia |
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Verfasst am: 25.09.2007, 15:46 |
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| spacetime |
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| Anmeldedatum | 23.09.2007 | | Beiträge | 27 |
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ja, so versteh ich das von hawepe und dem moderator auch:
bei einem zeitungsartikel oder sachbuch ist die zielgruppe klar gegeben, bei einer geschichte sieht das anders aus... eure antworten sind wirklich spannend - bühne/leinwand/soll mich interessieren...
so lern ich hier dazu thanks
und an und für... hüstel, thanks, hätte es nie gemerkt , sondern an eine zielgruppe geschrieben. Verstehe das ganze nicht, aber es wird wohl so sein  |
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 | Re: An wen schreiben ? wer ist Adressat ? |  |
Verfasst am: 26.09.2007, 00:38 |
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| Bärentante hat Folgendes geschrieben: | | dbs (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | | Eine Geschichte, die ich schreibe, muss zuallererst mich interessieren. |
Danke, Siegfried, für diesen Satz. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können, hatte aber nicht gewagt, so etwas zu schreiben. Ich habe so oft gelesen, dass man nur erfolgreich sein kann, wenn man eine Zielgruppe hat, eine Nische findet, usw. Aber ich kann nur das schreiben, womit ich mich selbst beschäftige. Und nur wenn es mir persönlich gefällt, ich hundertprozentig von dem Stil überzeugt bin, ich mir auf die Schulter klopfe und mich lobe: "Mensch, ist das gut.", käme eine Veröffentlichung in Frage. (Der Leser muss sich dann meinen Ergüssen anpassen oder auch nicht.)  |
Vielleicht muss man da doch ein wenig unterscheiden.
Um eine Geschichte schreiben zu wollen (und es auch zu tun), ist ein gerüttelt Maß an persönlichem Interesse notwendig. Das Thema, die Hauptfigur, der zentrale Konflikt in der Geschichte, das muss mich ganz persönlich berühren. Das ist sozusagen das Streichholz, das an die Lunte angelegt wird.
Wie man dann mit dieser Idee umgeht und sie in einen halbwegs lesbaren (für andere lesbaren!) Text umsetzt, ist dann eine andere Geschichte. Hier kann man durchaus in Richtung »Zielgruppe« gehen - allerdings ist diese Zielgruppe meist sehr, sehr diffus (die Zielgruppenbenennung ist interessanterweise ein Teilaspekt des Anschreibens an eine Lektor in einem Verlag - der möchte nämlich ganz gerne wissen, wer das Buch kaufen soll).
Ich habe mal ein paar Geschichten von einem Hobbyautor bewerten sollen, der von seinen Geschichten völlig begeistert war (das war zu den Zeiten, wo Mystery im Fernsehen ganz groß war - die X-Files oder wie diese Serie hieß). Dieser Hobbyautor hat die Seiten nur so rausgehauen und war völlig überzeugt davon - aber es war einfach nur schrecklich zu lesen. Und da war sie dann wieder, diese Diskrepanz zwischen Selbstanspruch und der Wirkung auf Dritte.
Deswegen ist meine Position: das eigene Interesse an der Geschichte ist der Auslöser, die Umsetzung ist dann in einem nicht unerheblichen Maße doch Schreiben für die Leserschaft. Frank Schätzing, der Autor des Bestsellers »Der Schwarm«, hat das unlängst in einem Interview im Fernsehen so beschrieben: »Das Kreative beim Schreiben ist das Recherchieren, das Zusammentragen von Informationen, der sich daraus aufbauende Handlungsablauf, die Gestaltung der Figuren, das Plotten. Das Schreiben selbst ist dann eigentlich relativ langweilige Routine."
Na ja, der Mann hat gut reden!
Grüße
Siegfried |
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Verfasst am: 26.09.2007, 00:52 |
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| spacetime hat Folgendes geschrieben: | und an und für... hüstel, thanks, hätte es nie gemerkt , sondern an eine zielgruppe geschrieben. Verstehe das ganze nicht, aber es wird wohl so sein  |
Wenn ich an jemanden schreibe, dann spreche ich ihn direkt an. Wie ich schon sagte, das trifft für Briefe, Postkarten, Emails (oder Forennachrichten) zu. Im 19. Jahrhundert galt das auch in einem gewissen Maße für Romane, da diese Romane oftmals einen bestimmten moralischen Aspekt beleuchteten, der direkt dem Leser nahegelegt werden sollte. Mitunter wurde der Leser sogar direkt im Text angesprochen, etwa so.
»Selbst wenn Sie, werte Leser, noch nie von einem Lebewesen namens Tuberkel gehört haben, so können Sie dem Handeln und Tun der Doktores in diesem Werke dennoch folgen, denn zu Ihrer Erbauung und Erweiterung Ihres Wissensschatzes habe ich an dieser oder jener Stelle medizinische Forschungsergebnisse eingestreut. Doch lassen Sie uns nun ein paar Jahre zurückgehen, in die Zeiten kurz nach dem Ende der Besetzung unseres Landes durch das napoleonische Frankreich ..."
usw. ad lib bla bla
Ein solcher Stil ist heute unmöglich. Der Leser will selbst entdecken, will in die Handlung eintauchen und nicht vom Autor belehrt werden (im 19. Jahrhundert war die Bildungslage etwas anders - obwohl, wenn ich mir die aktuelle Entwicklung ansehe ... aber lassen wir das)
Für eine Zielgruppe zu schreiben, ist was anderes. Eine Zielgruppe hat bestimmte Erwartungen, die der Autor zu erfüllen gedenkt. Wer im Fantasy-Bereich schreibt, wird allergrößte Schwierigkeiten haben, wenn er das Weltenbild eines Tolkien oder die »Sword & Sorcery«-Elemente komplett außer Acht lässt. Gleiches gilt für jedes andere Genre, wo es entsprechende Erwartungshaltungen gibt. Zielgruppenschreiben heißt meistens, als Autor vorgefertiigte Erwartungen zu erfüllen. Eine ganze Branche lebt davon: die Groschenheftromanverlage. Ob Heimat-, Arzt-, Jerry-Cotton-, Perry-Rhodan- oder Westernromane, da schreiben Autoren nicht, weil es ein inhaltliches Bedürfnis ist, sondern weil 60 gedruckte Seiten 600 Euro bedeuten.
Grüße
Siegfried |
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Zuletzt bearbeitet von dbs am 26.09.2007, 09:32, insgesamt 2-mal bearbeitet |
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Verfasst am: 26.09.2007, 01:34 |
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| spacetime |
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| Anmeldedatum | 23.09.2007 | | Beiträge | 27 |
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hello dbs
nun ist das mit deinem beispiel völlig klar geworden, danke!
genau beschrieben, ausgezeichnet - rätsel gelöst  |
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