 | Anfang eines Fantasyromans |  |
Verfasst am: 24.07.2008, 20:38 |
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Liebe Kollegen/innen,
mich würde eure Meinung zu meinem Romananfang interessieren, da in letzter Zeit vor allem die Wichtigkeit der ersten Sätze stark zur Diskussion stand.
In den engen Gassen des Hafenviertels verschmilzt Kari fast vollständig mit den Hauswänden. Nicht weit vor ihm läuft eine dunkle Gestalt hastig Richtung Lagerhäuser. Sie sieht sich oft um, doch der kleine Junge kennt jede Nische. Unter dem schwarzen Mantel der Gestalt kann Kari Wölbungen ausmachen, die auf einen gelungenen Einbruch schließen lassen. Er muss ein guter Dieb sein, wenn er am helllichten Tag unentdeckt irgendwo einbrechen kann, schießt es ihm durch den Kopf. Doch ich bin ein ebenso guter Taschendieb. Grinsend beschleunigt er seine Schritte und lässt den Abstand zwischen ihnen kleiner werden.
Als hinter einem der Häuser plötzlich Stimmen laut werden, erschrickt der Dieb und flüchtet in die andere Richtung. Kari flucht. Enttäuscht verlangsamt er seine Schritte wieder und schleicht trübsinnig weiter, den Blick auf den Boden gerichtet. An der Stelle, an der der Dieb die Flucht ergriffen hat, liegt ein länglicher Gegenstand zwischen dem üblichen Unrat. Die Miene des kleinen Taschendiebs erhellt sich wieder. Vorsichtig hebt er den Gegenstand hoch. Ein Dolch. Aber ein seltsamer Dolch. Er ist aus Glas, mit einer flammenförmigen Klinge, und ist auf ganzer Länge mit Runen verziert. Neugierig betrachtet Kari sein Fundstück. Wenn es doch aus Glas ist, warum ist es dann beim Aufprall nicht zerbrochen?
Mit einem Finger prüft er die Klinge. Sie ist scharf wie die eines richtigen Dolches. Ein seltsames Stück. Dafür wird er wohl keinen Abnehmer finden, ohne als Dieb eine seiner Hände zu verlieren. Trotzdem steckt er den gläsernen Dolch ein. Man weiß ja nie. |
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Verfasst am: |
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 | Macht Lust auf mehr |  |
Verfasst am: 24.07.2008, 20:58 |
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| LOFI (Moderator) |
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Hi Theresa,
selbst kein Fantasyfan habe ich diesen Anfang also neutral und erwartungslos gelesen und muss sagen, dass diese beiden Absätze zumindest mei mir das Interesse geweckt haben, zu erfahren, wie es denn weiter geht. Spannung wird aufgebaut und Fragen in den Raum gestellt.
Doch, finde ich gelungen.
LG
Lorenz |
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Verfasst am: 24.07.2008, 21:30 |
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| Thesken |
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Danke, Lorenz, freut mich
Dann scheine ich ja wirklich ein gutes Gespür zu haben, den Anfang habe ich heute Abend spontan geschrieben
Liebe Grüße,
Theresa |
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Verfasst am: 24.07.2008, 21:57 |
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| Judith |
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Hallo Theresa,
mir ergeht es leider nicht wie Lorenz. Einiges verwirrt mich (durch das "Sie" bei der Gestalt denke ich zuerst an eine Frau), dann stören mich die indirekten Wiederholungen (z.B. beschleunigt / verlangsamt Schritte).
Satzteile wie "kann (Wölbungen) ausmachen" und "die auf ... schließen lassen" klingt für mich amateurhaft. Viele Amateure schreiben so, bei Profis habe ich Sätze in diesem Stil kaum gelesen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht so sehr viel Erwachsenenliteratur lese.
Grüßle,
Judith |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 24.07.2008, 22:05 |
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| Der Meinige |
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Gut begonnen, Theresa, aber du solltest meiner Meinung nach innerhalb eines Absatzes bei einer Erzählperspektive bleiben:
| Zitat: | | Als hinter einem der Häuser plötzlich Stimmen laut werden, erschrickt der Dieb und flüchtet in die andere Richtung. |
Genau die wechselst du hier ...
| Zitat: | | Trotzdem steckt er den gläsernen Dolch ein. Man weiß ja nie. |
Das ist eine weitere Schwachstelle: Wenn dein Prot etwas denkt, fühlt oder passiv überlegend eine Situation bewertet, solltest du keine abgehackten Sätze verwenden. Binde es in einen Dialog ein, lass ihn seine Gefühle denken, aber stell sie nicht einfach in einem halben Satz vor. |
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Verfasst am: 24.07.2008, 23:01 |
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| Lally |
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In meinen Geschichten schreibe ich z.B.: Vielleicht sollte sie morgen mit ihm darüber sprechen, ging ihr durch den Kopf.
Klingt es nervig? Sollte ich dieses ging ihr durch den Kopf oder dachte sie/er vielleicht besser weglassen? |
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Verfasst am: 25.07.2008, 07:12 |
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Erst einmal danke für eure konstruktive Kritik, ich habe sie mir gut durchgelesen und werde sie bestimmt im Hinterkopf behalten, wenn ich den Anfang noch einmal überarbeite und weiterschreibe. Ich selber habe auch ein, zwei Stellen, die ich wahrscheinlich noch umschreiben werde. Wie gesagt, es war ein spontanes Schreiben gestern Abend
Mein erster Roman hat bei der Überarbeitung an vielen Stellen auch eine Schlankheitskur gemacht oder ich habe teilweise zwei Seiten komplett neu geschrieben
Vielleicht kommen ja noch weitere Meinungen.
Liebe Grüße und guten Morgen,
Theresa |
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