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Verfasst am: 21.12.2007, 09:56 |
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| hawepe |
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| Anmeldedatum | 15.04.2007 | | Beiträge | 2662 | | Wohnort | Berlin |
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Hallo Leilah,
| Leilah hat Folgendes geschrieben: | | Dabei sollte Pädagoge doch eigentlich ein schöner Beruf sein. Ich selbst habe vor einigen Jahren ein wenig Erfahrung mit dem Unterricht an einer Nachhilfe-Schule gemacht und war ehrlich gesagt froh, nach wenigen Monaten wieder aussteigen zu können. |
Ein Bekannter gibt seit zwei Jahren an einer Schule mit hohem Auslaenderanteil Nachhilfeunterricht und ist ganz begeistert. Allerdings hat er auch keine Lehrer-, sondern eine Handwerkerausbildung und hat mehrere Jahre in einem Heim fuer verhaltensgestoerte Jugendliche gearbeitet.
| Zitat: | | Ich möchte wirklich nicht alle Schüler/inn/en über einen Kamm scheren, aber m. E. sind die oben genannten Werte in ihrer positiven Ausprägung unter Jugendlichen heute absolute Mangelware. |
Wenn man das kritisiert, muss man aber fragen, woher das kommt. Kinder und ihr Verhalten sind ganz zwangslaeufig das Produkt von Eltern, Erziehern und Lehrern. Werte muss man vorleben. Kinder und Jugendliche merken sehr schnell, wenn zwischen den Forderungen an andere und den Forderungen an sich selbst Welten liegen.
| Zitat: | | Da sieht man als Eltern auch die Diskussion um die Zusammenlegung der verschiedenen Schulformen in einem anderen Licht. Solche Zustände kennen wir vom Gymnasium unserer anderen beiden Kinder nicht. |
Das liegt aber nicht an der Schulform. Unsere Kinder gehen auf eine Gesamtschule. Trotz der vielen Maengel hat sie den Ruf einer sehr guten Schule, weil es an anderen Schulen noch viel gravierendere Maengel gibt.
Inzwischen sind Klassen von ueber 30 Schuelern an ihr keine Seltenheit mehr, auch weil besonders von einem Gymnasium viele Schueler ueberzuwechseln wuenschen. Die Begruendung heisst fast immer "Mobbing". Massives Mobbing gegen Schueler und Eltern war auch der Grund fuer die Tochter einer Bekannten, vom Gymnasium auf eine Gesamtschule zu wechseln.
Entscheidend ist immer die Schulleitung. Sie bestimmt die Spielregeln an ihrer Schule, ggfs. auch gegen eine bestimmte Gruppe von Lehrern. An unserer Schule wissen z.B. Eltern und Schueler, dass sie jederzeit zum Schulleiter gehen und ihn um Vermittlung bitten koennen, ohne dass das Ergebnis bereits vorher feststeht.
Beste Gruesse,
Heinz. |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 21.12.2007, 10:00 |
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| Zoba |
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| Anmeldedatum | 23.11.2007 | | Beiträge | 1308 | | Wohnort | Süden |
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Hi,
leider wünscht sich zumindest der deutsche Staat keine selbstbewußten, kritischen Bürger, also auch keine solchen Kinder. Was es an neuem Duckmäusertum, aber auch Denunziantentum und Blockwartmentalität in Deutschland in den letzten 10-15 Jahren gibt, geht schon lange nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut und hat Methode und System. |
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_________________ Gruß,
Zoba
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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky |
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Verfasst am: 21.12.2007, 10:24 |
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| hawepe |
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| Anmeldedatum | 15.04.2007 | | Beiträge | 2662 | | Wohnort | Berlin |
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Hallo Amos,
| Amos hat Folgendes geschrieben: | | Alle Lehrer waren erstaunt über die Freude und Kreativität der sonst so schwierigen Schülern. |
Und das muesste eben endlich mal zu einem Ueberdenken des heutigen Systems Schule fuehren.
Natuerlich lassen sich Kreativitaet und Vielfalt schwerer benoten als abhakbares Wissen, aber Detailwissen laesst sich ggfs. auch nachschlagen, das Verstehen von Zusammenhaengen und Nutzen dieses Wissens dagegen nicht.
Um etwas praxisnaeher zu werden: Als Autor sollte man mindestens ein Sprachgefuehl mitbringen und moeglichst auch eine moeglichst gute Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung. Aber muss man deshalb auch wissen, dass es sich im konkreten Fall gerade um ein Possesivpronomen oder ein erweitertes Infinitiv handelt? Klar, letzteres laesst sich leicht abfragen und damit benoten, aber wie benotet man Sprachgefuehl?
Das System Schule loest das Problem ganz einfach, indem es dieses fuer nichtexistent erklaert
Beste Gruesse,
Heinz. |
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Verfasst am: 21.12.2007, 11:04 |
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| Claire |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 675 | | Wohnort | Bochum |
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Alle Diktatoren haben ein reines Gewissen, Hitler, Saddam Hussein und wie sie alle heißen. Von denen hat keiner an seinem Gewissen gezweifelt oder hat Gewissenbisse bekommen.
Diktatoren haben nie (!) ein reines Wissen, denn alles, was sie tun, tun sie aus einem bestimmten Kalkül und somit haben sie Hintergedanken.
Ich hatte aber auch keine Sekunde an kranke Gehirne gedacht (denn das sind solche Diktatoren für mich), sondern an normale Menschen.
Auch wenn Nash den Nobelpreis bekommen hat, bleibt es doch eine Tatsache, dass eine gewisse Rücksichtslosigkeit und ein gesunder (!) Egoismus heutzutage wichtiger sind, denn je. Altruismus stößt eher auf Unverständnis und ist heute auch sehr aus der Mode gekommen. Mich würde auch interessieren, was Nash zu dem Ergebnis der großangelegten psyhologischen Studie sagt (veröffentlicht irgendwann im Sommer dieses Jahres), die besagt, dass der Großteil der heutigen Führungskräfte in der Wirtschaft Egozentriker sind und narzistisch veranlagt. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich dem Ergebnis dummerweise nur zustimmen. Was allerdings nicht heißen soll, dass ich das gutheißen würde. Ganz im Gegenteil! Ich finde es schade, dass Menschen wie Grete sich Gedanken darüber machen müssen, ihr Kind vom Tanzlehrgang ab- und zum Kampfsport bzw. zur Selbstverteidigung anzumelden.
LG Claire |
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_________________ LG Claudia
Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren. |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 21.12.2007, 11:53 |
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| g.c.roth (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 01.05.2007 | | Beiträge | 1731 | | Wohnort | Emden |
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Von Amos:
| Zitat: | Alle Lehrer waren erstaunt über die Freude und Kreativität der sonst so schwierigen Schülern.
Bei diesem Projekt haben sie die Erfahrung der Anerkennung gemacht, das hat eine wunderbare Auswirkung auf das Selbstbewußtsein. |
Ich halte das für einen ganz wichtigen Punkt in der sozialen Entwicklung der Kinder. Kreativität hat nicht nur etwas damit zu tun, dass man in der Lage ist eine Papierform an Hand einer gestrichelten Linie auszuschneiden, sondern, dass die Kinder erfahren, dass sie mit Papier unendlich viele Möglichkeiten haben sich auszudrücken! Basteln, Schreiben, Malen, Falten, Formen erfinden, Papier kann schwimmen, Papier kann fliegen, man kann ganze Welten daraus zaubern ...
Und ebenso ist es mit allen Materialien und Dingen des täglichen Lebens. Kinder haben dank des "pädagogisch wichtigen Betreuungsmediums" Fernsehen keine Zeit und Gelegenheit eigene Ideen zu entwickeln und auszuleben. Dadurch lernen sie aber zuallererst, dass es für ein und die selbe Sache viele Möglichkeiten gibt. Derartige Denkstrukturen führen zwangsläufig dazu, auch sein soziales Verhalten im Alltag auf verschiedene Möglichkeiten zu überprüfen. Wenn solche Ansätze von Eltern unterstützt werden, kann eigentlich nur etwas positives dabei herauskommen.
In unserem starren Schulsystem ist Bewegung nicht möglich. Weder geistig noch körperlich. (Das gilt auch für motivierte Lehrer!)
Individuelle Förderung nach Stärken und Talenten könnte eine Generation von kleinen Überfliegern hervorbringen. Allerdings - und davor haben einige in diesem Land offensichtlich Angst - könnten derart flexible Gehirne auf die Idee kommen, dass es auch für die Macht- und Güterverteilung andere Möglichkeiten gibt...
Kennen wir jemanden, dem das missfallen würde?  |
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Verfasst am: 21.12.2007, 12:05 |
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| Amos |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 67 | | Wohnort | Bad Mergentheim |
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Das ist alles ene Verteilungsfrage.
Diese Verteilung hat dann noch was mit Macht zu tun.
Die Macht von unten wächst und wächst.
Das dauert schon mal etwas länger, die ehemalige DDR ist auch mit der Macht von unten gekippt worden.
Freie Schulen, mit anderen Erziehungskonzepten gibt es schon
immer, auch in dieser Republik.
Auch da gilt, es gibt bessere un es gibt noch welche, die verbessert werden können.
Nichts ist perfekt, weder die Eltern noch die Kinder.
Das macht insgesamt eien bunte Vielfalt aus die es zu nutzen gilt.
Meine Projekte in den Schulen, werden von den Lehrern initiiert
und das ist doch auch in Lichtblick.
Wir als Eltern oder auch als Großeltern sind in der Verpflichtung unser Bestes zu geben, zur Erziehung unserer Kinder. Im gesellschaftlichem Engagement, also insgesamt.
Was das beste ist?!
Tja, da läßt sich trefflich drüber streiten. |
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_________________ Das aktuelle Buch: Die bösen Tage sind vorbei Planungshilfen für den beruflichen Erfolg.
ISBN 3-8334-4103-8
www.amos-ruwwe.de |
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Verfasst am: 22.12.2007, 09:29 |
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| Gerhard |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 416 |
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| Amos hat Folgendes geschrieben: | Das Selbstbewußtsein fördern, das ist die Schlüsselfunktion für Kinder, gleichsam auch für Erwachsene.
Mehrmals habe ich in der Abschlußklasse Hauptschule ein Märchenprojekt durchgeführt. In 10 Doppelstunden haben die Schüler und Schülerinnen, viele mit Migrationshintergrund ein Märchen geschrieben, Puppen dazu gebaut und schließlich auf einem öffentlichem Markttag aufgeführt.
Alle Lehrer waren erstaunt über die Freude und Kreativität der sonst so schwierigen Schülern.Bei diesem Projekt haben sie die Erfahrung der Anerkennung gemacht, das hat eine wunderbare Auswirkung auf das Selbstbewußtsein.
Kampfsport auch, unsere Kinder und ich haben mehrere Jahre Kampfsport betrieben, unter anderen in Korea Taekwondo.
Viel Erfolg für und mit euren Kindern und den Pädagogen in den Verbiegungsansatlten. |
Also das mit dem Selbstbewußsein...hmm..... dass ist genau das, was unsere Schüler heute wirklich haben, sonst würden Sie nicht laufend mit dem Nachbarn schwätzen wenn der Lehrer etwas zu erklären versucht um danach recht frech die Frage zu stellen, die der Lehrer gerade beantwortet hat. Und natürlich kann man auch nicht in jedem Unterricht Märchen schreiben. Ich muss denen halt Mathe, Physik und Chemie beibringen und versuche das schon auf eine recht lockere Art und Weise.
Mathe und Physik interessiert keinen der Hauptschüler, selbst wenn Themen wie "Wie kommt Musik auf die CD" oder "Was sind Töne" besprochen werden. Die Chemie interessiert nur insoweit, als ich im Unterricht mal gefragt wurde, wie man Extasy strecken kann.
Ich hab dann mal ziemlich frustriert gefragt, was sie denn eigentlich tun würden, wenn sie jetzt keine Schule hätten. Die Antworten haben mich entsetzt: Schlafen, mit Freunden rumhängen, Musik hören, TV gucken, saufen... waren auch Hauptschüler einer 10. Abschlussklasse.
Ach übrigens, kreativ sind die Kids wirklich.... letzte Woche hat einer der Kreativen einen Tischtennis oder Tennis Ball angezündet, in Folie eingepackt und in einen Mülleimer geworfen. Der hat angefangen zu brennen, zu rauchen, die Feuerwehr kam. Als ich dann im Chemieunterricht den Schülern zu erklären versucht habe, was bei der Verbrennung von Plastik chemisch passiert, hat das niemanden interessiert.
Gruß Gerhard |
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Verfasst am: 22.12.2007, 09:47 |
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| Gerhard |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 416 |
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| g.c.roth (Moderator) hat Folgendes geschrieben: |
Ich halte das für einen ganz wichtigen Punkt in der sozialen Entwicklung der Kinder. Kreativität hat nicht nur etwas damit zu tun, dass man in der Lage ist eine Papierform an Hand einer gestrichelten Linie auszuschneiden, sondern, dass die Kinder erfahren, dass sie mit Papier unendlich viele Möglichkeiten haben sich auszudrücken! Basteln, Schreiben, Malen, Falten, Formen erfinden, Papier kann schwimmen, Papier kann fliegen, man kann ganze Welten daraus zaubern ... |
Grete, viele der Kinder sind heute gar nicht mehr in der Lage an einer gegebenen Linie entlang zu schneiden. Ein Sportkollege war entsetzt, als er in einer 5. oder 6. Klasse die Aufgabe stellte einen Purzelbaum zu machen. Kaum ein Schüler war dazu in der Lage. Als er das dann auf einem Elternabend ansprach, wurde ihm gesagt, es sei Aufgabe der Schule den Kindern so etwas zu vermitteln.
So etwas, konnte ich schon, bevor ich in die Schule kam.
Leider können Lehrer sich nur an das halten, was das Schulamt vorgibt. Auch was die Themen angeht. Hier müsste von Seiten der Eltern mal Einfluss genommen werden... aber wenn man dann sieht, dass zu einem Elternabend immer nur die gleichen, wenigen Eltern kommen, sagt das auch über diese Eltern viel aus.
Aber ich kann diese Eltern durchaus verstehen.... wer abends zwischen 17 und 18 Uhr von der Arbeit kommt, ist fertig. Und das ist genau das, was "die das oben" wollen, denn Menschen, die von der Arbeit kaputt sind, denken nicht mehr und konsumieren nur. Insofern hast du völlig recht.
Gruß Gerhard |
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Verfasst am: 22.12.2007, 09:47 |
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| hwg (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 4197 | | Wohnort | A 8786 Rottenmann |
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Bei uns sind Lehrer an den Pflichtschulen und Gymnasien, die sich neben ihrem Beruf auch anderen (bezahlten) nebenberuflichen Aufgaben wie Mitspielen in einer Pop-Band, dem Mitwirken in der örtlichen Parteipolitik, dem Verkauf von Versicherungen usw. usf. widmen. Dabei stehen sie mit ihrem Verhalten auch im Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit. Und dieses Verhalten ist auch nicht immer in Einklang mit dem Hauptberuf zu bringen.
Die Schüler bekommten das natürlich auch mit, entsprechend ist dann auch ihr "Respektverhalten". Irgendwie gefällt mir der Satz: Es gibt keine schlechten Schüler, bloß schlechte Lehrer.
Ich sollte nach dem Wunsch meiner Lehrer ebenfalls diesen Beruf ergreifen und habe auch die (damalige) Lehrerbildungsanstalt besucht. Mein Lebensweg ist dann doch ganz anders verlaufen - an und mit Schulen habe ich aber trotzdem zu tun. Und ich stehe unserem Bildungssystem eher sehr kritisch gegenüber.
Das wäre aber wiederum eine gänzlich andere Diskussion. Viele Lehrer fühlen sich in ihrer freien Entfaltung im Unterrichtsgeschehen von der herrschenden Bildungspolitik arg behindert. Andere, vor allem aus dem konservativen Lager, wollen an herkömmlichen (veralteten) Strukturen festhalten. Die "Opfer" dieser Rangelei sind naturgemäß die Schüler. Entsprechend "abwehrend" deshalb auch das Verhalten im Unterricht, denke ich jedenfalls. |
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Verfasst am: 22.12.2007, 09:58 |
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| Gerhard |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 416 |
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| Claire hat Folgendes geschrieben: |
Auch wenn Nash den Nobelpreis bekommen hat, bleibt es doch eine Tatsache, dass eine gewisse Rücksichtslosigkeit und ein gesunder (!) Egoismus heutzutage wichtiger sind, denn je. Altruismus stößt eher auf Unverständnis und ist heute auch sehr aus der Mode gekommen. Mich würde auch interessieren, was Nash zu dem Ergebnis der großangelegten psyhologischen Studie sagt (veröffentlicht irgendwann im Sommer dieses Jahres), die besagt, dass der Großteil der heutigen Führungskräfte in der Wirtschaft Egozentriker sind und narzistisch veranlagt. |
Claire, also das mit der Rücksichtslosigkeit und dem Egoismus kann ich absolut nicht unterschreiben, denn es ist tatsächlich mathematisch nachgewiesen worden, dass das langfristig sogar schädlich ist (das ist das berühmte Gefangenendilemma... wer nur an sich denkt, schadet sich selbst mehr). Und die Sache mit der psychologischen Studie... abgesehen davon, dass mir auch ohne Studie klar ist, was für ein rücksichtsloser Menschenschlag Führungskräfte der Wirtschaft sind.. gebe ich auf irgendwelche Studien gar nichts. In Anlehnung an Churchill sagen ich immer "Traue nur der Studie, die du selbst gefälscht hast". Ich habe mal ein Seminar gehalten "Lügen mit Statistik"... seitdem lese ich keine dieser Studien mehr.
Liebe Grüße
Gerhard |
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Verfasst am: 22.12.2007, 10:09 |
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| Gerhard |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 416 |
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| hwg (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | | Die Schüler bekommten das natürlich auch mit, entsprechend ist dann auch ihr "Respektverhalten". Irgendwie gefällt mir der Satz: Es gibt keine schlechten Schüler, bloß schlechte Lehrer. |
Würde ich fast blind unterschreiben... wenn du den Zusatz machen würdest: Es gibt keine schlechten Schüler, bloß schlechte Lehrer und Eltern.
Ich muss hier vielleicht mal sagen, dass ich in meinem Unterricht mit den Schülern blendend zurecht komme.... bin halt auch kein wirklicher Lehrer, sondern komme von "außerhalb"... das einzige, was ich halt an Schülern kritisiere, ist deren Rücksichtslosigkeit auch den Mitschülern gegenüber und dass sie nicht bereit sind, auch selbst mal etwas zu tun. Ich spüre halt immer wieder die Konsummentalität: Du Lehrer (=Entertainer), ich Zuschauer(= Konsument), du musst was tun, ich brauch das nicht.
Liebe Grüße
Gerhard |
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Verfasst am: 22.12.2007, 10:10 |
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| Zoba |
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| Anmeldedatum | 23.11.2007 | | Beiträge | 1308 | | Wohnort | Süden |
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Hi,
wer sich in die Problematik der derzeitigen Führungsetagen und Führungskräfte einleisen will, kann hier anfangen:
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/creutz/geldsyndrom/
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/
Der momentane Egoismus dieser Führungseliten führt in den Abgrund, daß diesen genau das auch bekannt ist, läßt sich an der Umschichtung des Vermögens von Geld in Immobilien und Ressourcen erkennen. Sie wissen, wo alles am Schluß landen wird und bereiten sich bereits darauf vor. Aber auch dies könnte zu kurz gedacht sein, denn Bevölkerungen haben die Eigenart zurückzuverlangen, was ihnen - wie auch immer - ungerechtfertigt entzogen wurde.
Das heutige, egoismus-geprägte System ist endlich.
Ich sags in diesem Zusammenhang nochmal: der Hauptgrund, warum unseren Staatslenkern (den echten) sehr viel daran liegt, die Bevölkerung und damit auch und vor allem die junge Generation duckmäusig, dumm und unkritisch zu halten, ist genau die o.a. Problematik. Kluge und kritische Bürger werden sehr schnell unangenehme Fragen stellen. Praktischer ist da doch mittels Repressionen, Brot und Spielen ruhigzustellen. |
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_________________ Gruß,
Zoba
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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky |
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Verfasst am: 22.12.2007, 10:13 |
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| Gerhard |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 416 |
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| Zoba hat Folgendes geschrieben: | | Ich sags in diesem Zusammenhang nochmal: der Hauptgrund, warum unseren Staatslenkern (den echten) sehr viel daran liegt, die Bevölkerung und damit auch und vor allem die junge Generation duckmäusig, dumm und unkritisch zu halten, ist genau die o.a. Problematik. Kluge und kritische Bürger werden sehr schnell unangenehme Fragen stellen. Praktischer ist da doch mittels Repressionen, Brot und Spielen ruhigzustellen. |
Zoba, das hätte jetzt glatt von mir kommen können.
Liebe Grüße
Gerhard |
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Verfasst am: 22.12.2007, 10:16 |
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| Zoba |
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| Anmeldedatum | 23.11.2007 | | Beiträge | 1308 | | Wohnort | Süden |
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Hi,
und um nochmal auf die Hauptfrage zurückzukommen, nicht Anstand, Ehre und Gewissen würde ich als wünschenswerte Merkmale sehen wollen, sondern - hier bereits erwähnt - Fairness, soziales Verhalten und kritisches Denken. |
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_________________ Gruß,
Zoba
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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky |
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Verfasst am: 22.12.2007, 11:08 |
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| g.c.roth (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 01.05.2007 | | Beiträge | 1731 | | Wohnort | Emden |
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Guten Morgen!
| Zitat: | | Aber ich kann diese Eltern durchaus verstehen.... wer abends zwischen 17 und 18 Uhr von der Arbeit kommt, ist fertig. |
Elternabende finden zwei- bis dreimal jährlich statt und dauern für gewöhnlich von 20.00 bis höchsten 22.00 Uhr. Macht vier bis höchstens fünf Stunden im Jahr, in denen man sich das als Eltern für sein Kind antun muß. Wenn beide Eltern gehen, können sie sich auch noch abwechseln. Und das soll nicht möglich sein? Viele dieser Eltern, die so kaputt von der Arbeit kommen, hängen bis um 23-24 Uhr vor der Glotze. (das macht auch müde und kaputt).
Es sind in der Tat immer die gleichen Gesichter beim Elternabend. Und ab der 4. Klasse kommt nur noch eine handvoll. Auch diese Eltern sind müde abends. Ich kann mir auch eine nettere Abendbeschäftigung vorstellen (Ebenso wie die Lehrer, die den Abend ja auch noch stofflich vorbereiten müssen). Aber mich interessiert, welche Lernziele mein Kind im nächsten Halbjahr erreichen sollte und welche Möglichkeiten ich habe, es dabei zu unterstützen. Dann kann ich auch beurteilen, welche Schule es im Anschluss besuchen sollte und abschätzen in welche Richtung sein beruflicher Weg gehen könnte. Auch wenn das Leben letztlich seinen eigenen Plan hat und das was man sich vorstellt oft genug ganz anders ausgeht.
Wenn ich als Mutter meinem Kind vermittele, dass ich das, was es täglich in der Schule zu leisten hat, nicht wichtig finde und mich weder für den Stoff noch für die Schwierigkeiten interessiere, die das Kind mit Lehrstoff, Lehrern, Mitschülern hat ... Wie kann ich dann erwarten, dass das Kind die Lehrer oder die Ausbildung für wichtig hält?
Interesse für bestimmte Themen sind zum einen abhängig von Talenten. Aber grundsätzlich kommen Kinder zunächst neugierig auf die Welt. Es sind die allerersten Jahre, wo Kinder zu einer Haltung geprägt werden die man grob aufteilen kann in: "Was machst Du denn da schon wieder, laß den Scheiß" oder "Da hast Du ja eine tolle Idee gehabt!"
Es sind definitiv die Eltern, die die Weichen stellen und dafür muss man nicht reich sein an materiellen Dingen. Kreative Kinder brauchen kein teures "pädagogisch wertvolles" Plastikspielzeug - im Gegenteil - sie langweilen sich damit. Sie brauchen Eltern, die ihre Begeisterung für ihre Entdeckungen teilen können - auch wenn es so manches Mal mit Arbeit, Nerverei oder materiellen Verlusten hinterher verbunden ist .
An unserer Grundschule fehlen Lehrkräfte weil angeblich kein Geld da ist!
Kein Geld für unsere Kinder und ihre Bildung übrig zu haben bedeutet, kein Geld für unsere zukünftige Gesellschaft, für unser wirtschaftliches überleben, für unsere Kultur, für eine soziale Gesellschaft, für unsere gesamte Zukunft bereit zu stellen. Und damit radikalen Gruppen für ihre Machtinteressen den Weg zu ebnen.
Freiwillig kommen abwechselnd verschiedene Mütter zweimal in der Woche in den Unterricht, um lernschwache Kinder zu unterstützen, damit sie die Grundschulzeit bewältigen können! Die leisten mit den Kindern das, was eigentlich die Eltern zu Hause tun müssten. Nämlich den Stoff aufarbeiten, lesen und üben. Ich lasse meine Tochter regelmäßig zu Hause kleine Texte abschreiben, weil die Kids in der Schule nur noch Zettelchen zum Ankreuzen und Ausfüllen bekommen. Wie sollen sie so schreiben lernen?
Ach, ich will mich nicht noch mehr in Einzelheiten verlieren.
Ich habe im letzten Jahr eine Dissertation für einen Lehrer erstellt. Was ich da gelesen habe - mit Fakten und Zahlen belegt - da kommt mir das kalte Grausen! Das Wort Zukunft verliert da für die Heranwachsenden jeden Sinn. Die meisten Menschen habe keine Ahnung, was da auf die nächste Generation zu kommt.
Hier kann man getrost sagen: Die Verantwortlichen (Eltern und Politiker) handeln absolut gewissen- und anstandslos und Ehre wird ihnen dafür nicht zu Teil werden.
LG Grete |
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