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BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 14:30
Zoba
 
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WohnortSüden


Hi Grete,

hast mich gründlich falsch verstanden Wink

Von einer Diskussion Abstand zu nehmen, meinte ich sicher nicht.

Stattdessen war mir dran gelegen, von den hier vielfach getroffenen "Eigendefinitionen" etwas Abstand zu gewinnen und jene Definitionen zu betrachten, die eben gerade - das Kernthema der letzten Posts - westliches/deutsches Allgemeingut sind. Damit lassen sich die hier formulierten, oft sehr subjektiven Auslegungen dieser Begriffe etwas übersichtlicher einsortieren.

Ich habe auch keine Erklärungsversuche machen wollen, sondern versucht darzustellen, daß wir hier über etwas derart Subjektives und gesellschafts- wie auch zeitenbezogenes reden, daß es eben gerade nicht möglich ist, wie zuvor angedeutet, daraus allgemeingültige Normen abzuleiten. Unsere (deutschen) Moralnormen unterscheiden sich doch bereits deutlich von den französischen beispielsweise und unsere beiden Kulturen gehören immerhin noch demselben Kulturkreis an.

Selbst wenn wir auf die biblischen Gebote/Ethik runterfahren, etwa z.B. "du sollst nicht töten", so gibts doch auch hierzu die entsprechenden Gegenbeispiele, in denen Töten entweder moralisch legitimiert wird, oder ohnehin Bestandteil der guten Sitten einer Kultur ist.

In kleinerem Rahmen ist sich zudem bereits unsere momentane Gesellschaft über bestimmte Normen von Sitte, Ehre und Anstand uneins. Was z.B. ich völlig akzeptabel unter der Maßgabe "gute Sitten" empfinde, dürfte für viele bereits den Teufel auf Erden verkünden cheezy grin Was andere wiederum für ehrvoll halten, kann ich nicht teilen. Und der nächste siehts nochmal anders.

Tatsächlich sind diese im Vorpost enthaltenen Definitionen das diametrale Gegenteil des Kernsatzes von Rosa Luxemburg, was man erst sieht, wenn man über sie den Abstand dazu hat. Hier nochmals das vollständige Zitat:

Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der 'Gerechtigkeit', sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die 'Freiheit' zum Privilegium wird

Gesellschaftliche Übereinkünfte, wie sie solche Begriffe wie "Ehre", "Sitte" und "Anstand" darstellen, wie sie in Deutschland teils sogar rechtlich definiert werden, sind genau das Gegenteil von Freiheit des Andersdenkenden.

Hierzu noch ein Beispiel:

Vor nicht allzulanger Zeit hat ein Herr Meiwes einen Herrn Brandes auf dessen Wunsch und in beiderseitigem Einverständnis erst verstümmelt, dann das abgeschnittene Körperteil gemeinsam mit diesem verzehrt, dann Brandes getötet und aufgegessen.

Ginge es rigoros nach dem Satz der Luxemburg, dann wäre daran nichts auszusetzen. Es geht bei uns jedoch nicht darum, den Andersdenkenden ihre Freiheit zu belassen, stattdessen fuhr der deutsche Staat alle Geschütze seiner Vorstellung von Moral, Anstand und guten Sitten auf und Meiwes wurde genau deshalb auch seiner Freiheit beraubt. Wobei eines klar ist, weder Meiwes noch Brandes übertraten die Freiheit von weiteren Personen. Das Ganze war eine Tat in trauter Zweisamkeit und im Einverständnis beider.

Hieran wird auch deutlich, daß der Einzelne relativ wenig Einfluß auf die Definitionen dieser Begriffe hat, selbst wenn er sich darüber Gedanken macht. Durchgesetzt wird in einer Gesellschaft das, was das Mittel derselben für richtig erachtet.

_________________
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 17:16
g.c.roth (Moderator)
 
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WohnortEmden


Hallo Zoba!
Zitat:
Hi Grete, hast mich gründlich falsch verstanden Von einer Diskussion Abstand zu nehmen, meinte ich sicher nicht
.

Das freut mich Zoba, dann hab ich Deine Worte wohl zu wörtlich genommen!

Zitat:
Stattdessen war mir dran gelegen, von den hier vielfach getroffenen "Eigendefinitionen" etwas Abstand zu gewinnen und jene Definitionen zu betrachten, die eben gerade - das Kernthema der letzten Posts - westliches/deutsches Allgemeingut sind. Damit lassen sich die hier formulierten, oft sehr subjektiven Auslegungen dieser Begriffe etwas übersichtlicher einsortieren.



Um eben die subjektiven Auslegungen ging es mir. Was versteht der Einzelne heute noch unter diesen verstaubten Begriffen. Darüber, dass man sie nicht global verallgemeinern kann bestand kein Zweifel.

Zitat:
Hieran wird auch deutlich, daß der Einzelne relativ wenig Einfluß auf die Definitionen dieser Begriffe hat, selbst wenn er sich darüber Gedanken macht. Durchgesetzt wird in einer Gesellschaft das, was das Mittel derselben für richtig erachtet.


Hier sehe ich einen Widerspruch. Wenn in einer Gesellschaft durchgesetzt wird, was sie für richtig erachtet, dann ist es um so wichtiger, dass sie sich um gesellschaftliche Werte Gedanken macht und diese auch diskutiert. Denn nur so können sich Werte wandeln. In welche Richtung auch immer.

Zitat:
Hierzu noch ein Beispiel:
Vor nicht allzulanger Zeit hat ein Herr Meiwes einen Herrn Brandes auf dessen Wunsch und in beiderseitigem Einverständnis erst verstümmelt, dann das abgeschnittene Körperteil gemeinsam mit diesem verzehrt, dann Brandes getötet und aufgegessen.


Dieses Extrem weist darauf hin, dass es Grenzbereiche gibt, wo man sich weltweit relativ einig ist: Die Mehrheit der Menschen verstümmelt und verspeist keine Menschen und in diesem Beispiel darf man sogar davon ausgehen, dass sich die Masse Mensch da einig ist.

LG Grete

_________________
Individuelle Buchcover zu fairen Preisen: http://www.satzstudio-roth.de

BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 17:45
Zoba
 
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WohnortSüden


Hallo Grete,

Zitat:
Hier sehe ich einen Widerspruch. Wenn in einer Gesellschaft durchgesetzt wird, was sie für richtig erachtet, dann ist es um so wichtiger, dass sie sich um gesellschaftliche Werte Gedanken macht und diese auch diskutiert. Denn nur so können sich Werte wandeln. In welche Richtung auch immer.


Ich habe ja auch nirgendwo gesagt, daß man sich keine Gedanken machen sollte. Und einen Widerspruch sehe ich nicht, die derzeitig in den Lexika befindlichen Definitionen, sowie deren Auslegungen im Streitfall, dürften das darstellen, was wir als Normen momentan haben.

Zitat:
Dieses Extrem weist darauf hin, dass es Grenzbereiche gibt, wo man sich weltweit relativ einig ist: Die Mehrheit der Menschen verstümmelt und verspeist keine Menschen und in diesem Beispiel darf man sogar davon ausgehen, dass sich die Masse Mensch da einig ist.


Das sehe ich nicht so.

Zuerst einmal ist dies keineswegs so bizarr oder selten, wie du denkst. Derartige Riten gibt es - heute noch - in vielen Ländern der Erde. Als Nächstes ist dies nicht einmal eine besonders seltene oder bizarre Sache, es gibt eine ganze Menge an Menschen, für die das was die beiden da im Einverständnis vollzogen haben, ein Herzenswunsch ist. Auch in unseren Landen.

Und es gibt Länder in denen Menschen, sofern sie keine Dritten miteinbeziehen oder schaden, die Freiheit haben, einverständig auch in den Freitod zu gehen, welcher Art auch immer. Westliche Länder sind auch darunter.

Hier wurde sehr scharf abgegrenzt deutlich, daß die Freiheit des bzw. der Einzelnen eben gerade nicht so weit reicht, bis zu der der anderen. Meiwes und Brandes haben keinen Dritten geschadet, Brandes war deutlich und auch nachweislich mit diesen Handlungen einverstanden, hatte sie sich schon lange gewünscht. Meiwes hatte das exakt passende umgekehrte Bedürfnis. Bestraft wurde Meiwes in meinen Augen nur, weil es die Definitionen von guter Sitte, Ehre und Anstand unserer Gesellschaft so forderten, nicht weil es einen wirklichen Grund dafür gegeben hätte.

Und um auf deinen Wunsch zurückzukommen, so beobachte ich eher eine stetig zunehmende Einschränkung des Einzelnen in unserer Gesellschaft, ganz modern besser vielleicht über Political Correctness oder Peer Pressure bezeichnet.

_________________
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 18:04
Arno Abendschön
 
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Wir haben also herausgefunden, dass es zum einen subjektive Wertvorstellungen und zum anderen gesellschaftlich sanktionierte gibt und dass beide Arten sich teils überschneiden, teils einander widersprechen können. Außerdem wandeln sie sich auch noch permanent und sind in unterschiedlichen Kulturen alles andere als deckungsgleich. Eine schöne Konfusion! Sollte man sie daher gering schätzen? Doch wohl hoffentlich nicht.

Vor allem sich selbst Rechenschaft ablegen zu können und dabei Kriterien anzuwenden, die man für sich als gültig anerkennt, scheint mir ein wesentliches Merkmal eines autonomen Individuums zu sein. Wie Zoba bin ich allerdings auch der Auffassung, dass keiner glauben sollte, seine Maßstäbe seien die schlechthin gültigen. Nur keine Feldzüge für Überzeugungen, auch keine Kreuzzüge - da wurde und wird genug Schindluder getrieben.

Allerdings: Wenn nun einer aus China, aus Russland, aus dem Iran oder Sudan oder aus den USA (z.B.) sich bei uns meldet und darüber klagt, dass er wegen einer Meinungsäußerung inhaftiert wird oder man ihm unter fadenscheinigen Begründungen sein Vermögen wegnimmt oder ihn wegen Homosexualität steinigen oder nach einer Verurteilung mit der Giftspritze hinrichten will - können wir uns dann leichten Herzens achselzuckend abwenden und auf die Variabilität von Wertvorstellungen hinweisen? Gerade aus solchen krassen Beispielen kann man eben doch die universelle Geltung eines Grundbestandes von Menschenrechten herleiten. Die Empfindung für wirklich schreiendes Unrecht und wirklich unmenschliche Behandlung ist durch die Zeiten und in allen Kulturen relativ stabil. Niemand erwartet, dass wir uns in diesen Fällen aggressiv einsetzen, aber ein deutlicher Protest, vielleicht auch nur hinter verschlossenen Türen, und ein Überprüfen von Geschäftsbeziehungen, das sollte es uns doch wert sein.

Es ist immerhin ein Unterschied, ob einer bei Rot über die Straße geht und ein Bußgeld bekommt oder ob er nach Verurteilung mit der Todesstrafe rechnen muss. Die europäischen Staaten haben sich mit nur wenigen Ausnahmen (Polen!) gegen die Todesstrafe ausgesprochen und verurteilen weltweit ihre Anwendung. Mir ist diese politisch-gesellschaftliche Ächtung sympathisch, sie deckt sich mit meiner privaten Moral. Und es gibt weitere Beispiele, Völkermord etwa.

Verfasst am:
 


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BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 18:34
Zoba
 
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WohnortSüden


Hi Arno,

da bewegen wir uns kräftig in Richtung kulturübergreifender Ethik.

Ist das aber dann noch wirklich das, was unter Ehre - Gute Sitten - Anstand usw. zu verstehen ist?

_________________
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 18:51
Arno Abendschön
 
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Hallo, Zoba,

zumindest hoffe ich es. Man muss die verstaubten Begriffe auslüften, d.h. genügend ernst nehmen und aktualisieren. Ein Suppenschüsselhorizont würde mich unbefriedigt lassen. (Übrigens war im Thema auch von Gewissen die Rede.) Ich habe ja ganz oben schon mal von dem "anständigen" Medwedjew, früher Gazprom-Chef, gesprochen. War da nicht was? Gazprom - Erdgasleitung durch die Ostsee - hoch dotierter Vertrag für einen Ex-Kanzler? Wo es Anständigkeit geben soll, darf man auch mal Unanständigkeit konstatieren.

Gruß in den Süden
Arno

BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 20:53
matthiasgerschwitz
Gast
 


Arno Abendschön hat Folgendes geschrieben:
Es ist immerhin ein Unterschied, ob einer bei Rot über die Straße geht und ein Bußgeld bekommt oder ob er nach Verurteilung mit der Todesstrafe rechnen muss.


Ich finde es prima, wenn man die Welt verändern will, aber nicht bei sich selber anfängt. Natürlich habt Ihr alle Recht - ob es der Kannibale von Rotenburg ist oder die Todesstrafe oder die Steinigung oder oder oder.

Ich finde es nur sehr bedenklich, wenn man mit dem Finger auf Andere zeigt, ohne sein eigenes Verhalten in Frage zu stellen.

Und ich bin mir sicher, dass jeder von uns (mich eingeschlossen) Beiträge liefern kann, wo gegen die einfachsten Regeln verstoßen wurde.

Leute - nicht die Anderen sind die Bösen ... Wir alle sind es... Und so lange das nicht akzeptiert wird (USA hin oder her), ist da keine Änderung machbar....

Beste Grüße
Matthias

BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 21:03
Zoba
 
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WohnortSüden


Hi,

Frage: Ist das Befolgen von Regeln oberste Bürgerpflicht?

_________________
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 21:20
matthiasgerschwitz
Gast
 


Mißtrauen ist oberste Bürgerpflicht.

Aber: Wenn schon so simple Dinge wie Ampeln nicht befolgt werden, dann wird mir angst und bange. Und das hat nichts mit Obrigkeitshörigkeit zu tun, sondern mit dem Interesse an einem gedeihlichen Zusammenleben. Aber genau das wird mit der Frage "Ist das Befolgen von Regeln oberste Bürgerpflicht" schon sehr in Frage gestellt.....

Und irgendwie decouvriert sich der Fragesteller resp. die Fragestellerin mit dieser Frage schon sehr deutlich... thumb down

Matthias

BeitragVerfasst am: 24.12.2007, 07:11
g.c.roth (Moderator)
 
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WohnortEmden


Guten Morgen
Zitat:

Frage: Ist das Befolgen von Regeln oberste Bürgerpflicht?


... und schon ist man bei der Frage:
"Kann/Will ich diese oder jene Regel mit gutem Gewissen befolgen?"
"Ist die Befolgung dieser oder jener Regel mit meiner Vorstellung von Anstand vereinbar?"
"Verletze ich mit einer Regel die Ehre (Rechte) anderer?"

Regeln die in einer Gesellschaft nach Beantwortung dieser Fragen gestellt werden, sollte man ohne weiteres Befolgen können, weil sie sowohl dem Schutz des Einzelnen als auch der gesamten Gesellschaft dienen. Allerdings nicht, ohne immer wieder vor dem Hintergrund der jeweiligen Situation neu überprüft zu werden - und zwar von jedem Einzelnen.

Die Ampelregelung sollte wohl eine der Regeln sein, die man leicht befolgen kann, weil sie eine lebensfreundliche Regel ist, die alle Beteiligten schützen soll. (Auch wenn es natürlich Beispiele für evtl. unsinnige Ampelführungen gibt).


Zitat:

Mißtrauen ist oberste Bürgerpflicht.

Ich würde das Wort Mißtrauen ersetzen durch 'Nachfragen' oder 'Hinterfragen'. Denn schon die Wortwahl entscheidet darüber, ob ein persönlicher Machtkampf entsteht oder eine offene Auseinandersetzung mit den Fakten.

LG Grete

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BeitragVerfasst am: 24.12.2007, 10:20
matthiasgerschwitz
Gast
 


g.c.roth (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Die Ampelregelung sollte wohl eine der Regeln sein, die man leicht befolgen kann, weil sie eine lebensfreundliche Regel ist, die alle Beteiligten schützen soll. (Auch wenn es natürlich Beispiele für evtl. unsinnige Ampelführungen gibt).


Hallo Grete,

das hast Du sehr schön gesagt. Ich habe das Beispiel nur angeführt, weil man tagtäglich beobachten kann, dass rote Ampeln von Fußgängern ignoriert werden. Tun dasselbe aber Autofahrer, sind es genau die o.a. Fußgänger, die sich darüber echauffieren.

Oder ein anderes Beispiel. Ich weiß nicht, inwiefern und in welcher Höhe Ihr bei der Steuererklärung schummelt, aber es hat sich ja zum gesellschaftlich sanktionierten Volkssport entwickelt. Wenn sich statistisch gesehen jeder Deutsche - vom Säugling bis zum Greise - bei seiner Steuererklärung gewollt um € 100 zu seinen Gunsten "verrechnet", entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden von € 8,2 Mrd. - dagegen nehmen sich die Schreiber/Schäuble'schen 100.000 DM und sogar die Kohl'schen Spendermillionen wie "Peanuts" aus... Allerdings regen sich darüber genau die auf, die es mit sich selbst auch nicht so genau nehmen...

Ergo: Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

Insofern verwende ich auch bewusst den Begriff "Mißtrauen": Wer am lautesten reklamiert, hat meist selbst etwas zu verbergen...

Beste Grüße
Matthias

BeitragVerfasst am: 24.12.2007, 10:46
matthiasgerschwitz
Gast
 


g.c.roth (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Allerdings nicht, ohne immer wieder vor dem Hintergrund der jeweiligen Situation neu überprüft zu werden - und zwar von jedem Einzelnen.


Liebe Grete,

soeben sah ich vor meinem geistigen Auge Millionen von Müttern jeden Abend mit ihren Kindern diskutieren, ob denn schon ins Bett zu gehen sei...

Fröhliche Abendruh!

Matthias

BeitragVerfasst am: 24.12.2007, 11:01
hwg (Moderator)
 
Anmeldedatum24.04.2007
Beiträge3818
WohnortA 8786 Rottenmann


Für mich selber gilt eine einfache Regel:
Solange ich keinen anderen Menschen
bewusst beleidige oder ihm irgendeinen
Schaden zufüge,
bin ich mit mir hinsichtlich gesellschaftlicher
Regeln im Reinen. Was
ist aber, wenn sich eine andere Person
mir gegenüber anders ver-
hält? Zum Beispiel ein oder
die Vertreter der Obrigkeit (sprich des
Staates)? Still ducken?
Da dürfte doch wohl (gewaltfreier) Wider-
stand gefragt sein, oder?
Von wegen, der Staat sind wir alle.... Rolling Eyes

BeitragVerfasst am: 24.12.2007, 11:08
g.c.roth (Moderator)
 
Anmeldedatum01.05.2007
Beiträge1573
WohnortEmden


Matthias,
kleine Kinder schlafen einfach ein, wenn sie müde sind und bei größeren sollten ein oder zwei faire Diskussionen völlig ausreichen.

Meine Ursprungsfrage war übrigens:
Welche Assoziationen habt ihr zu den Begriffen:
Anstand, Ehre und Gewissen.

Wir können aber gern nach Weihnachten noch eine Diskussion über Möglickeiten der Kinderbegleitung öffnen. Bin sofort dabei!

LG Grete

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BeitragVerfasst am: 24.12.2007, 11:11
matthiasgerschwitz
Gast
 


g.c.roth (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Diskussion über Möglichkeiten der Kinderbegleitung


Liebe Grete, da bin ich dann, da nachwuchsfrei, raus. Ich sprech auch nicht gerne wie ein Blinder von der Farbe...
Aber dieses Bild, was ich da vor Augen hatte, musste ich einfach mitteilen Smile

LG - Matthias
Anstand - Ehre - Gewissen
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