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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Textvorstellung: Poesie » Arme Fische
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Arme Fische

BeitragVerfasst am: 07.07.2008, 19:25
LOFI (Moderator)
 
Anmeldedatum29.04.2008
Beiträge2868


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Zuletzt bearbeitet von LOFI (Moderator) am 29.11.2008, 22:46, insgesamt 3-mal bearbeitet

Verfasst am:
 


Re: Arme Fische

BeitragVerfasst am: 08.07.2008, 10:07
N.L.S.S.
 
Anmeldedatum12.08.2007
Beiträge107


hey LOFI die ersten beiden versen mußte mein hirn anstrengen Very Happy aber habs geschnallt und wenn mans öfter liest gewinnt man freunde daran es zu lesen
sehr gut zweideutig geschrieben,nur der 3.vers weis nicht gefällt mir nun nicht ganz

thumb up

BeitragVerfasst am: 08.07.2008, 10:34
Birgit Fabich
 
Anmeldedatum23.10.2007
Beiträge1246
WohnortFüchtorf


schließe mich an,
die ersten beiden perlen wunderbar,
der dritte (2. Satz umstellen) stuckelt ziemlich
und dann das Finale.

Stell die heranrollende Wellen vor, dann kriegts Du das mit dem 3. Vers gut hin.
Gruß Birgit

( wie e
wäre es wenn Du aus 3+4 eine Kombination machst
z.B.
lasst die Nebel weichen
......
und die Fische laichen wieder

_________________
www.birgitfabich.de
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www.geschichtenfuer.blogspot.com

BeitragVerfasst am: 08.07.2008, 10:49
LOFI (Moderator)
 
Anmeldedatum29.04.2008
Beiträge2868


@Birgit

Da gibt es keine heranrollenden Wellen, wie du dir das vorstellst.
was stuckelt denn da?
Habe es gerade mit mit einer Germanistin besprochen und die suchte auch nach einem Stuckeln, sie würde es so lassen.

Kombination aus 3 und 4, nein, da geht was Wichtiges verloren, nämlich die Begründung für den Tauprozess, auch wenn man sie so erahnen könnte. (Ich mag unnötige Verdichtungen nicht so sehr).

Es geht ja um den Kommunikationsprozess, der eingefroren ist und durc die Wärme der Gemüter erst wieder in Gang kommt und nicht länger bedeutungslose starre Sätze darstellt.

LG

Lorenz

Verfasst am:
 


Re: Arme Fische

BeitragVerfasst am: 08.07.2008, 12:35
Alexandra_Sperling
 
Anmeldedatum30.05.2008
Beiträge167


Hi zusammen, hi Lorenz,

na, dann gebe ich auch noch meinen Senf dazu:

ich finde das Gedicht sehr ansprechend. Die Aussage kommt für mich klar rüber und passt hervorragend in die durch neue Medien immer weiter kommunikativ verarmende Zeit.

Dass da was stuckert kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil, ich finde die letzten beiden Verse durch den angedeuteten Reim (Gemüter - wieder) schön miteinander verbunden. Damit wird das Gesamtwerk rund abgeschlossen.

Einziger Kritikpunkt: Leiber und nicht Laiber Wink Aber nach x Jahren im Ausland keine große Sache, gell...

Interessieren würde mich ob "Fische" im letzten Vers absichtlich großgeschrieben sind und sonst überall klein. Wenns Absicht war würde ich es als Stilmittel interpretieren, mit dem ausgedrückt werden soll, dass was eben noch gefroren und tot vor sich hin gedümpelt hat (Kommunikation bzw. fische) jetzt erstarkt aufgrund der positiveren Ausrichtung (wärme der gemüter) und damit im letzten Vers ein großes F verdient hat (Ausblick auf weitere positive Entwicklung, weil der Autor nicht geschrieben hat "schwimmen wieder" sondern "laichen wieder". Es werden also nicht nur alte Kommunikationen belebt, es entstehen auch neue - sehr schön Smile

So viel zu meiner Interpretation Wink

Liebe Grüße,
Alex

BeitragVerfasst am: 08.07.2008, 13:41
Birgit Fabich
 
Anmeldedatum23.10.2007
Beiträge1246
WohnortFüchtorf


tja LOFI,
da ist es nun wieder, jeder hat so seine Interpretation.
Auch wenn Du Dir keine Wellen vorstellst,

kannst Du nicht sagen, da sind keine Wellen....

Wenn ich die ersten beiden Sätze lese,
rollen die Wellen ganz leicht ran,
bauen einen Kamm auf und
rollen sacht auf dem Sand aus.

Was Verdichtung angeht, magst Du Recht haben, dann würde ich den Satz umstellen, damit er wieder rollt (ich sehe es nun mal so, zumal Fisch und Wellen und Wasser auch nicht ganz weit hergeholt sind -wenigstens als ich das letzte Mal am Meer saß, war es so)
Alles hat einen Rhythmus, jede Änderung ist ein Wechsel in Inhalt und Form
Aber ich bin keine Germanistin, also ...
cheezy grin

_________________
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Re: Arme Fische

BeitragVerfasst am: 08.07.2008, 15:29
LOFI (Moderator)
 
Anmeldedatum29.04.2008
Beiträge2868


Alexandra_Sperling hat Folgendes geschrieben:

Einziger Kritikpunkt: Leiber und nicht Laiber Wink Aber nach x Jahren im Ausland keine große Sache, gell...


Wurde verbessert.

Alexandra_Sperling hat Folgendes geschrieben:

Interessieren würde mich ob "Fische" im letzten Vers absichtlich großgeschrieben sind und sonst überall klein. Wenns Absicht war würde ich es als Stilmittel interpretieren, mit dem ausgedrückt werden soll, dass was eben noch gefroren und tot vor sich hin gedümpelt hat (Kommunikation bzw. fische) jetzt erstarkt aufgrund der positiveren Ausrichtung (wärme der gemüter) und damit im letzten Vers ein großes F verdient hat (Ausblick auf weitere positive Entwicklung, weil der Autor nicht geschrieben hat "schwimmen wieder" sondern "laichen wieder". Es werden also nicht nur alte Kommunikationen belebt, es entstehen auch neue - sehr schön Smile


Welch eine interpretative Menge doch ein Kapitalbuchstabe hervorrufen kann. Stimmt, das war Absicht. fische sind erbärmlich und erfrohren und Fische eben lebendig. Ich hätte aber nicht gedacht, dass das außer mir jemand als Absicht gesehen hätte, ich wußte auch nicht, ob dieser kleine Unterschied als Stilmittel ausreichen kann. Scheinbar kann er...freu.

LG

Lorenz

BeitragVerfasst am: 09.07.2008, 19:40
Alexandra_Sperling
 
Anmeldedatum30.05.2008
Beiträge167


Hi Birgit,

Birgit Fabich hat Folgendes geschrieben:
tja LOFI,
da ist es nun wieder, jeder hat so seine Interpretation.
Auch wenn Du Dir keine Wellen vorstellst,

kannst Du nicht sagen, da sind keine Wellen....


Doch, klar kann er. Er ist der Autor, es ist sein Gedicht und insofern muss ers ja genau wissen, ob da Wellen sind oder nicht. Das ist ja der Vorteil, wenn man den Autor eines Werkes noch zu lebzeiten hat, um mit ihm zu diskutieren und ihm zu zeigen, was man selbst bzw. ein Leser in den Text rein interpretiert. Nur ist und bleibt eine Interpretakion nunmal eine solche und hat mit der Bedeutung, die der Autor angestrebt hat, unter Umständen wenig zu tun.

Beispiel:
J.W.v.Goethe schrieb in seinem schönen Werk "An Schwager Kronos" folgendes:

Code:
Seitwärts des Überdachs Schatten
Zieht dich an
Und ein Frischung verheißender Blick
Auf der Schwelle des Mädchens da.
Labe dich! – Mir auch, Mädchen,
Diesen schäumenden Trank,
Diesen frischen Gesundheitsblick! 


Im Gedicht steht schlicht "verheißender Blick... des Mädchens". Das kann nun einfach so ein Mädchen sein (Interpretation 1) oder vielleicht fährt er an einem Freudenhaus vorbei und es ist eine Nu... (darf man das hier schreiben? Wink) (Interpretation 2). Ein weiterer Leser sieht in dem Mädchen vielleicht eine Assoziation seiner daheim gebliebene Geliebte und an der Tür steht gar keiner (Interpretation 3) oder das Mädchen steht metaphorisch für was-weiß-ich-was... Jugend, Virilität oder oder oder (Interpretationen 4 bis x).

Verstehst, was ich meine? Goethe können wir leider nicht mehr fragen, was er meinte. Somit bieten seine Gedichte wunderbaren Stoff für die tollsten Interpretationen, was er wohl gemeint haben könnte. Wäre er noch unter uns könnte die Antwort eventuell ganz banal ausfallen, oder wäre komplett unerwartet - das ist ja das schöne an Gedichten toter Dichter: sie pfuschen einem nicht mehr mit "Nö, das hab ich ganz anders gemeint" rein *lach*

UND das ist das tolle an Gedichten: auch wenn man den Autor noch fragen kann und er was ganz anderes gemeint hat bleibt es dem Leser überlassen, ob er nun, wie in unserem Beispiel, Wellen sieht oder nicht. Nur wenn Lofi sagt, für ihn waren keine da, dann waren da auch keine. Deshalb kannst Du aber trotzdem welche rein interpretieren und den Vorteil genießen, zu wissen, dass es eigentlich anders gedacht war... Grundlage für tolle Diskussionen, an welchen Hinweisen es nun doch festzumachen wäre, dass da Wellen sind... nur recht hat letztendlich immer der, aus dessen Kopf das Gedicht stammt Wink

Viele Grüße,
Alex

BeitragVerfasst am: 09.07.2008, 20:58
Birgit Fabich
 
Anmeldedatum23.10.2007
Beiträge1246
WohnortFüchtorf


hallo,
bei Goethe hätte ich jetzt gedacht

es ist eine Verheißung auf Erfrischung,
aber Du kannst natürlich Recht haben,

wobei ich nicht wußte, dass es bei Gedichten ums Rechthaben geht.
Bisher dachte ich immer, es soll eine Emotion angeregt werden,

und wie die aussieht oder vielleicht sogar gar keine,
liegt ganz allein beim Leser,

sobald das Werk die Stube oder Schublade des Schreibers verlassen hat,
ist es nicht mehr 'Eigentum' und wie heißt es so schön in einem alten Lied

Die Gedanken sind frei...

cool

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