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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Textvorstellung: Poesie » Ausgewählte Gedichte... Gehe zu Seite Zurück  1, 2
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden Das Leben • Zerrinnende Zeit

herbst am ammersee

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:17
joLepies
Gast
 


herbst am ammersee

ich weiß der sommer ist gegangen
noch immer aber lebt sein bild in mir
das licht die farben sind in mir gefangen
ich spür's der sommer ist vergangen
ob ich am grün und an der wärme bin gehangen
wer fragt danach dort oder hier
ein jeder weiß der sommer ist gegangen
und dennoch lebt sein warmes bild in mir

zu meinen füßen kräuselt sich der see
im wasser spiegeln sich die bunten bäume
jetzt spür ich's und mir graust o weh
zu meinen füßen spielt verträumt der see
der herbst ist da bald kommt nun auch der schnee
erinnerung und hoffnung füllen meine träume
vor meinen augen kräuselt sich der see
ein spiegelbild der bunten bäume

Verfasst am:
 


Möbliert

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:19
joLepies
Gast
 


Möbliert

Wenn ich mal wieder vom Regen
in die Traufe gekommen bin -
die Peitsche des Lebens meinen Rücken
mit roten Striemen verziert hat,
und am Abend die Einsamkeit
mich in ihre Arme nehmen will,
dann mache ich mich noch einmal auf den Weg
und suche - das Lächeln einer Frau.

sohn-vater

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:23
joLepies
Gast
 


sohn-vater

als alter mann fand er,
sein vater sei stur.
als junge, warum so?
als alter mann sagte er:
„jetzt bin ich hart.“

als erwachsener mann
konnte er alles besser,
besser als sein vater.

als alter mann blieb er zäh.
vater, ich bin eben schlau.
als alter mann blieb er konsequent.
danke, vater.

als vater denkt er oft
wie klug sein vater war.

vorbei

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:24
joLepies
Gast
 


vorbei

sie liegt im hof des friedens
mit gräbern schön wie perlen
die blumen kommen spät
doch taubenetzt funkeln sie
wie diamanten

die tröpfchen sind ihre tränen
die sie zurückgelassen hat
die farben ihr gesicht
sie glitt gleich schönen schwänen
vorbei im gegenlicht

Verfasst am:
 


ausblick und trost

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:26
joLepies
Gast
 


ausblick und trost

deine wohnung liegt in einer tristen gegend
morgens blickst du auf rostige schienen
dann auch auf müllfahrzeuge
in reih und glied

vernichtet wird hier nichts
das glaubst du nur
es gibt keine vernichtung
nur eine verwandlung

das gibt dir trost und zuversicht
eines tages bist auch du soweit
es ist gelogen dass du dann nicht mehr bist
verwandelt ja doch du bist

der gefährte

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:27
joLepies
Gast
 


der gefährte

er schweigt und hilft mir nicht
lässt alles tun und lassen
er sieht die Pfütze
so pass doch auf zum Donnerwetter

was heißt geschieht dir recht
beachte auch die ander'n
hilft denen und dir selbst
so hilft dir Gott an jedem Tag

Was nun wenn ich nicht mag
was er verlangt von mir
dann geht er fort
und kommt nicht wieder

die große frage

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:44
joLepies
Gast
 


die große frage

wenn der sommer uns seine letzte wärme gibt
und schon der kühle hauch des herbstes
unser gesicht streift wenn die schatten
aller dinge länger werden und kalter wind
gelbe blätter hochwirbelt
müssen wir uns dann fragen
haben wir denn genug in uns aufgenommen
von der wärme
dem licht
und den farben
damit es uns über den langen winter trägt

endzeit

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:47
joLepies
Gast
 


endzeit

ich bin böse und falsch geworden
trotzdem liegst du auf mir
ich verrate dich und -
du merkst es nicht einmal

du hast mich zu lange getreten
zu lange ließ ich's gescheh'n
die wunden schließen sich
doch narben bleiben zurück

es ist aus! für immer!

fremdstämmig

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:48
joLepies
Gast
 


fremdstämmig

ihr wisst nun wer ich bin
und reicht mir eure hand
gerat' ich dann in einen abschwung
zieht ihr mich aus den scherben

bin ich gehemmt und schwach
hilft euer lächeln meinem mut
dann schreit ich weiter aus
die nachwelt wartet schon

ihr wisst nun wer ich bin
geworden schnell durch eure lösung
es musste laufen wie es kam
denn alle sind wir gleich

gespurtes antlitz

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:50
joLepies
Gast
 


gespurtes antlitz

das leben schürft spuren
in unser gesicht
mit jedem
datum mehr
und klafterrief

das auge macht es aus
die seel' empfindet pein
der künstler Arzt
liftet es weg
auch schon bei männern

nichts geht mehr

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:52
joLepies
Gast
 


nichts geht mehr

alles ruht und nichts bewegt sich
das ohr hört jedes wort
dies stürzt in mich hinein
und liegt dort immerfort

die sterne blinken in der nacht
ihr licht ist klein doch stetig
auch wenn der nächste morgen
sie überstrahlt für stunden

alles ruht und ist konstant
wie der himmel sich auch dreht
und das leben schnell vergeht
und der tod auf ewig bleibt

liebst du ihn nicht mehr

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:53
joLepies
Gast
 


liebst du ihn nicht mehr

die rosen die der Bote dir brachte
waren sehr schön - oh ja
du stelltest sie in die große
Kristallvase neben sein bild

später beim staubwischen
fiel sie dir zu boden
zerstörte blüten spitze scherben

machte dich das nicht stutzig

ruin

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:55
joLepies
Gast
 


ruin

verloren habe
ich dein Gesicht
ich kann es
nicht mehr berühren

verloren auch
deine Zärtlichkeit
und deine Worte
die mir mut machten

mir fehlen
deine Lippen
dein scheuer Kuss
das alles vermisse ich

mein einziges Glück
es war kein traum
als ich dich noch
in den Armen hielt

nur jetzt
lebe ich
vom
eingemachten

ursprung

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:56
joLepies
Gast
 


ursprung

ich bin wieder zur Hand
muss mich ihm hingeben
sein sein ist prall gefüllt
das zieht mich an
ich ahne neuen mut
weil sich noch was bewegt

aber später
wurde alles fahl reglos
da ging ich wieder fort
wie er entschläft
seine flamme erlischt
die menschen sind ihm schnurz

nun ist er entseelt
ich sage lebewohl
und bleibe unbegrenzt
bei ihm
helfe mit
ihn wieder aufzubauen den ursprung

Ausgewählte Gedichte...

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:57
joLepies
Gast
 


wie 's läuft, so rauscht 's vorbei

du musst es nicht wiegen
dein los
es schaukelt dich
es erhebt ein Geschrei nach dir
jetzt lass dich auch lotsen

die führung ist rätsel
die sterne sind stumm
die not ist echo
herzleid der felsen
kein tröster weit und breit

die dauer ist endlich
keine zeitlosigkeit
mit ihr auch ich
und meine ehrensache
da sind sie die hohen jahre

eine autorität in mir
wird 's justieren
wie lang ist fraglich
noch keine unvergänglichkeit
ich seh' sie schon als hellen strahl
Ausgewählte Gedichte...
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