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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Textvorstellung: Poesie » Ausgewählte Gedichte... Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden Das Leben • Zerrinnende Zeit

auwalds tod

BeitragVerfasst am: 08.06.2007, 17:34
joLepies
Gast
 


auwalds tod

auwald
tausende Jahre alt
sumpf urwald
ein anlieger
des großen
stromes

der mensch
entwarf ein konzept
und baute
straßen häuser
bis an den saum
des flusses

der konnte
eines tages
die schmelze nicht
mehr fassen
dann stand der mensch
in seinen wassern

den strom
störte kein fluchen
er wuchs
und schrumpfte wieder
wie öfter schon
der auwald hatte es gewusst

Verfasst am:
 


der große sturz

BeitragVerfasst am: 08.06.2007, 17:35
joLepies
Gast
 


der große sturz

es braucht ein bett und wallt dahin
mal cool und auch mal schnellend
und widerständen weicht es aus
im großen oder kleinen bogen.

das ufer ist mal grün mal kahl
nichts stoppt den Gang des stromes
auch wenn das bett ein nadelöhr
nur schneller läuft dann alles.

allein der fall ist bald erreicht
dann stürzt das leben in die tiefe
das donnern ist die letzte blase
und nebelschleier nimmt die sicht.

Die Zeit zwischen Sommer und Winter

BeitragVerfasst am: 08.06.2007, 17:36
joLepies
Gast
 


Die Zeit zwischen Sommer und Winter

Die bunten Blätter wirbeln stumm
in die offenen Arme der Erde,
während nasser Nebel
Mensch und Tier schon frieren lässt.

Die Erinnerungen kommen,
rasten und fliegen wieder davon.
Zurück lassen sie einen leeren Kopf
und Dunkelheit die das Licht verschluckt.

Der kalte Wind biegt kahle Zweige.
Bäume und Büsche sind gleichermaßen entblößt.
Blicke gehen durch sie hindurch bis zum Horizont.
Das alles ist der Herbst.

erdendasein

BeitragVerfasst am: 08.06.2007, 17:37
joLepies
Gast
 


erdendasein

du wirst sterben, um zu vererben.
du arbeitest - willst was leisten.
du hasst!
kannst hass verbreiten!

du erwartest unglück,
es wird kommen.
ganz gewiss!
oft lachst du gegen den wind.
dein lachen will er nicht vermissen.

du kommst aus der hölle,
willst aber in den himmel.
niemand weiß warum,
wie dumm!

du wirst sterben, um zu vererben.
du arbeitest - willst was leisten.
du hasst!
kannst hass verbreiten!

Verfasst am:
 


führung

BeitragVerfasst am: 08.06.2007, 17:38
joLepies
Gast
 


führung

du stehst still wie blind
wie geht es weiter
es geht

doch wer führt
der innere
blindenhund

ein führer
der nichts
lernen musste

sag ihm dein Ziel
und du
wirst es erreichen

glück mit dir

BeitragVerfasst am: 08.06.2007, 17:39
joLepies
Gast
 


glück mit dir

oft brauche ich nicht mehr
als den goldenen glanz
der sinkenden sonne
die kühle des abends
nach einem heißen tag

den abendgesang einer amsel
und das sanfte spiel der
wellen zu meinen füßen
aber immer dich
um glücklich zu sein

nur wandel ist sicher

BeitragVerfasst am: 08.06.2007, 17:40
joLepies
Gast
 


nur wandel ist sicher

die zukunft malte den sommer in ihr gesicht
wie wärme und glanz
das waren die frohen gedanken

aber auch negatives formten ihr antlitz
große fragezeichen
symbole mancher rätsel

dann verwandelte sich helles sonnenlicht
in kärgliches des spätsommers
wandel würde immer sein

schweres wetter

BeitragVerfasst am: 08.06.2007, 17:47
joLepies
Gast
 


schweres wetter

wild fegt der Sturm durch alle Zweige
ich klamm're an dem großen stamm
der hält und schützt wie eine steige
du aber bist das beiprogramm

die schwarzen wolken über mir
sind deine bösen worte
kein sonnenstrahl fällt her zu mir
dein grollen kommt in forte

und wenn das wetter besser wird
dann gehst du gleich zu ihr
ich klamm're trotzdem noch den stamm
gibt schutz mir allzeit hier

versäumt

BeitragVerfasst am: 08.06.2007, 17:48
joLepies
Gast
 


versäumt

oft hat die liebe an
deine tür geklopft
umsonst
du wolltest keine
verantwortung tragen

jetzt aber klopft das alter
du wirst öffnen
weil du musst

und wenn du dann in
den spiegel schaust
trifft dich der blick
zweier glanzloser augen

... weil du keine
erinnerung hast

alles dortselbst

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:07
joLepies
Gast
 


alles dortselbst

habe eine heimat
in ihr eine suite
meine zuversicht ist unendlich
habe den besten beistand
meine augen sehen die ankunft
werde gehätschelt
drum bin ich begünstigt
deshalb auf dem Damm

das liebe haus

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:10
joLepies
Gast
 


das liebe haus

heute will ich's wissen
also füllte er seine taschen
und ging hin

er wählte seine illusion
doch die war trügerisch
wie wolkenbänke die nicht tragen

verloren die illusionen
gestorbene hoffnung
und alle taschen leer

Der Tod ist schön - weil bunt

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:11
joLepies
Gast
 


Der Tod ist schön - weil bunt


Zuerst werden die Blätter rot, gelb und braun. Dann sterben sie endgültig und lassen sich wirbelnd in die offenen Arme der Erde fallen. Nahrung für diese.

Aber auch die Nebel vergessen ihre Zeit nicht. Sie machen Mensch und Tier frösteln. Mit der klammen Kälte kommen dann zugleich Schwarze Gedanken. Sie bleiben aber nicht ewig. Noch andere Schauplätze gilt es zu „beglücken“.

Genauso kommt der Wind seinen Pflichten nach. Er strolcht durch die Zweige der Bäume und Büsche. Diese sind nun eh durchsichtig. Bis zum Horizont. Dem taubengrauen Versteck der Sonne.

Und schon wieder werden Gedanken überwältigt. Ähnlich der Blätter, werden sie gewirbelt durch Zeit und Raum.
„Ich bin jetzt da. Mein Name ist Herbst ...“, spürt jede, jeder und alles.

Auch den Himmel treibt die Schwermut um. Und plötzlich schwemmen seine Tränen jedes Staubkorn von Dächern, Wänden, Straßen, Wegen und Brücken.

Dann weint das Firmament so bitterlich, dass sein Schmerz auch die leeren Flussläufe füllt. Das ist der Abschnitt, in der sich die warme Jahreszeit zur Ruhe legt. Kann jetzt monatelang vom satten Grün kommender Zeiten träumen.

Jedes Tier, jeder Mensch, jeder Wald und jede Flur wissen um diesen ewigen Kreislauf. Und fügen sich.

Nur wer sich anpasst wird überleben. Klagen werden von den stürmischen Winden davon getragen. Und der kalte, trübe Schein der Sonne kann kaum noch wärmen.

ein laster ohne räder

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:13
joLepies
Gast
 


ein laster ohne räder

neid ist gelb, doch keine blume
sein gewicht erdrückend schwer
leider ist er keine Muhme
neid ist gelb, doch keine blume
menschen sind wie eine krume
fühl'n die last überallher
neid ist gelb, doch keine blume
sein gewicht erdrückend schwer

fremdes tun und fremdes lassen
zwingt zum hinschau'n sie
können's einfach nicht erfassen
fremdes tun und fremdes lassen
sie versuchen es zu fassen
halten sich für ein genie
fremdes tun und fremdes lassen
zwingt zum hinschau'n sie

langweile heißt der fang
nie kann neid ein ende finden
trotzdem wagen sie den gang
langweile heißt der fang
stetes wachsein ist gefragt
ungeheuer groß das schinden
langeweile heißt der fang
nie kann neid ein ende finden

ersatz für ...

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:15
joLepies
Gast
 


ersatz für ...

als er ihr immer
weniger liebe gab
begann sie zu frieren
verzweifelt suchte
sie nach wärme

doch seine angebote
waren dünn und löchrig
so war sie nur noch gänsehaut
da wollte sie nicht
nicht länger mehr

den kalten Wind
auf ihrer Haut spüren
seitdem gab sie viel geld aus
für äußerlichkeiten
banalitäten - sein geld

gefühle

BeitragVerfasst am: 10.06.2007, 10:16
joLepies
Gast
 


gefühle

zwecklos:
dich hassen zu können
ohne die zu lieben
die dich freigegeben hat
jetzt - endlich

zwecklos:
dich hassen zu können
ohne zu merken
dass ich schon
lange Witwe bin
Ausgewählte Gedichte...
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