| Cornelia |
|
 |
| |
| Anmeldedatum | 22.06.2008 | | Beiträge | 303 | | Wohnort | Bielefeld |
|
|
|
 |
 |
 |
|
Titel: Battys Reise von Bielefeld nach Amsterdam
Autor: Cornelia Aistermann
Verlag: BoD Norderstedt
ISBN: 9783837016291
Seiten: 136, davon 14 mit Fotos
Preis: 11,90
Der Autor über das Buch:
Der Untertitel des Buches lautet: Ein Reiseführer nicht nur für kleine Fledermäuse.
Der Geschichte von Batty wurde ein Sprichwort von einem unbekannten Verfasser vorweg gestellt, das mir sehr gut gefällt, als Motto von mir und 'Batty': Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!
Als Grundlage für die Reisegeschichte von Batty dienten unter anderem Informationen aus Reiseführern, den Büchern von und über Anne Frank und die eigenen Erfahrungen bei der Stadterkundung.
Besonders fasziniert haben mich schon immer die teilweise heiteren, merkwürdigen und geheimnisvollen, teilweise ernsten und bewegenden Geschichten zu den Sehenswürdigkeiten, die in der Informationsflut der Reiseführer oft untergehen.
Die Tiere in dem Buch können sich mit Skulpturen und Figuren unterhalten, da in diesen immer ein kleines Stückchen Seele von demjenigen steckt, den sie darstellen. So ist es ihnen möglich viele interessante Dinge zu erfahren, die beim bloßen Betrachten verborgen bleiben.
Es ist auch ein Buch über Freundschaft und Verständigung über Ländergrenzen hinweg.
Das Buch wendet sich an kleine und große Reiselustige und eignet sich zum Lesen und Vorlesen.
Der Reiseführer kann als Informationsquelle für eine Reise nach Amsterdam dienen, da man die beschriebenen Sehenswürdigkeiten abgehen und besichtigen kann. Er kann aber auch genutzt werden, um Amsterdam vom Sofa aus zu erkunden bzw. frühere Reiseerlebnisse
aufzufrischen, die Hauptstadt der Niederlande einfach mal näher kennen zu lernen oder um etwas aus der europäischen Geschichte, Mythologie, Kunst usw. zu erfahren.
Klappentext:
Batty, eine kleine Zwergfledermaus aus Bielefeld, hat die Reiselust gepackt.
Sie reist nach Amsterdam und erkundet mit der holländischen Maus Kaas die Stadt.
Einige Sehenswürdigkeiten wie der Hauptbahnhof, der Königliche Palast, eine Geheimkirche, das Anne-Frank-Haus und viele mehr werden vorgestellt.
Die teilweise heiteren und merkwürdigen, teilweise ernsten Geschichten dahinter und wissenswerte Dinge dazu werden erzählt.
Eine Grachtenrundfahrt darf natürlich nicht fehlen. Mit der Ratte Ratz wird diese zu einem lustigen Erlebnis.
Fotos zeigen die wichtigsten SEhenswürdigkeiten.
Neben Amsterdam lernt man auch noch Bielefeld etwas kennen. Und immer wieder zeigt sich: Bielefeld und seine Umgebung sind gar nicht soweit entfernt von Amsterdam.
Inhalt:
Leseprobe:
1. Batty in Bielefeld
Diese Geschichte hat ihren Anfang in Bielefeld.
Für alle, die Bielefeld nicht kennen, wird diese freundliche
Stadt am Teutoburger Wald erst einmal kurz vorgestellt.
Ja, „Bielefeld, die freundliche Stadt am Teutoburger Wald“, so
lautet der Wahlspruch der Stadt.
Manche sprechen etwas boshaft von der „freundlichen
Baustelle am Teutoburger Wald“, weil sie bei ihrer Fahrt
dorthin oder innerhalb der Stadt von kleineren oder größeren
Baustellen behindert werden.
Es gibt Leute, die sagen, Bielefeld sei eine Großstadt.
Immerhin ist sie die größte Stadt in Ostwestfalen. Andere
belächeln Bielefeld als Provinz, meinen gar, die Stadt sei zu
ländlich oder sogar rückständig. Viele mögen Bielefeld oder
zumindest die leckeren Puddings, Kuchen oder Pizzen mit dem
Doktortitel, die man überall im Land kaufen kann und die von
hier stammen.
Bielefeld bzw. ein Stück davon ist somit in aller Munde oder
zumindest im wahrsten Sinne in sehr vielen Mündern gewesen.
In Bielefeld leben zur Zeit nicht ganz 330 000 Menschen,
genauer gesagt 328 000 plus / minus ein paar mehr oder
weniger, etwa 11 000 Hunde, jedenfalls sind so viele offiziell
gemeldet, unzählige Katzen, noch viel mehr Vögel und einige
Fledermäuse. Von denen haben sich zwölf verschiedene Arten
einen ganz besonderen Wohnort ausgesucht, nämlich die
Sparrenburg, das Wahrzeichen der Stadt.
Hier wohnt auch Batty. Batty ist die Hauptperson der folgenden
Geschichte, sozusagen die kleine Heldin. Sie ist nicht so groß
wie der berühmte Batman, hat aber schon viel erlebt und weiß
viel zu berichten. Außerdem ist sie keine Comicfigur, sondern
eine kleine Zwergfledermaus. Wie bereits erwähnt, lebt Batty
mit ihrer Zwergfledermausfamilie auf der Sparrenburg.
Von der Sparrenburg aus hat man einen wunderschönen Blick
über die Bielefelder Innenstadt. Bei schönem Wetter ist auf der
Burg tagsüber eine Menge los.
Besonders an einem Wochenende im Juli, wenn das
Sparrenburgfest stattfindet. Dann ist dort richtig Trubel.
Der Große Kurfürst, dessen Skulptur im Innenhof der Burg
steht, hat Batty erzählt, dass er diese Tage besonders mag, da
dann eine Menge wie früher sei, in der guten alten Zeit. Batty
ist auch schon mal aufgestanden bzw. hat sich von ihrem
Schlafbalken aufgerichtet und nachgeschaut, was so los ist bei
dem Fest. Ihre Fledermauseltern durften dies nicht wissen,
sonst hätten sie sich Sorgen gemacht. Zum Glück trugen sie an
diesen lauten Tagen Ohrstöpsel, um überhaupt etwas ruhen zu
können. Deswegen hatten sie Batty nicht bemerkt. Diese sah,
dass einige der versammelten Menschen in merkwürdigen
Kleidern herumliefen und auch ganz ungewohnt sprachen. Der
Große Kurfürst hat ihr später in der Nacht erklärt, dass gerade
dies für ihn das Schönste sei. Es sei eben wie früher, als er
noch nicht als Skulptur im Innenhof fest stand, sondern als
Mensch aus Fleisch und Blut auf der Sparrenburg wandelte.
Dabei wird beim Sparrenburgfest gar nicht die Zeit des
Kurfürsten begangen. Es ist nämlich ein Mittelaltermarkt, der
Kurfürst hat aber erst später, und zwar von 1792 bis 1850
gelebt.
Nun sollte zuerst erklärt werden, warum Batty mit dem
Denkmal des Kurfürsten sprechen kann. An dieser Stelle wird
darum ein großes Geheimnis gelüftet.
Fledermäuse und auch andere Tiere haben nämlich sehr feine
Sinne. Sie können sich mit steinernen, hölzernen oder sonst
wie gefertigten Figuren unterhalten, da in diesen immer ein
kleines Stückchen Seele von demjenigen steckt, den sie
darstellen. Der siebte Sinn der Tiere ist also viel mehr
ausgeprägt, als die Menschen sich dies vorstellen können. Der
Mensch hat diese Fähigkeit leider verloren. Er nutzt sie schon
so lange nicht mehr, dass sie ihm abhanden gekommen ist. Na
ja, es fehlt wohl auch der Glaube daran, dass auch unbelebte
Dinge beseelt sein können. Dies gilt übrigens auch für
Stofftiere und Puppen. Kleine Kinder haben diese Fähigkeiten,
sie spielen und sprechen mit ihren lieben Spielzeugen.
Batty mag es, sich mit den Figuren und Skulpturen zu
unterhalten. Sie haben nämlich immer viel erlebt und wissen
einiges aus früheren Zeiten zu berichten. Besonders gerne
spricht Batty mit dem Großen Kurfürsten, aber auch mit dem
Leineweber in der Altstadt. Der Denker vor der Kunsthalle hat
ebenso viel zu erzählen, er grübelt aber oft nur vor sich hin.
Tierische Geschichten hingegen wissen der Elch im Bürgerpark
und das Schwein in Brackwede, einem Stadtteil von Bielefeld,
zu erzählen. Diese Geschichten sind, wie so viele
Tiergeschichten in der Welt, mal lustig, mal auch sehr traurig.
Batty hat auf einem ihrer Rundflüge gesehen, dass ein Mann
einen kleinen Hund an einer Leine hinter sich her zerrte und
dann auch schlug. Die Frau, die bei ihm war, sagte, dass der
Mann damit aufhören soll, da der Kleine doch auch Gefühle
hat. Daraufhin lachte der Mann abschätzig und meinte, dass ein
Tier nicht denken kann, keinen Geist und keine Seele hätte.
Wenn der wüsste!
Wenn Tiere wirklich keine Seele hätten, dann wären die
Tierdenkmäler und -figuren nicht beseelt. Aber Batty konnte
sich mit ihnen unterhalten. Daher stand eindeutig fest, dass
jedes Tier eine Seele hat. Dass sie als Tier denken kann, wusste
Batty nun wirklich selbst ganz genau. Batty verstand nicht,
warum viele Menschen dies anzweifelten. Die Menschen selbst
sind doch auch nur eine Art „Säugetier“. Das hatte Batty von
den ausgestopften Tieren im Naturkundemuseum erfahren, die
sich gut mit der Biologie auskannten. Schließlich hatten diese
schon viele biologische und naturkundliche Ausstellungen und
Vorträge begleitet.
Nicht nur mit den eigentlich toten Tieren unterhielt sich Batty
gerne, sondern auch mit den vielen lebendigen Tieren in der
Stadt. Nur nicht mit den lebendigen Menschen, vor denen hatte
sie Angst. Man konnte schließlich nie wissen, ob sie nach
einem schlugen, wie der Mann seinen Hund. Sicher ist sicher,
lieber Abstand halten! Aber aus sicherer Entfernung belauschte
Batty gerne die Menschen, wenn sie sich unterhielten.
Besonders viele Geschichten wissen auch die Tiere im Tierpark
Olderdissen oder, wie es für eine Bielefelder Fledermaus auch
heißt, in „Ollerdissen“.
Batty hörte nicht nur gerne Geschichten von früher, sondern
auch aus fernen Ländern. So hatte sie sich vorgenommen selbst
auf Reisen zu gehen bzw. zu fliegen, um die Welt
kennenzulernen.
Sie hatte schon erfahren, dass man vom Bielefelder
Hauptbahnhof so manches Ziel erreichen konnte. Oft genug
hatte sie Menschen zugehört, dass sie von Köln/ Bonn,
Düsseldorf, Hannover, Dortmund oder Paderborn in die weiter
entfernten Orte und fremde Länder verreisten. Man kann auch
direkt mit der Eisenbahn in fremde Länder fahren. Außerdem
gibt es auf dem Bahnhofsvorplatz verschiedene Busse, die ins
Ausland fahren, zum Beispiel nach Polen.
Ja, die kleine Fledermaus Batty hatte Fernweh, und eines Tages
oder eigentlich eines Abends, als sie gerade aufgewacht war,
stand für sie fest: Nun würde sie fremde Städte erkunden. Der
Entschluss war gefasst und niemand konnte mehr daran rütteln.
Batty war schließlich schon alt genug. Jetzt musste nur noch
ein Ziel ausgesucht werden.
Es war gar nicht so einfach.
Dann wurde Batty die Entscheidung an einem frühen Abend
vor Einbruch der Dämmerung abgenommen, da sich eine recht
komfortable Mitreisemöglichkeit für sie ergab. Auf dem
Burgparkplatz stand ein Autogespann, die Menschen nannten
es „Auto mit Wohnwagen“. So viel wusste Batty bereits. Es
hatte gelbe Nummernschilder und die Menschen, die etwas
abseits davorstanden, verabschiedeten sich voneinander. Das
eine Paar sprach etwas merkwürdig. Sie sprachen Deutsch,
aber eben etwas anders. Sie unterhielten sich über ihr Zuhause,
über Amsterdam, die Hauptstadt der Niederlande. Sie sprachen
von den schönen Grachten, den kleinen gemütlichen Häusern
und luden das andere Paar ein, sie dort doch einmal zu
besuchen. Es sei auch gar nicht weit, nicht einmal 300
Kilometer, und mit dem Auto sei Amsterdam schnell zu
erreichen. Dann stimmten alle lachend ein Lied über Tulpen an,
das sehr fröhlich klang. Was Batty so hörte, gefiel ihr gut,
daher nahm die Fledermaus die Einladung direkt an. Schnell
flog sie zu ihren Eltern und nannte ihnen ihr Reiseziel. Dann
hängte sie sich an eine Verstrebung unter dem Wohnwagen, der
nun für ihre Fahrt ein perfekter „Schlafwagen“ war, da sie sich
bequem hinhängen und sogar schlafen konnte. Nur wenn der
Wagen Schlaglöcher erwischte, wurde sie unsanft geweckt. Die
meiste Zeit ging es aber in sehr gleichmäßiger Fahrt über eine
lange, breite Straße. Als der Wagen einmal hielt, schlüpfte
Batty hervor und sah an der breiten Straße ein großes blaues
Schild, das anzeigte, dass sie wirklich Richtung Amsterdam
unterwegs war. |
|