 | Bilder des Schreckens |  |
Verfasst am: 04.02.2008, 22:27 |
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| Leilah |
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| Anmeldedatum | 15.10.2007 | | Beiträge | 175 | | Wohnort | Kassel |
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Hallo Ihr Lieben,
ich habe die Berichterstattung über den Brand in Ludwigshafen verfolgt und muss mir - auch wenn es hier nicht so hineinpasst - einfach mal was von der Seele schreiben: Solche Bilder, vor allem jenes mit dem Baby, das aus dem dritten Stock geworfen werden musste, brennen sich ganz tief ein.
Ich weiß nicht, ob es Euch ebenso geht, aber ich trage das lange mit mir herum. Überhaupt: All diese Bilder des Schreckens aus der ganzen Welt, die man durch die modernen Medien erst zu sehen bekommt, belasten mich ziemlich. Ich frage mich, was diese Flut von negativen Eindrücken mit uns allen macht. Werden wir aufmerksamer, kritischer oder nur abgestumpfter?
Was bin ich froh, dass ich nicht mehr als Redakteurin arbeite und ich so etwas nicht mehr hautnah erleben und kommentieren muss!!
Sorry, aber ich musste das einfach mal sagen.
Liebe Grüße an Euch alle
Leilah |
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_________________ HörBuchKunst - Filmmusik - Prosa und Lyrik: Lauschen, schauen, staunen unter www.leilah-lilienruh.de! |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 04.02.2008, 23:04 |
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| Verwirrtenhelfer |
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| Anmeldedatum | 29.08.2007 | | Beiträge | 22 | | Wohnort | Malente |
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Hallo Leilah,
Dir jetzt darauf umfangreich zu Antworten, wäre mir in einem öffentlichen Forum zu persönlich. Ein bisschen aber kann ich es tun.
Ich selbst arbeite seit Jahren im Gesundheitswesen.
Auch seit längerem schon im Hospizbereich. Anfangs ehrenamtlich, heute u.a. im Casemanagement eines Palliativ-Krankenhauses.
Wir machen also da etwas, wenn eigentlich nichts mehr zu machen ist.
Jung und alt.
Was soll ich Dir sagen. Ich hoffe nicht, dass ich wirklich abstumpfe... nur so eine kleine Barriere für mich behalte. Zuviele Sterbende.....vielleicht daher. Das lässt mich meine Arbeit weiter machen. Weiterfunktionieren, für die, die noch etwas davon haben. Ein bisschen nur noch davon haben.... .
Wenn ich solche Bilder dann "nur" im Fernsehen sehe....berührt es mich ehrlich gesagt nicht mehr so sehr. Ich schaue sehr sehr wenig Fernsehen. Nachrichten, ja. Aber es ist halt dann so, dass ich nicht erlaube, dass es zu nahe an mich herankommt. Und weil ich ausserhalb des Fernsehens mit "Schicksalen" zu tun habe...hm...da schmerzen mich die "virtuellen" nicht so sehr.
Immer nur leben....das ist es....was die Menschen bis zum Schluss wollen....immer nur leben.... . Aber es ist nunmal nicht von Dauer. Und manchmal...ist das Ende unnatürlich. Dann fällt es besonders schwer,
dazubleiben. Sich nicht wegzudrehen. Nicht dem "Fluchtimpuls" zu folgen.
Und besonders schwer, nicht abzustumpfen. Stirbt wer, stirbt mein Mitmensch. Das darf mich dauern, darf mich berühren. Es ist Ausdruck meines Menschseins. Es muss nur auch eine Grenze geben. Und ein Ventil. Ein Posting in einem Forum kann ein solches sein.
Lass uns hinsehen. Lass uns niemals Mitleid haben, aber echtes Mitgefühl.
Ich stumpfe nicht ab. Niemals.
Ich werd nur müde. Aber das hat Zeit.
Alles Gute.
vh
sorry ans Forum, für das offtopic-Posting (was das eigentliche Thema des Forums angeht). |
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Verfasst am: 04.02.2008, 23:31 |
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| julia07 |
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| Anmeldedatum | 22.05.2007 | | Beiträge | 1201 | | Wohnort | 87700 Memmingen |
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Obwohl ich nicht der Meinung bin, dass ich alles vorgeführt bekommen muss, was es so an Unglücken, Schandtaten und grauenvollem Unrecht auf unserem gesamten Erdball so gibt, hat mich der "Fall Ludwigshafen" sehr berührt.
Die Geistesgegenwart und Selbstlosigkeit der Eltern, ihre Kinder aus dem Fenster zu werfen, damit sie wenigstens eine Chance zum Überleben haben, ist bewundernswert und flößt mir Respekt ein!
Abgesehen von diesem menschlichen Drama, macht mich die Tatsache, dass dieses verheerende Feuer derart schnell hat um sich greifen können, sehr, sehr nachdenklich.
Im Klartext ist das eine Art Armutszeugnis für unser Brandschutzsystem. Was nutzen all die tollen Gesetze und Vorschriften (wie in diesem Fall wenigstens der Brandschutz), wenn anschließend keiner da ist, der wirkungsvoll deren Einhaltung kontrolliert?
Man kann nur ahnen, wie es in den Fluren und Treppenhäusern dieses Mehrfamilienhauses wohl ausgesehen haben mag...
LG,
Julia |
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Verfasst am: 04.02.2008, 23:54 |
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| julia07 |
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| Anmeldedatum | 22.05.2007 | | Beiträge | 1201 | | Wohnort | 87700 Memmingen |
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Hallo VH,
| Verwirrtenhelfer hat Folgendes geschrieben: | | ... u.a. im Casemanagement eines Palliativ-Krankenhauses. Wir machen also da etwas, wenn eigentlich nichts mehr zu machen ist... |
Da muss ich aber doch mal intervenieren, sonst kriegt hier vielleicht noch jemand ein ganz falsches Bild von Case management, denn das hat ja schließlich nicht nur etwas mit Tod (bzw. Palliativmedizin) zu tun.
Case ist "Fall" und das kann auch ein amputierter Oberschenkel sein, der einen Menschen zwar dazu zwingt die Lebensweise neu zu "managen", aber der Tod ist da noch sehr weit weg...
LG, Julia |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 04.02.2008, 23:59 |
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| Leilah |
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| Anmeldedatum | 15.10.2007 | | Beiträge | 175 | | Wohnort | Kassel |
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@vh: Ich habe die größte Hochachtung vor der Arbeit, die Du leistest und vor der dahinter stehenden Lebenseinstellung! Das ist jetzt nicht nur so daher geredet, weil' s gut klingt.
Dein Beitrag bewegt mich sehr, denn er fasst das Unfassbare für mich beeindruckend gut in Worte. Ich kann Dir in Deinen Ausführungen nur zustimmen, muss aber gestehen, dass ich zu den Menschen gehöre, die innerlich genau diesen von Dir beschriebenen "Fluchtinstinkt" sehr stark spüren, wenn ich auch dem Impuls im Notfall nicht folge, sondern tue, was immer ich kann.
Bei der Flut an erschütternden Medienberichten aus aller Welt, gemischt mit fiktiven Filmen und halb-gestellten Pseudo-Sozial-Soaps geht mir nur immer öfter durch den Kopf, dass wir Menschen emotional von all dem vermutlich total überfordert sind. Ich überlege mir manchmal, dass die Leute vor der Erfindung von Fernsehen und Rundfunk doch von vielen Nachrichten "verschont" geblieben sind und sich vielleicht mehr um die Belange ihres Umfeldes gekümmert haben.
Es stellt sich die Frage: Wieviel Information brauchen wir (zur Allgemeinbildung oder um politisch nicht dumm gehalten zu werden) und was ist zuviel fürs Gemüt?
@Julia: Da kann ich auch nur zustimmen! Wenn ich mir anschaue, wie streng die Brandschutzbestimmungen (aus gutem Grund) bei jedem kleinen Eigenheimbesitzer genommen werden...
Wo waren in diesem Haus die Feuerlöscher, Feuermelder, Außenleitern etc.? Der, dem dieses Gebäude gehört, hat wahrscheinlich sogar einen Feuerlöscher im Auto. |
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Verfasst am: 05.02.2008, 00:01 |
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| Verwirrtenhelfer |
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| Anmeldedatum | 29.08.2007 | | Beiträge | 22 | | Wohnort | Malente |
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Hallo Julia,
da der Begriff im Zusammenhang mit Palliativkrankenhaus genannt wurde, bedurfte es dieser Anmerkung wohl kaum. Oder wolltest du nur ein bisschen mit "Wissen" glänzen? Verstehe nicht, was sowas soll? Trägt nichts, aber auch gar nichts zum Topic bei.... .
vh |
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Verfasst am: 05.02.2008, 00:02 |
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| julia07 |
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| Anmeldedatum | 22.05.2007 | | Beiträge | 1201 | | Wohnort | 87700 Memmingen |
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Verfasst am: 05.02.2008, 01:07 |
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| El Creeco |
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| Anmeldedatum | 08.01.2008 | | Beiträge | 82 | | Wohnort | nähe Frankfurt |
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Hallo,
ich habe mir die Bilder eben angesehen und muss sagen, es ist wirklich verheerend. Schlimm, dass so etwas immer wieder passieren muss.
Mein Mitgefühl gilt den Familien, die einen oder mehrere Angehörige verloren haben.
Meiner Ansicht nach sollte man niemals "abstumpfen". Mitgefühl mit anderen Menschen und auch Tieren schadet niemandem. Man muss abschalten können, jedoch nicht das Mitgefühl mit anderen Wesen verlieren. Sonst wird man eines Tages kalt. Ich habe lange Zeit auf der Sozialstation gearbeitet und kann sagen, dass diejenigen, die laut ihrer eigenen Aussage "abgestumpf" waren, teilweise entsetzlich mit den alten und hilflosen Menschen umgegangen sind. Ich kann so etwas nicht verstehen. Je länger ich diese Arbeit gemacht habe, um so mehr haben mich die Schicksale dieser Menschen berührt. Die zunehmende Abstumpfung ist meiner Ansicht nach ein großes Problem in der "modernen" Gesellschaft, die immer mehr dazu neigt, ihr Fühlen und Denken in Ablenkungen wie Fernsehen, dauernde Radioberieselung etc. zu ertränken ...
Verliert eure Fähigkeit nicht, mit anderen Wesen zu fühlen, denn wer diese so wichtige Eigenschaft verlernt, wird kalt und mit ihm die Welt wieder ein bisschen kälter!
In diesem Sinne
El Creeco |
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_________________ Wo Licht ist, muss der Schatten weichen |
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Verfasst am: 05.02.2008, 02:03 |
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| Gerhard |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 415 |
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| Verwirrtenhelfer hat Folgendes geschrieben: | Hallo Julia,
da der Begriff im Zusammenhang mit Palliativkrankenhaus genannt wurde, bedurfte es dieser Anmerkung wohl kaum. Oder wolltest du nur ein bisschen mit "Wissen" glänzen? Verstehe nicht, was sowas soll? Trägt nichts, aber auch gar nichts zum Topic bei.... . vh |
vh,
also da muss ich jetzt auch mal was sagen und es hat leider auch nichts mit dem Thread zu tun.
Wenn ich mich recht erinnere, ist die Amtssprache in Deutschland und Österreich noch immer Deutsch. Oder irre ich mich da? Und "Casemagagement in einem Palliativkrankenhaus" ist mit Sicherheit kein Bestandteil der Amtssprache. Insofern finde ich deine Arroganz in diesem Posting doch ziemlich unangebracht. Oder wolltest du nur mit deinem Wissen glänzen?
Du kannst einfach nicht voraussetzen, dass jeder mit diesen Begriffen etwas anfangen kann. Oder sollte ich dann auch bei dir voraussetzen, dass du mit n-dimensionalen Tensoren in Calabi-Yau Räumen etwas anfangen kannst? Ich kann damit etwas anfangen... aber du?
Ich kann leider mit dem Begriff "Casemagagement in einem Palliativkrankenhaus" nichts anfangen und wäre dir sehr verbunden, wenn du mich am schier unendlichen Schatz deines Wissens teilhaben lassen würdest.
Liebe Grüße
Gerhard |
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Verfasst am: 05.02.2008, 02:19 |
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| Gerhard |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 415 |
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Zum Thread,
ich denke, je mehr wir uns solche schrecklichen Bilder anschauen und je mehr wir solche Bilder auch gezeigt bekommen, desto mehr werden wir irgendwie abgestumpft. Die Hemmschwelle von Schülern brutal zuzuschlagen ist heute ungleich niedriger als noch zu meiner Schulzeit in den 60ern und 70ern. Und ich denke, das liegt auch daran, dass wir heute von Brutalität und Katastrophen überschwemmt werden.
Ich schaue mir schon lange keine Nachrichten mehr an, denn ich bin es leid täglich die dummen Sprüche von Politikern zu hören oder zu erfahren wo wieder mal ein Irrer in religiösem Wahn Menschen umgebracht hat, denn ich möchte mich nicht abstumpfen lassen.
Wenn ich aber von solchen Katastrophen höre, reizt es mich, religiös eingestellte Menschen zu fragen, weshalb ein angeblich liebender Gott so etwas zulässt.
Liebe Grüße
Gerhard |
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Verfasst am: 05.02.2008, 10:01 |
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| Zoba |
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| Anmeldedatum | 23.11.2007 | | Beiträge | 1182 | | Wohnort | Süden |
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Hi,
| Zitat: | | Wo waren in diesem Haus die Feuerlöscher, Feuermelder, Außenleitern etc.? |
Außenleitern - das ist USA, nicht Deutschland.
Die Brandschutzbestimmungen beziehen sich zuvorderst auf den Schutz der anderen Gebäude vor einem Überspringen eines Brandes (Brandmauern) und einer Einhaltung von Mindestanforderungen an Materialien. Kaufst du eine alte Hütte, dann macht dir da kaum wer irgendwelche Vorschriften.
| Zitat: | | Die Hemmschwelle von Schülern brutal zuzuschlagen ist heute ungleich niedriger als noch zu meiner Schulzeit in den 60ern und 70ern. |
Falsch! Es wird heute nur intensiver darüber berichtet. Prügeleien zwischen Jugendbanden der 50er und 60er waren weit häufiger, übrigens auch inkl. Messer und Schußwaffen, damals noch durch den 2. Weltkrieg weit verbreiteter. Schau dir mal Polizeiberichte von Rock'n'Roll-Konzerten der 50er und später dann auch z.B. Rolling Stones & Co. an. Dagegen leben wir heutzutage regelrecht friedlich. Damals prügelten auch noch Eltern, Lehrer und Erzieher recht unangenehm, es gab offiziell noch Prügelstrafen usw..
Ein in diesem Zusammenhang ausgezeichnetes Buch ist "State of Fear" von Michael Crichton.
Und an Leilah gerichtet: solche Berichterstattung ist für mich Medienmanipulation allererster Güte. Selbstverständlich ist es fürchterlich, wenn Menschen derart zu Tode kommen, aber für mich ist das ein Unfall, eine Folge der Tatsache, daß wir leben, es kann jedem zu jeder Zeit passieren. Ob bei einem Autounfall oder einem fällt ein Gerüst auf den Kopf, oder man hat ganz einfach einen Schlaganfall, es ist das Risiko, das wir alle haben. Solche Ereignisse werden heutzutage medial vor allem deshalb ausgeschlachtet, um davon abzulenken, daß es weit Schlimmeres gibt, für das wir alle im Gegensatz zu solchen Ereignissen mitverantwortlich sind, über das die Medien eher nicht berichten wollen. |
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_________________ Gruß,
Zoba
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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky |
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Verfasst am: 05.02.2008, 10:15 |
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| Verwirrtenhelfer hat Folgendes geschrieben: | | ... im Casemanagement eines Palliativ-Krankenhauses. Wir machen also da etwas, wenn eigentlich nichts mehr zu machen ist. |
Guten Tag allerseits,
da ich ja in diesem Forum auch etwas gelernt habe, nur ein kleiner Verständnisbeitrag: Die oben zitierte Formulierung ist etwas missverständlich, wenn man nicht aus dem Bereich kommt. Casemanagement ist eine Funktion (was immer es auch sein mag - es kommt in vielen Häusern vor) und das Palliativ-Krankenhaus ist der Ort, wo es z. B. bei Krebspatienten darum geht, ihnen den unausweichlichen Weg (z. B. wenn sie austherapiert sind) so schmerzlos und "angenehm" (blödes Wort, stimmt aber inhaltlich) zu machen. Insofern bezieht sich der zweite Satz des Zitats ausschließlich auf das Palliativ-Krankenhaus. Damit haben sowohl julia07 als auch verwirrtenhelfer recht - nur jeder aus einem anderen Blickwinkel.
Um aber auch im Thema zu bleiben:
Ja - ich befürchte, wir stumpfen ab, wenn die Medien uns jeden Tag das Unglaubliche präsentieren.
Was soll man dann noch glauben, wenn das Unglaubliche normal ist?
Wie oft lesen/hören/sehen wir, dass jemand etwas macht, nur um Aufmerksamkeit zu erregen - und die Medien sofort einen Täter oder eine Tätergruppe präsentieren, weil sie so schön ins Bild passt - unabhängig von der Richtigkeit der Darstellung.
Warum sollten wir uns Gedanken über Gründe oder Hintergründe machen, wenn uns "Brisant" und wie die Magazine alle heißen, das Denken abnehmen ... und uns nur das zeigen, was dem Redakteur gefällt - und nicht das, was wirklich ist.
Stichworte: Meinung - öffentliche Meinung - veröffentlichte Meinung.
Ich bin früher Leichenwagen gefahren und kann vh verstehen, wenn er auf Distanz Wert legt, die man in einem solchen Beruf einfach braucht. Wenn man das Leid, das einen täglich umgibt, dicht an sich herankommen lässt, besteht die Gefahr, dass sich die Situation umdreht und der Helfer plötzlich keine Hilfestellung mehr geben kann. Und damit ist dem, der die Hilfe benötigt, überhaupt nicht geholfen...
Beste Grüße
Matthias
P.S.: @ zoba zum Thema "Gewalt und Medien":
| Zitat: | | Es wird heute nur intensiver darüber berichtet. |
Völlig richtig. Es wird aber auch anders darüber berichtet. Früher haben sich "richtige Jungens" mal geprügelt. Heute ist dasselbe eine "Gewaltanwendung zwischen jungen Menschen aus verschiedenen sozialen Hintergründen". Mir ist völlig egal, ob die Faust, die sich in meinem Gesicht abdrückt, von einem Kind reicher oder armer, deutscher oder türkischer, blonder und braunhaariger Eltern stammt. Die Faust gehört da einfach nicht hin. Und so lange mehr über die Herkunft der Faust diskutiert wird als über ihren Einsatz ... und solange die Medien da mitspielen, ändert sich auch leider nichts... |
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Verfasst am: 05.02.2008, 10:41 |
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| Gerhard |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 415 |
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| Zoba hat Folgendes geschrieben: |
| Zitat: | | Die Hemmschwelle von Schülern brutal zuzuschlagen ist heute ungleich niedriger als noch zu meiner Schulzeit in den 60ern und 70ern. |
Falsch! Es wird heute nur intensiver darüber berichtet. Prügeleien zwischen Jugendbanden der 50er und 60er waren weit häufiger, übrigens auch inkl. Messer und Schußwaffen, damals noch durch den 2. Weltkrieg weit verbreiteter. Schau dir mal Polizeiberichte von Rock'n'Roll-Konzerten der 50er und später dann auch z.B. Rolling Stones & Co. an. Dagegen leben wir heutzutage regelrecht friedlich. |
Falsch! Ich sprach nicht von Jugendbanden ... zwischen Banden gibt es immer wieder kleine und große Kriege. Und ich rede auch nicht von irgendwelchen Rockkonzerten, ich rede von ganz normalen Schülern in Schulen. In den 60ern, als ich zur Schule gegangen war ... wenn da nach einem Streit jemand auf dem Boden lag, war die Sache beendet ... heute wird noch mehrmals nachgetreten und je hilfloser jemand ist, desto mehr wird weiter geschlagen und getreten. Ich erlebe halt leider so was täglich in der Schule und ich lebe in keiner Großstadt.
Und, dass wir heute in einer friedlicheren Welt leben ... also das sehe ich nicht so.
Liebe Grüße
Gerhard |
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Verfasst am: 05.02.2008, 10:46 |
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| Gerhard |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 415 |
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| mtg hat Folgendes geschrieben: | | Warum sollten wir uns Gedanken über Gründe oder Hintergründe machen, wenn uns "Brisant" und wie die Magazine alle heißen, das Denken abnehmen ... und uns nur das zeigen, was dem Redakteur gefällt - und nicht das, was wirklich ist. |
Es wird nicht unbedingt das berichtet, was dem Redakteur gefällt, sondern das, wo der Redakteur meint, es bringe Quote. Und wenn solche Bilder halt Quote, also Zuschauer bringen, fragt man sich schon, was man von Menschen ansich halten soll. Ich glaube, wenn niemand mehr solche Sendungen einschaltet ... verschwinden die ganz schnell.
Liebe Grüße
Gerhard |
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Verfasst am: 05.02.2008, 13:28 |
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| Zoba |
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| Anmeldedatum | 23.11.2007 | | Beiträge | 1182 | | Wohnort | Süden |
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Hi Gerhard,
also ich halte es ganz ehrlich für völlig wurscht, ob Jugendliche in der Schule aufeinander eindreschen und -treten, oder dies bei passender Gelegenheit außerhalb der Schule erledigen. Das war bei mir noch (70er Jahre) wesentlich häufiger der Fall als heute und in den 50ern (meines Vaters Schulzeit) noch stärker. Nachgekartet wurde damals auch, nur interessierte das damals niemand.
Daß alles früher angeblich besser gewesen sei, halte ich echt für ein Gerücht. Man hats nur nicht mitbekommen, wenn man nicht selbst beteiligt war oder sich dort aufgehalten hat, wo damals Schlägereien möglich waren (in den Schulen waren sie eher nicht möglich, die Lehrerschaft war selbst noch gut im Nahkampf ausgebildet und machte davon regelmäßig Gebrauch).
Übrigens wird dies auch über die Polizeistatistiken bestätigt, die eine stetige Abnahme schwerer Körperverletzungen und Morde/Totschläge vorweisen, wohingegen Raub/Diebstahl auf dem aufsteigenden Ast ist. |
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_________________ Gruß,
Zoba
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