 | Blöde (?) Frage: Was heißt "Barsortiment"? |  |
Verfasst am: 19.10.2007, 20:44 |
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Guten Tag allerseits,
als - wie hieß es in einem anderen Thread so schön ? - "Jungautor" (sprich Autor eines Erstlings) werde ich plötzlich mit einem Begriff konfrontiert, der sich mir wahrscheinlich nur mit Hilfe von einem der hier versammelten "alten Hasen" erschließt: Was bedeutet es, wenn mir ein Buchhändler sagt: "Wir werden dann die Möglichkeit des Einkaufs über die Barsortimente wahrnehmen." Was meint der damit? Ist das - hoffentlich - was Gutes? Ich steh' echt auf dem Schlauch und würde mich über Aufklärung sehr freuen...
Herzlichen Dank im Voraus!
Matthias |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 19.10.2007, 20:55 |
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| julia07 |
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Und ob "Bar" was schönes ist!!
Magst Du gleich mal einen Mojito?
Spaß beiseite, jetzt, wo Du das fragst, fällt mir auf, dass ich die exakte Erklärung auch nicht weiß. Ich nahm immer an, dass es sich dabei um die Bücher handelt, die beim Buchhändler im Lager oder Regal stehen
LG, Julia |
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Verfasst am: 19.10.2007, 20:57 |
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... als "blutiger Anfänger" wäre mir eine "Bloody Mary" lieber ... und - um noch 'nen Bullrich-Vers zu zitieren:
"Der Kater kommt vom Alkohol, doch 'Bullrich' tut dem Magen wohl"
Dann warten wir gemeinsam auf Erklärungen...
Matthias
P.S.: Lager wär schon schön - Regal noch schöner...  |
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Verfasst am: 19.10.2007, 21:00 |
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| julia07 |
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Supi! Man merkt gleich, dass Du ein Vollblutmarketingler bist  |
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Verfasst am: 19.10.2007, 21:39 |
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| Versailles |
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Ich hoffe, ich erkläre es jetzt richtig, sonst bitte direkt korrigieren!
Barsortimenter sind Buchgroßhändler, die die Bücher von den Verlagen beziehen und mit einem meist reibungslosen Vertriebssystem an die Buchhändler ausliefern. Daher ist es oft möglich, bestellte Bücher in der Buchhandlung schon am nächsten Tag abzuholen. Besonders gut klappt es natürlich bei Neuerscheinungen bekannter Autoren, die rasch vergriffen sind oder Schulbüchern. Der Buchhändler gibt seine Bestellung beim Barsortimenter auf, anstatt jeden Verlag einzeln anzuschreiben. Der Barsortimenter konfektioniert die Bestellung und liefert ratz-fatz aus.
Im Grunde ist es doch etwas Gutes, wenn der Buchhändler dein Buch beim Barsortimenter bestellt, denn da fällt es auf
Beste Grüße
Amalia |
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_________________ "carpe diem, quam minimum credula postero"
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Verfasst am: 19.10.2007, 21:44 |
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Chère Comtesse,
merci beaucoup! Dies bedeutet also für den Käufer eine Verkürzung der Bestellzeiten - das ist doch wirklich schön. Danke für die wochenendfröhlichmachende Erklärung!
und @ Julia: Danke fürs Kompliment... endlich merkt's mal jemand
Beste Grüße
Matthias |
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 | Matthias |  |
Verfasst am: 19.10.2007, 22:38 |
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| Versailles |
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avec plaisir
In jedem Fall ist der Käufer schneller am Buch, sobald es der Barsortimenter gelistet hat.
Du hast wirklich ein sehr ausgefallenes Thema. Darf ich dich hier fragen, wie du dazu gekommen bist?
Einstweilen bonne nuit und angenehme Träume
Amalia |
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Verfasst am: 19.10.2007, 23:30 |
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Natürlich darfst Du fragen
Der "Vollblutmarketingler" hat von 1984 bis 1991 Marketing u.a. auch für "Bullrich-Salz" gemacht; dadurch wurde der Grundstein für die Faszination gelegt. Als ich im letzten Jahr den 1927er Stummfilm von Walter Ruttmann "Berlin - Sinfonie der Großstadt" (übrigens sehr empfehlenswert!) sah, in der eine "Bullrich"-Reklametruppe vor dem Anhalter Bahnhof zu sehen ist, war das die Initialzündung, in die Recherche einzusteigen - und je weiter ich einstieg, umso faszinierender wurde es. So wurden aus ursprünglich angedachten 120 Seiten derer 228. Und letztlich konnte ich gar nicht alles unterbringen, was ich da herausgefunden habe ...
180 Jahre Markengeschichte - und dann tauchen Namen wie Vicco von Bülow (Loriot), Theodor Fontane, Walter Benjamin, Henri Nannen, Martin Buchholz, Sönke Wortmann und Ottfried Fischer in direktem oder indirektem Zusammenhang auf - das hat schon was...
Weiter zitiere ich gerne aus meinem PR-Text: "Das Buch, obgleich eine Chronik, liest sich nämlich wie ein Krimi. Fast könnte man meinen, der Drehbuchautor einer aktuellen Fernseh-Serie hätte seine Finger mit im Spiel: Familienfehden, Erbstreitigkeiten, Betrug, Mobbing und Beleidigung, Klagen um Patente und Vermögenswerte bis hin zum Mord: Wer hätte dies alles hinter der so unschuldig wirkenden blau-weißen Packung vermutet?"
Und nun schauen wir mal, wie wir das Werk unters Volk bringen...
Beste Grüße
Matthias |
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Verfasst am: 20.10.2007, 13:52 |
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| Versailles |
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Verfasst am: 26.10.2007, 09:44 |
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| PvO |
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| Zitat: |
Und ob "Bar" was schönes ist!!
Magst Du gleich mal einen Mojito? |
Ich kopier hier mal was rein, ist schon bisschen älter, aber zum nachmachen immer noch geeignet.
Aus einer Rezension:
Zitat:
Interessiert hat mich besonders die Cocktailmischung am Ende des Buche.
Während meiner Laufbahn als Gastronom war ich auch als Barleiter tätig. Ich habe hier im Forum bereits ein Fischrezept eingestellt, was einige schon nachgekocht haben. Obiger Satz hat mich auf die Idee gebracht, etwas über die Kunst der Mischgetränke einzustellen. Vor vielen Jahren hatte ich mich auf Mehrkomponenten-Cocktails spezialisiert. Was brauchen wir und worauf müssen wir achten?
Wir brauchen ein gut sortiertes Barfach und wir brauchen ein paar Hilfsmittel. Was sollte ein heimisches Barfach alles beinhalten? Sekt, Wermut, diverse Säfte und Spirituosen.
Wenn ich einen Cocktail mixen will, entscheide ich mich immer erst für eine Basis. Das könnte Wermut sein oder Orangensaft. Darauf baue ich meinen Drink auf. Es gibt ganz einfache und recht komplizierte Mischgetränke. Nehmen wir mal zwei einfache, internationale Cocktails, die bestimmt jeder kennt bzw. deren Namen man schon mal gehört hat. Der bekannteste dürfte wohl Martini sein. Zwei Teile Wermut, ein Teil Gin, eine Cocktailkirsche rein, fertig. Manhatten ist das selbe, mit Whisky. Vorsicht: letzteres ist ein reiner Bretterknaller. Diese beiden Drinks mixen, kann jeder und man könnte es auch Freihand tun. Bei allen anderen rate ich dazu, immer die Menge exakt abzumessen. Meine Erfahrung sagt mir, dass bei Freihand die Sache gründlich in die Hose gehen kann, selbst wenn man über entsprechende Erfahrung verfügt.
Ich habe viel mit Wermut gearbeitet, weil er sich vorzüglich zum mixen eignet. Im folgenden Beispiel haben wir also als Basis einen trockenen weißen Wermut. Wir geben 8 cl (entspricht zwei doppelte Schnäpse) in eine größere Cocktailschale. Dazu geben wir einen Dash Angostura. Ein Dash sind ein paar Spritzer bzw. Tropfen. Angostura ist ein Bittermittel, das nimmt dem Drink etwas von der Süße, die oft beim mixen entsteht. Angostura gibt es in kleinen Fläschchen, zu 100 ml. Wer sich nicht extra ein solche Fläschchen kaufen möchte, weil er halt nur einmal mixen will, der kann alternativ auch Boonekamp nehmen oder auch Fernet Branca. Beide Spirituosen sind ebenfalls bitter und eignen sich hervorragend (ich hab auch kein Angostura). Hinzu geben wir den Geschmack, in der Regel einen Likör. Hier muss man schon sorgfältig auswählen. Billigliköre eigen sich weniger, weil sie nicht entsprechend Gehaltvoll sind. Ich empfehle Bols. Als Menge empfehle ich 2 cl auf keinen Fall mehr, das wir nur ewig süß. In unserem Beispiel wollen wir Aprikosenlikör nehmen. Es folgt der Alkohol. Hervorragend eignet sich Gin oder Wodka. Da es uns aber nicht gleich umhauen soll, nur ein, höchstens aber nur zwei cl. Wer hat füge Crasheis hinzu und fülle das Glas mit Sekt auf, fertig ist unser Cocktail. Anstelle von Wermut könnte man auch Orangensaft nehmen, damit geht der Alkoholgehalt etwas in den Keller und wir haben einen leicht abgewandelten internationalen Cocktail Namens Paradisecocktail gemischt.
Abschließend noch eine Warnung: man merkt den Dingern nicht an, was in ihnen steckt. Das böse Erwachen kommt dann meist später.
Zum Schluss noch ein ausgefallenes Rezept: Weinbrand, Kaffeesahne und Aprikosenlikör, je zwei cl zusammengeben, mal was ganz anderes. Die Kaffeesahne muss aber absolut frisch sein, sonst käst sie, dann kann man das Zeug nur wegkippen.
Viel Spaß beim mixen. |
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_________________ Ab November 07 erschien eines meiner Bücher auf dem amerikanischen Markt .
www.peters-buchladen.de |
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