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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Textvorstellung: Prosa » Das „Gesetz der Serie“ und das Lächeln einer Frau
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Das „Gesetz der Serie“ und das Lächeln einer Frau

BeitragVerfasst am: 07.05.2007, 21:06
joLepies
Gast
 


Das „Gesetz der Serie“ und das Lächeln einer Frau


Es gibt viele Gesetze. Von Menschen gemachte und - die ewigen der Natur. Zum Beispiel das „Gesetz der Serie“. Ein Phänomen, das Betroffene und Beobachtern Rätsel aufgibt und Haare zu Berge stehen lässt. Mit diesem „Spiel“ der Natur sollte es der junge Vertreter, Andreas, zu tun bekommen.
Innerhalb eines Monats wurde dem Andreas viermal der Kofferraum seines neuen Wagens demoliert. Dann erkrankte er mal länger. Ausgerechnet während der Probezeit in seiner neuen Firma. Die erhoffte Festanstellung blieb aus. Es folgten drei weitere Krankheiten, auch in Probezeiten. Und wieder musste Andreas auf Anstellungen verzichten.
Doch das „Gesetz der Serie“ schien Andreas über alles zu lieben. Zunächst hatte, Sybille, seine Frau, einen Geliebten, dann zwei und zuletzt wieder nur einen. Diese „Stecknadel im Heuhaufen“, heiratete sie schließlich.
„Reisende soll man nicht aufhalten.“
Also „segnete“ Andreas das Paar.
Nach diesen Schicksalsschlägen zog Andreas eine Zwischenbilanz. Krank war er, auch ohne Arbeit. Und Sybille hatte sich samt ihrem Lächeln und dem Auto aus dem Staub gemacht. Jetzt war Andreas weit unten. Doch noch nicht der Bodensatz der Gesellschaft. Er konnte sich noch ein möbliertes Zimmer und ausgewogene Vollwertkost leisten.
Während Andreas nun Woche für Woche vor sich hindümpelte, überlegte, warum was passiert und warum was nicht geschieht, legte sich das „Gesetz der Serie“ erst einmal aufs Ohr. Immerhin war es schon fleißig gewesen.
Doch eines Tages erwachte dieses Gesetz aus seinem Erholungsschlaf. Sofort nahm es die Peitsche des Lebens wieder in die Hand, und verzierte Andreas Rücken erneut mit roten Striemen.
Als aber an einem solchen Tag die Einsamkeit Andreas wieder in ihre Arme nehmen wollte, befreite er sich ruckartig und machte sich endlich auf den Weg, um vielleicht jetzt zu finden, wonach er schon lange gesucht hatte: nach dem Lächeln einer Frau.

Verfasst am:
 


Gesetz der Serie

BeitragVerfasst am: 08.05.2007, 05:03
g.c.roth (Moderator)
 
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Hallo joLepies,
ich sitze etwas ratlos vor diesem Text. Kannst Du ihn mir erklären?
Gruß
Grete

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BeitragVerfasst am: 08.05.2007, 05:58
hwg (Moderator)
 
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Ein eindrucksvoller, wenn auch etwas umständlich geschriebener "Lebenslauf", für mich gut nachvollziehbar.

Nur ein kleiner Hinweis: Ich würde Sybille nicht als seine Frau, sondern als Freundin bezeichnen - schließlich heiratet sie doch, nach mehreren Liebschaften, einen anderen Mann. Von Scheidung ist im Text nämlich nirgends die Rede. Origineller wäre, nach der erlebten Enttäuschung mit seiner Freundin (oder doch Frau?) zum Schluss ein etwas anderer "Befreiungsschlag". Vom "Lächeln einer Frau" könnte er ja auf Grund des "Gesetzes der Serie" möglicherweise genug haben... Very Happy

Ich will ja niemand in unserer Runde provozieren - aber wie wär's, wenn Andreas in den "Armen eines Mannes" landen würde? Das wäre doch ein schöner Kontrast zum "Seriengesetz" Wink und weniger klischeehaft.

Das „Gesetz der Serie“ und das Lächeln einer Frau

BeitragVerfasst am: 08.05.2007, 09:03
joLepies
Gast
 


Hallo Grete,

vielen Dank für deinen Erstkommentar. Ich habe lange über ihn nachgedacht.

Geschichten die erklärt werden müssen, sind nach Auffassung aller Autoren Schrott. Wenn du jetzt darum bittest, die Storie zu erläutern, heißt das: "Das 'Gesetzt der Serie' ..." erklärt sich nicht von selbst, muss interpretiert werden und ist somit Schrott.

Natürlich möchte ich gerne, dass du den Text verstehst. Ich glaube wir kommen am Schnellsten zum Ziel, wenn du mir ausführlich mitteilst, was an der Geschichte unklar ist.

Diese Diskussion könnte eventuell für andere Mitglieder des Autorenpools interessant werden.

lg

joLepies

Verfasst am:
 


Gesetz der Serie

BeitragVerfasst am: 08.05.2007, 09:27
g.c.roth (Moderator)
 
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Hallo joLepies,
eigentlich habe ich in der Stellungnahme von hwg schon eine Antwort gefunden: Dein Text ist ein Lebenslauf. Das ist mir nicht bewusst geworden und somit fehlte mir bei dem Text das, was eine Geschichte ausmacht - die Spannung, das Erzählerische, die Einbeziehung des Lesers.
Aber klar, wenn es ein Lebenslauf ist, ist es was anderes.
Übrigens ist nicht alles, was nicht verstanden wird, automatisch Schrott. Es könnte auch ein 'unwissender' Leser die Ursache sein.

Gruß Grete

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Das „Gesetz der Serie“ und das Lächeln einer Frau

BeitragVerfasst am: 08.05.2007, 09:49
joLepies
Gast
 


Hallo hwg,

herzlichen Dank für deinen Kommentar.

Dass dich der Text beeindruckt hat, habe ich bei mir unter Lob abgelegt. Nur mit der umständlichen Schreibe komme ich nicht klar. Könntest du mir bitte erläutern, warum der Lebenslauf umständlich geschrieben sein soll?

Sybille war seine Frau, nicht seine Freundin! Das geht eigentlich aus den Wort Frau hervor. Und da Sybille die Stecknadel im Heuhaufen heiratete, musste sie zuvor geschieden werden. Von Scheidung ist hier nur indirekt die Rede. Somit auch in Ordnung.

Wenn Andreas sich auf den Weg machte, um das Lächeln einer Frau zu finden, heißt das ja nicht, dass er wieder heiraten wollte. Im war eben nur ab und zu und trotzdem nach dem Lächeln einer Frau zu Mute. Und so ein aufmunterndes, warmherziges Lächeln ist ja auch was. Auch Huren können ganz liebreizend lächeln.

In den Armen eines Mannes konnte ich Andreas nicht landen lassen.
Da hätte ich mich beim Schreiben übergeben und mein Mageninhalt wäre auf die Tastatur geklatscht. Und wie lässt sich diese dann von Erbrochenem reinigen. Da sollte man lieber schon das Klischee hochleben lassen.

Und ein Lebenslauf ist die Storie auch nicht. Und wenn doch, dann ein erzählter. Und wenn dies, dann kein richtig Geschriebener, sondern eben doch eine Kurzgeschichte.

lg

joLepies

BeitragVerfasst am: 08.05.2007, 10:36
hwg (Moderator)
 
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Werter Johannes,

Deinen Text zu "sezieren", ist nicht meine Absicht gewesen.

Mit "umständlich" meine ich den auf mich etwas "barock" wirkenden Satzfluss - dieser macht aber auch den Reiz des Textes aus. Also kein negativer Kritikpunkt.

An "Frau" habe ich angeeckt, weil ich nirgends feststellen konnte, dass es eine Scheidung gegeben hat. Ich hätte, wenn es schon keine Freundin sein darf Laughing , dann bloß den Vornamen verwendet. Das Missverständnis liegt also offensichtlich bei mir.

Ein offenherziges Lächeln, nicht ein gekünsteltes, steht Frau und Mann gleichermaßen gut an.

Und was die "Arme eines Mannes" angeht, habe ich das lediglich als für viele Leser unerwarteten Kontrapunkt angesehen.

Ich erlaube mir noch eine grundsätzliche Anmerkung angesichts Deiner bekundeten Abscheu: Würde man jeden geschriebenen Text mit der wahren Identität des Autors gleichsetzen, dürften auch keine Mördergeschichten geschrieben werden. Ich hoffe doch nicht, dass Dir Verbrecher sympathischer sind als zwei zusammenlebende Männer... Laughing

Einem Schriftsteller, der seine Ideen zu streng "zügelt", dürften diese womöglich bald einmal ausgehen, außer er bleibt in seiner engen Gedankenwelt.

Kollegialen Gruß von Texter zu Texter. Schreibst du auch Werbetexte, ich schon.

Das „Gesetz der Serie“ und das Lächeln einer Frau

BeitragVerfasst am: 12.05.2007, 13:44
joLepies
Gast
 


Hallo hwg,

vielen Dank für den weiteren Kommentar.


Zitat:
Schreibst du auch Werbetexte, ich schon.

Warum fragst du nach Werbetexte?

lg

joLepies

BeitragVerfasst am: 12.05.2007, 15:59
hwg (Moderator)
 
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...weil in Deinem Profil als Beruf Texter angegeben ist.
Ich schreibe nämlich auch Werbetexte, angefangen von
Spots und Katalogtexten über PR-Artikel bis hin zu Unter
nehmenporträts. Eine relativ gute Einnahmequelle, auch
als "Freier". Oder sind es bei Dir eher Liedtexte und
dergleichen?

Bin einfach neugierig, wie es sich für einen Autor gehört... Laughing

Beste Grüße!

Das „Gesetz der Serie“ und das Lächeln einer Frau

BeitragVerfasst am: 13.05.2007, 13:25
joLepies
Gast
 


Hallo hwg,

nichts dergleichen. Habe früher mal KG für Frauenzeitschriften geschrieben. Jetzt nur noch für Seiten im Internet.

lg

joLepies


PS Wie kommt man den an solche Aufträge heran, wie du sie erhälst?

jL

BeitragVerfasst am: 13.05.2007, 13:43
hwg (Moderator)
 
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So etwas geht meistens nur über persönliche Verbindungen, hat bei mir jedoch nichts mit "Vitamin B (wie Beziehungen) oder P (wie Protektion) zu tun.

Wenn man aber in der Medienbranche einmal verankert ist, funktioniert's ganz gut. Aufträge kommen von einer mir nahestehenden politischen Partei (deren Mitglied ich nicht bin, weil mit keiner Partei "verheiratet" sein will, obwohl mein Herz links schlägt und auch der Verstand in diese Richtung tendiert), kleinen bis mittelgroßen Unternehmen und Großfirmen, manchmal auch von finanziell halbwegs gepolsterten Kulturinstitutionen. Es ist allerdings, so wie bei fast jedem Freischaffenden, ein ständiges Auf und Ab. Auch der Zufall spielt eine nicht unwesentliche Rolle - auch das macht das Dasein spannend! Very Happy
Das „Gesetz der Serie“ und das Lächeln einer Frau
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