 | Das schlafende Sägewerk |  |
Verfasst am: 13.08.2007, 09:53 |
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| hwg (Moderator) |
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Sicher ist es eine Verleumdung, wenn böse Zungen behaupten, das Schnarchen sei von dem Russen Rasso Rachanowitsch erfunden worden. Gewiss ist der „Mitternachts-Jodler“ schon genau so alt wie die Menschheit selber und der Schlaf auch.
Vielleicht handelte es sich ursprünglich bei Stammvater Adam, der sicher auch schon schnarchte, nur um eine Art Sicherheits-Sirene, damit ihn nachts nicht aus Versehen ein friedlicher Saurier verspeiste. Ober der liebe Gott baute ihm den Natur-Wecker ganz mit Absicht ein. Damit ihn die Eva immer wieder in die reduzierten Rippen stoßen konnte. Sonst hätte er am Ende vielleicht gar den ganzen Sündenfall verschlafen.
Ob mehr Männer oder mehr Frauen schnarchen? Darüber gibt es in Zeiten der Gleichberechtigung keine festen Zahlen. Eines aber haben männliche und weibliche Schnarcher gemeinsam. Sie bestreiten es beide.
Es ist eine Unmenge von Schnarchgeräuschen registriert. Denn gerade hier gilt die Volksweisheit, dass es nicht immer das Gleiche ist, wenn zwei dasselbe tun. So gibt es zum Beispiel den sanften Pfaucher, der nur bescheiden vor sich hin bläst, wie wenn ihm die Traumsuppe zu heiß wäre. Die nächste Sorte spielt im Schlaf Dampflokomotive und pfeift auch noch an jeder Schranke. Am teuflischsten sind aber die Säger. Manche schneiden zwar nur mit der Laubsäge kleine Männchen aus, andere aber arbeiten dafür gleich gar wie ein Vollgatter-Werk, als müssten sie im Akkord Bretter liefern für den sozialen Wohnungsbau.
Die Mittel, die gegen das Schnarchen empfohlen werden, sind ebenso zahlreich wie zwecklos. Eine Mundharmonika vor das Ansaugventil des Schläfers zu binden, soll zwar recht gut sein. Aber wer will schon die ganze Nacht hindurch die „Serenade in einer Tour“ hören?
Zu Großmutters Zeiten galt als probates Hausmittel, dem Ruhestörer eine hartborstige Bürste auf dem Rücken zu befestigen, die ihn beim Umdrehen selbsttätig aufwecken sollte. Nase zuhalten, pfeifen, schimpfen, kitzeln mit einem Strohhalm und sonstige laienhafte Versuche haben nur sehr begrenzte Wirkung.
Als letzter Ausweg bleibt nur noch das Auswandern in ein Land, wo das Schnarchen als seelische Grausamkeit gilt und unter dem Motto „Schnarche dich ledig“ als Scheidungsgrund anerkannt wird.
Den Schnarcher selbst lassen aber alle Vorschläge und Rezepte kalt. Er ist der einzige, der sich ganz und gar nichts aus dem Schnarchen macht. Und es stört ihn auch nicht – weil er es nicht hört.  |
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Verfasst am: 13.08.2007, 21:15 |
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| nila |
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Hallo
Lach, deine Zeilen sprechen mir soooo aus der Seele. Habe einen Vater der schnarcht bzw. sägt bis ins Nachbarhaus. Meine Mutter hatte im Laufe der Zeit auch schon alles ausprobiert. Hilft nix. Da hast du Recht. Am schlimmsten waren die Urlaube. Da wußte immer die ganze Pension bzw. Hotel bescheid, wer unsere Familie war. Für meine Schwester und mich furchtbar peinlich
Liebe Grüße
Nila |
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Verfasst am: 13.08.2007, 22:38 |
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| Bärentante |
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Ich hatte mal ein halbes Doppelzimmer gebucht und eine unbeschreiblich nette Dame erwischt, die aber leider in der Nacht das ganze Hotel beschallte. Ich habe gepfiffen, gepustet, gesungen, alles ohne Erfolg. Aber ein kräftiges Husten hat geholfen, da hat sie sich umgedreht und es war ein wenig Ruhe, lange genug, bis ich eingeschlafen war, dann hat es mich nicht mehr gestört.
Bei der Verabschiedung nach zwei Wochen die üblichen Floskeln und der Satz: "Aber gegen Ihren schlimmen Husten sollten Sie unbedingt etwas machen."  |
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_________________ Liebe Grüße
Christel |
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Verfasst am: 14.08.2007, 09:58 |
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| hwg (Moderator) |
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Besten Dank fürs Lesen und die netten Kommentare, worauf ich mit
herzlich grüße! |
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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Textvorstellung: Prosa
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