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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Textvorstellung: Poesie » Dem Tod geweiht
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Dem Tod geweiht

BeitragVerfasst am: 12.12.2007, 21:28
Horst Husner
 
Anmeldedatum08.12.2007
Beiträge32
WohnortInsel-Rügen


Dem Tod geweiht

So einst geschehen ist` s auf der Insel Rügen,
irgendwo da im Pansevitzer Wald,
jener wurde beherrscht von einem Keiler,
der war furchtlos, doch sollt nicht werden alt.

Gut vier Zentner brachte dieser auf die Waage
und wo er ging, zerbarst unter ihm das Holz,
er war stark wie sonst nur ein Fabelwesen,
und wer ihn sah - sah nur Schönheit und auch Stolz.

Doch für die Bauern war er der Schrecken aller Zeiten,
weil dieser fraß von ihren Feldern so viel Mais,
auch wenn jetzt Winter war, sollt ihn der Teufel holen
und das für immer, egal für welchen Preis.

Also forderten sie an jetzt - ein paar Jäger,
man sagt,- nur Einem wär die Jagd wohl kaum gelungen,
denn der Keiler gehörte zu den Recken
und als Mensch - hätt man ihn lange schon besungen.

Eine jagdbesessene Schar in grünen Röcken,
rückte an jetzt mit Hunden und Gewehren,
in ihrer Zunft galten sie stets als die Besten,
gekührt - mit Ruhm und hohen Ehren.

An ihren Büchsen sah man Silber und Gravuren,
sogar Gold hatten einige dran,
mit einem Kunstwerk waren diese zu vergleichen
und wohl der Stolz von jedem Jägersmann.

Nachdem nun alle sich hier hatten gut beraten,
wie am Besten man den Keiler hetzen kann,
da verglichen sie noch schnell mal ihre Uhren
und die Jagd - auf jenes Tier begann.

Ihre Hunde fanden schnell die Schweinespur
und alle Schützen verfolgten diese prompt,
dessen Gier nach Erfolg trieb sie zur Eile an,
weil sonst doch vielleicht die Kreatur entkommt.

Sie blieben rastlos nun dem Keiler auf den Fersen,
man wollte ihn nicht ausruhen lassen,
im Zorn schoss manch einer - ihm mit der Büchse hinterher,
denn er war einfach nicht zu fassen.

Doch immer öfter fand man seinen frischen Schweiß,
verwundet - war das geschundene Tier,
dessen Augen zeigten jetzt nur noch das Weiße,
genau so wie bei einem wilden Stier.

Mit mal blieb er stehn - im schweren tiefen Schnee,
er war stark erschöpft und ihm die Wunden taten weh,
für ihn die Zeit war gekommen - wo es nur ging noch um das eine,
sein oder nicht sein, auch wenn er war alleine.

Eifrig umzingelten die Hunde diesen Burschen,
diesen Burschen der doch so herrlich war,
er formierte seine Kräfte nun zum Angriff,
stand dann bedrohlich und wutschnaubend da.

Der Keiler kämpfte wie im Wahn um sein Leben
und hatt dabei wohl die Angst vergessen,
der Ärmste wühlte sogar - im gefrorenen Boden,
als wäre er vom Teufel besessen.

Auch zerfetzte er die Hunde, die sich zu viel gewagt,
dieses war kein Anblick zum Genießen,
vor Entsetzen sind die Jäger fast zu Stein erstarrt
und taten nun nervös auf ihn schießen.

Rot färbte der Schnee sich, man sah ein grausiges Bild,
und mit Schaum vor dem Maul tobte das Schwarzkittelwild,
dessen Wunden waren schrecklich und nun flehend sein Blick,
ihm das Blut trat aus dem Bauch, der Brust und dem Genick.

Er schrie vor Schmerzen, auch dampfte sein Fell
und die Hunde um ihn rum, sie jaulten mit Gebell,
dann mit mal brach zusammen - das verzweifelte Tier,
es war dem Tode geweiht - und konnt gar nichts dafür.

Der Schnee begann zu schmelzen - unter seinem schweren Leib,
und alle traten nun dicht an ihn heran,
sie bestaunten diesen Recken, den sie zu töten waren bereit,
doch es fasste ihn kaum einer an.

Da lag nun der Kadaver - von dem einst prachtvollen Tier,
und die das Leben ihm genommen - tranken zufrieden ihr Bier,
jene fühlten sich als Helden, weil sie es nicht besser haben gewusst
und beim Klang des Halalis - schwoll sichtbar an jetzt - deren Brust.

Horst Husner

Verfasst am:
 


Dem Tod geweiht
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