| Ralf Hoppe |
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| Anmeldedatum | 06.11.2007 | | Beiträge | 2 |
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Titel: Den Weg des Friedens kennen sie nicht
Autor: Ralf Hoppe
Verlag: BoD
ISBN: 978-3-8370-2861-4
Seiten: 236
Preis: 14,99
Der Autor über das Buch:
Es geht weiter...
Dieses Buch ist die Fortsetzung von "Eines Menschen Zahl". Die Geschichte spielt diesmal in Dänemark und Deutschland. Mehr auf www.ralf-hoppe.com
Liebe Kollegen, falls ihr dort verlinkt werden wollt, bitte kurz melden...
Klappentext:
Frank und Kirsten Langer, die beiden ehemaligen Kriminalkommissare, leiten mit Liebe und Fürsorge das Kinderheim »Lene-Haus« in Lønstrup, Dänemark.
Doch die Schatten der Vergangeheit bedrohen ihr Glück und ihr Leben. Das Böse sendet zwei Boten, die fest entschlossen sind, Tod und Verderben nach Dänemark zu bringen.
Wie werden Frank und Kirsten dieser Gefahr begegnen?
Inhalt:
Hier ein kleiner Auszug aus Kapitel 7:
Plötzlich sträubten sich seine Nackenhaare. Sein Instinkt und seine jahrelange Erfahrung signalisierten ihm Gefahr. Er spürte es förmlich, dass er nicht alleine in seinem neuen Wagen unterwegs war. Sein Herzschlag beschleunigte sich. Fieberhaft überlegte er, wie er reagieren sollte, als er im Nacken einen kalten Druck verspürte. Er wusste, dass es eine Pistole war. Eine leise, nicht unfreundliche Stimme sagte: »Ganz ruhig bleiben. Fahren Sie einfach weiter. Wenn Sie genau das tun, was ich ihnen sage, wird keinem etwas geschehen. Haben Sie das verstanden?«
Dieter Schwartz nickte vorsichtig.
»Wo fahren wir hin?«
Er versuchte, seiner Stimme einen festen Ton zu geben, was ihm nicht ganz gelang.
»Wir fahren zu Ihnen nach Hause. Keine Tricks, ich weiß, wo Sie wohnen. Nehmen Sie den kürzesten Weg.«
Dieter Schwartz nickte wiederum und überlegte fast panisch, wer dieser Kerl war. Klaus Strohmbach kam nicht in Frage, dessen Stimme kannte er. Diese Stimme sprach mit einem leichten Akzent. Es hörte sich osteuropäisch an. Er zwang sich, ruhig zu bleiben.
Wahrscheinlich wollte der Typ ihn ausrauben. Das war der Fluch seines neuen Wagens. Er erweckte den Anschein, als ob sein Besitzer reich war. Zum ersten Mal bedauerte Dieter Schwartz, einen Mercedes gekauft zu haben.
Mit einer Spur Galgenhumor dachte er daran, dass der oberste Ermittler der Berliner Kripo, Opfer eines Raubüberfalls werden würde. Selbstverständlich hatte er keine Waffe dabei. Wer geht zum Bowling und nimmt seine Kanone mit? Seine Chance kam daheim, wo er nicht nur seine Dienstwaffe, sondern auch eine Sportpistole in einem Geheimversteck hatte.
Nach beinahe endlos wirkenden zehn Minuten fuhr er in die Auffahrt zu seinem Haus und parkte den Wagen vor der Gara-ge. Die Stimme vom Rücksitz meldete sich wieder.
»Ganz langsam aussteigen. Nicht umdrehen. Und keine Tricks. Spielen Sie nicht den Helden. Glauben Sie mir, es lohnt sich nicht. Ich ziele die ganze Zeit auf Sie. Los jetzt! «
Dieter Schwartz tat genau, was die Stimme ihm befohlen hatte. Er stieg aus. Die bisherige Stimme hatte nun Gestalt angenommen und er fühlte die Waffe jetzt in seiner Nierengegend. Sie gingen zügig zum Haus. Dieter schloss auf und sie betraten das stille, dunkle Haus. Als er das Licht einschaltete, sah er seinen Bedroher das erste Mal. Er hatte etwa seine Größe, wirkte schlank und durchtrainiert. Über sein Gesicht hatte er eine Skimaske gezogen. Es sah beinahe komisch aus.
»Sie rufen jetzt ihre Frau.«
Dieter protestierte leise aber eindringlich.
»Lassen Sie bitte meine Frau aus dem Spiel. Nehmen Sie, was Sie wollen und dann verschwinden Sie!«
Der Mann mit der Waffe trat zu ihm heran. Dieter sah, dass der Kerl einen Schalldämpfer benutzte. Die Mündung wurde schmerzhaft an seine Stirn gedrückt.
»Ich dachte, ich hatte mich klar ausgedrückt! Niemandem wird etwas geschehen, wenn Sie das tun, was ich sage. Wenn nicht, werde ich Sie sofort erschießen und danach Ihre Frau. Ist das klar? Dann rufen Sie sie. Jetzt!«
Dieter schluckte seine Wut und seine aufkommende Angst hinunter. Er hatte keine Wahl. Dieser Kerl würde ernst ma-chen. Mit lauter Stimme rief er nach seiner Frau.
»Marion kommst du bitte mal ins Wohnzimmer? Marion!« Er wusste, dass seine Frau einen leichten Schlaf hatte, besonders dann, wenn er nicht daheim war. Ihr gemeinsames Schlafzimmer lag im ersten Stock und die Tür war wie immer offen. Wie vermutet, antwortete seine Frau fast sofort mit schlaftrunkener Stimme. »Was ist denn, Schatz? Ich bin müde und möchte weiterschlafen.«
»Bitte komm´ runter ins Wohnzimmer. Es ist wirklich sehr wichtig.«
»Na gut, ich komme gleich. Aber wehe, wenn das nur ein Scherz ist. Dann machst du vier Wochen den Abwasch.«
Keine Minute später erschien seine Frau oben an der Treppe. Sie hatte sich ihren Morgenmantel übergezogen und warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu, als sie die Treppe herunterkam. Plötzlich blieb sie wie angewurzelt stehen. Sie hatte die Gestalt mit der Skimaske entdeckt, die dort im Wohnzimmer stand und ihren Mann mit einer Waffe bedrohte. Marion Schwartz war nie eine ängstliche Frau gewesen, aber dieser Anblick machte ihr Angst.
»Was soll das Dieter? Was will dieser Mann von uns?«
Ihr Mann warf ihr einen beruhigenden Blick zu. Der Mann mit der Waffe übernahm das Kommando.
»Es tut mir leid, dass Sie so unsanft geweckt wurden. Ich sagte Ihrem Mann bereits, dass niemandem etwas geschehen wird, wenn ich bekomme, was ich will. Sie setzen sich jetzt beide nebeneinander auf das Sofa. Keine hastigen Bewegungen bitte! Wenn sie kooperieren, bin ich in fünf Minuten wieder weg.«
Dieter und Marion Schwartz setzten sich, wie ihnen befohlen worden war. Der Mann blieb stehen. Er bohrte seinen Blick direkt in Dieters Augen.
»Ich brauche eine Information. Darum werde ich nur eine Frage stellen. Und Sie werden sie beantworten. Und zwar wahrheitsgemäß. Wo ist Tanja?«
Als ob ihn ein Strahl eiskaltes Wasser getroffen hätte, erstarrte Dieter. Dieser verdammte Kerl war ein Killer der Russenmafia. Die glaubten doch tatsächlich, den Chef der Berliner Kripo erpressen zu können, um dann ein Kind zu ermorden, das er ihnen geliefert hatte. Diese Dreistigkeit, nein – diese bodenlose Unverschämtheit raubte ihm beinahe den Atem. Keinen Ton würde er verraten.
Er musste versuchen, Zeit zu gewinnen, um an eine seiner Waffen zu kommen.
»Welche Tanja? Wovon reden Sie?«
Der Mann starrte ihn an.
»Ich dachte, ich hätte mich klar ausgedrückt. Ich werde die Frage gleich noch einmal stellen und ich gebe Ihnen eine kleine Entscheidungshilfe.«
Die Waffe zuckte ein paar Zentimeter herum und es hörte sich wie ein heiseres Bellen an, als der Mann auf Marion Schwartz schoss. Die Kugel traf sie am Oberarm und riss eine hässliche, stark blutende aber eher ungefährliche Fleischwunde. Das konnte Dieter aus seiner Position nicht sehen. Er hörte nur den gedämpften Schuss, spürte, wie seine Frau mit einem Schmerzensschrei zusammenzuckte und sich an den Arm fasste. Und er sah das Blut.
In einem ersten Reflex wollte er sich auf diesen Schweine-hund stürzen und ihn erwürgen. Doch der Kerl zielte schon wieder auf ihn. Mit eisiger Stimme wiederholte er seine Frage:
»Wo ist Tanja? Denken Sie an Ihre Frau. Sie wird gleich sterben, wenn ich die Information nicht bekomme. Wenn Sie mir sagen, was ich wissen will, wird Ihnen beiden nichts mehr geschehen, das verspreche ich.«
In Dieter tobte ein Kampf. Dieser Mistkerl ließ ihm keine Chance. Seine Frau weinte neben ihm leise vor sich hin. Sie stand unter Schock. Würde der Mann sein Versprechen halten? Das Versprechen eines Killers? Er glaubte es nicht. Durfte er seinen besten Freund verraten und dieses kleine Mädchen oben in Dänemark, das schon soviel Schreckliches mitgemacht hatte und nun ermordet werden sollte?
Dieter Schwartz kam zu einem Entschluss. Er und seine Frau würden jetzt womöglich sterben. Behutsam nahm er die Hand des unverletzten Armes seiner Frau und streichelte sie zärtlich. Dann sah er dem Killer fest in die Augen.
»Tanja ist im Zeugenschutzprogramm des Bundeskriminalamtes. Nicht mal ich weiß genau, wo sie ist. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass sie im europäischen Ausland versteckt wurde. Ich habe keinen Zugriff auf Informationen, die das Zeugenschutzprogramm betreffen. Das müsste sich auch bis in Ihre Kreise herumgesprochen haben. Sonst wäre das ganze Programm sinnlos. Und jetzt tun Sie, was Sie tun müssen. Bringen Sie uns um. Aber glauben Sie mir: Der Mord am Chef der Berliner Kripo und seiner Frau wird mehr Staub aufwirbeln, als Ihnen und Ihren Auftraggebern lieb sein dürfte.«
Dieter Schwartz sah dem Mann fest in die Augen. Dessen Blick schien ihn durchbohren zu wollen. Doch Dieter hielt trotzig stand. Schließlich nickte der Killer.
»Kümmern Sie sich um Ihre Frau. Ihre Verletzung ist nicht gefährlich. Und bitte – seien Sie vernünftig, wenn ich Sie jetzt verlasse. Falls Sie versuchen, mir zu folgen, werde ich Sie töten. Wie ich schon sagte: es lohnt sich nicht, den Helden zu spielen.«
Der Mann ging langsam rückwärts zur Tür, die Waffe ständig auf Dieter gerichtet. Er öffnete sie, drehte sich blitzschnell um und mit einem schnellen Spurt verschwand er in der Nacht.
Dieter Schwartz war indessen zum Telefon gestürzt und hatte sofort den Notarzt angerufen. Dann sah er sich die Wunde am Arm seiner Frau an. Der Kerl hatte recht. Es war ›nur‹ ein Streifschuss.
Doch Marion stand noch immer unter Schock und reagierte kaum, als er beruhigend auf sie einredete. Als Nächstes rief er im Präsidium an, wo er alles in Bewegung setzte, was Beine und Räder hatte. Nachdem er das BKA informiert hatte, rief er – obwohl es mitten in der Nacht war – bei Frank Langer in Dänemark an, um ihm den Vorfall zu berichten.
In seinem Hotelzimmer im Berliner Osten lag Andrej auf seinem Bett und dachte nach. Dieser Polizist hatte ihn angelogen. Er hätte sein Leben und das seiner Frau geopfert, um ein Mädchen zu schützen, dass er vermutlich nicht kannte. Das erschien ihm irgendwie unlogisch. Da musste mehr dahinter stecken. Obwohl er von seinem Auftraggeber den Abschuss dieses Polizisten bekommen hatte, wäre es Andrej im Traum nicht eingefallen, ihn umzubringen. Denn erstens hatte Dieter Schwartz recht. Der Mord an ihm und seiner Frau hätte einen Riesenwirbel verursacht, der seine Mission enorm behindert hätte. Und zweitens bewunderte er den Mut des Polizisten. Als alter Soldat wusste er Mut zu schätzen und dieser Polizist war ein sehr mutiger Mann. Aber warum schützte er dieses Mädchen? Hier musste er ansetzen. Aber erst morgen. Andrej nahm noch einen tiefen Zug aus der Wodkaflasche und schloss dann die Augen, um ein wenig zu schlafen. |
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