| Rita Hajak (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 23.05.2007 | | Beiträge | 1464 | | Wohnort | Fehmarn |
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Daniela, Mitte Fünfzig, ist immer noch eine schöne Frau. Doch davon will sie nichts hören. Ihre Jugendlichkeit schwindet, sie spürt es genau. Wie ein Dorn trifft sie diese Erkenntnis ins Herz. Die kleinen Fältchen, die ihren zart geschwungenen Mund umgeben, betrachtet sie mit Argusaugen. Ein Blick in den Spiegel erfüllt sie jedes Mal mit Unbehagen. Sie ist meist alleine und hat kaum noch Kontakt zu anderen Menschen. Ihren Beruf hat sie aufgegeben. An Geld mangelt es ihr nicht. Wenn sie das Haus verlässt, wirkt ihr sonst so federnder Gang müde und schleppend. Den Kopf tief auf die Brust gesenkt, den Blick zu Boden gerichtet, geht sie mühsam des Weges. Ihr Gemahl hat sie längst verlassen, denn auch seinen Worten hat sie keinen Glauben geschenkt. Als sie ihm wieder begegnet, reicht er ihr die Hand. Sein Blick ist voller Liebe. „Ich komme zu dir zurück, wenn du es willst“, hört sie ihn sagen. Doch Daniele schüttelt nur zaghaft den Kopf. Sie weint und vergräbt sich in der Stille ihres Hauses, weiß dass es so nicht weiter gehen kann. Sie sehnt sich nach Liebe und Geborgenheit. Doch die trüben Gedanken wollen nicht weichen.
Eines Tages kommt ein Jüngling leichtfüßig des Weges daher. Sie spürt seine Wärme, seinen zögernden Schritt und dreht sich nach ihm um. Er blickt sie an. Seine Augen leuchten, und das feine Lächeln in seinem Gesicht durchtränkt sie wie ein warmer Sonnenstrahl. „Was ist dir?“, fragt sie leise, seltsam berührt von dieser männlichen Unschuld. Der Jüngling antwortet andächtig: „Eine schöne Frau wie du sollte hoch erhobenen Hauptes schreiten, damit jeder in deine himmelblauen Augen, bis auf den Grund deiner Seele, schaue. Über ihr schwebt plötzlich ein Hauch von neuem Leben. Wärme, Kraft und Freude strömen in ihren Körper, vertreiben den Dorn in ihrem Herzen. Ihre Gestalt strafft sich, und ein zartes Lächeln lässt ihre Wangen erglühen. Sie bedankt sich bei dem Jüngling, und geht aufrechten Ganges, mit stolzem Schritt davon. Dieses neue, fast vergessene, Gefühl gibt ihr Kraft und Hoffnung. Voller Freude sucht sie ihren Gemahl auf. Staunend und glücklich zugleich sieht er in ihre Augen, die wie zwei Sterne leuchten. Jetzt ist sie es, die ihre Hände ausstreckt und um Vergebung bittet. Diese wird ihr gewährt. Sie hat eine zweite Chance verdient. |
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