 | Die "Szene" |  |
Verfasst am: 23.10.2007, 17:41 |
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| Leilah |
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Ich fühle mich heute unwohl.
Das liegt zum einen am grau verhangenen Herbsthimmel, in den ich von meinem Schreibzimmer aus schaue, zum anderen aber auch am gestrigen Abend: Offizieller Kulturtermin- Ausstellungseröffnung - mit persönlicher Einladung. Bin hingegangen. Weil es erwartet wurde. Weil man sich aus beruflichen Gründen dort sehen lassen muss. Weil die Einladende sonst persönlich gekränkt gewesen wäre, weil, weil, weil...
Habe mich entsprechend gekleidet, frisiert und gedanklich vorbereitet. Im Grunde genommen, wusste ich ganz genau, wie der Abend verlaufen würde. Und dann stand ich da... und dachte, was ich immer denke, wenn ich so stehe: "Warum bin ich bloß her gekommen?"
Alles war gekommen, was lokalen Rang und Namen hat. Man nippte geziert am Prosecco, probierte dies und jenes Cannapee, sagte, was man bei solchen Gelegenheiten immer sagt (nämlich nichts von Bedeutung) und lächelte, lächelte, lächelte... Meine Wangenmuskulatur schmerzt noch jetzt.
Neben den ausstellenden Malern waren fast alle Künstlergattungen vertreten. Wie üblich versäumten wir nicht, gegenseitig unsere Arbeiten tüchtig zu loben und uns zu versichern, wie kreativ wir doch alle seien, "extraordinär", natürlich weit entfernt vom "mainstream".
Noch ein wenig Smalltalk über die Kunst im Allgemeinen und die Situation unserer Stadt im Speziellen. Und lächeln, lächeln, lächeln...
Das ist sie, die "Szene", die "künstliche", die mir oft Unwohlsein verursacht. Und nächste Woche stehe ich wieder irgendwo mit meinem Glas Prosecco und einem Cannapee...
Eure
Leilah |
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_________________ HörBuchKunst - Filmmusik - Prosa und Lyrik: Lauschen, schauen, staunen unter www.leilah-lilienruh.de! |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 24.10.2007, 00:54 |
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| Judith |
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Hallo Leilah,
was du hier schreibst, macht dich für mich sehr sympathisch!
Wenn die Leute in der Stuttgarter Staatsgalerie vor einem großen viereckigen eingerahmten Stück blauen Papiers mit dem Titel "Blau" stehen und mit Kennermiene darüber diskutieren, dann stellen sich mir die Nackenhaare...
Grüßle,
Judith |
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Verfasst am: 24.10.2007, 01:20 |
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| Leilah |
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Ach, liebe Judith,
ich sehe schon: Wir sind uns da ganz ähnlich. Fühlt man sich in solchen Situationen nicht manchmal an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern erinnert? Aber statt in unverbrämt - kindlicher Ehrlichkeit auszurufen: "Aber das ist doch nur ein blaues Stück Leinwand! Was soll daran so toll sein?", schweigen wir verschämt und wundern uns, wie gut die Anderen heucheln können. (Oder halten die das etwa wirklich für ein Kunstwerk von unschätzbarem Wert?)
Schlimmer noch ist es, wenn man, wie ich früher, beruflich (als Redakteurin) zu solchen Veranstaltungen gehen muss und keinem "auf den Fuß treten" darf.
Liebe Grüße
Leilah |
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Verfasst am: 24.10.2007, 06:01 |
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| hwg (Moderator) |
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Guten Morgen Leilah!
Berufsbedingt bin ich ebenfalls bei vielen derartigen Vernissagen und verstehe daher Deinen "Frust" sehr gut. Mir geht es meistens ebenso.
Was noch dazu gekommt: Der oder die "Künstler" plus Veranstalter erwarten stets eine "wohlwollende Besprechung" in den regionalen Blättern. Und weil ich gutmütig bin, schreibe ich diese dann auch, aber nicht immer. Schweigen ist manchmal viel besser!
Lieben Gruß! |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 24.10.2007, 06:56 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Guten Morgen, Hans!
Erinnert Dich die Szene nicht an eine andere Szene, in der man sich ebenfalls nicht zu äußern wagt?
Viele Grüße
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 24.10.2007, 07:32 |
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| hwg (Moderator) |
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Guten Morgen Wolf-Gero!
Mein Kopf ist derart voller "Szenen", so dass ich momentan nicht weiß, worauf Du anspielst. Hilfst Du mir auf die Sprünge?
Herzlichen Gruß! |
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 | Re: Die "Szene" |  |
Verfasst am: 24.10.2007, 08:46 |
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| Tomscout |
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| Leilah hat Folgendes geschrieben: | | Offizieller Kulturtermin- Ausstellungseröffnung - mit persönlicher Einladung. Bin hingegangen. Weil es erwartet wurde. Weil man sich aus beruflichen Gründen dort sehen lassen muss. Weil die Einladende sonst persönlich gekränkt gewesen wäre, weil, weil, weil... |
Ich denke, wenn man mal genau in sich geht, dann stellt man fest, dass man gar nichts muss. Klingt etwas platt, aber es ist doch die Frage, warum man meint, hingehen zu müssen.
Weil andere es erwarten? Na und? So viele Menschen erwarten etwas von anderen. Gerade als kreativer Mensch hat man doch DIE Möglichkeit schlechthin, sich nicht gesellschaftlichen Zwängen oder Erwartungen zu beugen. Kreativen verzeiht man eher schrulliges Verhalten.
Künstler - wenn man sich selbst für einen hält - dürfen so ziemlich alles. Dann gilt man halt als "introvertiert" oder eben "exzentrisch" - na und? Solange die Arbeit stimmt und inhaltlich überzeugen kann, ist doch alles ok. Kann sogar dem Image förderlich sein. Rebellion war schon immer ein gewisses Erfolgsrezept, vorausgesetzt, man läßt auch Taten folgen.
Image ist der Schlüssel - man geht doch dann hin, weil man weiß, daß man wahrgenommen wird und das will man dann auch. PR in eigener Sache, seine Publikation durch persönlichre Anwesenheit nicht in Vergessenheit geraten lassen. Ist auch alles ok und es ist auch in Ordnung, wenn man das will. Aber was passiert denn, wenn man NICHT hingeht? Es wird trotzdem über einen gesprochen, WEIL man nicht da ist. Zumindest beim ersten Mal.
Es gibt keine schlechte Publicity
Das soll hier kein Angriff auf jemanden sein oder auf Entscheidungen, die jeder nur selber treffen kann Vielleicht habe ich da etwas seltsame Ansichten...Erwartungen anderer, denen ich "nichts schulde", gehen mir irre am Allerwertesten vorbei, da die Erwartungen meist jeder argumentativer Grundlage entbehren. Erwartungen solcher, die ich mag oder denen ich etwas zu verdanken habe, sind berechtigt und werden auch gerne erfüllt.
PS: Leilah - du hast absolut recht, was bedeutungslose Gespräche angeht....Smalltalk-Bullshit ist grauenhaft. |
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_________________ Die Frage des Tages gibt's hier: www.thomas-wolff.de
Was man gerade liest:
"Die rot-grünen Jahre", Joschka Fischer
"Der Nobelpreis", Andreas Eschbach |
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Verfasst am: 24.10.2007, 09:05 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Guten Morgen, Hans!
| Zitat: | | Hilfst Du mir auf die Sprünge? |
Aber gern.
| Zitat: | Den von mir angesprochenen Meinungsterror gibt es besonders "im Kleinen".
Zum Beispiel in einem Dorf mit katholischer Mehrheit von 90 Prozent der Einwohner. |
Von völliger Freiheit, alles zu sagen und zu schreiben, bis zur totalen Zensur ist ein breites Feld.
Wie wohl immer und überall, so gilt auch in diesem Zusammenhang: Wer sich nicht rührt, spürt die Ketten nicht.
Bevor wir jetzt jedoch jeden, der sich nicht rührt, kritisieren, sollten wir bedenken, dass wir uns manchmal allein deshalb nicht rühren, weil wir an einer Sache gar kein Interesse haben. Wer keinen Gefallen an den Veranstaltungen der Berufsradrennfahrer hat, wird sich bei irgendwelchen Ungereimtheiten in dem Bereich kaum rühren.
Herzliche Grüße
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 24.10.2007, 09:25 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Guten Morgen, Tomscout!
| Zitat: | | Ich denke, wenn man mal genau in sich geht, dann stellt man fest, dass man gar nichts muss. |
Das gilt zwar nicht immer, aber sicherlich häufiger, als wir es wahrhaben wollen.
Wer einem Ertrinkenden helfen kann und es dennoch unterlässt, verstößt in unserem Land nicht nur gegen ein moralisches Gebot, er riskiert sogar, wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt zu werden.
Sollte an dieser Stelle jemand einwenden, dieses Beispiel sei kein stichhaltiges Argument, dann hätte er selbstverständlich recht. Denn auch in diesem Fall muss er nicht wirklich helfen, die letzte Entscheidung behält er selbst. Wenn es jemand in Kauf nimmt, die Folgen zu tragen, sich sogar ins Unrecht zu setzen, dann gilt für ihn tatsächlich, dass er niemals muss.
Lassen wir jedoch diesen Sonderfall weg, dann können wir nur behaupten, das Muss gilt für die meisten seltener, als wir vermuten.
Viele Grüße
Wolf-Gero |
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 | Re: Die "Szene" |  |
Verfasst am: 24.10.2007, 10:34 |
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| hawepe |
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Hallo Leilah,
| Leilah hat Folgendes geschrieben: | | Bin hingegangen. Weil es erwartet wurde. Weil man sich aus beruflichen Gründen dort sehen lassen muss. Weil die Einladende sonst persönlich gekränkt gewesen wäre, weil, weil, weil... |
Zum Glueck hat sich mein berufliches und privates Umfeld im Laufe der Jahre so veraendert, dass ich solche Termine nicht mehr wahrnehmen muss. Meistens habe ich mir dann einfach zu sagen versucht, dass ich meine Arbeit zwar sehr gerne mache, aber es dabei eben auh immer Taetigkeiten gibt, auf die ich sehr gut verzichten koennte.
Ist natuerlich trotzdem frustig, weil ich immer dachte, wie schade es um die vergeudete Zeit sei.
| Zitat: | | Im Grunde genommen, wusste ich ganz genau, wie der Abend verlaufen würde. Und dann stand ich da... und dachte, was ich immer denke, wenn ich so stehe: "Warum bin ich bloß her gekommen?" |
Vielleicht, um diejenigen zu finden, die auch das ganze Verstellen satt haben?
Ich war doch immer wieder mal ueberrascht, welche interessanten Menschen ich auf solchen Veranstaltungen kennengelernt habe. Das schwierige ist nur, sie herauszufinden. Aber wenn man die Menschen sehr genau beobachtet, merkt man es dann manchmal doch.
Beste Gruesse,
Heinz. |
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 | Re: Die "Szene" |  |
Verfasst am: 24.10.2007, 10:46 |
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| hawepe |
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| Anmeldedatum | 15.04.2007 | | Beiträge | 1964 | | Wohnort | Berlin |
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Hallo Tom,
| Tomscout hat Folgendes geschrieben: | Ich denke, wenn man mal genau in sich geht, dann stellt man fest, dass man gar nichts muss. Klingt etwas platt, aber es ist doch die Frage, warum man meint, hingehen zu müssen.
Weil andere es erwarten? Na und? So viele Menschen erwarten etwas von anderen. Gerade als kreativer Mensch hat man doch DIE Möglichkeit schlechthin, sich nicht gesellschaftlichen Zwängen oder Erwartungen zu beugen. Kreativen verzeiht man eher schrulliges Verhalten.
Künstler - wenn man sich selbst für einen hält - dürfen so ziemlich alles. |
Klar, bloss wer von uns ist schon Keunstler? Und wer kann als Kreativer von seiner kuenstlerischen Kreativitaet leben?
| Zitat: | Image ist der Schlüssel - man geht doch dann hin, weil man weiß, daß man wahrgenommen wird und das will man dann auch. PR in eigener Sache, seine Publikation durch persönlichre Anwesenheit nicht in Vergessenheit geraten lassen. Ist auch alles ok und es ist auch in Ordnung, wenn man das will. Aber was passiert denn, wenn man NICHT hingeht? Es wird trotzdem über einen gesprochen, WEIL man nicht da ist. Zumindest beim ersten Mal.
Es gibt keine schlechte Publicity  |
Sondern nur gute oder keine
Ich merke es ja selber; seitdem ich mich kaum noch auf den zahlreichen Pressefruehstuecken, Pressemitttagessen, Presseabendessen, Presse-Praesentationen usw. blicken lasse, laeuft das Geschaeft wesentlich schlechter. Natuerlich wird so getan, als seien diese Veranstaltungen als Veranstaltung ausserordentlich wichtig, aber wichtig sind sie, weil man rechtzeitig ueber neue Projekte erfaehrt und sich dementsprechend anbieten kann.
Wenn irgendein Projekt ausgeschrieben wird, ist in der Regel laengst alles entschieden. Was dann noch bleibt, sind ein paar Zeilen Berichterstattung, von denen sich nicht leben laesst.
Also rennt man dann irgendwann doch wieder hin
Beste Gruesse,
Heinz. |
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Verfasst am: 24.10.2007, 11:42 |
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| Rita Hajak (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 23.05.2007 | | Beiträge | 1464 | | Wohnort | Fehmarn |
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Hallo,
es ist gewiss nicht leicht aus der Zwangsjacke auszusteigen. Hat man gelernt, sich zurückhaltend zu verhalten, nicht zu laut seine Meinung zu äußern und immer schön zu lächeln, - den anderen zuliebe - , dann ist es besonders schwer.
Aber man kann es lernen. Ich habe lange gebraucht, um mich aus der Jacke zu schälen. Ich habe es geschafft. Ich folge jetzt meinem inneren Gefühl, versuche verantwortungsbewusst zu handeln, ohne meine ehrliche Meinung kund zu tun. Gefällt mir irgendetwas nicht, habe ich keine Hemmungen es laut zu äußern. Manchmal allerdings schweige ich auch.
Ich lasse mich in keine Schablone mehr pressen und fühle mich dabei recht gut.
Wer allerdings beruflich mit zu viel Offenheit Schaden nehmen könnte, hat es da nicht
einfach. Doch auch hier muss man abwägen und zu seiner eigenen Wahrheit stehen. Das macht innerlich frei. Einfach mal nein sagen.
Man muss nicht immer und überall dabei sein.
Gruß Rita |
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_________________ „Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann
www.ritahajak.de Wieder mal neu |
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 | Re: Die "Szene" |  |
Verfasst am: 24.10.2007, 11:52 |
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Hallo Leilah!
| Leilah hat Folgendes geschrieben: | Ich fühle mich heute unwohl.
[...]
Das ist sie, die "Szene", die "künstliche", die mir oft Unwohlsein verursacht. Und nächste Woche stehe ich wieder irgendwo mit meinem Glas Prosecco und einem Cannapee...
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Als ich das gelesen habe, war mein erster Gedanke: "Große Klasse!"
Warum?
Szenerie, Beteiligte, Dialogabläufe, Stimmung, - und die eigenen Gefühle - merken und in eine Kurzerzählung umsetzen. Sich einen Clou für das Ende überlegen, wie auch immer der sein mag. Deshalb. Weil es sehr, sehr starkes Rohmaterial ist.
Den Frust und den Ärger als Antriebsfeder nutzen, um eine kleine Erzählung zustande zu bringen. Ob du diese Erzählung irgendwo veröffentlichst oder in der untersten Schublade (bzw. der hinterletzten Ecke deiner Festplatte) verschwinden lässt, kannst du dir dann noch immer überlegen. Wichtig ist nur, aus einem Erlebnis, das einen selbst berührt hat, positiv oder negativ, die Energie zu ziehen für das Aufschreiben (und im Prinzip hast du nichts anderes getan, als du dein Erlebnis hier ins Forum geschrieben hast).
Also: Hinsetzen, aufschreiben, ausarbeiten!
Das ist ein Befehl!
Grüße
Siegfried |
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Verfasst am: 24.10.2007, 12:05 |
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| Judith |
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| Anmeldedatum | 05.08.2007 | | Beiträge | 2227 | | Wohnort | Schwobaländle |
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Hallo Leilah,
stimmt, an "des Kaisers neue Kleider" musste ich auch schon oft denken!
Siegfried, das hat wirklich Potenzial! Leilah, wir wollen deine Kurzgeschichte dazu bei "Prosa" sehen.
Grüßle und schönen Tag,
Judith |
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Verfasst am: 24.10.2007, 12:07 |
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| Bärentante |
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| Anmeldedatum | 30.05.2007 | | Beiträge | 728 | | Wohnort | bei Frankfurt/M. |
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Was Siegfried befohlen hat, unterschreibe ich. Das wird eine schöne Story.
Als ich vor Jahren im Krankenhaus lag und mein Leben überdacht habe, kam ich zu dem Vorsatz: Sollte ich weiterleben, werde ich nie mehr etwas tun, was ich nicht möchte.
Ich konnte das aber nur einige Monate durchziehen, dann waren die gesellschaftlichen, die freundschaftlichen Verpflichtungen doch wieder so groß, dass ich einige Kompromisse eingehen musste. Hätte schon komisch gewirkt, wenn ich mich noch nicht einmal für die Genesungswünsche, Geschenke bedankt hätte, auf keiner Feier mehr erschienen wäre ...
Heute bin ich wahrscheinlich wieder im Trott wie früher. Der Vorsatz besteht zwar nach wie vor in meinem Kopf, läßt sich aber kaum realisieren. Du hast das bereits geschrieben, es gibt zu viele "weil, weil, weil" ...
Bei mir spielt sich das alles nur im Privatbereich ab, aber wenn Du beruflich zu der Szene gehören willst/musst/solltest, wirst Du auch in Zukunft nicht kneifen können. Also - Augen zu und durch. (Und hinterher eine nette Glosse schreiben.)  |
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_________________ Liebe Grüße
Christel |
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