| Phosphorkeule |
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| Anmeldedatum | 08.05.2007 | | Beiträge | 62 | | Wohnort | Wanne Eickel |
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"Die Ute Biermann Story" Teil 1 - 8
Eigentlich ein herrlicher Tag! Die Sonne scheint draußen schon seit den frühen Morgenstunden, und ein sanfter Wind streichelt die Blätter an den Bäumen, die jetzt mit aller Kraft ans Licht der Welt wollen.
Anfang Juni 2006.
Christian S. jedoch klammert sich verzweifelt in seinem kleinen Badezimmer am Spiegelschrank, und drückt mit seinen starken Händen so fest zu, dass der Kunststoff laut zu knacken beginnt. Im Spiegel sieht er zwei leere Augen, in denen Verzweifelung und Hass geschrieben steht. „Diese alte Schlampe“ flüsterte er. Immer wieder.
Dann fing es wieder an! Dieses Klopfen in der Brust. Irgendwo rechts neben dem Herzen in der Mitte des Körpers. Jetzt bloß nicht panisch werden, aber das ist leicht gesagt. Das Klopfen wird immer schlimmer, es ist nicht das Herz, es ist irgendwas anderes. Schnell ein Geschirrtuch aus dem Küchenschrank holen, es mit kaltem Wasser befeuchten um es später auf die Brust zu legen, dann noch ein paar Beruhigungstropfen einnehmen, und ab im Wohnzimmer auf die Couch.
Seit einem Jahr hat Christian Schröder jetzt schon diese heftigen Attacken, immer wenn er sich aufregt. Sein kleiner achtjähriger Sohn „Sascha“ merkt auch schon, dass es seinem Vater wieder einmal nicht gut geht, und er streichelt ihm seinen Kopf. Langsam schließt Christian unter den Streicheleinheiten seines Sohnes die Augen, und die Panikattacke lässt langsam nach.
Noch vor einer halben Stunde war doch alles okay! Bis zu dem Zeitpunkt, als Christian seine Nachbarin „Ute“ zu einem klärenden Gespräch auffordern wollte, und sie ihm antwortete „Mit Dir will ich nichts mehr zu tun haben.“
Fast wäre Christian ihr an die Gurgel gesprungen, doch er konnte sich noch so eben vor dieser Tat beherrschen, und nach oben in die Wohnung eilen.
Boahhh, das war wie ein Schlag in die Fresse, der doch in seiner Seele sehr laut peitschte, und den Christian wirklich nicht verdient hat. Noch vor einigen Jahren waren er und seine Nachbarin Ute Biermann ziemlich dicke Freunde gewesen, doch es ist sehr, sehr viel passiert, in diesem ehrenwerten acht Familien- Haus.
Es fing alles damit an, dass Christian Schröder 1989 mit seiner Lebensgefährtin Janine Bunzel und deren gemeinsame Tochter Sabrina, die damals knapp drei Jahre alt war in dieses Haus einzogen. Endlich raus aus dieser alten verkommenen Bruchbude, die abgelegen am Stadtrand lag, keine Gas- Etagenheizung hatte, sondern nur mit Kohleöfen beheizt wurde. Vier hintereinander liegende Räume im Erdgeschoss, die auf der einen Seite parallel längst dem Hausflur, und auf der anderen Seite der Außenwand verliefen. Wenn man aus dem Wohnzimmer sowie dem Kinderzimmerfenster schaute, sah man direkt auf eine dunkele Hauswand, die weniger als einen Meter entfernt war.
Die meisten Bewohner dieses Hauses waren die größten Schluckspechte, und als Christian, Janine und klein Sabrina mal 3 Wochen lang nicht in der Wohnung waren, haben sich die Ratten durch den Holzfußboden in die Wohnung hinein gefressen. Außerdem war die Hauptverbindungsstrecke einer Zuglinie zweier Großstädte 10 Meter Luftlinie vom Schlafzimmerfenster entfernt. Außerdem bestanden auch schon zwei Monate Mietrückstände, und dass nutzte Christian Schröder direkt aus, um aus diesem Haus aufrichtig flüchten zu können.
Bei einer kleinen Fahrradtour hatte Jasmin Bunzel, die Lebensgefährtin von Christian, diese gardinenlosen Fenster direkt unter dem Dach entdeckt. Klugerweise fuhr sie auch sofort auf den Hinterhof, um sich nach der Adresse des Hausbesitzers zu erkundigen, wozu sie nicht sehr viel Zeit benötigte, denn er stand prompt vor ihr.
Die Wohnung stand schon seit ein paar Monaten leer, und da die Hausbesitzer das Geld nicht unbedingt nötig hatten, wurde sie erst gar nicht in der Zeitung inseriert. Es war so, als ob genau diese Wohnung für Christian Schröder, Jasmin Bunzel und deren Tochter Sabrina von höheren Kräften frei gehalten wurde.
Nach einem kurzen Gespräch, einer kurzen Wohnungsbesichtigung und einem Handschlag war der Mietvertrag unterschrieben, und direkt am nächsten Tag konnte mit den Renovierungsarbeiten begonnen werden.
Als Jasmin ihrem Freund Christian diese tolle Botschaft überbrachte, machte er einen Freudensprung, denn endlich nach knapp einem Jahr durfte er wieder in seine alte Heimat zurückkommen. Am liebsten hätte er die Möbel eigenhändig die 10 Kilometer durch die Straßen getragen, oder sie mit dem Taxi befördert. Endlich wieder in der Nähe seines Elternhauses, seiner Freunde aus dem Fußballverein und im Nahbereich all seiner CB- Funkkollegen, wo er bekannt war, wie ein bunter Hund..
Christian und Jasmin kratzten jeden Pfennig zusammen, und mit tatkräftiger Unterstützung von Christians Eltern Wolfgang und Marina Schröder, sollte die Wohnung schnell in einem bezugsfertigen Zustand gelangen. Da es schon in der fortgeschrittenen Frühlingszeit war, konnten sie auch ohne Strom in der Wohnung bis zum späten Abend arbeiten. Die kleine Sabrina war bei den Großeltern, die zehn Minuten Fußweg entfernt wohnten, damit sie nicht bei den Arbeiten störte, und wenn der Tag zu Ende ging, dann schliefen Janine und Christian auch direkt in der neuen Wohnung, obwohl der Tapeziertisch das einzige Möbelstück dort war.
Die neue Wohnung mit den neuen Nachbarn war einfach nur traumhaft schön, und was das tollste war ist, dass eine Seltersbude direkt mit zum Haus gehörte. Wenn man mal Zigaretten oder ein Bierchen brauchte, hatte man es gleich auf dem Tablett, einfacher konnte es doch gar nicht sein.
Wenn Christian und Janine aus ihrem Fenster auf der Hofseite schauten, sahen sie ihre neuen Nachbarn, wie sie gemeinschaftlich in ihrem Garten saßen, grillten, und ihr Bierchen tranken. Schon am zweiten Tag der Renovierungsarbeiten kam eine nette ältere Dame namens Elisabeth Wasilewski, und brachte den beiden „Schwermalochern“ leckere Bratwürstchen und eine große Portion Kartoffelsalat hoch. Im Schlepptau hatte sie ihren Schwiegersohn Gerhard Biermann der mit einer Kabeltrommel bewaffnet, die im Keller am Gemeinschaftsstrom angeschlossen war, um den Beiden etwas Strom für die Kaffeemaschine zu bringen.
Nichts geht doch über eine gut funktionierende Nachbarschaft, dass haben Christian und Janine gleich in den ersten Tagen bemerkt. Den ersten Dämpfer jedoch sollten sie direkt ein paar Tage später bekommen, als die Möbel bereits in ihrer Wohnung aufgebaut waren.
Ein höchst genauer Mitarbeiter der Stadtwerke, sollte eines Abends den Stromzähler in Betrieb setzen, was er auch tat. Er ging jedoch in die Wohnung, um die Steckdosen durch zumessen, und es ergab sich, dass diese noch nie geerdet waren, was bedeutete, dass er kein grünes Licht gab, und die Stromversorgung wieder unterbrach. In den darauf folgenden 14 Tagen sah die frisch renovierte Wohnung von Christian und Jasmin aus wie eine Großbaustelle, weil eine komplett neue Verkabelung nötig war. Die Kosten für die neue Installation übernahmen natürlich die Hausbesitzer, aber den entstandenen Schaden der Renovierung wollten sie nicht übernehmen. Um die Kosten der neuen Renovierung so tief wie möglich zu halten, entschieden sich Christian und Janine für widerliche Kabelkanäle auf der Wand, was sie bis heute noch bereuen sollten.
Es war der erste Kratzer auf dem Glanz der neuen Wohnung, und es sollten noch viele, viele weitere folgen, vor allen Dingen durch Ute Biermann.
Nach all den Renovierungsstrapazen sollte der Tag des Umzuges kommen. Christian Schröder hatte einen riesengroßen Bekanntschaftskreis, weil er sehr vielseitig, und überall gern gesehen war.
Leider war es jedoch so, dass er meist nur dann Freunde hatte, wenn Andere seine Hilfe brauchten, und er für Sie auch ständig auf der Matte stand. Er war froh, dass er am Ende überhaupt noch „Einen“ Mithelfer hatte, denn all seine angeblichen Freunde haben ihm kurzfristig abgesagt. Das größte Pech war auch noch, dass seine Lebensgefährtin Janine kurzfristig hohes Fieber bekam, und mit dem Verdacht auf eine Blinddarmentzündung ins Krankenhaus kam. Später jedoch stellte sich heraus, dass sie ein Geschwür an der Niere hatte, worauf hin sie einige Wochen im Krankenhaus bleiben musste. Die auch so schon sehr zierliche Janine magerte zwischenzeitlich bis auf 36 Kilogramm ab.
Der Umzug zog sich währenddessen über mehrere Tage dahin, weil Christian die Möbel in einem Kleintransporter in vielen Touren transportieren musste. Sein damaliger Arbeitskollege half ihm zwar dabei die Möbelstücke mit seinem Transporter zu fahren, und sie vor der Haustür abzuladen, aber nicht dabei, sie bis in die 4. Etage hoch zutragen. Christians neuen Nachbarn schauten tagelang zu, wie er bei über 30 Grad die Möbel alleine nach oben astete.
Oft stellte er sich die Frage, warum keiner von ihnen mal für eine halbe Stunde mit anpacken kann, denn er hätte es ja auch getan. Es sollte sich in den kommenden Jahren noch häufig heraus stellen, dass Christian generell anders war wie die Anderen.
Sehr aufmerksam war es jedoch gewesen, dass die neuen Nachbarn, für seine Lebensgefährtin Janine, einen großen Obstkorb organisierten, und ihr somit eine gute Besserung wünschten.
Es war wieder einmal die liebe Frau Wasilewski, die unter Christian Schröder wohnte, und sich auch schon mit der kleinen Sabrina gut befreundet hatte, denn sie war wirklich sehr Kinderlieb, und sie zog die Kinder auch wahrhaftig wie ein Magnet an. Die kleine Sabrina nannte sie schlicht und einfach „Tante“, und sie verbrachte eine Etage tiefer sehr viel Zeit, während dessen Papa Christian die Möbel schleppte.
Eines Abends nach getaner Arbeit gesellte sich Christian auch einmal zu den Nachbarn hinten im Garten hinzu, um sich für die lieb gemeinten Besserungswünsche und den Obstkorb für Janine zu bedanken. Er wurde sehr herzlich von den anderen Mitbewohnern aufgenommen, und man bot ihm an, diesen Garten auch benutzen zu dürfen, was Christian wegen seiner kleinen Tochter Sabrina doch sehr gelegen kam.
Er bemerkte jedoch auch sofort, dass es in diesem Haus Menschen gab, die Anweisungen gaben, und andere, die diese ausführten. Ute Biermann und ihre Mutter Elisabeth Wasilewski die beide nebeneinander in der dritten Etage wohnten, gehörten zu den anweisenden Personen. Ute Biermanns Mann Gerhard jedoch zu den ausführenden.
Mann, war dass eine arme Sau! Er lebte mit drei Frauen auf einer Etage, die alle ihre eigenen Wünsche hatten. Für seine Schwiegermutter Elisabeth hat er alles freiwillig und gerne gemacht, denn sie verwöhnte ihn ständig mit leckeren Essen. Diese Frau war wirklich Klasse. Sie konnte kochen, wie kaum eine Zweite. Ihre Tochter Ute im Gegensatz war ein ziemlich faules Stück. Sie arbeitete halbtags von 8 bis 12 Uhr in einem nahe gelegenen Maurerbetrieb als Sekretärin.
Wenn sie mittags von der Arbeit kam, war sie meisten so kaputt, dass es vielleicht mal für eine Graupen oder Bohnensuppe reichte, die sie kochte. Den Rest des Tages verbrachte sie meistens erschöpft im Garten mit einem Kasten Bier, und zwei Schachteln Zigaretten. Was diese Frau sehr gut konnte war klugscheißen, Besserwissen und bevormunden. Mit Stärkeren hat sie sich niemals angelegt, jedoch in die so genannten „Kleinen“ immer gerne, und öffentlich hinein getreten. Am schlimmsten war es, wenn sie betrunken war, und dann noch Rückendeckung hatte.
Bei Christian jedoch war sie immer lieb und ruhig gewesen, denn er hatte so das gewisse Etwas. Sie sagte mal zu ihm: „Mit Dir würde ich mich noch nicht einmal anlegen, selbst wenn ich im Recht wäre“. Diesen Satz hätte sie ihm nicht sagen dürfen, denn Christian Schröder erkannte dadurch, dass sie im Grunde eine sehr, sehr schwache Person war.
Ute konnte sich allerdings sehr gut verkaufen, denn sie war extrem Wortgewand, und das wusste sie geschickt einzusetzen. Christians Lebensgefährtin Janine wickelte sie im Laufe der kommenden Jahre komplett um die Finger, weil Ute erkannte, dass sie sehr naiv war, und Janine zu ihr wahrlich hoch schaute.
Zugegeben war Janine ihrem Christian hörig ohne Ende, was er auch wusste, jedoch nie ausnutzte. Er hielt immer eine schützende Hand über seine Janine, denn er kannte ihre Schwächen, wie kein zweiter Mensch. Wie oft stachelte Ute Janine an, dass sie sich Christian gegenüber mal auflehnen sollte, was Janine dann auch Gelegentlich versuchte.
Meistens war es jedoch der Fall, wenn sie was getrunken hat, und dann ging es gewaltig unter Christians Gürtellinie. Ausdrücke wie Penner, Arschkriecher oder Waschlappen waren keine Seltenheit, und die Nachbarn, allen voran Ute Biermann amüsierten sich darüber.
Menschen gegeneinander aufhetzen! Ja, dass verstand Ute wie kaum eine Zweite, und ihre Einstellung über die Pflicht von Männern war folgendermaßen:
-Männer müssen arbeiten und fleißig sein, um ihre Familie zu ernähren.
-Männer müssen ihren Frauen gehorchen, und im Bett gute Liebhaber sein.
-Männer müssen den Frauen jeden Wunsch von den Lippen ablesen.
-Männer müssen sich ihr Essen selber kochen.
-Männer müssen sich immer wie ein Kavalier verhalten, und im Notfall für ihre Frau ihr Leben geben.
Ute wog bei einer Größe von etwa 1,65 Meter knapp 90 Kilogramm, was Christian schon gar nicht antörnte. Er war eher der Machotyp, und Ute die Emanze. Da haben sich zwei Menschen gesucht, und gefunden. Es sollten unbeschreibliche Jahre folgen.
Christian Schröder hatte zuvor keine Frau wie Ute gekannt, die so saufen konnte wie sie. Eine Bomben Party- Kondition hatte sie immer. Es gab kaum einen Tag, an dem Ute mal über einen Kater klagte. Es gab auch so schnell keinen Mann, der sie unter den Tisch becherte. Sogar Christian nicht, der mit seinen 1,82 Meter Körpergröße und 92 gut verteilten Kilos trinkfeste Argumente hatte.
Mit dem Einzug von Christian, Janine und klein Sabrina kam ein neuer Schwung in dieses Achtfamilienhaus, denn ihre neuen Nachbarn schienen samt alle keine Freunde zu haben, denn sie hingen jeden Tag zusammen in ihrem gemeinschaftlichen Garten, und gähnten sich so manches mal an. Wenn Utes Langhaardackel der dummerweise auch „Schröder“ hieß nicht manchmal ein kläffen losgelassen hätte, dann wäre man dort wohl in einem Dauerschlaf verfallen.
Wenn Christian mit im Garten saß, dann war es ganz anders, schließlich war er rund um Essen bekannt wie ein bunter Hund. Bekannte aus dem Angel- sowie dem Fußballverein, Arbeitskollegen und auch seine Familie besuchten ihn regelmäßig. Die Nachbarn kamen mit Christians Freundeskreis auch gut klar, und es wurde oft gefeiert bis in die frühen Morgenstunden. Streitereien gab es nie, denn alle fühlten sich rundum wohl.
Ute hat diese Feten besonders genossen, denn wenn ihr Mann Gerhard abends hoch ging, um sich schlafen zu legen, weil er am nächsten Tag arbeiten musste, gab sie Vollgas. Sie tanzte mit allen Männern, und besonders gerne bei den so genannten „Schmuseliedern“. Sie genoss es, wenn ein Mann einen Dreitagebart hatte, denn der kratzte immer so schön auf ihrer „Rinderzunge“. Ute war in Christians Freundeskreis ruckzuck bekannt. Die Einen fanden ihre ewigen Annäherungsversuche toll, und wurden dort im Garten heimisch, andere hingegen kamen gar nicht mehr um Christian zu besuchen, weil sie sich nicht ständig von Ute ablecken lassen wollten. Einige von Christians Freunde nannten Ute liebevoll „Bernie“, was die Abkürzung von Bernhardiner bedeutete.
Gerhard Biermann der Mann von Ute konnte einem wirklich manchmal Leid tun. Wenn er nachmittags von der Arbeit kam, saß seine Frau meistens unten im Garten, und ruhte sich von dem Alltagsstress oder von der Fete am Vortag aus. Seine Tochter die die körperlichen Eigenschaften von ihrer Mutter vererbt bekommen hat, war eine total verwöhnte und verzogene Göre. Wenn sie ihren Willen nicht bekam, fing sie mit einer Lautstärke an zu kreischen, da wären die Gläser im Schrank geplatzt. Sie war total berechnend, genau wie ihre Mutter.
Hat Vater Gerd ihr mal etwas nicht erlaubt, dann ging sie zu ihrer Mutter Ute, und wenn sie dort auch nicht weiter kam, was nicht oft der Fall war, dann ging sie rüber zur Oma Else, denn schließlich wohnte sie ja nebenan. Dort hat sie alles in den Arsch gesteckt bekommen, nicht selten auch dass zweite und dritte Mittagessen, was bei der kleinen Susanne einfach nicht zu übersehen war.
Einmal war Christian Schröder mit Gerd Biermann und seiner Tochter Susanne in einer Pommes- Bude gewesen, als „Susi“ etwa 10 Jahre alt war. Klein Susanne bestellte sich wahrhaftig 2 Doppelte Pommes mit jeweils doppelter Portion Soße und doppelter Portion Mayo. Und zum Hauptgericht kamen noch 2 Currywürste extra scharf gewürzt dazu. Der Inhaber der Pommesbude sowie alle Kunden die dort drin standen schüttelten nur noch mit dem Kopf. Als Vater Gerd sie fragte, ob sie auch wirklich alles aufisst, und es nicht mit der halben Portion versuchen möchte, fing seine Tochter Susanne direkt an zu kreischen, und bekam natürlich unverzüglich ihren Willen durchgesetzt. Christian Schröder konnte sich in diesem Augenblick den Satz „Schau dich doch mal an, wie Du jetzt schon aussiehst“, nicht verkneifen, was Susanne später natürlich direkt ihrer Mutter Ute erzählte.
Dadurch kam es zum ersten Mal zu einem Streit zwischen Christian und seiner Nachbarin Ute, der aber nur sehr kurzzeitig war, da einfach immer nur gefeiert wurde, und sie dabei keinen Stress gebrauchen konnten.
Nachdem die Drei von der Pommes Bude wieder zurückkamen, packte Susanne stolz ihre Mega-Portionen im Garten vor allen anderen aus, und begann zu essen. Sabrina, die kleine Tochter von Christian Schröder fragte Susanne, ob sie auch ein paar Pommes haben dürfte, doch Susanne beschützte ihren Teller, indem sie ihn mit ihren Armen verdeckte. Nach ein paar Happen jedoch bemerkte Susanne, dass das Essen viel zu scharf war, und plötzlich hatte sie auch keinen Hunger mehr. Prompt schob Susanne Sabrina ihren Teller zu, damit sie weiter essen sollte. Sabrina jedoch aß von Papa Christians Teller mit.
Erziehungsmäßig hat Ute Biermann Ihrer Tochter Susanne gegenüber auch nichts auf die Reihe gekriegt, zumal Ihr die eigene Mutter Elisabeth die wichtigen Arbeiten wie Essen kochen und Wäsche waschen meistens abgenommen hat, da Sie direkt nebenan wohnte. Christian Schröder konnte die kleine Susanne zwar nicht unbedingt gut leiden, aber trotzdem tat sie ihm manchmal Leid. Was sollte Susi von einer Mutter lernen, die selbst fett, faul und versoffen war.
Christian versuchte sich weitgehend immer aus diesen Angelegenheiten heraus zuhalten. Einmal jedoch konnte er sich nicht beherrschen! Es war an einem sonnigen Sommertag, als Christian aus dem Fenster schaute, und beobachtete wie Ute mit ihrer Tochter Susanne über den Hof ging. Plötzlich sah Christian wie Utes Tochter, die damals 12 Jahre alt war an einer Zigarette zog, jedoch traute er seinen Augen nicht.
Um sich zu überzeugen ging Christian hinunter in den Garten, wo Susanne stolz eine Zigarette aus ihrer Marlboro Schachtel holte, sie anzündete, und Christian den Rauch cool ins Gesicht blies. Ihre Eltern Ute und Kalle standen hilflos daneben, und auf Christians Frage „Findet ihr nicht, dass das etwas früh ist“, zuckten sie nur mit den Schultern und sagten „So ist das in der heutigen Zeit nun mal, warte ab bis deine Tochter Sabrina so alt ist, dann wird sie es auch machen“, wogegen Christian sofort mit beiden Elternteilen wetten wollte. Susanne ist mittlerweile Mitte 20 und wiegt als Raucherin weit über 100 Kilogramm, und Sabrina ist Anfang 20 und Nichtraucherin geblieben, worauf Christian sehr stolz ist.
Anfang 1993 sollte es eine große Lehre für Christian Schröder und seine Lebensgefährtin geben. Janine hatte beim Wäsche waschen den Ablaufschlauch der Waschmaschine nicht richtig in die Spüle eingehängt, und so passierte es, dass das Wasser auf den Küchenfußboden lief. Da es nur ein Holzfußboden war sickerte das Wasser ziemlich zügig weg, und kam eine Etage tiefer im Schlafzimmer von Ute Biermann wieder zum Vorschein, wo es dann an der Wand leicht hinunter lief. Natürlich stand Ute ein paar Sekunden später Sturm schellend bei Janine vor der Wohnungstür, und beschwerte sich.
Janine fing direkt an zu weinen, denn dass konnten sie jetzt wirklich nicht gebrauchen, zumal Christian und Janine nicht haftpflichtversichert waren. Da Ute finanziell zu dieser Zeit auch sehr knapp dran war, kam es ihr natürlich sehr gelegen. Alle Hoffnungen darauf, dass Christian die Wand selbst renoviert, waren vergebens, denn Ute Biermann wollte Bargeld sehen.
Plötzlich war sie wie ein ausgewechselter Mensch gewesen, und sie machte Christian und Janine richtigen Druck. Da sie natürlich kein Geld hatten, um diesen Schaden zu bezahlen, waren sie gezwungen sich irgendwo auf die Schnelle versichern zu lassen, was den Beiden auch „Gott sei Dank“ gelang. Sie mussten jedoch die Versicherungsbeiträge der letzten und der folgenden drei Monate als Sicherheit bezahlen.
Klar war natürlich auch gewesen, dass das Geld nicht innerhalb einer Woche auf dem Konto war, aber da der Versicherungsvertreter sich den Fall angeschaut hat, war Ute Biermann etwas beruhigt, aber nicht unbedingt sprechbereit. Sie hatte sage und schreibe 600 Deutsche Mark als Schadensersatz gefordert. Nach 4 Jahren gab es das erste Mal ein wenig Ärger in diesem Haus, und das alles nur wegen dem lieben, lieben Geld. Etwa 2 Wochen später kam per Einschreiben ein Verrechnungsscheck, und Christian löste ihn direkt ein, damit er ein paar Tage später das Geld abholen konnte, was er auch tat.
Als Ute ihre Wohnungstür öffnete, nachdem Christian geschellt hatte, und sie die blauen Scheinchen sah, strahlte sie über das ganze Gesicht. Laut jauchzend rief sie, dass sie erstmal einen Kasten Bier spendiert, um den Stress in den letzten Tagen weg zuspülen. Ihr Mann Gerd besserte in den folgenden Tagen notdürftig die beschädigte Wand aus, und die Biermanns waren um einige hundert Mark reicher geworden.
Gott straft bekanntlich immer faustlos, und so kam es etwa ein Jahr später dazu, dass Gerd Biermann nach 18 Jahren arbeitslos wurde. Im Übrigen verstarb auch noch der Rauhaardackel „Schröder“, was vielleicht auch besser war, denn es sollte eine schreckliche Zeit kommen, und dunkle Wolken über dieses Achtfamilienhaus ziehen. Ute und Gerd erlebten eine Phase, die sie noch nie vorher kannten, denn jetzt ging nur noch sie halbtags arbeiten, und ihr Mann Gerd war zu Hause. Ute spielte sich plötzlich in der Nachbarschaft auf, dass sie der Hauptverdiener der Familie sei, und ihr Mann sich nicht um eine neue Arbeit kümmern würde. Sie hockten Tag für Tag aufeinander herum, und das Geld reichte vorne und hinten nicht mehr. Die Ehe begann fürchterlich zu kriseln, und jeden Tag hörte man immer mehr Geschrei aus der Wohnung der Biermanns.
Schon nach ein paar Wochen reichte Ute Biermann die Scheidung ein, und verbreitete es lautstark in der Nachbarschaft. Natürlich stellte sie ihren Mann als den allein Schuldigen dahin, und da Sie in der Nachbarschaft die einflussreichere Person von beiden war, war ihr Noch- Ehemann Gerhard in kürzester Zeit der Buhmann der Nation. Ute zog einen Großteil der Nachbarschaft in ihre schmutzige Scheidung hinein, und fast jeder im näheren Umfeld gab seinen Senf dazu. Es flogen Wortwörtlich die Fetzen. So manches Mal wackelten bei den Nachbarn die unter den Biermanns wohnten wirklich die Lampen, und lautes Geklirre schallte aus ihrer Wohnung. Zum Glück waren es sehr alte Menschen gewesen, die kaum noch etwas hörten. Gerd drohte seiner Frau Ute sich umzubringen, wenn sie sich wirklich Scheiden lassen sollte, und darum knotete er sich aus einem Abschleppseil einen Galgen, und hing ihn Wochenlang über die Badewanne auf, so dass man Diesen von außen sogar sehen konnte.
An einem anderen Tag bekam Ute einen Anruf, und Gerd hatte den Telefonhörer abgenommen. Da seine Ute wieder im Garten saß, schrie er aus dem Fenster laut über dem Hof „Hey du alte Hure komm mal hoch, da ist ein Anruf für Dich“ Christian Schröder der zu der Zeit mit seiner Tochter auf dem Hof spielte zuckte förmlich zusammen bei diesem Wortlaut.
Ein paar Tage später saß Christian mit ein paar seiner Freunde im Garten, und Ute sowie Gerd waren auch dabei. Zu dieser Zeit kam schon seit Wochen keine herzliche Stimmung mehr dort auf, weil die Luft förmlich knisterte. Karl Heinz stand plötzlich auf, nahm sein volles Bierglas in die Hand und ging zu Ute. Alles schaute zu ihm hin und fragte sich innerlich, was er jetzt wohl vorhat.
Er kippte dass ihm zu warm gewordene Bier einfach über ihren Schädel, und es lief ihr runter bis in die Socken. Damals war Christian Schröder empört darüber, heute würde er ihm ein 100 Liter Fass Bier schenken, damit er es nachschütten könnte. Andere Nachbarn wie Dieter Lange mit seiner Frau Elvira saßen auch dabei. Elvira lachte sich über diesen Vorfall fast zu Tode, und ihr Mann Dieter bewies ein ganz seltenes Mal Charakter, indem er seine Frau zusammen stauchte, dass sie über so etwas nicht lachen soll. Kaum zu glauben, aber auch diese Ehe sollte etwa ein Jahr später ebenfalls in die Brüche gehen, jedoch dazu später.
Da zu diesem Zeitpunkt alle im Garten etwas getrunken hatten, und sich die Situation zuspitzte handgreiflich zu werden, lief Christian Schröder rüber zur Telefonzelle, um die Polizei zu rufen, damit wieder Ruhe einkehrt.
Gerhard Biermann war zwar mittlerweile Christians Kumpel gewesen, aber er wusste auch, dass Gerd sehr unangenehm werden konnte, wenn er was getrunken. hat, darum beugte er mit dem Anruf vor.
Bei Christian und Janine lief es zu dieser Zeit auch nicht ganz so rosig, denn sie erlebten diese überaus schmutzige Scheidung jeden Tag hautnah mit. Janine war mehr auf die Seite von Ute und Christian auf die Seite von Gerd Biermann gewesen, was nicht verwunderlich war, denn die beiden Frauen tranken sich gerne mal einen zusammen, und ihre Mannsbilder gingen gelegentlich zum angeln, wo Christian oft sehr viel von Gerd über ihre Beziehung erfuhr.
Nachdem es im Garten an diesem Sonntag zur Ruhe kam, ging Gerd hoch in die Wohnung, und fing an mit Schlagbohrmaschine und Handkreissäge eine provisorische Trennwand ins Wohnzimmer zu bauen, was in der Nachbarschaft unüberhörbar war. Doch dadurch wurde es im täglichen Leben auch nicht harmonischer bei den Biermanns, ganz im Gegenteil. Die beiden Streithähne konnten froh sein, dass Elisabeth Wasilewski die Mutter von Ute neben ihnen wohnte, weil ihre kleine Tochter Susanne jetzt doch immer mehr bei ihrer Oma Else wohnte, um die täglichen Schlammschlachten nicht ganz so mitzubekommen.
Eines Abends bei einem kleinen Umtrunk in der Wohnung von Christian und Janine, wurde Christian weich. Ute hatte ihm den ganzen Abend vorgeheult, was für ein höllisches Leben sie mit ihrem Nochmann Gerd mitmachen würde, worauf Christian ihr erlaubte, ein paar Tage bei ihnen zu wohnen. Ein Riesenfehler, wie sich noch herausstellen sollte.
Endlich hatte Ute es geschafft, und war vorerst in Sicherheit. Noch am gleichen Abend holte sie ein paar Bekleidungsstücke hoch, damit sie in den nächsten Tagen nicht mehr in die Wohnung zu ihrem Noch- Mann Gerd hinunter musste. Utes Tagesablauf in den folgenden Tagen war so, dass sie morgens um 7 Uhr aufstand, um 8 Uhr zur Arbeit ging, um 12 Uhr Feierabend hatte, und der Rest des Tages war Urlaub angesagt.
Entweder hing Ute im Garten herum, oder lag auf der Couch vor dem Fernsehen. Mal im Haushalt mitzuhelfen, oder das Essen zu kochen, hielt sie überhaupt nicht für nötig. Christian Schröder nahm zu der Zeit an einer Umschulung zum KFZ Lackierer teil, und stand kurz vor der Prüfung. Janine arbeitete halbtags in einer Wäscherei. Wenn sie geschafft von der Arbeit kam, kümmerte sie sich darum, dass es ihrer Nachbarin Ute auch wirklich gut ging.
Sie kochte das Essen, sie wusch und bügelte die Wäsche, kümmerte sich um die Einkäufe, und Ute genoss das Leben. Lediglich einmal in der Woche ging Ute freitags ein bisschen einkaufen, und brachte etwas frischen Aufschnitt vom Metzger mit. Da Ute es meistens für nötig hielt, sich zweimal am Tag zu duschen, und das Wasser über einen kostspieligen Durchlauferhitzer geheizt wurde, sollten Christian und Janine bei der nächsten Jahresendabrechnung über 1200 Deutsche Mark nachzahlen.
Ute schaffte es immer wieder Christians Herz weich zu kriegen, und einen Aufschub von ein paar Tagen zu bekommen. Nach 2 Wochen wohnte Ute schon im Kinderzimmer von der kleinen Sabrina, die jetzt immer in dem Ehebett ihrer Eltern schlafen musste. Tagsüber konnte sie nicht einmal in ihrem Zimmer spielen, da es von Ute mit etlichen Plastiktüten und Körben wo ihre Wäsche drin gelagert wurde, voll gestapelt war.
Dummerweise musste man in der Wohnung von Christian und Janine durch das Kinderzimmer gehen, um ins Schlafzimmer zu gelangen. Wenn Ute abends betrunken war, und schon mal ein bisschen früher ins Bett ging, wie Christian und Janine, hat sie generell splitternackt auf dem Bett geschlafen, ohne sich mit dem Oberbett zuzudecken.
Die Situation spitzte sich dramatisch zu, denn was Christian und Janine gar nicht bemerkten war, dass Ute die Beiden geschickt gegeneinander ausspielte. Wenn Ute mit Janine alleine war, redete sie ihr ein, sich von Christian schnellstens zu trennen. War es jedoch so, dass sie mit Christian alleine war, bearbeitete sie ihn, Janine zu verlassen, da er doch nach ihren Worten mit seinem Aussehen etwas ganz anderes an Frau abbekommen würde.
Immer wenn Christian heute nach vielen Jahren sich an diese grausame Zeit zurück erinnert, bekommt er gewaltiges Herzrasen, und Panikattacken, und wünscht sich nichts mehr, als mit dieser Frau namens Ute Biermann abzurechnen.
In der Wohnung von Christian und Janine ging es immer mehr zu wie in einem Taubenschlag. Utes Tochter Susanne kam mit ihren Freundinnen hoch, um ihre Mutter zu besuchen, genau so wie Utes Mutter Elisabeth Wasilewski, die sich regelmäßig nach dem wohlbefinden ihrer Tochter informierte. Die Wohnungstür wurde gar nicht mehr abgeschlossen, weil es sowieso fast jede Minute klingelte. Die Kollegen von Christian standen manchmal Schlange, weil Ute sie ständig scharf machte, es war einfach nur das absolute Chaos gewesen. Nicht selten kam es vor, dass sogar Christian und Janine in getrennten Räumen schliefen, da sie sich in den Haaren hatten.
Sage und schreibe 3 ½ Monate sollten diese fürchterlichen Zustände herrschen. Eines Nachmittags ging Ute mal kurz in ihre Wohnung, um etwas Wäsche hoch zuholen, und kam keine fünf Minuten später wieder weinend hoch, mit einem zerzausten Knäuel Wäsche in der Hand.
Ihr Noch- Mann Gerd hatte ihren kompletten Kleiderschrank ausgeräumt, und ihre Unterwäsche zerschnitten. Christian der Dummkopf nahm Ute direkt an die Hand, und bat seinen Freund Helge Sobig, die Beiden sofort zu Utes Rechtsanwalt zu fahren. Christian begleitete seine Nachbarin bis in die Kanzlei, wo er sich neben ihr setzte, und ihre Hand hielt, während sie jämmerlich weinte.
Helge Sobig im Übrigen war zu dieser Zeit Christians bester Freund, jedoch verschwieg Helge ihm, dass er mit Ute Biermann auch schon ein Verhältnis hat, was aber noch später heraus kommen sollte.
Der Rechtsanwalt versuchte nun eine einstweilige Verfügung anzuordnen, dass Gerd Biermann so schnell aus der Wohnung verschwinden sollte, wie möglich, was wieder ein Grund zum feiern war.
Noch am gleichen Abend wurde ein Fass aufgemacht, und ein anderer Kollege von Christian, der auch ein Auge auf Ute geworfen hatte, kam vorbei. Pech für ihn war jedoch gewesen, dass er im besoffenen Kopf beim tanzen über die Couch flog, und mitten auf dem Wohnzimmertisch landete, der dann unter ihm zusammen brach.
Janine drängelte ihren Christian nun immer mehr dazu, Ute einfach vor die Tür zu setzen, denn auch sie hatte die Schnauze nun gestrichen voll. Geordnete Familienverhältnisse gab es schon lange nicht mehr, und die Nerven lagen blank. Christian schlug vor, zur Erholung einen Tag zu einem nahe gelegenen Kanal zu fahren, und dort zu Zelten, um auf andere Gedanken zu kommen.
Christian, Janine mit Töchterchen Sabrina sowie sein Kumpel Helge und Ute fuhren also gemeinsam ins Vergnügen. Christian ist es in den Wochen zuvor gar nicht aufgefallen, dass Helge ein Auge auf Ute geworfen hatte, doch dass sollte er schon bald erfahren. Eigentlich wollten die Fünf nur bis zum Abend am Kanal bleiben, aber da dort den ganzen Tag über getrunken wurde, konnte niemand mehr das Auto am Abend nach Hause fahren.
Helge hatte in seinem Kofferraum zufällig noch ein Viermannzelt liegen, und das wurde dann als Übernachtungsmöglichkeit flugs aufgebaut. Nachts lagen die Fünf wie Ölsardinen in diesem Zelt, und Christian genau in der Mitte. Rechts von ihm lagen seine Janine und Töchterchen Sabrina, und links Ute und Helge. Da Christian ein wenig unter Platzangst leidet, bekam er einfach kein Auge zu. Plötzlich vernahm er doch sehr merkwürdige Geräusche, die ihm doch sehr bekannt vorkamen. Helge neben ihm fing leise an zu stöhnen, weil Ute ihm ordentlich den Schwanz massierte.
Wie vom Blitz getroffen sprang Christian Schröder auf, und lief laut schreiend und fluchend aus dem Zelt hinaus. So etwas Dreistes hätte er von seinem Kumpel Helge und seiner Nachbarin Ute niemals erwartet, zumal auch noch seine kleine Tochter Sabrina mit in dem Zelt lag. Ute hat sich über diesen Vorfall nur köstlich amüsiert, und laut gelacht. Für Christian gab es nur noch eins und zwar ganz schnell nach Hause, und Ute aus seiner Wohnung zu schmeißen. Schon auf der Rückfahrt bereitete er Ute darauf vor, dass sie sofort ihre Sachen packen soll, wenn sie daheim ankommen.
Als Christian zu Hause angekommen, sein CB- Funkgerät einschaltete, musste er feststellen, dass er keinen klaren Empfang hatte, obwohl die Antenne doch angeschlossen war. Ein kurzer Kontrollgang auf dem Dachboden verriet, dass Utes Mann Gerhard Biermann ihm das Antennenkabel während des Kurzurlaubes aus Rache durchgeschnitten hat. Leider hatte Christian Schröder es erst bemerkt, nachdem er sich zwei Funkanlagen dadurch hochgeschossen (zerstört) hat. Der Sachschaden dieser mutwilligen Zerstörung lag bei etwa 500 Deutsche Mark. Christian ging sofort zu Gerd Biermann hinunter um die Sache zu klären, doch Gerd bestritt natürlich alles. Viele Wochen später erzählte ein anderer Nachbar Christian Schröder, dass er mit eigenen Augen gesehen hat, wie Gerd den Antennenkabel zerschnitten hat, aber da war es leider viel zu spät.
Ein paar Tage später war der Spuk dann endlich vorbei. Eine einstweilige Verfügung sorgte dafür, dass Gerd Biermann aus der Wohnung ausziehen musste, da seine Frau Ute die besseren Argumente hatte. Etliche Polizeieinsätze waren letztendlich der deutschen Gesetzgebung zuviel des Guten, zumal Ute auch noch den Joker in der Tasche hatte, dass ihre Tochter Susanne bei ihr bleiben wollte.
Utes Wohnung jedoch war extrem ruiniert, weil ihr Mann Gerd dort teilweise gehaust hat, wie ein Wandale. Neue Möbel mussten organisiert, und die Wohnung teilweise renoviert werden, aber wie bloß ohne Freunde, denn die hatte Ute wirklich nicht.
Wieder waren Christian Schröder und seine Janine, Utes einzige Rettung, denn diese beiden Menschen waren doch wahre Freunde. Christian fragte einen seiner Bekannten, ob er nicht beim Schränke aufbauen mithelfen kann, was dieser Mann auch direkt tat. Sein Name war Jürgen Peters, ein Funkkollege von Christian, der schon lange scharf auf Ute war. Etwa ein Jahr zuvor am Pfingstsonntag hat Sie ihm ordentlich Hoffnungen gemacht, indem sie ihm um 11 Uhr morgens im Garten unter dem Tisch den Schwanz massierte, während die Kinder dort spielten, und sie mit ihrem Mann Gerd noch glücklich zusammen lebte.
Jürgen war selbst schon viele Jahre verheiratet, und hatte einen Sohn, aber solche Kleinigkeiten interessierten Ute Biermann nicht. Er war nicht sehr hell im Kopf, wenn er mal eine Zeitung las, wo keine Bilder drin waren, dann hielt er die Zeitung verkehrt herum, weil er es sonst nicht erkannt hätte, da er nicht lesen konnte.
Jürgen hatte Christian schon mal 500 Deutsche Mark geboten, wenn er dafür gesorgt hätte, dass Ute mit ihm ins Bett geht, aber das war Christian zu lächerlich gewesen, und er hielt sich aus dieser Geschichte raus. Ein anderes Mal wollte Jürgen, Ute einen Gebrauchtwagen schenken, im Wert von 2000 DM, und er wollte es ihr bei der Weihnachtsfeier von den CB- Funkern schenken, was aber aus finanziellen Gründen nichts wurde.
Jürgen sah seine letzte Chance bei den Schränken aufbauen, und während Christian eifrig schraubte, baggerte Jürgen Peters bis der Arzt kam, aber es war nichts zu löten. Ute hatte ihm wirklich einen Korb gegeben, und dass sollte was heißen. Man munkelte im Übrigen, dass Jürgen einen riesengroßen Schwanz gehabt haben soll, vielleicht lag es ja daran, dass Ute ihm einen Korb gab. Einige seiner Kollegen aus der Rockerzeit erzählten Christian mal, dass Jürgen sich früher mit Messern beabsichtigt verletzt haben soll, wenn ein Mädchen nicht mit ihm ins Bett gehen wollte. Christian schmunzelte darüber, weil Jürgen ihm immer erzählt hat, dass es Verletzungen wären, die er sich beim Schweißen auf der Arbeit zugezogen hätte.
Ute Biermanns Leben normalisierte sich wieder. Und wie !!! Eines Morgens kaufte Christian bevor er zur Arbeit ging, am Schalter der Trinkhalle seines Hauses, ein paar Brötchen und Kakao ein. Eine ihm bekannte Frauenstimme war laut aus dem Innenraum dieses Kiosks zu hören. Als Christian genauer hinschaute, traute er seinen Augen nicht.
Seine ehrenwerte Nachbarin Ute stand morgens um 7 Uhr stockbesoffen dort drin, mit einem weißen Kostüm, welches an ihrem Intimbereich total mit Blut verschmiert war. Ute war sicherlich nicht entjungfert worden, zumindest nicht ganz.
Ein paar Tage später hat Christian erfahren, dass Ute an diesem Morgen ein paar hundert Meter entfernt, auf einer Parkbank schräg gegenüber von der Sparkasse, von irgendjemand geknallt worden sein soll, und sie ihre Tage hatte. Demnach zu urteilen, was Christian mit seiner Nachbarin Ute alles schon mitgemacht hatte, blieb ihm nichts anderes über, als dieses zu glauben.
Utes Leben blieb nicht sehr lange ohne Beziehung, und so kam es, dass sie in einer in der Nähe liegenden Gaststätte einen Türken namens Mustafa kennen lernte. Er war ein überaus höflicher sowie Kinderfreundlicher Mann. Er sprach zwar enorm schlecht Deutsch, jedoch konnte man an seinen herzlichen Handlungen erkennen, dass es ein sehr lieber Kerl war. Ute hatte so einen Mann niemals verdient sagte sich Christian oft genug. Ständig prahlte Ute mit Mustafas überaus großer Männlichkeit, von angeblich 28 Zentimetern herum, so dass es in der Nachbarschaft kein großes Geheimnis war.
Ute ging es in dieser Zeit blendend, und das war überall zu hören. Wie oft hörten Christian und Janine sie eine Etage höher keuchen, japsen und stöhnen bis tief in die Nacht. An einem Abend schaltete Christian Schröder sein CB- Funkgerät ein, und hörte plötzlich die Stimme von Utes Tochter Susanne, wie sie sich mit anderen Mitfunkern unterhielt.
Das Gespräch hatte einen sehr großen Reiz, weil immer wenn Susanne sprach, im Hintergrund dass stöhnen ihrer Mutter Ute zu hören war, die es im Schlafzimmer wild mit ihrem Mustafa trieb. Ute wurde durch diese Aktion eine mehr als bekannte CB- Funkerin für lange Zeit.
Irgendwie muss Gerhard Biermann, von dem seit einigen Wochen und Monaten nichts mehr zu hören war, raus bekommen haben, dass seine Noch-Frau, eine neue Beziehung hat. Fast jedes Mal wenn Mustafa von Ute aus zur Arbeit fahren wollte, waren ein oder zwei Reifen von seinem Auto zerstochen gewesen, was über Wochen ging. Ute bekam wieder einen mächtigen Bammel vor ihrem Mann, denn sie erinnerte sich an die Monate davor. Wieder einmal stand Christian mit seiner Janine hilfsbereit auf der Matte.
Nächtelang lauerten sie mit Handfunkgeräten bestückt im Hausflur hinter den Fenstern auf der Lauer, um Gerd Biermann auf frischer Tat zu ertappen, was nach etwa einer Woche gelang. Irgendwann morgens um 3 Uhr pirschte sich der knapp 50 Jährige Gerd auf leisen Sohlen über die Zäune des Hinterhofes heran, und zerstach binnen weniger Sekunden alle 4 Reifen von Mustafas Auto.
Aus allen Etagen des Hauses, klopfte es plötzlich lautstark an den Fensterscheiben, und Gerd Biermann bekam einen großen Schrecken. Blitzlichtgewitter von Fotokameras erhellten den ganzen Hof, und Gerd trat schnell die Flucht an. Wieselflink hüpfte er über die Zäune, und verschwand hurtig. Ute rief direkt die Polizei an, um eine Anzeige wegen Sachbeschädigung zu machen. Da sie mit zerstochenen Reifen nicht zur Polizeiwache fahren konnten, kamen die Polizisten persönlich raus, aber umsonst.
Beweisfotos waren keine vorhanden, der Täter war schon über alle Berge, und da alle aussagten, dass er schwarze Kleidung trug, hätte es Jeder sein können, so der Wortlaut der Beamten.
Von diesem Tage an jedoch, war mit jeglichen Reifen-Zerstechaktionen Schluss. Gerhard Biermann kam am gleichen Tag noch bei seiner Frau Ute zum Besuch vorbei, und versuchte ihr wahrhaftig zu erzählen, dass er nichts mit den platten Reifen zutun hat. Danach hörte man lange Zeit nichts mehr von ihm.
Wenn Utes Mustafa mal ein paar Tage nicht da war, wurde sie kribbelig, was bedeutete, dass sie wieder einen Kerl brauchte. Entweder hat sie sich beim Straßenfest um die Ecke abschleppen lassen, oder einer von Christians Kollegen war dran.
Eines Tages jedoch war auf nichts von beiden Möglichkeiten für Ute abzugreifen. Es war ein schöner, sonniger Sonntag- Nachmittag gewesen. Christian Schröder war mit einem guten Freund zum Angeln gefahren, der ihn um 14 Uhr mit dem Auto abholte. Ute wusste genau, dass Janine in dieser Zeit ganz alleine zu Hause war, und Langeweile hatte. Prompt schellte Ute bei Janine an, und überredete sie dazu, zu einem kleinen verspäteten Frühschoppen in die Trinkhalle dieses Hauses mitzukommen. Janine zu überreden, war für Ute das allerkleinste Problem, denn Janine sah an ihr hoch, wie ein Schüler zu seinem Lehrer hoch schaut, bzw. schauen sollte.
Die beiden Frauen becherten sich an diesem Nachmittag unten im Kiosk ordentlich einen, und plötzlich kam Christian mit seinem Angelfreund auf den Hof gefahren. Als Janine ihren Mann sah, bekam sie Panik, und flüchtete nach oben in die Wohnung. Hätte Er seine Janine in diesem grausamen Zustand gesehen, wäre der Ärger groß gewesen.
Nichts ahnend ging Christian direkt in den Garten, wo er Utes Mutter Elisabeth Wasilewski sah, um sich ein wenig zu ihr zu gesellen. Ute stand eine ganze Zeit in sicherer Entfernung, und beobachtete Christian und ihre Mutter, bevor sie sich dazu entschloss, zu ihnen zu gehen. Sie schwankte so dermaßen über den Hof, dass es ein Wunder war, dass sie ohne zu stürzen den Garten erreichte, wo sie sich direkt Hautnah neben Christian setzte, obwohl noch genügend Sitzplätze frei waren. Ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass Christian sich mit ihrer Mutter unterhielt, begrabschte Ute ihn sofort, und massierte seinen Rücken. Mit ihren langen Fingernägeln, kratzte sie Schrammen in seinem Rücken, denn sie schien mächtig heiß zu sein. Da es ein extrem heißer Tag war, war Christian nur mit einer dünnen kurzen Sporthose, sowie einem T- Shirt bekleidet, was Ute noch mehr anmachte.
Immer wieder nahm Christian ihre Hand, und riss diese von seinem Körper los, jedoch immer wieder fing sie erneut an, an Christian herum zu fummeln. Utes Mutter Elisabeth war das Verhalten ihrer Tochter so peinlich, dass sie aufstand und verschwand.
Christian hat sich mit der Ausrede, dass er mal zur Toilette müsste von Ute Luft gemacht, um zu schauen, wie es seiner Janine so geht, da er schon eine Ahnung hatte. Als Christian in der Wohnung die Schlafzimmertür öffnete, sah er, dass seine Janine betrunken im Bett lag, und am schnarchen war. Tür zuschlagend und genervt ging er wieder runter zu Ute in den Garten. Christian hatte sich von dem Abend doch einiges mehr versprochen, aber wieder einmal wurde nichts draus.
Ute hatte sich in der Zwischenzeit wieder etwas erholt, und fing an etwas klarer zu werden. Sie bemerkte sofort, dass Christian frustriert war, und fing ihn an zu trösten. Stundenlang hat sie krampfhaft versucht vergeblich in Christians Hose zu kommen. Er hätte natürlich auch nach oben in die Wohnung gehen können, aber dort ganz alleine zu sitzen, dazu hatte er keine Lust. Irgendwann nach 8 Flaschen Bier, etwa um ein Uhr nachts, hatte Christian keine Lust mehr dazu, sich gegen Utes Annäherungsversuchen zu wehren, und Ute nutzte diese Situation direkt aus. Sie jammerte herum, dass ihr kotzübel sei, und sie sich direkt hinlegen müsste. Da kein Kissen in greifbarer Nähe war, legte sie sich auf Christians Schoss, in dessen Hose schon seit Stunden der Teufel los war, was Ute natürlich bemerkte.
Mit einem gezielten Griff innerhalb weniger Sekunden, hatte sie Christians bestes Stück in der Hand, und Er ließ sich ein paar Sekunden von ihr verwöhnen. Plötzlich stand er wutentbrannt auf, und verlies schnurstracks den Garten in Richtung seiner Wohnung. Wahrscheinlich wollte Ute sich auf dieser Weise bei ihrem Nachbarn Christian Schröder für seine Hilfe in den letzten Monaten bedanken.
Schon ein paar Wochen zuvor hatte Ute versucht, ihn abends bei einem Spaziergang an einem abgelegten Spielplatz an die Wäsche zu gehen. Damals sollte es wahrscheinlich sein Geburtstagsgeschenk sein, weil er an diesem Tage 30 Jahre alt wurde.
Einige Tage sollten vergehen, bis sich die Beiden wieder sahen, jedoch war alles ganz anders wie vorher. Christian hatte Hass auf Ute, weil er nachdem letzten Abend genau erkannt hat, wie link Ute war, und das sie keine Skrupel davor hatte, selbst den Männern ihrer besten Freundinnen in die Hose zu gehen.
Der Kontakt zwischen Christian Schröder und seiner Nachbarin Ute Biermann brach etwas ab, und man sah sich doch wesentlich weniger wie in früheren Zeiten. Einmal war es das etwas schlechte Gewissen von Christian, andererseits ging es Ute gut, und in solchen Lebenslagen kennt sie kaum noch andere Leute.
Zu dieser Zeit gab es in dem Zeitschriftenkiosk dieses Hauses eine kleine personelle Veränderung, denn der langjährige Pächter hing sein Geschäft an den Nagel, und es folgten neue Inhaber.
Aus dem kleinen Büdchen von nebenan, wo es Eis, Süßigkeiten und Wundertüten gab, wurde ein populärer Treffpunkt der Nachbarschaft, wo nicht selten bis tief in die Nacht gefeiert wurde.
Das hat Ute wahnsinnig gut in den Kram gepasst, da sie sowieso ein „Mega Big Partygirl“ war, und sie konnte sich am Schalter noch so manche gute Mark verdienen, wenn sie dort aushelfen durfte. Die Monate vergingen, wie im Flug, und auch die Ehe von Dieter und Elvira Lange sollte in die Brüche gehen. Wer jetzt glaubt, dass aus Ute und ihrem Nachbarn Dieter ein Pärchen werden sollte, der hat sich kräftig getäuscht.
Die Scheidung von Dieter und Elvira Lange ging kurz und schmerzlos. Obwohl sie sich erst ein Jahr später trennten als Ute, wurden sie trotzdem eher geschieden. Jetzt gab es also zwei allein stehende Personen in diesem Achtfamilienhaus, mal abgesehen von dem 80 Jährigen Opa Schulz, der mit keinem etwas zu tun hatte, außer mit seinen beiden Kanarienvögeln, und seinem schwarzen Kater den er liebevoll „Herrmann“ nannte.
Dieter Lange war zu der Zeit etwa Mitte 40, und auch er hatte keine Freunde. Er hatte jedoch etwas gegen Christian Schröder gehabt, aber warum, dass wusste er wohl selber nicht genau. Utes Ansprechperson wurde immer mehr Dieter, denn er arbeitete sich im laufe der Zeit bei den Nachbarn und den Kunden des Kiosks mit seinen Lügengeschichten hoch. Er und Ute wurden richtig dicke Freunde (glaubte Ute), bis es zu einem ganz besonderen Vorfall in diesem ehrenwerten Haus, irgendwo im wunderschönen Essen kam.
Eine lange Feier bis in den tiefen Morgen, sollte einen tollen Abend im Kiosk des Hauses wo Ute Biermann, Christian Schröder und seine Janine sowie Dieter Lange wohnten beenden. Die Vier machten sich auf den Weg nach oben in ihre Wohnungen, und verabschiedeten sich im Hausflur.
Etwa fünf Minuten später schellte es Sturm an der Wohnungstür von Christian Schröder und Janine Bunzel, die schon im Bett lagen. Genervt zog sich Christian etwas drüber, und öffnete die Tür.
Ute, die schon seit über 2 Jahren nicht mehr vor dieser Tür stand, hat sich nach langer Zeit mal wieder verlaufen, und dass hatte seinen Grund. Laut schluchzend bat sie Christian mal ganz schnell runter in ihre Wohnung zu kommen, was dieser gutmütige Mann natürlich auch tat.
Was war bloß geschehen?
Die Antwort sollte Christian schon bald erfahren, als er in Utes Küche stand. Wasserfontänen schossen aus den Einbauleuchten ihrer Küchendecke heraus, auf den Teppichboden. Unaufhörlich. Unter jedem der 5 Strahler stand ein Eimer, der alle 2 Minuten voll war, und geleert werden musste. Christian schmunzelte etwas schadenfroh und meinte, dass es etwas ganz besonderes wäre, schon in der Küche duschen zu können, um sich im Badezimmer nur noch abtrocknen zu müssen, worauf Utes rum Geheule noch lauter wurde.
Scherz bei Seite dachte sich Christian, und griff der absolut überforderten Ute unter die Arme. Er gab ihr den Rat die Feuerwehr sowie die Polizei anzurufen, und sich dann mit den Hausbesitzern in Verbindung zu setzen.
Währenddessen kümmerte sich Christian um Verstärkung, und klingelte seinen Nachbarn Dieter Lange aus dem Bett, damit er einen Zeugen hat, um eine Etage höher die offen stehende Wohnung zu betreten, woher das Wasser kam.
Dieter und Christian betraten mit einer Taschenlampe die Wohnung, dessen Tür offen stand, und stellten fest, dass im Badezimmer unaufhörlich das Wasser aus dem Brauseschlauch lief, und dieser anstatt in der Badewanne auf dem Fußboden lag.
Die ganze Küchendecke ist stundenlang mit Wasser voll gelaufen, und niemand hatte es bemerkt. Als die Beiden wieder runter kamen, verschwand Dieter direkt in seine Wohnung. Christian fragte ihn, ob er nicht noch ein paar Minuten warten könnte, bis die Polizei eintrifft, wegen Zeugenaussagen, und was Dieter ihm da antwortete, war folgendes:
„DIESE ALTE FETTE SAU KANN MEINETWEGEN IN IHRER HÜTTE ABSAUFEN; DASS IST MIR DOCH SCHEIßEGAL!“
Christian zuckte doch etwas zusammen, als er diese Worte hörte, weil er dachte, dass Ute und er in den letzten 2 Jahre Freunde geworden sind, aber dem schien nicht so zu sein.
Die Polizei traf nach einer halben Stunde ein, checkte die Lage ab, und verschwand wieder. Das Wasser tröpfelte nur noch ganz langsam aus den Einbauleuchten, und Christian stand seiner Ute noch bis 8 Uhr bei.
Ein paar Stunden später gegen Mittag kam der Hausbesitzer Helmut Lorenz vorbei, um sich die Sachlage anzuschauen. Das schlimmste war, dass er die Unverschämtheit besaß, und Christian Schröder beschuldigte, nur weil er nebenan wohnte. Christian wäre seinem Haubesitzer am liebsten an die Gurgel gesprungen, aber Dieter Lange zeigte Charakter, und klärte den Sachverhalt auf.
Es sollte einer der ganz seltenen Augenblicke sein, dass Dieter Lange, Christian Schröder in Schutz nahm, weil er ihn eigentlich immer nur den Schmutz zog.
Ute Biermann hatte den Schock schnell wieder überstanden, denn in ihrer Haushaltskasse sollte es kräftig klingeln. Ein bekannter ihrer Tochter Susanne unterschrieb Ute, die Holzdecken bei ihr eingebaut zu haben, und zwar für nicht wenig Geld, obwohl Ute schon damals den Arbeitslohn von ihrem Hausbesitzer Herrn Lorenz zurück erstattet bekommen hat. Die Lorenzs brauchten sich um ihr Geld keine Gedanken zu machen, weil sie genug davon hatten, darum haben sie auch nie ihre Quittungen aufbewahrt, oder abgeheftet.
Kurze Zeit später sollte das seit längerem geplante Sommerfest der Funkerfreunde „Heißer Spargel“ kommen, indem Christian der erste Vorsitzende, und Ute die Kassiererin war. Es war schon seit Jahresbeginn geplant, und die Zeit rückte mit eiligem Schritt voran. Zu eilig, wie sich herausstellen sollte. Ute hatte sich Geld aus der Clubkasse geliehen, und zwar knapp 500 Mark. Einen Tag vor der Veranstaltung erfuhr Christian von Ute, dass nur ein paar Pfennige in der Kasse waren, und ihr Gejammer war groß.
Jetzt brannte gewaltig der Baum, und ganz besonders der Stuhl von Christian, der Ute bei seinen Hobbygenossen ein Jahr zuvor für dieses Amt vorgeschlagen hatte. Direkt am nächsten Morgen machten Christian, Janine und deren Bekannter sich auf den Weg, Geld zu organisieren. Bis mittags hatten sie es geschafft, sich von ihrer Familie sowie ihren Freunden insgesamt 400 Deutsche Mark zusammen zu leihen, damit dieses Herbstfest stattfinden konnte, währenddessen Ute mit ihrem dicken fetten Arsch zu Hause saß, und darauf achtete, dass ihre Schränke nicht geklaut wurden. Direkt und in Windeseile organisierten Christian und Janine noch die Sachen, die sie zu dem Fest benötigten, und somit war wieder einmal Utes Arsch gerettet. An der Feierlichkeit konnte Ute jedoch abends teilnehmen und ordentlich mitfeiern.
Das Leben in diesem Haus ging weiter, und Utes Tochter Susanne wuchs heran. Oft beklagte sie sich bei Christian, der gelegentlich ein offenes Ohr für „Susi“ hatte, dass Mustafa ständig nackt mit seinem „Riesendödel“ in der Wohnung herum laufen würde, und die Beiden nicht einmal die Schlafzimmertür schließen würden, wenn sie es miteinander treiben. Ja, Susanne konnte einem manchmal richtig Leid tun. Was die Kleine nicht so alles mitbekommen hat in dieser Zeit, war schon grausam.
Es dauerte wieder knapp 2 Jahre, die Ute Biermann benötigte, um bei Christian und Janine anzuklingeln. Auch dieses Mal brauchte sie wieder Hilfe, denn Christian sollte ihr etwas aus Gips gießen, was Ute Jemanden zum Geburtstag schenken wollte, und wieder tat er es. Da er gerade seine Wohnung renovierte, und die Wände verputzte, war es für ihn kein großer Umstand, ihr zu helfen. Susanne ihre Tochter war mittlerweile 17 Jahre alt, und hatte einen fast 30 Jährigen Freund, der sogar bei ihr wohnen durfte, was man diesem armen Mädchen aber noch nicht einmal für Böse nehmen konnte, denn sie hat sich ja so einiges bei ihrer Mutter abgeschaut.
Seit diesem Tage betrat Ute Biermann nie wieder die Wohnung von Christian Schröder und Janine Bunzel. Ein gnadenloser Nachbarschaftskrieg sollte in den nächsten Jahren folgen.
Der Dank für all die Hilfe, die Christian und Janine, Ute in all den Jahren gegeben haben ist der, dass Sie diese beiden lieben Menschen, gnadenlos in ihrer Umgebung durch den Schmutz zieht. Zusammen mit ein paar anderen Menschen hinter die sich Ute vor Christian versteckt, macht sie ihm das Leben zur Hölle.
Christian verspürt für diese Frau nur noch ein Gefühl, und zwar tiefer abgründiger Hass. Er wartet seit Jahren auf die richtige Situation, um mit dieser Person abzurechnen. Die „Ute Biermann Story“ ist an dieser Stelle vorerst zu Ende, aber sie wird bald bei einer anderen Story weiter gehen, weil Ute sich mit Jemanden gegen Christian Schröder zusammen getan hat.
Dieser Mann ist „Dieter Lange“, der es geschafft hat, mit Lügen, Heucheleien und Ellenbogen an die Sonnenseite der Gesellschaft zu gelangen.
Norbert van Tiggelen
April 2007 |
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