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BeitragVerfasst am: 21.04.2008, 11:22
frangsen
 
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Beiträge225
WohnortKiel


Hallo Kurt,

Zitat:
Wer sich selbst nicht mag, den moegen auch die andern nicht (Gott weiss, wer da gesagt hat...? Wahrscheinlich Oliver Kahn, G. Grass oder Friedmann oder sonstwer...)


...ich möchte nur noch anmerken, dass ich den Grund genannt habe, weshalb wir uns selbst mögen (können). Das vorstehende Zitat steht also gerade nicht im Widerspruch zu dem, was ich sage, sondern stimmt mit meiner Ansicht überein.

VGe Frank

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 21.04.2008, 11:46
Hakket (Moderator)
 
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Beiträge769
WohnortBremervörde


Hm, man merkt, dass gerade dieses Thema mit dieser Thematik ausgesprochen heikel ist.
Man könnte vielleicht einmal bei Kurt nachfragen, ob er speziell die Thematisierung Kerkelings zum Nazitum meint, oder ob man diese "Muss" nicht einfach austauschen kann.
Beispiel für ein erfolgreiches Buch (stammt nicht von mir): Man schreibe für Frauen um die 35 (die meisten Leser sind Frauen um die 35), eine Frau in diesem Alter als Heldin, die sich ihren Platz in der Gesellschaft hart erkämpfen muss, und mindestens eine Sexszene. - So macht man einen Bestseller.
Also, auch hier gibt es "Muss".

Würden wir auf Grund dieser Aussage das gleiche Thema diskutieren, würden wir dann auch so schreiben, wie wir es jetzt tun? (Stichwort Neid?)

@ mtg: Ich habe eher den Eindruck (wie gesagt, ist nur ein Eindruck), dass Deutschland regelrecht "führend" in Punkto Geschichtsaufarbeitung ist. Und was die historische Korrektheit angeht ... naja, man sollte sich klarmachen, dass alle Geschichtsbücher in Teilen lügen. Warum? Weil sie von den "Gewinnern" "geschrieben" wurden. (Es muss alles in der DDR schlecht gewesen sein, weil ja der Westen den Osten "besiegt" hat. Wenn der Westen zugeben würde, dass es Dinge in der DDR gab, die ja doch nicht so ganz falsch waren, müsste er sich ja wieder rechtfertigen, usw)
Nochmal: Ich will hier nichts und niemanden verteidigen. Aber ich habe schon das Gefühl, dass wir Deutsche in bestimmten Belangen irgendwie etwas merkwürdig ticken.

Es gab mal den Aufkleber "Ich bin stolz ein Deutscher zu sein"
Okay, der Aufkleber wurde vorzugsweise von Nazis genutzt, was scheiße ist. Aber im Ernst - warum "darf" man nicht stolz darauf sein? Haben wir Deutsche auch nicht eine Menge guter Eigenschaften? Dürfen wir uns nicht hin und wieder auch einmal darauf aufmerksam machen? Scheinbar nicht. Denn irgendwie scheint immer ein dunkler (brauner) Schatten über uns zu schweben, und jegliche Besinnung auf deutsche Tugenden könnte ja dazu führen, dass wir wieder andere Völker unterdrücken. blink
Wie sagte Köhler so schön? "Das Barbarentum liegt den Deutschen in der Seele." Dass die (Germanen) nur zwecks Propagandazwecken der Römer als Barbaren tituliert wurden, ist ja egal ... Dass die Germanen im Schnitt ein bis zwei Köpfe größer als die Römer waren und wesentlich kräftiger und im Kampf ungestümer ... ist ja egal. Sind Barbaren. Dass die ach so zivilisierten Römer ihre Frauen und Kinder - die sie nicht haben wollten - auf den Marktplatz zum Verrotten geschmissen haben ... ach egal. Dass die Germanen sehr früh sehr soziale Gesetze hatten ... ach egal - sind ja Barbaren. Usw.

Die - zugegeben - nicht sehr glücklichen Äußerungen einer Eva Herrmann und die darauf folgende (vorgeführte) Reaktion eines Herrn Kerners hauen in dieselbe Kerbe.

Woher kommt die wohl einzigartige Regulierungswut und Gesetzeswut in diesem Land? blink

Wie gesagt - meine Ausführungen haben keinerlei Anspruch auf historische oder sonstige Korrektnis (bis auf die Sache mit den Römern). Ich fühle nur so. Wenn ich mich aufgrund meiner Gefühle schlecht fühlen muss - okay, muss ich mit leben.

Gruß
Hakket

_________________
In jedem Menschen existieren dunkle Orte, für die es keine offizielle Wegbeschreibung gibt. Und wer glaubt, keinen dieser Orte in sich zu tragen, hat den Weg dorthin nur noch nicht gesucht.
www.tordenfjord-verlag.de

BeitragVerfasst am: 21.04.2008, 12:48
mtg
Gast
 


Hakket (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
@ mtg: Ich habe eher den Eindruck (wie gesagt, ist nur ein Eindruck), dass Deutschland regelrecht "führend" in Punkto Geschichtsaufarbeitung ist. Und was die historische Korrektheit angeht ... naja, man sollte sich klarmachen, dass alle Geschichtsbücher in Teilen lügen. Warum? Weil sie von den "Gewinnern" "geschrieben" wurden. (Es muss alles in der DDR schlecht gewesen sein, weil ja der Westen den Osten "besiegt" hat. Wenn der Westen zugeben würde, dass es Dinge in der DDR gab, die ja doch nicht so ganz falsch waren, müsste er sich ja wieder rechtfertigen, usw)
Nochmal: Ich will hier nichts und niemanden verteidigen. Aber ich habe schon das Gefühl, dass wir Deutsche in bestimmten Belangen irgendwie etwas merkwürdig ticken.

Hakket, jetzt schütte mal nicht das Kind mit dem Bade aus. ich habe mich lediglich (?) darüber ausgelassen, dass die Aufarbeitung des III. Reiches in Ost und West sehr unterschiedlich abgelaufen ist. Mit Resultaten, über die sich heute Leute wundern. Ich habe da keine Qualitätskriterien - nicht einmal unterschwellig - mit verbraten. Ich wundere mich nur, dass Leute wie wir hier im Pool sich über Eva Hermann und dergl. belustigt auslassen, aber in Postings wie z B von Riemenschneider oder PvO exakt dieselben Themen und Anmerkungen kommen. Warum bitte schön muss immer sofort eine Verbindung zu Hitler, Heil und Hakenkreuz gezogen werden. Wir schreiben das Jahr 2008 - also sind seit dem berühmten "n. Chr." 1.996 Jahre ohne die Nazis (zumindest an der Regierung) vergangen. Aber nein - die 12 Jahre müssen es sein. Und im selben Moment, wo sie zum Verglich herangezogen werden, werden Vergleiche damit verdammt.

Perverse Mentalität. Bücher von Menschen dieses Geistes möchte ich nicht lesen.

BeitragVerfasst am: 21.04.2008, 13:10
Hakket (Moderator)
 
Anmeldedatum14.09.2007
Beiträge769
WohnortBremervörde


Ja mtg,
ich wollte auch nichts verschütten. Ich glaube, wir sind auch größenteils einer Meinung. Es ist oftmals sehr schwierig, wenn man nur in einem Forum hin- und her schreibt, geanu das zu treffen, was der andere meint.
Man steuert leicht in eine Richtung, die man so nicht wirklich wollte.

Und gerade bei dem Thema hat man immer das Gefühl, man müsse sich für irgendwas rechtfertigen - was eigentlich Unsinn ist.

Nix für Ungut redface

Gruß
Hakket

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Verfasst am:
 


Re: too little - too late

BeitragVerfasst am: 21.04.2008, 14:21
HuWes
 
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Beiträge32


Riemenschneider hat Folgendes geschrieben:
Hallo Huwes, ja denn, Entschuldigung, ich dachte nur, dass man sich ja mal ueber sowas Bescheuertes unterhalten koennte, wie Rassimsus in der Literatur. Vor allem im Anschluss an Wolf-Geros Langzeit-Kurzzeit-Debatte.


Mir scheint, es geht hier mehr um Selbstmitleid und Vermeidungsstrategien, damit man sich mit den Fehlern der eigenen Vergangenheit nicht auseinandersetzen muss.

Riemenschneider hat Folgendes geschrieben:

In Australien denkt man da etwas mehr geradeaus. ja ich moechte sagen , dass man das auf der ganzen Welt tut , zumindest hinsichtlich der Zuneigung zu seinem eigenen Volk (darf man das Wort "Volk" noch sagen? Ich glaube das wird demnaechst durch "Bevoelkerung" ersetzt - ein Grund zum kollektiven Freuen).


Die Australier haben sich extrem schwer getan und tun sich noch schwer, ihr Verhalten gegenüber den Aboriginies einzugestehen. Erst jetzt hat es eine offfizielle Entschuldigung der australischen Regierung gegenüber den Aboriginies gegeben.

In den USA werden die Ureinwohner ("native americans") bis heute wie Kriegsgefangene in Reservaten gehalten. Eine Aufarbeitung des Völkermordes des 19. Jahrhunderts steht noch immer aus.

Großbritannien und Frankreich haben sich als Kolonialmächte auch nicht gerade durch Freundlichkeit ausgezeichnet, von Belgien und seinen Abschlachtorgien im Kongo ganz zu schweigen.

Wenn du so was unter "geradeaus Denken" verstehst, kann ich drauf verzichten - auch auf die australische Variante.

Vielfach ist es sogar so, dass uns die Menschen in anderen Staaten darum beneiden, wie konsequent wir unsere Vergangenheit aufgearbeitet haben.

Riemenschneider hat Folgendes geschrieben:

Wer sich selbst nicht mag, den moegen auch die andern nicht (Gott weiss, wer da gesagt hat...? Wahrscheinlich Oliver Kahn, G. Grass oder Friedmann oder sonstwer...)


Ist das wirklich so?

Pressemitteilung der dpa vom 03.04.2008

Deutschland genießt einer neuen Studie zufolge das höchste Ansehen auf der Welt. Im Durchschnitt haben 56 Prozent der Befragten in 34 Ländern ein positives Bild von der Bundesrepublik, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der britischen Rundfunkanstalt BBC unter mehr als 17 000 Menschen hervor. Dagegen sehen 18 Prozent Deutschland eher negativ. Auf den weiteren Plätzen folgen Japan, die EU, Frankreich und Großbritannien. Das Schlusslicht bilden wie in den Vorjahren Iran und Israel. Auch Pakistan schnitt bei der Bewertung schlecht ab. Die USA konnten erstmals seit Jahren ihren Ruf wieder verbessern.

Vor allem in Europa hat Deutschland ein gutes Image: In Italien halten 82 Prozent der Befragten Deutschlands Einfluss für positiv. Es folgen die Spanier, Portugiesen und Franzosen. Auch 62 Prozent der Briten und 61 Prozent der Russen haben ein gutes Deutschlandbild. Dagegen hat mit 47 Prozent die Mehrheit in der Türkei ein negatives Bild von Deutschland. Auch in Ägypten wird Deutschland hauptsächlich negativ gesehen. Punkten kann die Bundesrepublik dagegen in Australien (71 Prozent haben gutes Bild), Kenia (73 Prozent) und China (58 Prozent).
[...]
Die Umfrage führten das Meinungsforschungsinstitut GlobeScan und die Universität Maryland im Auftrag der BBC vom 31. Oktober bis Ende Januar durch. Beurteilt wurden 23 Länder. Deutschland wurde zum ersten Mal in die Untersuchung aufgenommen.



Jeder zieht sich halt den Stiefel an, der ihm an besten passt.

BeitragVerfasst am: 21.04.2008, 16:13
SandraR
 
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Beiträge340
WohnortMoskau


Irgendwie hat man das Gefuehl, einige meinten wenn sich ein Autor ueber ein Buch beschwert, muss dies automatisch "neid" sein. Ergo, Autor darf andere Autoren nicht beurteilen, sonst ist er sowieso nur neidisch.
Das ist dann keine Diskussion, sondern einfach ein Totschlagargument! Muss man ein Buch nur deswegen gut finden weil es auf der Sellerliste steht? Dann waere Goethe schon laengst im Muell, der verkaufte sich urspruenglich garnicht gut.
Tatsache ist, es gibt nun mal tatsaechlich "muss" die dem Verkauf unabhaengig des Rests durchaus nachhelfen koennen.
Sandra

_________________
russland-buecher.ru

BeitragVerfasst am: 21.04.2008, 16:17
Birgit Fabich
 
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tja und ich sag mal, dass mir das Buch gefallen hat,
egal wo es steht... Confused

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www.blix-derneueselbstverlag.de

BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 00:12
mtg
Gast
 


SandraR hat Folgendes geschrieben:
Irgendwie hat man das Gefuehl, einige meinten wenn sich ein Autor ueber ein Buch beschwert, muss dies automatisch "neid" sein. Ergo, Autor darf andere Autoren nicht beurteilen, sonst ist er sowieso nur neidisch.
Das ist dann keine Diskussion, sondern einfach ein Totschlagargument! Muss man ein Buch nur deswegen gut finden weil es auf der Sellerliste steht? Dann waere Goethe schon laengst im Muell, der verkaufte sich urspruenglich garnicht gut.
Tatsache ist, es gibt nun mal tatsaechlich "muss" die dem Verkauf unabhaengig des Rests durchaus nachhelfen koennen.
Sandra

Sorry Sandra - aber offensichtlich hast Du den ursprünglichen Beitrag gar nicht verstanden...

zukunft oder Vergangenheit, das ist die Frage

BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 01:36
Riemenschneider
Gast
 


Hallo Streiter fuer eine bessere Welt,

vielen Dank Sandra, das ist Balsam, bin naemlich tatsaechlich nicht neidisch. Hatte Kerkeling als Hoerbuch beim Anstreichen konsumiert und da ich ihn wirklich - wegen seinem guten Humor - mag, hatte ich mich darauf sehr gefreut. Hat mir nicht die Schuhe ausgezogen, war aber unterhaltsam, also alles was beim Anstreichen zaehlt.

Nur das permanente "Ach, da ist die schon wieder (die widerliche, blonde, huenenhafte Deutsche, die alles besser weiss und laut ihr anstoessiges Zeug rausplaerrt" und die Oesterreicherin, die dumme Nudel, die immer nur in "G'schaefterl" gehen will und abstossenderweise ihren Dialekt redet und daher ebenfalls vermieden werden muss). Als ich mich dann dabei ertappte, diese (Gertrud oder so?? ) nicht zu moegen, merkte ich, dass ich genauso reagiere, wie man reagieren soll. Dagegen habe ich mich dann innerlich etwas aufgelehnt, denn ich bin gegen Manipupalionen aller Art (auch Gen-Manipulation und Manipulation der Nazis in Richtung Herrendenken (!)) und Denunzierung anderer). Da hab ich mich irgendwann einmal gefragt, ob Hape jemals Nicht-Deutsche so ausdauernd durch den Kakao ziehen wuerde, denn meiner Meinung nach gibt es bloede (und nichtbloede) Menschen bei allen Rassen, Voelkern und Nationen (die statistische Wahrscheinlichkeit von hundert persoenlich kennengelernten Wanderern zwei Widerlinge zu treffen, die beide aus dem deutschsprachigen Gebiet stammen, ist bei 1,5 Milliarden potentiellen katholischen Wanderern aus aller Welt ziemlich klein (...nach Kolmogoroff). Dann kam Hapes Traum von Breslau. Hape hatte in dem Traum eine juedische Familie im Keller versteckt und dann klopfte es und ja... , die wurden dann leider abgeholt und ins Kazett gebracht. Ein Klischee zum Heulen. Dann kam unweigerlich Hitler. Ein mysterioeser Typ aus Lateinamerika wollte trickreich erreichen, dass Hape sich endlich seinen Hitlerhass von der Seele schreit. Das macht der dann auch aeusserst theatralisch - im Stil einer kleinen persoenlichen Teufelsaustreibung. Danach konzentrierte sich Hape wieder auf die Wanderung auf dem Jakobsweg und auf seinen Freundeskreis aus beinahe aller Welt.

Ich gebe zu, dass ich etwas kurzatmig bin, wenn es um diese ewigen (!) anti-irgendeine-Gruppe-Personenbeschreibungen geht. Dem zugrunde liegt wohl das Poster mit dem Juden, dem die Nazis ein Schild mit der Aufschrift "Kauft nicht bei Juden" umgehaengt hatten. Man erinnert sich?!
Ich mag - wie gesagt - derlei Manipulationsversuche nicht, sowas ist "an insult of my intelligence" (t'schuiung, mir fehlen da die deutschen Worte).
Da ich aber gerecht und unvoreingenommen, unrassistisch und streng nach dem Motto "Ich habe dazugelernt!!!!" leben moechte, spreche ich mich gegen jede Art des Rassimus aus , auch den andauernden Anti-Germanismus.
Und bitte, Hapes Buch ist nur EIN Beispiel. In "Noerdlich von Afrika" (glaube so hiess das gute Buch...) kommt der Held (die Heldin?) nach Deutschland und die erste Person die er, sie, trifft ist eine blonde deutsche Beamtin an einem Schalter, die beim Reden staendig ihre gelben Zaehne und ihr gesamtes oberes Zahnfleisch entbloesst und dann auch noch den Ton angibt. Widerliche Vorstellung das Ganze. Was die Zaehne und die Haarfarbe der Blondine mit dem Inhalt des Buches zu tun haben, ist eigentlich offensichtlich. Hier wird ein negatives Portrait der Deutschen aufgebaut. Weiss nicht, wie das Buch weitergeht, weil ich naemlich nicht mehr weitergelesen habe, nach der Zahnfleischsache. Ich koennte jetzt viele Beispiele bringen, aber lassen wir das ermuedende Trauerspiel.
Auf der anderen Seite, redet man Martin Walsers Buecher schlecht. Tja, vielleicht sollte der mal das richtige Thema traeumen und einflicken...., dann braeuchte er keine Kritikermoerder zu erfinden.

Es ist auch interessant zu sehen, dass es tatsaechlich noch Menschen gibt, die glauben, wir wuerden unsere Vergangenheit nicht oder nur ungenuegend aufarbeiten. Das ist typisch. Dabei sind wir die absoluten Weltmeister im Vergangenheitaufarbeiten. Niemand wird uns jemals diesbezueglich das Wasser reichen koennen.
Komischerweise behaupten alle die anderen Missetaeterlaender, die Weltmeister im Verdraengen sind, dass sie ganz toll aufarbeiten und aufgearbeitet haben. Sowas nenne ich gesund (siehe Tuerkei).
Im Strafvollzug plaedieren wir komischerweise dann allem zum Trotz fuer die Gleichbehandlung von Kriminellen, denn sie haben ja ihre Strafe verbuesst.... (vgl auch manilulierende Namensgebung: Straffaelliggewordene nennt man Krims, was eine nette Verharmlosung ist, und ganz klar und hart: "Taetervolk", "Die Taeter" , wenn es sich um Deutsche handelt), Churchill ist an dieser Stelle ein MUSS: Die D machen keine Fehler, ausser den allergroessten.. Mann, wie das wieder passt!!

HuWes hat da schon eine kleine Liste gepostet mit Voelkern , die ebenfalls Leichen im Keller haben, dies aber nur minimal "aufarbeiten" - jedenfalls lange nicht so gruendlich wie wir Deutschen das tun. Man koennte HuWes' Liste noch mit unzaehligen anderen Namen ergaenzen. Aber eben weil diese Voelker lieber Vergessen und Verdraengen, wissen wir kaum was ueber ihre Leichen. Wem schadet und wem hilft es ? Es hilft den Nachfolgegenerationen der Taetervoelker, die einfach - Dank ihrer Ignoranz - selbstbewusst und normal vor sich hin- und weiter leben. Es schadet niemand, denn wir koenen nichts ungeschehen machen. Wir Deutsche verarbeiten unsere 12jaehrige Vergangenheit (alle andere Vergangenheit wird nicht verarbeitet, denn sie ist gestorben) so gut, dass wir total den Ueberblick verloren haben. Wir haben uns damit abgefunden, die Pflicht zum Aussterben zu haben. Und tatsaechlich: das deutsche "Wesen" hat sich evolutionaer gesehen als nicht ueberlebensfaehig herausgestellt. Wir sind eben zu extrem geworden und schwingen hin und her ohne Mass und Ziel - vom welterobernden, zackigen Herrenmenschen zum selbstzerfleischenden, kinderlosen, vergangenheitsbesessenen Doofmann ohne Rueckrat (entschuldigung fuer Doofmann/frau, aber mir faellt nichts anderes ein, so sehr ich mich bemuehe).
Die Deutschen brachten im Mittelalter zweimal soviele Hexen um, wie ganz Europa zusammen.
Heute nehmen wir zweimal soviele Asylanten, wie ganz Europa zusammen.
Sehen wir den Extremismus? Nein.
Haben wir dazugelernt? Nein.
Wir sind eben extrem und das ist langfristig nicht gesund. ( extreme Einwanderung fuehrt dann wieder zu extremer Fremdenablehnung, sowie die Kuehlschraenke leerer werden..., Laender ohne extr. Einwa, haben keine Ueberfremdung mit allem was dazugehoert, siehe die Langzeitdenker aus Israel, die haben mit albanischen Asylanten nicht viel am Hut, singen aber im Eurovisionswettstreit und spielen im Uefa-Cup mit.
Dann wiederum: Woerter wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, werden im Zusammenhang mit Israel sowieso nicht verwendet. Ungerecht? Ja. Schlau? Auch ja. Eigennuetzig? Ja, selbstverstaendlich.

Kurzfristig ist es natuerlich recht gut gruendlich zu sein : wir bauen die besten Autos, haben den besten Sozialstaat (oder hatten?), wir sind die tolerantesten Leute in Sachen Religion und Einwanderung, und wir haben die besten Foren, wenn auch wahrscheinlich nicht die besten Autoren. Der "Spiegel" Nr 11, 10.3.08
stellt Autoren vor, St. 158
Namen sind wie folgt: Emanuelle Pagano, Johano Strasser, Ivana Sajko, Andrea Camilleri, Jenni Erpenbeck (wow), Elliot Perlman, Gregoire Bouillier, Gwendoline Riley, Feridun Zaimoglus, Christian Maehr (wow, jetzt aber..!), Amy Bloom und Sherko Fatah. Liest sich wie die Namen einer Bundesligamannschft.
Wie waer's mit der Vorstellung von ein paar mehr deutschen Autoren auf deutschen Buchmessen (bin garantiert nicht neidisch, nur gegen Diskriminierung) - oder kriegt Ihr Schreiberlinge wirklich nichts Gescheites mehr auf die Beine?

Das Wort zum Abschied: Wer in der Vergangenheit lebt, hat keine Zukunft.
Gruss aus Aus
Kurt

BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 09:14
mtg
Gast
 


Riemenschneider,

ich bin ja schon sehr beeindruckt, wie weit Du Dich mit Deinem letzten Posting von der Eröffnungsargumentation entfernt hast.
Zitat:
"Ach, da ist die schon wieder (die widerliche, blonde, huenenhafte Deutsche, die alles besser weiss und laut ihr anstoessiges Zeug rausplaerrt"

ist also der Beleg für die These
Zitat:
1. alle "Menschen mit deutschsprachigem Hintergrund", die er auf seiner Wanderung trifft, sind negativ portraitiert, alle "nicht-deutschen" positiv. (Bei den Nazies war das umgekehrt und nicht minder rassistisch und schlimm....).

????

Wie schlichten Gemütes kann man eigentlich sein? Ich bin mir sicher, dass jeder von uns - bei irgendeiner Gelegenheit - einem Menschen begegnet ist, den er zwischen unangenehm und widerlich eingestuft hat. Aber dann geht es vorrangig um diesen einzelnen Menschen, der aber nicht stellvertretend für eine Nation, ein Volk oder dergl. ist. Die Nazi-Argumentation, die Du später Hape vorwirfst, nimmst Du selbst hier bereits vorweg. Marke Glashaus...

Mit welchem Recht bzw. welcher Kenntnis - außer einer theoretischen - behauptest Du
Zitat:
(die statistische Wahrscheinlichkeit von hundert persoenlich kennengelernten Wanderern zwei Widerlinge zu treffen, die beide aus dem deutschsprachigen Gebiet stammen, ist bei 1,5 Milliarden potentiellen katholischen Wanderern aus aller Welt ziemlich klein (...nach Kolmogoroff)

wenn es auf der anderen Seite völlig klar ist, dass bei Deskriptionen dieser Art die Auffälligen eher Chancen haben, verarbeitet zu werden als die, die weniger auffallen, weil sie sich vielleicht besser oder intensiver der Idee des Jakobsweges widmen?

Der Titelheld in Deinem Buch ist wahrscheinlich kein Buchhalter, der ein stilles, zurückgezogenes Leben ohne Auffälligkeiten führt - oder doch? Komisch - DU darfst - aber Hape nicht?

Und das Beispiel
Zitat:
Was die Zaehne und die Haarfarbe der Blondine mit dem Inhalt des Buches zu tun haben, ist eigentlich offensichtlich. Hier wird ein negatives Portrait der Deutschen aufgebaut.

ist völlig daneben. Anhand einer Zahnreihe oder einer schlechten Haarfärbung werden nicht "die Deutschen" negativ dargestellt. Wen Du das echt glaubst, dann hast Du ein Problem mit Deinem Selbstverständnis...

Über den Rest decke ich mal den Mantel des Schweigens. Aber eine Frage habe ich noch:
Zitat:
Wie waer's mit der Vorstellung von ein paar mehr deutschen Autoren auf deutschen Buchmessen (bin garantiert nicht neidisch, nur gegen Diskriminierung) - oder kriegt Ihr Schreiberlinge wirklich nichts Gescheites mehr auf die Beine?

Dummdreist. Lächerlich. Oder wie viele Literaturnobelpreise hast Du schon eingeheimst...

Ach - @ Sandra; Bevor Du meinen Kommentar missverstehst:
Zitat:
Tatsache ist, es gibt nun mal tatsaechlich "muss" die dem Verkauf unabhaengig des Rests durchaus nachhelfen koennen

Wenn ein "muss" etwas kann, dann ist es kein "muss" mehr. Das ist das Schöne an der deutschen Sprache, dass sie so genau ist - wenn man denn möchte. Und kann...

BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 09:36
PvO
 
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Ich denke auch, dass wir Weltmeister im Aufarbeiten sind und ich kann es schon nicht mehr hören. Wie oft denn noch?, frage ich mich immer, wenn mal wieder so etwas durch die Medien geht. Die, die das anzeltteln, gegen das Vergessen, tuen es oft genug, um nicht selbst in die Vergessenheit zu geraten. Ich mache drei Kreuze, wenn es endlich keine Überlebenden mehr gibt. Dann dürften wir nämlich genug aufgearbeitet haben.
Im übrigen stimme ich folgendem zu:
Zitat:
Wir schreiben das Jahr 2008 - also sind seit dem berühmten "n. Chr." 1.996 Jahre ohne die Nazis (zumindest an der Regierung) vergangen. Aber nein - die 12 Jahre müssen es sein. Und im selben Moment, wo sie zum Verglich herangezogen werden, werden Vergleiche damit verdammt.

Es ist oftmals sehr schwierig, wenn man nur in einem Forum hin- und her schreibt, geanu das zu treffen, was der andere meint.
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Zuletzt bearbeitet von PvO am 22.04.2008, 10:02, insgesamt einmal bearbeitet

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BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 09:44
hawepe
 
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Hallo,

PvO hat Folgendes geschrieben:
Ich mache drei Kreuze, wenn es endlich keine Überlebenden mehr gibt. Dann dürften wir nämlich genug aufgearbeitet haben.


Ehrlich gesagt habe ich schon lange nicht mehr etwas derart widerliches gelesen.

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 09:46
mtg
Gast
 


Heinz,

ich stimme Dir zu 200% zu.

Meine Einlassung "Perverse Mentalität. Bücher von Menschen dieses Geistes möchte ich nicht lesen." richtete sich auch gegen PvO. Wie man sieht - mit Recht. Und ich möchte sie nicht von ihm zitiert sehen.

Nachtrag: Es ist gut, dass er das Zitat entfernt hat.

BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 10:39
Irrlicht
 
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PvO hat Folgendes geschrieben:
Ich mache drei Kreuze, wenn es endlich keine Überlebenden mehr gibt. Dann dürften wir nämlich genug aufgearbeitet haben.


Neben der unerträglichen Geisteshaltung, die dieser Einstellung zugrunde liegt, bringst du möglicherweise zusätzlich den Betreiber dieser Seite in juristische Probleme.

BeitragVerfasst am: 22.04.2008, 10:52
PvO
 
Anmeldedatum21.10.2007
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Ich stehe zu meiner Meinung. Ich kann von alldem nichts mehr hören.
Sollte es Probleme geben, lag das nicht in meine Absicht und der Admin sollte handeln.

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