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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Meinungspool » E-Books - sinnvoll oder Unfug?
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E-Books - sinnvoll oder Unfug?

BeitragVerfasst am: 03.08.2007, 12:44
dbs
Gast
 


Hi!

In der letzten Zeit häufen sich die Fragen zum Thema E-Books - hier im Autorenforum, aber auch anderswo.

Ich nutze die Gelegenheit und möchte eine Diskussion zum Thema anstoßen, was ihr von E-Books haltet.

Zur Definition:
Ein E-Book ist Buch in digitaler Form, das zwar die Struktur eines Buches aufweist, für dessen Lektüre aber ein bestimmtes Gerät erforderlich ist (Anm.: ein amerikanisches Gericht hat dem E-Book die Eigenschaft eines Buches per Urteil abgesprochen und das E-Book als neue Form der Nutzung definiert).

1996 kam mit dem "Rocket eBook" ein erstes Lesegerät auf den Markt. Vollmundig wurde das Ende des gedruckten Buches angekündigt - das "Rocket eBook" wurde nach wenigen Monaten vom Markt genommen.

2004 nahm sich Sony des E-Books an und produziert für den japanischen Markt ein Lesegerät. Der Erfolg steht noch aus.

Für PC, Notebook und PDA gibt es E-Book-Software, mit der Bücher am Bildschirm gelesen werden können.

Soweit ein paar Informationen. Nun etwas zu den Vor-/Nachteilen des E-Books:

Vorteile:
+ E-Books lassen sich günstig herstellen, da die Druckvorlagen bei den Verlagen meist in digitaler Form bereits existieren
+ E-Books verfügen über Meta-Ebenen, die ein Buch nicht hat (Suche, Navigation, Filter)
+ E-Books wiegen nichts (das Lesegerät mal außen vor), so können viele Tausend Seiten Texte mitgeführt werden, ohne dass ein Gewichtsproblem besteht

Nachteile:
- gedruckte Bücher lassen sich einfacher lesen als E-Books
- die Lesegeräte für E-Books sind nicht augenfreundlich
- zum Lesen von E-Books wird eine Energiequelle benötigt
- bei E-Books besteht die Gefahr einer Raubkopie (vgl. Musik, mp3)


Meines Erachtens nach wird sich das E-Book im wissenschaftlich-technischen Bereich durchsetzen: der Techniker, der per E-Book in einem Handbuch nachliest; der Wissenschaftler, der eine Abhandlung in Form eines E-Books studiert; der Schüler, der auf Duden, Lexikon oder Schulbuch in Form vom E-Book zugreift.

Im Bereich der Belletristik wird das E-Book scheitern. Niemand wird sich mit einem PDA unter den Sonnenschirm setzen und den neuen 800-Seiten-Roman von Stephen King lesen. Wer das mal testen will, dem sei die Webseite des "Project Gutenberg" empfohlen, wo man kostenlos Weltliteratur lesen kann. Hier ein Beispiel:

Gottfried Keller - Die Leute von Seldwyla
http://www.gutenberg.org/dirs/etext04/8dls110.txt

Ich persönlich halte es für fast unmöglich, so ein Werk am Bildschirm zu lesen ... aber wer weiß?

Wie ist eure Meinung zum Thema E-Book ?

Grüße
Siegfried

Verfasst am:
 


Re: E-Books - sinnvoll oder Unfug?

BeitragVerfasst am: 03.08.2007, 13:52
hawepe
 
Anmeldedatum15.04.2007
Beiträge1965
WohnortBerlin


Hallo Siegfried,

dbs (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Vorteile:


+ E-Book nehmen nahezu keinen Platz weg. Bei der letzten Zaehlung vor einigen Jahren gab es in unserem Haushalt annaehernd 2000 Buecher. Ohne doppelte Reihen geht es deshalb schon lange nicht mehr und ueberall liegen Buecher auch noch quer drueber.

Das alles wuerde wohl bequem auf eine Festplatte passen. Selbst wenn es wegen der Backups ein paar mehr wuerden, wieviel Platz wuerden wir gewinnen...

Zitat:
Nachteile:
- gedruckte Bücher lassen sich einfacher lesen als E-Books


Unbestritten. Das ist ihr groesstes Manko. Und das, was ihren Einsatz noch sehr einschraenkt. Doch das wird sich aendern (okay, ist Zukunftsmusik).

Zitat:
- zum Lesen von E-Books wird eine Energiequelle benötigt


Gerade bei juengeren Menschen ist der PC sowieso meistens eingeschaltet. Und Lesegeraete sollten sich zukuenftig auch mit Solarzellen betreiben lassen.

Zitat:
- bei E-Books besteht die Gefahr einer Raubkopie (vgl. Musik, mp3)


Und ein Buch kann man fotokopieren. Wenn man mal in groessere Bibliotheken geht, kann man sich selbst davon ueberzeugen.

Die meisten E-Book-Formate kann man eben nicht kopieren. Anders sieht es nur bei E-Books auf der Grundlage von PDF-Dateien aus.

Aus Raubkopien kann man ausserdem nicht auf entgehende Umsaetze schliessen. Wer glaubt z.B. schon, dass die Jugendlichen, die in grossen Mengen Musik raubkopieren, diese sich kaufen wuerden? Man kann jeden Euro naemlich nur einmal ausgeben.

Ich habe waehrend meines Studiums massenweise Buecher kopiert, weil ich eben kein Geld hatte, mir sie zu kaufen.

Der ganze Kopierschutz hat zudem den Nachteil, dass oft viele Hindernisse vor den ersten Blick in das E-Book gelegt werden: du brauchst das passende Betriebssystem, die richtige Software, musst eventuell des E-Book erst fuer ein bestimmtes Geraet freischalten.

Und willst du es in einigen Jahren wieder lesen, kommst du unter Umstaenden nicht mehr an den Inhalt ran, weil du ein neues Lesegeraet hast und der Anbieter zum neuen Freischalten nicht mehr existiert.

Zitat:
Meines Erachtens nach wird sich das E-Book im wissenschaftlich-technischen Bereich durchsetzen: der Techniker, der per E-Book in einem Handbuch nachliest; der Wissenschaftler, der eine Abhandlung in Form eines E-Books studiert; der Schüler, der auf Duden, Lexikon oder Schulbuch in Form vom E-Book zugreift.


Bloss gerade in diesen Bereichen wirkt sich der Kopierschutz extrem negativ aus. Jedes Zitat darf man wie zu alten Zeiten abschreiben, anstatt es per Copy & Paste einzufuegen.

Zitat:
Im Bereich der Belletristik wird das E-Book scheitern. Niemand wird sich mit einem PDA unter den Sonnenschirm setzen und den neuen 800-Seiten-Roman von Stephen King lesen.


Das haengt vor allem von der weiteren Entwicklung der Lesegeraete ab.

Beste Gruesse,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 16.08.2007, 15:20
robertwalden
 
Anmeldedatum16.08.2007
Beiträge38
WohnortWien


Es mag Vernunftgründe für oder gegen E-Books geben, ausschlaggebend werden jedoch die Bauchentscheidungen sein. Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch. Und ich bin ein alter Seitenumknicker, Finger zwischen die Blätter Schieber, einer, der immer ein Buch im Rucksack hat und das sinnliche Gefühl schätzt, Papier umzublättern.

Ich habe durchaus Kurzgeschichten schon auf meinen PDA gelesen, halte das aber für Zucker für den Augenkrebs - muß ich nicht haben. Die von manchen herbeigeredete Aussicht, E-Books könnten Bücher ablösen, löst in mir tiefes Unbehagen aus.

beste grüße
robertwalden

BeitragVerfasst am: 16.08.2007, 16:00
struppel
 
Anmeldedatum04.08.2007
Beiträge24
WohnortKöln


Es ist wahrscheinlich auch oder gerade vom persönlichen Geschmack abhängig. Ich selbst darf von mir sagen, daß ich viel, vielleicht auch zu viel, Zeit am Computer arbeite und lese, aber überwiegend Sachen, die für die Darstellung am Bildschirm ausgelegt sind, die für den Computer gemacht sind.

eBooks sind imho ein gut gemeinter Brückenschlag vom Bildschirm zum traditionellen Buch, der nicht wirklich gelungen ist. Am Besten finde ich noch PDFs, weil man die im Zweifelsfall ausdrucken kann Wink

Schon, daß die meisten Anleitungen nicht mehr in gedruckter Form sondern als PDFs auf CD mitgeliefert werden, finde ich eine Unart.

Zurück zum Papier!

Gruß aus Köln


Sven

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BeitragVerfasst am: 17.08.2007, 19:21
Amos
 
Anmeldedatum24.04.2007
Beiträge67
WohnortBad Mergentheim


Ich habe ein eBooklet geschrieben:
Erfolg ist planbar. Es ist sofort über eload24.de zu beziehen.
Ebooks oder booklets werden nie Bücher ersetzen, davon bin ich überzeugt.
Für mich ist das Schreiben eines ebooks eine Portfolio -Erweiterung.
So kann ich auch Menschen erreichen, die sich lieber mit einem ebook einen Überblick schaffen und gleichzeitig wissen sie auch mehr über mich und meine Angebote.
Vorrangig ist mir als Autor aber ein gedrucktes Buch lieber.
Gruß Amos

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www.amos-ruwwe.de

BeitragVerfasst am: 18.08.2007, 17:05
julia07
 
Anmeldedatum22.05.2007
Beiträge1252
Wohnort87700 Memmingen


Hallo zusammen,

e-Books werden sich sicher noch viel mehr verbreiten, als bisher und das ist auch gut so, denn sie erreichen eine Leserschaft, die sonst womöglich überhaupt nicht, oder viel seltener zum Buch greifen würde. Es ist in meinen Augen eine Lückenschluß.

e-Books werden aber ganz sicher in absehbarer Zeit das gedruckte Buch nicht ersetzen können. Das größte Problem bei dieser Art von "Dokumentation" wurde bisher nur kurz angedeutet: die Haltbarkeit.

Ich beschäftige mich hauptberuflich mit Qualitätsmanagement, sowie der damit verbundenen Dokumentation von Abläufen und Fakten etc. Und da ist inzwischen klar, dass sich nur die wenigsten Verantwortlichen darüber im Klaren sind, dass sie in 30 Jahren ihre Dokumente nicht mehr lesen werden können! Das liegt zum einen daran, dass bisher kein Datenträger, wenn man mal von ordnungsgemäß gelagerten Bändern absieht, eine so lange währende Brauchbarkeit verspricht. Auch wenn der Datenträger diese Zeit schadlos überstanden hat, ist noch lange nicht klar, dass es dann noch die Lesegeräte oder die Software zum Lesen gibt.

Man sehe sich nur hier in diesem Forum um; da gibt es bereits Schwierigkeiten, Word2007-Dokumente von solchen Zeitgenossen lesen zu lassen, die noch nicht umgestiegen sind. Große Datenverwalter (Archive, Bibliotheken, Versicherungen etc.) investieren heutzutage sehr viel Zeit und Geld, um ihre elektronischen Daten in regelmäßigen Abständen "Umzukopieren", damit sie nicht eines Tages vor unbrauchbarem, digitalem Müll sitzen.

Es lebe der gute alte Gutenberg!! Wink

LG, Julia

_________________
www.julia-fargg.de
www.cornelia-oehlert.de

BeitragVerfasst am: 18.08.2007, 17:40
hawepe
 
Anmeldedatum15.04.2007
Beiträge1965
WohnortBerlin


Hallo,

julia07 hat Folgendes geschrieben:
Das liegt zum einen daran, dass bisher kein Datenträger, wenn man mal von ordnungsgemäß gelagerten Bändern absieht, eine so lange währende Brauchbarkeit verspricht.


Oder optische Speichermedien.

Zitat:
Man sehe sich nur hier in diesem Forum um; da gibt es bereits Schwierigkeiten, Word2007-Dokumente von solchen Zeitgenossen lesen zu lassen, die noch nicht umgestiegen sind. Große Datenverwalter (Archive, Bibliotheken, Versicherungen etc.) investieren heutzutage sehr viel Zeit und Geld, um ihre elektronischen Daten in regelmäßigen Abständen "Umzukopieren", damit sie nicht eines Tages vor unbrauchbarem, digitalem Müll sitzen.


Solange man auf proprietaere Formate setzt, ist das die zwangslaeufige Folge. Leider hat man den Eindruck, dass zwar viel ueber Archivierungsnormen geredet, in der Folge aber sehr wenig umgesetzt wird.

Mit dem OpenDocument-Format koennte sich das zwar aendern, aber auch da droht inzwischen ja schon wieder proprietaerer Kram eingebaut zu werden.

Ich weiss jedenfalls, warum ich vorzugsweise mit LaTeX oder ApplixOffice schreibe. Im Notfall sind die Inhalte mit jedem beliebigen Editor zu erreichen. Okay, die Formatierung ist dann natuerlich weg, aber das Entscheidende sind in der Regel die Inhalte.

Als Autor, der einfach nur schreiben moechte, steht man damit natuerlich vor einer weiteren technischen Herausforderung.

Beste Gruesse,

Heinz.

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