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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Kunterbunt » Frage an Wissende zum Theam Sowjetunion Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden Wann erachtet ihr ein Buch für gut? • Autorenschnitzer

Frage an Wissende zum Theam Sowjetunion

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 18:52
Weasel
 
Anmeldedatum09.02.2008
Beiträge530
WohnortTönisvorst


Hallo,

ich plane gerade meinen nächsten Roman, dieser soll Ende der Neunziger/Anfang 2000 spielen, so um den Dreh. Als hintergrund soll ein Krieg zwischen der Sowejtunion und der NATO dienen, der weite Teile Europas in ein nukleares Schlachtfeld verwandelt hat.
Es geht dann um einige Typen, die nachdem Europa von den Russen beinahe völlig vernichtet worden ist, in den verseuchten und zerstörten Regionen zu überleben versuchen.
Der Krieg soll derweil zwischen den Sowjets und den USA weitergehen, allerdings weit weg von Europa. Der Krieg selbst ist aber auch nicht Thema des Romans und soll nur kurz und bruchstückhaft nebenbei erwähnt werden, um den Hintergrund für das zerstörte Europa zu liefern.

Ich möchte natürlich, dass das ganze Szenario glaubhaft wirkt, ansonsten kann man schließlich den ganzen Roman vergessen. Darum habe ich mich wirklich intensiv mit der Geschichte der Sowjetunion und Europas befasst, um eine gute Alternativstory entwickeln zu können.

So ungefähr habe ich mir das vorgestellt:

- Der Augustputsch 1991 gelingt und konservative Kommunisten übernehmen die Führung der Sowjetunion.

- Gorbatschow kommt bei einem Anschlag ums Leben. Mit ihm sterben Perestreuka und Glasnost. Die Sowjetunion rüstet wieder auf.

- Die Unabhängigkeitsbewegungen in den baltischen Ländern werden im Laufe der neunziger Jahre blutig niedergeschlagen.

- Mitte der Neunziger wird ein fanatischer Russe Diktator der Sowjetunion.

- Ende 1999/Anfang 2000 überfällt er urplötzlich Polen, dass sich 1989 vom Ostblock löste.

- Polen bittet seine NATO-Verbündeten um Hilfe und es kommt zum Krieg.


Meine Frage nun an alle, die Ahnung von Geschichte haben:

Haltet ihr diesen groben Abriss für glaubwürdig? Oder total an der Realität vorbei? Ich bitte um Meinungen Wink


Liebe Grüße
Weasel

_________________
Hör auf das, was über diesem Strich hier steht. Es sind weise Worte.

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 19:07
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge987
WohnortSüden


Hi,

was wäre wenn in der Vergangenheit zu schreiben, ist extremst schwierig und so gut wie nie wirklich glaubhaft zu machen.

Was die ehemalige UDSSR betrifft, die war bereits am sich selbst auflösen, Perestroika kam damals genau richtig, um sich mit etwas gewahrtem Gesicht daraus zurückzuziehen. Wirtschaftlich war alles bereits tief am Boden, nur eine Frage der Zeit. Die Wahrscheinlichkeit deines Szenarios ist also eher gering.

Alternativen wären z.B. den aktuellen Tschetschenienkonflikt aufzugreifen, auch was sich bald in Turkmenistan abspielen wird, wird nicht von schlechten Eltern sein. Wir steuern in diesen Ecken auf den nächsten Flächenbrand zu.

Wenn, dann würde ich entweder echte Konflikte aufgreifen und als Hintergrundszenario nutzen oder aktuell sich entwickelnde Problembereiche für die Zukunft weiterentwickeln. Rußland steuert aktuell wieder deutlich weg von der Demokratie, hat aber gelernt, daß sich über Ressourcen viel mehr machen läßt, als über Atomwaffen. Wiegesagt: Turkmenistan!

Brandherde gibts auch nicht nur im islamischen Bereich, Südamerika und Schwarzafrika sind momentan auch nicht ohne, und z.B. der Chinesisch-Taiwanesische Konflikt platzt auch irgendwann mal.

_________________
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 19:11
Weasel
 
Anmeldedatum09.02.2008
Beiträge530
WohnortTönisvorst


Naja, ich dachte mir halt, da es weniger um den Krieg, sondern mehr um das Leben danach geht, dass ich lieber keinen aktuellen Konflikt nehme, um niemanden auf die Füße zu treten.

Ich habe mir auch schon überlegt, den Krieg gar nicht zu erwähnen, d.h. es wird immer nur von "dem Krieg" gesprochen, ohne das zu konkretisieren. Ich bin mir aber nicht sicher, wie glaubhaft das wirken würde...

_________________
Hör auf das, was über diesem Strich hier steht. Es sind weise Worte.

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 19:19
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge987
WohnortSüden


Hi,

wem willst du denn auf die Füße treten?! shocked eyes

Da wären einige gute Bücher nicht geschrieben worden, wenn sich das alle Autoren fragen würden cheezy grin

Nimm dir doch als Anlass Tschernobyl (das war echt) und verlege deine Handlung in die betroffenen Gebiete, da kannst du auch ausgezeichnet recherchieren. Oder nimm dir einen rezenten, echten Krieg. Wiegesagt, es bieten sich Afghanistan, Tschetschenien, Jugoslawien an, an Kriegen gibts doch leider nicht wirklich Knappheit. Oder entwickle halt einen aus bestehenden Konfliktsituationen und schreibe einen SF-Roman.

Wenn du nicht schon hast, dann würde ich dir empfehlen Robert Merle zu lesen. Der hat in einigen seiner Romane aktuelle Entwicklungen sehr realistisch weitergesponnen. Der Film "Malevil" basiert soweit ich weiß auf einem seiner Romane, in dem auch nur von "dem Atomkrieg" gesprochen wird, alles andere aber das Ergebnis des Zusammenlebens einer Dorfgemeinschaft ist.

Beachten würde ich dabei, daß der große Atomkrieg momentan eher nicht ein wahrscheinliches Endzeitszenario ist.

_________________
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 19:28
Weasel
 
Anmeldedatum09.02.2008
Beiträge530
WohnortTönisvorst


Klar, hast schon recht, das Atomkriege zur Zeit nicht so wahrscheinlich sind, zum Glück!

Tschernobyl wäre eigentlich eine gute Idee, allerdings passt es nicht ganz, da für meinen Roman ganze Regierungen den Bach runtergegangen sein müssen, während andere Organisationen versuchen, neue Regierungen zu etablieren.

Zum Thema Wirtschaft in der Sowjetunion:

Klar, sie war am Ende, allerdings reichen einige Jahre um dies zu ändern, wenn mans clever angeht (bestes Beispiel: Deutschland vor dem zweiten Weltkrieg). Und hätte die Sowjetunion damals mehr Gewalt eingesetzt, kann ich mir schon vorstellen, dass sie es geschafft hätte, die Union zusammenzuhalten. Sie haben ja letztendlich nur zugeschaut, wie alles den Bach runterging.

Gruß
Weasel

_________________
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BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 19:41
Thorolf
 
Anmeldedatum03.03.2008
Beiträge53
WohnortElbe-Weser-Dreieck


@ Weasel:
Es ist doch alles Fiction, deshalb wirst Du auch kleine unangenehmen Fragen fürchten müssen wie bei einem reinen Historienroman.

_________________
Ich weiß nicht, wie Du das siehst, wahrscheinlich anders, denn Du bist anders!
Wie schön!
Stelle Dir nur mal vor, alle Menschen wären gleich!
Wie langweilig!


www.thorweil.de

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 20:41
Adriana (Moderator)
 
Anmeldedatum08.04.2007
Beiträge454
WohnortBrandenburg/Havel


Hallo Weasel,

Im ZDF gabs 1998 eine Doku, die genau dein Thema ansprechen dürfte:

http://www.youtube.com/watch?v=FuDgNgUgAH8&feature=related/
http://www.youtube.com/watch?v=gbUEBH-U_7s&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=lbGMMn8Dk-0&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=_vucqjKDtbM&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=fVEq4XKXx50&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=czRqBzooCZk&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=cpGO_NImXg0&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=wT6sAlyxHr0&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=Ut2w_qTdLEY&feature=related

Bin mir aber selbst nicht sicher, wie realistisch das ist.

Weasel hat Folgendes geschrieben:

Klar, hast schon recht, das Atomkriege zur Zeit nicht so wahrscheinlich sind, zum Glück!


Aber vielleicht Terroranschläge mit mehreren Atombomben, die ein ganzes Land vernichten? blink
Ich weiß, das wäre bei "Jericho" geklaut - andererseits ist die Serie so schlecht, dass du es eigentlich nur besser machen kannst Wink.

Zoba hat Folgendes geschrieben:

Der Film "Malevil" basiert soweit ich weiß auf einem seiner Romane, in dem auch nur von "dem Atomkrieg" gesprochen wird, alles andere aber das Ergebnis des Zusammenlebens einer Dorfgemeinschaft ist.


Stimmt. Allerdings - wenn ich mich recht erinnere - war es in Malevil keine Atombombe, sondern eine thermische Bombe, die zwar alles in Schutt und Asche gelegt, aber keine Strahlung produziert hat.

LG, Adriana.

_________________
www.adriana-wipperling.de.vu
www.lyriktanz.de.vu

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 21:00
CeKaDo
 
Anmeldedatum15.11.2007
Beiträge357
WohnortSchwelm


Ich war im Sommer in Russland und dort in St. Petersburg (Leningrad) und Moskau.

Ich bin als Tourist dort gewesen und habe mit offenen Augen und Ohren viel gehört und erlebt. Man hat mich auf der Straße angesprochen und ich habe enorm viel über die Menschen und die innere Lage Russlands erfahren können.

Die Menschen des Alltags sind strebsam, wissbegierig und im Allgemeinen sehr froh über die Neuerungen druch Putin. Erstmals entsteht in Russland ein Mittelstand und trotz der gewaltigen Kluft zwischen Arm und Reich verzehrt sich Russland inzwischen nach der Hoffnung, irgendwann zur EU zu gehören. Die Öffnung zum Westen ist gewünscht, doch sie wird behutsam und äußerst langsam erfolgen (müssen).

Mit Putin und seinen Anhängern wird nicht umsonst von einem zarenähnlichen Regime gesprochen. Und wer an die letzte Herrschaft eines Zars in Russland denkt, wird auch hier die Öffnung gen Westen wiederfinden.

Allen Russen, mit denen ich sprechen konnte, war die Sorge gemeinsam, ein Militärputsch von machtgierigen Gegnern der westlichen Welt könnte alles zunichte machen, was in den letzten Jahrzehnten mühsam aufgebaut wurde.

Man ist kriegsmüde und will nur noch in Frieden arbeiten, leben, reisen und sich frei fühlen. Soweit das Volk.

Ich war beeindruckt!

_________________
"Nur Dumme trauen sich alles!"

http://www.uebernaechtliches.de

Einfach gemein ... oder genial ... je nachdem.

Der Blog zum Typen: http://www.tagesblog.de

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 21:02
mtg
Gast
 


CeKaDo hat Folgendes geschrieben:
Man ist kriegsmüde und will nur noch in Frieden arbeiten, leben, reisen und sich frei fühlen. Soweit das Volk.

Ich war beeindruckt!


Ohne mich wirklich auszukennen - aber diese Erfahrungen habe ich auch von Anderen gehört. Wir sollten uns hüten, "die Russen" über einen Kamm zu scheren, denn Regierung, Militär und Volk sind mindestens dreierlei...

Beste Grüße
Matthias

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 21:11
Andalucia
 
Anmeldedatum03.03.2008
Beiträge88
WohnortHamburg/Malaga


hm über sowas kann ich dir leider nichts erzählen aber falls du mal auf die idee kommen solltest sowas über

spanien
den spanischen bürgerkrieg
spanische invasion auf süd und mittelamerika
spanien unter franco
spanien in afrika Razz
fussball in spanien
leben in spanien etc etc etc
maurisches spanien

zu schreiben stehe ich dir gerne als infoquelle zur verfügung bin wie alle bücher auf einmal und kann dir eig alles erzählen

genau so bei geschichte über die antike und zeit bishin zu 10.000 v christi
und etwas mittelalter sowie die zeit in der spanien sich unter Spanischer/maurischer/juedischer und christlicher herrschafft befand Razz

aber dennoch viel glueck bei deinem thema.

_________________
There is no genious without Passion.

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 22:24
Gigger
 
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Beiträge215
WohnortMeran


Im Roman ist alles möglich. Ich denke aber, der Diktator müsste wohl ziemlich krank sein, wenn er Polen überfallen wollte, das sich wohl der Nato und der Europäischen Union angenähert haben dürfte. Er würde da einen Weltkrieg vom Zaun brechen. DIes müsste dann äußerst überzeugend dargelegt werden.

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 22:41
E. Ulenspiegel
Gast
 


Die ganze Idee zu so einem Plot ist kindisch. Wem willst du denn so einen Unsinn verkaufen? Jemand, der erst morgen auf die Welt kommt?

Wenn schon die x-te Wiederholung eines ausgelutschten Themas, so verlege sie wenigstens in die ferne Zukunft! Vielleicht kannst du dann in 20, 30 Jahren einen Leser dafür erwärmen (sofern nicht die Erderwärmung alle potenziellen Leser bis dahin ohnehin gegrillt hat).

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 22:50
julia07
 
Anmeldedatum22.05.2007
Beiträge1173
Wohnort87700 Memmingen


Eulenspiegel,
ich werde das Gefühl nicht los, dass ich Deine "Handschrift" kenne.
Vier Posts. Vier Verrissse. Keine Vorstellung. Keine Gnade... Wink
LG,
Julia

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 23:05
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge987
WohnortSüden


Hi Julia,

was erwartest du denn von einem Troll? cheezy grin

_________________
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 11.03.2008, 23:09
E. Ulenspiegel
Gast
 


Zitat:
Eulenspiegel,
ich werde das Gefühl nicht los, dass ich Deine "Handschrift" kenne.


E. Ulenspiegel bitte - so viel Zeit sollte man der Höflichkeit halber auch an der eigenen abzwacken können.

Du kennst meine Handschrift? Schön, dann können wir ja zur Sache kommen: Das letzte Mal, als ich dir handschriftlich mitteilte, dass du mir meinen ausgeliehenen Drucker zurück bringen solltest, weil ich mir eben diesen auch nur ausgeborgt hatte - von dem, der dich ... du weißt schon -, hast du mir lediglich die Rechnung für die fälligen Tintenpatronen zukommen lassen. Mit einem frischem Ausdruck meines Druckers respektive der von mir bezahlten neuen Patronen! Das war vor drei Monaten, also erzähl mir nicht, dass du meine Handschrift noch kennst; ich weiß doch, dass du Altpapier im Kamin verbrennst!
Frage an Wissende zum Theam Sowjetunion
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