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Gestern jung, morgen alt...

BeitragVerfasst am: 09.09.2007, 16:46
hwg (Moderator)
 
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Lese gerade eine Buchbesprechung.
Der Rezensent, ein Germanistik-Student
im Alter von 24 Lenzen, bezeichnet die
56-Jährige Verfasserin bereits zahlreicher
veröffentlichter Werke als "Jungautorin".
Wahrscheinlich weiß er von den bisher
erschienenen Büchern dieser Autorin gar
nichts.

Wer ist für Euch ein(e) Jungautor(in)?

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 09.09.2007, 18:27
g.c.roth (Moderator)
 
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cool silber
Ein Jungautor ist für mich jemand, der mit seinen Texten noch nicht alt geworden ist cheezy grin egal in welchem Lebensjahrzehnt er zu schreiben begonnen hat.
Demgemäß gibt es auch Altautoren, das sind die alten Hasen, die haben ihren Stil längst gefunden und schreiben routiniert.Razz
Ein junger Autor hingegen ist sollte nicht über 25 sein. Er ist danach zwar noch kein alter Autor, aber sooo jung eben auch nicht mehr.

Aber genau genommen ist die Bezeichnung: "Jungautor" nichtssagend, wenngleich man sofort die Jugend vor Augen hat... Oder schreibt der Autor nur im Stil von C.G. Jung??? Möglicherweise ist er ein Enkel??? Oder schreibt er nur für junge Leute??

Fragen über Fragen angle

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BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 17:44
hwg (Moderator)
 
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Schade, dass niemand außer Dir dazu eine Antwort weiß.
Ich würde für einen Autor, der sein erstes Werk - egal in
welchem Lebensjahr - veröffentlicht hat, das Wort
"Debütant(in)" verwenden.

Unter einem "Jungautor" stelle ich mir eine Person unter
18 vor, keineswegs, so wie besagter Rezensent,
eine Autorin mit 56 Jahren. Laughing

Vielleicht gibt es doch noch die eine oder andere
Stellungnahme dazu.

BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 20:04
Dana
 
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Laughing Ich habe gerade herausgefunden, das auch unser Wowi gerade als Jungautor bezeichnet wurde. cheezy grin Und der ist gerdae 54 geworden.

http://ftd.de/politik/deutschland/260725.html?imgpopup=2

und in einem Forum für Jungautoren (www.stifthelden.com/forum/) gilt folgende Regel:

Wir sind ein nicht-kommerzielles und völlig unabhängiges Jungautorenforum. Natürlich ist es sehr schwer zu definieren, wer ein Jungautor ist und wer nicht. Daher denken wir, jeder bis 25 Jahre ist ein Jungautor. Wir wollen aber niemanden ausschließen, behalten uns aber vor, ohne Angabe von Gründen ältere Benutzer auszuschließen.

Verfasst am:
 


SPREADY.net - News and More

BeitragVerfasst am: 09.10.2007, 23:44
julia07
 
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Wohnort87700 Memmingen


also...

ich bin 56, habe vergangenes Jahr mein erstes Buch veröffentlicht und bin garantiert keine "Jungautorin",
aber eine "arme Poetin" cheezy grin

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BeitragVerfasst am: 10.10.2007, 00:50
Judith
 
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WohnortSchwobaländle


Das was Grete erklärt, kenne ich auch unter dem Begriff "Nachwuchsautoren". Da gibt es anscheinend teilweise auch keine obere Altersgrenze.

Grüßle,
Judith

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BeitragVerfasst am: 10.10.2007, 06:30
g.c.roth (Moderator)
 
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WohnortEmden


Will denn das Wort Jungautor ausdrücken, dass der Autor noch jung an Lebensjahren ist, oder dass sein Autorendasein noch jung ist?

Wenn über einem Schreibwettbewerb steht: "Für Jungautoren"
dann ist für mich der Wettbewerb schon mal gegessen Sad .
Obwohl ich mich als Autor eher zu denen zähle, die grad erst anfangen, sich ernsthaft mit dem Schreiben zu beschäftigen. Also ist mein Autorendasein noch "jung".
Gewertet wird aber das Lebensalter, da ist nichts mehr mit "Jungautor".

"Nachwuchsautor" gefällt mir da schon besser - umgangssprachlich ist aber auch hier wieder die Jugend gemeint.

Mittelaltautor wäre auch noch eine schöne Variante für mich. Laughing
Da kann ich noch so mit hineinrutschen. Obwohl mancher denken könnte, ich schreibe Bücher über das Mittelalter... hm

Ich denke klarer ist die Formulierung: der junge Autor, da weiß jeder, dass er vermutlich noch keine 25 Bücher geschrieben hat. Bei dem alten Autor allerdings kann man es nicht abschätzen. Er kann sein Erstlingswerk vorstellen aber auch sein Fünfunzwanzigstes.

LG Grete

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BeitragVerfasst am: 10.10.2007, 07:57
hwg (Moderator)
 
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Schön, dass die Diskussion weitergeführt wird.

Ich halte die Bezeichnung Jungautor für total überflüssig. Wenn in der Kurzvita auf dem Buchumschlag steht: X.Y., Jahrgang 1990, weiß doch jeder über das Alter des Autors Bescheid. Somit dürfte auch jedem Leser klar sein, dass es sich um einen jungen Menschen handelt.

Es ist ja auch schon vorgekommen, dass ein vor 30 Jahren geschriebener Text erst jetzt in Buchform veröffentlicht worden ist. Inzswischen ist der damals 20 Jahre alt gewesene Autor nicht mehr s o jung, geschrieben hat er aber bereits als Junger. Ist er jetzt in den Augen der Rezensenten doch noch ein "Jungautor"?

Es gibt auch Autoren, die mit ihrem Alter "Versteck" spielen. Mir fällt gerade J. T. LeRoy ein, dessen Romane "Jeremia" und "Sarah" (Reclam Leipzig) die internationalen Bestsellerlisten angeführt haben und dessen "schräge" Auftritte (geschminkt und verkleidet) in TV-Sendungen
für Gesprächsstoff gut gewesen sind. Später hat sich herausgestellt, dass es sich um einen prominenten Musikjournalisten handelt, der "eine Reise in die Abgründe (s)einer Kindheit" - toll geschrieben, das muss ich dazu sagen - als "Jungautor" super vermarktet hat.

Das sind nur einige frühmorgendliche Überlegungen. Grüße an alle!

BeitragVerfasst am: 13.10.2007, 16:14
wgbajohr (Moderator)
 
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Verehrte Kolleginnen und Kollegen von der schreibenden Zunft!

Wie in diesem Thread bereits erwähnt, ist die Bezeichnung Jungautor wenig aussagekräftig, denn niemand weiß, worauf sich das jung bezieht.

Wir sollten uns vielleicht einmal fragen, ob es überhaupt eine sinnvolle Information sein kann, etwas über die vergangene Zeitspanne zu erfahren. Das Wort Alter habe ich bewusst vermieden.

Was könnte den Leser interessieren?

1. Wie alt war der Autor, als er das Werk geschrieben hat?
Begründung: Wir können davon ausgehen, dass sich die
Lebenserfahrung eines Autors und die sich mit zunehmendem Alter
wandelnden Interessen in seinem Werk niederschlagen.

2. Wie viele Werke hat der Autor bereits geschrieben und
veröffentlicht.
Begründung: Für gewöhnlich gewinnt ein
Autor mit jedem Werk an Routine.

3. Wie viele Werke hat der Autor bereits in einem bestimmten Genre
verfasst?
Begründung: Es ist eine Variation zum zweiten Punkt. Auch wenn
sein neuestes Werk sein erstes in dem Genre ist, so bleibt
dennoch, dass er als Schreiber kein Neuling mehr ist.

Weitere altersbezogene Informationen, die etwas über das Werk aussagen könnten, fallen mir im Augenblick nicht ein.

Viele Grüße

Wolf-Gero

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BeitragVerfasst am: 15.10.2007, 17:27
hwg (Moderator)
 
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Aus meiner Sicht sagt das "Baujahr" eines Autors über die Bewältigung eines literarischen Stoffes gar nichts aus.

Arrivierte Autoren haben sich schon oft "ins Abseits" geschrieben, bislang unbekannte bereits mit der ersten Buchveröffentlichung viel Lob und Anerkennung bei Kritikern und Lesern eingeheimst.

Und was ist mit jenen Autoren, die unter manchmal sogar mehreren Pseudonymen veröffentlichen und ihre Lebensumstände auch sonst nicht preisgeben wollen? Meistens "stricken" dann die Werbestrategen der Verlagshäuser eine geheimnisvolle "Story" über den "großen Unbekannten" und machen Leser dadurch auf sein Werk umso aufmerksamer.

Ich muss stets etwas lächeln, wenn ich in der Vita eines weitgehend unbekannten Autors eine elendslange Liste von Veröffentlichungen in
ebenso kaum bekannten Publikationen zu lesen bekomme. Das muss dann wohl ein schreibender Zeitgenosse mit einer Buchhalterseele sein.

Ich habe, ohne mich hervortun zu wollen, schon längst den Überblick über alle meine Veröffentlichungen verloren und könnte daher gar nicht mit einer Aufzählung dieser dienen. Laughing Und für mich zählt nicht, was bereits gedruckt worden ist, sondern nur das, woran ich gerade tippe.

BeitragVerfasst am: 15.10.2007, 18:53
wgbajohr (Moderator)
 
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Hallo Hans!

Zitat:
Und für mich zählt nicht, was bereits gedruckt worden ist, sondern nur das, woran ich gerade tippe.


Das ist eine begrüßenswerte Eigenschaft. Es bewahrt Dich zum einen davor, dass Du Dich auf Deinen Lorbeeren ausruhst, und zum anderen auch davor, dass Du Dich von einem Flop zu sehr unter Druck setzen lässt.

Zitat:
Aus meiner Sicht sagt das "Baujahr" eines Autors über die Bewältigung eines literarischen Stoffes gar nichts aus.


Zwar nicht unbedingt dem veröffentlichen Alter, aber sehr wohl dem tatsächlichen Alter eines Autors gestehe ich einen gewissen Einfluss auf das Schreiben zu. Die Stärke mag zwar vom jeweiligen Stoff abhängen, aber dass es keinen Unterschied zwischen der Betrachtungsweise eines zwanzigjährigen und der eines siebzigjährigen Autors geben soll, kann ich mir nicht vorstellen.

Was manche Autoren oder Verlage von sich geben, hat sicherlich häufig wenig mit dem tatsächlichen Autor zu tun. Doch es ändert nichts an meiner Überzeugung, dass sich die tatsächlichen Lebenserfahrungen und die echte Routine eines Autors auf sein Schreiben auswirken. Das bedeutet bedauerlicherweise jedoch nicht, dass dadurch die neuesten Werke stets besser sind als die vorangegangenen. Der eine oder andere schafft vielleicht nach einem grandiosen Anfangserfolg nur noch Drittklassiges.

Fassen wir alles zusammen, dann steht die Unsicherheit über die tatsächlichen Lebensdaten eines Autors und über die nur vermutete Wirkung auf die Werke vorne an, sodass wir in der Tat nicht übermäßig viel über den Autor berücksichtigen sollten. Lassen wir also lieber sein Werk für ihn sprechen!

Viele Grüße

Wolf-Gero

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BeitragVerfasst am: 16.10.2007, 07:12
hwg (Moderator)
 
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Guten Morgen Wolf-Gero!

Selbstverständlich stimme ich Dir, was Lebensalter und damit verbundene Erfahrungswerte der Autoren betrifft, völlig zu. Es ist auch nicht so, dass mich der Lebenslauf von Autoren nicht interessieren würde, ganz im Gegenteil. Ich lese gerne Biografien und kenne auch relativ viele Autoren persönlich.

Bei der Auswahl von Büchern, vor allem der Neuerscheinungen, haben jedoch andere Kriterien Vorrang. "Große Namen" kennt man zwar, sie verleiten mich jedoch selten dazu, deswegen jedes ihrer Werke zu lesen, jedenfalls nicht vollständig... Laughing

Ich wünsche Dir einen angenehmen Tag!

BeitragVerfasst am: 16.10.2007, 09:50
wgbajohr (Moderator)
 
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Guten Morgen Hans!

Auf dem Buchmarkt bestürmen uns jährlich Unmengen von Neuerscheinungen, sodass niemand alles lesen kann. Was bleibt dem Einzelnen? Er muss selektieren. Und da entwickelt wohl jeder im Laufe der Zeit sein eigenes System. Ein wichtiger Gesichtspunkt scheint für manchen Leser die Vielfalt zu sein, ich schließe mich da ein. Die Vielfalt wiederum führt unmittelbar dazu, die "Großen Namen" beim dritten oder vierten Buch zu übergehen oder nur dann zu wählen, wenn die Mundpropaganda von Außergewöhnlichem berichtet.

Ich wünsche auch Dir einen angenehmen Tag!
Viele Grüße

Wolf-Gero

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BeitragVerfasst am: 19.10.2007, 17:53
hwg (Moderator)
 
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Für mich sind unterschiedliche Kritiken über ein und dasselbe Buch eines mir bislang unbekannten Autors in Tageszeitungen wie FAZ, SZ oder NZZ oft Anreiz zum Kauf des Bandes.

In Österreich sind "Standard" und "Presse" gute Zeitungen mit regelmäßigen Buchkritiken. Buchbesprechungen in manchen Hochglanz-Magazinen sind oft nichts anderes als ausgeschmückte "Werbetexte", die bloß nicht als Anzeigen gekennzeichnet sind (dafür findet man meistens ein Inserat des Verlages irgendwo daneben Laughing ).

BeitragVerfasst am: 19.10.2007, 21:36
wgbajohr (Moderator)
 
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Hallo Hans!

Zitat:
Buchbesprechungen in manchen Hochglanz-Magazinen sind oft nichts anderes als ausgeschmückte "Werbetexte", die bloß nicht als Anzeigen gekennzeichnet sind (dafür findet man meistens ein Inserat des Verlages irgendwo daneben


Vermutlich renne ich wieder gegen hohe Wände, aber ich finde es schon sehr schade, dass sich die Literatur in ein kommerzielles Korsett hat zwängen lassen. Damit meine ich natürlich nicht, dass überhaupt Gelder fließen, schließlich muss ein Vollzeit-Autor von seiner Arbeit auch leben können. Auch Verleger und Händler sollen nicht verhungern. Nein, ich stoße mich an der Philosophie der Verlage und des Handels. Ein Buch wird nicht verlegt, weil es eine wichtige Botschaft enthält, von der die Welt erfahren soll. Verlegt wird es vielmehr dann, wenn es ein Verkaufsschlager zu werden verspricht. Der Handel verhält sich kaum anders. Hat ein Buch bereits die erste Hürde genommen und einen Verleger gefunden, so heißt das keineswegs, dass es auch gut verkauft wird. Der Handel ordert es nur dann, wenn danach gefragt wird. Je häufiger danach gefragt wird, desto leichter fällt es dem Handel, das Buch zu ordern und anzubieten.

Vor diesem Hintergrund ist die Existenz eines Verlages wie BoD zu begrüßen. Denn er ermöglicht es einem Autor, sein von ihm für wichtig gehaltenes Wort der Welt vorzulegen. Zwar greift die Welt nicht voller Begeisterung nach dem angebotenen Buch, was aber gar nicht so negativ ist. Für den Anfang reicht es durchaus, wenn wenigstens ein paar Exemplare den Weg zum Leser gefunden haben. Dann hat es sozusagen den Fuß in der Tür. Selbst wenn nicht ein einziges Buch verkauft wird, ist es immer noch besser, als läge es nur ungedruckt in einer Schublade. Nicht zuletzt liegen zwei Exemplare bei der Zentralbibliothek dnb.ddb, wo vielleicht irgendwann ein Leser über sie stolpert.

Viele Grüße
Wolf-Gero

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