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Gute Lehrbücher für angehende Autoren

BeitragVerfasst am: 19.04.2008, 03:51
MaxS
 
Anmeldedatum18.04.2008
Beiträge13


Ich hoffe mal, dass dies das richtige Unterforum ist, doch wenn nicht, dann bitte ich einen Moderatoren, diesen Thread wenn möglich zu verschieben:

Zunächst einmal wollte ich mich mal - soweit die Anonymität des Internet es mir gestattet - vorstellen:
Ich bin der Max, 19, und versuche mich schon seit langem an einem Fantasyzyklus. Obwohl ich noch keine Vorerfahrung habe, habe ich eine 6-teilige Reihe im Visier, die eine zusammenhängende Geschichte erzählt. Da der Prozess der Weltenerschaffung für einen Normalsterblichen natürlich länger dauert als 7 Tage, die geplante Story ohne Logikbrüche zu erdenken, verarbeiten und im großen Notizbuch abzuheften auch seine Zeit braucht und es mit meiner Disziplin auch nicht sehr weit her ist, sitze ich bereits einige Jahre an den ersten Seiten meines Werkes (mittlerweile sind es 104). Die endgültigen Pläne reiften erst im letzten Jahr.
Mein Wunsch, Autor zu werden, keimte bereits vor meinem 10. Lebensjahr auf, und so schreibe ich auch schon recht lange. Anfängliche Versuche im Alter von 10 waren im Grunde kaum mehr als Kopien von bekanntem. Meine 30-seitige Weltraumoper "Star World" war nicht nur dem Namen nach einem nicht unbekannten Film ähnlich.

Nun, da ich mein Abitur fast beendet habe, wollte ich die Zeit vor meinem Einzug, bzw. Studienbeginn nutzen, um endlich meine Autorenlaufbahn zu starten.
Aber man will ja nicht voreilig sein! Als erfahrener Internetsurfer habe ich natürlich bereits einige Seiten mit Tipps für Autoren gefunden. Der allgemeine Kanon war fast immer: Schreiben ist ein Handwerk!
So, nun halte ich mich für einen - ohne nun anmaßend erscheinen zu wollen - recht begabten Wortkünstler, sowohl in Wort als auch Schrift, doch darauf allein soll man sich ja nicht verlassen.

Nun mangelt es meiner Stadt dummerweise an echten Möglichkeiten der Ausweitung meiner Fähigkeiten. Den einzigen Schreibkurs, der in näherer Umgebung jemals stattgefunden hat, war ein absoluter Reinfall, ich fühlte mich um mein Geld betrogen.

Aber das soll mir nie wieder passieren. Deswegen wollte ich mal nachfragen, ob es für ein Dorfkind wie mich irgendwelche guten Lehrbücher für das Erlernen des Schreibhandwerks für Romane gibt?
Irgendeine Pflichtlektüre, die jeder Autor irgendwie gelesen haben muss?

Derlei Bücher gibt es zwar viele, aber ich suche die wirklich guten.

Vorschläge?

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 19.04.2008, 07:34
hwg (Moderator)
 
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Beiträge2585
WohnortA 8786 Rottenmann


Guten Morgen Max!

Vorerst einen herzlichen Willkommensgruß aus der Steiermark! Wir hoffen, Du fühlst Dich bei uns wohl und freuen uns auf Deine Beiträge.

Wie Du richtig feststellst, gibt es eine Unmenge an Ratgebern für angehende Autoren. In den meisten von diesen steht ungefähr das
Gleiche.

Mir geholfen haben seinerzeit - und das ist schon Jahrzehnte her -
die Standardwerke "Reiners Stilfibel" (meine Ausgabe ist ein dtv-
Taschenbuch) sowie "Grundlagen und Technik der Schreibkunst - Handbuch für Schriftsteller, Pädagogen, Germanisten, Redakteure und angehende Autoren". Davon gibt es mehrere Ausgaben, ich habe jene in zwei Bänden aus dem Weltbild-Verlag. Nicht übel ist auch "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" von James N. Frey (TB im Emons Verlag).

Herzlichen Gruß!

BeitragVerfasst am: 19.04.2008, 09:57
ChrisK
 
Anmeldedatum16.04.2007
Beiträge192
WohnortBerlin


A. Steele: Creative Writing - Romane und Kurzgeschichten schreiben
L. Beinhart: Crime - Krimis und Thriller schreiben
beide im Autorenhaus Verlag erschienen.
Was - meine Erfahrung nach - nützt: Ein Buch, dass man mag, "auseinandernehmen", um zu sehen, wie es aufgebaut ist. Das Buch in einzelne Szenen aufteilen, eine Inhaltsangabe auf Karteikarten (verschiedene Farben für verschiedene Handlungsstränge und/oder Figuren), die Karteikarten vor sich ausbreiten, dann kann man die Struktur eines Buchs sehr schön visualisieren und analysieren. Sich dabei immer die Fragen stellen "Wie hat der Autor das gemacht?" und "Warum hat er das gemacht?"
Gruß
Chris

BeitragVerfasst am: 19.04.2008, 15:08
julia07
 
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Wohnort87700 Memmingen


Hallo Max!

Meinen beiden Vorrednern kann ich nur zustimmen.
Ein gutes Lehrbuch ist sicher nicht zu verachten (an dieser Stelle ein Dank an Hans für die Tipps!), aber das Lesen fremder Texte ist ebenfalls ein sehr probates Mittel zum Zweck. Wenn man in "schlechten" Büchern die Fehler findet, dürfte man/frau schon ganz gut sein Wink

Was Deine Rechtschreibeung bzw. Dein Deutsch angeht, kann ich Dir versichern, da bist Du wirklich nicht schlecht! Da habe ich in Autorenforen schon ganz andere Dinge gelesen cheezy grin

Eines würde mich aber noch interessieren: warum willst Du unbedingt mit einem Zyklus anfangen? Ist das jetzt Mode? In letzter Zeit machen das immer mehr Neuautoren und das sind durchweg Junge. Was bewegt Euch zu so einer Kraftanstrengung? Für den Beginn wäre es doch sicher viel einfacher, erst einmal mit einem "kleinen" Roman zu starten Rolling Eyes

Lg,
Julia

_________________
Schreiben beflügelt die Fantasie
www.julia-fargg.de

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 19.04.2008, 15:34
MaxS
 
Anmeldedatum18.04.2008
Beiträge13


Zunächst einmal vielen Dank für die Vorschläge, habe bereits "Die Stilfibel" und "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" bestellt.

An Julia07,
Ich vermute, dass durch der Boom an Fantasyzyklen einfach mit dem durch die "Herr der Ringe"- und "Harry Potter"-Verfilmungen enstandenen Boom für das Fantasygenre im allgemeinen zusammenhängt. Viele, teils sehr begabte, aber auch völlig talentfreie Leute sehen den Erfolg von Rowling und Tolkien/Jackson und denken sich, dass sie das auch erreichen möchten. Ich sehe das, glaub ich, realistischer, denn ich erwarte nicht gleich Angebote von New Line Cinema, wenn ich mein erstes Buch veröffentliche. angle

Aber warum ich gerade mit einem Zyklus anfangen will? Ich denke, dass ich mich nach Jahren der Entwicklung so sehr in meine Charaktere und die Geschichte verliebt habe, dass ich mir kaum vorstellen könnte, mit ebensoviel Elan an ein anderes Projekt gehen zu können.
Nichts würde mir mehr gefallen, als diese Geschichte zu erzählen und dabei mitzukriegen, wie sich vielleicht auch andere mit meinen Charakteren identifizieren können.
Nichst fällt mir beim Lesen schwerer, als die letzten Seiten einer sehr guten Romanreihe zu lesen, da man sich über die Jahre (wie bei Harry Potter) oder in den letzten Wochen, bzw. Monaten so sehr an die Charaktere gewöhnt hat.
Genau dieses Gefühl möchte ich auch irgendwann erzeugen.

BeitragVerfasst am: 19.04.2008, 15:59
julia07
 
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Wohnort87700 Memmingen


MaxS hat Folgendes geschrieben:
Ich vermute, dass durch der Boom an Fantasyzyklen einfach mit dem durch die "Herr der Ringe"- und "Harry Potter"-Verfilmungen enstandenen Boom für das Fantasygenre im allgemeinen zusammenhängt. Viele (...) sehen den Erfolg von Rowling und Tolkien/Jackson...

Wobei man anmerken muss, dass Frau Rowling, soweit ich weiß, nicht von Beginn an an eine Serie dachte. Ich denke, für die Folgebände war dann das Gebote der Erfolgs"serie" ausschlaggebend. Bei Tolkien dagegen war es etwas anders. Der hat immerhin ca. 30 Jahre warten müssen, bis seine Hobbit-Geschichte im Herrn der Ringe mündete Wink

Wie dem auch sei, ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem Schreiben. Du hast sicher den nötigen Biß dazu und da Du Dir, bei aller Euphorie, auch noch Gedanken zur Sprachgewandtheit machst, wird das sicher was werden thumb up

LG,
Julia

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Schreiben beflügelt die Fantasie
www.julia-fargg.de

BeitragVerfasst am: 19.04.2008, 17:30
MaxS
 
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Beiträge13


Vielen Dank für die Motivation. Wink

Mir wurde jetzt von anderer Seite das Buch "Deutsch für Kenner . Die Neue Stilkunde" empfohlen. Kennt das einer und ist es zu empfehlen?

BeitragVerfasst am: 19.04.2008, 18:14
frangsen
 
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WohnortKiel


"Deutsch für Kenner" kenne ich nicht, wohl aber "Deutsch für Profis" und "Deutsch!", beide v. Wolf Schneider. Die Bücher sind zu empfehlen, wobei eines genügen dürfte, da sich die Tips ähneln. Ich vermute, dass "Deutsch für Kenner" ganz ähnlich sein dürfte. Sie richten sich in erster Linie (aber längst nicht nur) an Journalisten.

Frank

BeitragVerfasst am: 19.04.2008, 18:49
hwg (Moderator)
 
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Beiträge2585
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"Deutsch für Profis" von Wolf Schneider (ein "Stern"-Buch aus dem Verlag Gruner+Jahr, Hamburg) ist ein sehr empfehlenswertes Handbuch der Journalistensprache - wie sie ist und wie sie sein könnte.

Für Romanautoren - aus meiner Sicht - allerdings nicht unbedingt geeignet, außer der Autor will für den "Boulevard" schreiben (was ich ja meistens mache, weshalb ich mich auch nicht Literat nenne Laughing ).

BeitragVerfasst am: 19.04.2008, 22:50
MaxS
 
Anmeldedatum18.04.2008
Beiträge13


Na gut, dann belasse ich es mal bei den beiden Lehrbüchern.
Bis diese dann bei mir abgeliefert werden, könnte ich ja mal das Anfangskapitel meines Romanes posten und schauen, wie er euch so gefällt.
Was wäre denn da das richtige Unterforum? Confused

BeitragVerfasst am: 20.04.2008, 12:36
skipteuse
 
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Beiträge507
WohnortPotsdam


Hi Max, willkommen!

Ich habe noch einen heißen Tipp: Kreativ schreiben. Handwerk und Techniken des Erzählens. (Fritz Gesing)
Ist echt unterhaltsam UND lehrreich geschrieben, finde ich - hat mich motiviert und mir vieles vor Augen geführt... Viel Erfolg Wink

Gruß von Barbara

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Bücher und so

BeitragVerfasst am: 02.05.2008, 10:19
Schnuffelandree
 
Anmeldedatum24.04.2008
Beiträge20


Ja und nein. Ich hab zwei Fernkurse zum Thema Schreiben angefangen und ein paar Bücher gekauft. Im Web gesurft, bei einer Internetschreibgruppe mitgemacht, etwas bei einer Literaturagentur vorgelegt und für teuer Geld aufarbeiten lassen.

Kurse sind nicht toll. Bücher meist auch nicht. Eine Ausnahme sind die Titel von James H Frey. Die solltest du dir mal zu Gemüte führen. Die kann ich für jeden Schreiber empfehlen. "Wie man einen verdammt guten Rman schreibt" und "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt II" und "The Key - Die Kraft des Mythos". In den ersten beiden gibt es viel Grundlagenwissen. Das zweite ist für Fantasieautoren sehr interessant. Ein Krimilehrbuch hat der Autor auch geschrieben.

Eine Autorengruppe ist ein guter Ansatz.

Aufmerksam werden Verlage auch, wenn du einen Preis gewinnst. Also eine Literaturausschreibung.

Mach dir aber nicht zu viel Hoffnungen, wenn du Berufsautor werden willst. Da ist der Start sicher schwer. Es schaffen einige, aber nicht jeder ist ein Hohlbein oder Eschbach.

Darf man mal etwas von dir lesen?

Ich kann gern mal fragen, ob unsere Gruppe Hobby-Autoren noch einen Platz für dich hat und dir den Link schicken wenn du magst.

Übrigens Fantasie, SF und Horror funktioniert gut bei kleinen Mini- und Selbstverlagen. Auch wenn es jede Menge gibt. Die Leute kaufen das. Das mag einfach daran liegen, das viele gern in eine fremde Welt einsteigen und der ultimative Kampf Gut gegen Böse immer gern gelesen wird.

Interessant für Fantasieautoren ist das Mag Phantastisch. Findest du unter http://www.phantastisch.net/ .

MfG
René

BeitragVerfasst am: 02.05.2008, 11:41
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge663
WohnortSüden


Hi,

kurze Anmerkung an Julia:

Rowling hatte die Potter-Saga von Anfang an komplett vor sich und zwar inklusive der Aufteilung in Bände. Sagte und erklärte sie mehrfach, und wenn man die Bände allesamt gelesen hat, sieht man dies auch, der Bogen ist zu klar von 1 bis 7 gespannt, die Hinweise werden zu eindeutig früh eingebaut und später zu logisch benutzt, als daß dies anders hätte entstehen können.

Übrigens keine Seltenheit, daß Autoren/Geschichtenerzähler derart weitrahmig und gleichzeitig erzählsicher vorgehen. "Star Wars" ist ein anderes Beispiel, beim "ersten" Film (eigentlich Nr. 4) war bereits alles für die vorherigen Filme angelegt, ebenso für das Ende in Nr. 6.

Auch ein perfektes Beispiel ist der Drachenreiterzyklus von Anne MacCaffrey, auch hier war die komplette Geschichte eindeutig vorgeplant, während die Bücher selbst über 20 Jahre verteilt geschrieben wurden.

Für deine Ansicht das passende Beispiel wäre Marion Zimmer-Bradleys Darkover-Zyklus, bei dem es einige logische Brüche gibt/gab, die nachträglich teils recht "erzwungen" geradegerückt wurden, bzw. einige Episodenbücher aus diesem Zyklus wurden später, nachdem sich Darkover so gut entwickelte, quasi neu geschrieben, um frühe Bücher zu ersetzen.

Man kann also schon erkennen, ob eine Geschichte homogen von Anfang an zyklusüberspannend angelegt wurde oder nicht. Very Happy

_________________
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

Re: Bücher und so

BeitragVerfasst am: 02.05.2008, 12:17
HuWes
 
Anmeldedatum03.02.2008
Beiträge32


Schnuffelandree hat Folgendes geschrieben:
Kurse sind nicht toll. Bücher meist auch nicht. Eine Ausnahme sind die Titel von James H Frey. Die solltest du dir mal zu Gemüte führen. Die kann ich für jeden Schreiber empfehlen. "Wie man einen verdammt guten Rman schreibt" und "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt II" und "The Key - Die Kraft des Mythos". In den ersten beiden gibt es viel Grundlagenwissen. Das zweite ist für Fantasieautoren sehr interessant. Ein Krimilehrbuch hat der Autor auch geschrieben.


Nur mal so als Frage am Rande:
Warum sind die Bücher von Frey empfehlenswert? Ich kenne die beiden Erstgenannten und finde sie - von wenigen Stellen ausgenommen - schlecht. Insbesondere, weil Frey im zweiten "verdammt guten Roman" vieles von dem, was er im ersten sagt, zurücknimmt.

Frey

BeitragVerfasst am: 02.05.2008, 14:44
Schnuffelandree
 
Anmeldedatum24.04.2008
Beiträge20


Hallo,

Ist eben meine Meinung. Nichts anderes. Zum Glück sind die Meinungen und Geschmäcker verschieden.

MfG
René
Gute Lehrbücher für angehende Autoren
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