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Historische Rezension von 1831

BeitragVerfasst am: 06.03.2008, 18:18
Gaby
 
Anmeldedatum02.03.2008
Beiträge10


Für Liebhaber von Antikem:

***Aus Gabys Bücherschrank***

Historische Rezension

Leipziger Literaturzeitung, Februar 1831

*****************
Novellenkranz. Ein Almanach auf das Jahr 1831.
Von L. Tieck. Erster Jahrgang. Mit 7 Kupfern. Berlin, bey Reimer. 368 S. 12

Die erste der in diesem Almanache enthaltenen Novellen: „Dichterleben, zweyter Theil“, welche sich an die Urania vom J. 1826 befindliche anschliesst, gehört zu dem Vortrefflichsten, was Tieck in dieser Gattung geliefert hat; so reich ist sie an den tiefsten, feinsten Bemerkungen über Welt, Menschen u. poetische Kunst, so lebendig die Darstellung. Der Held derselben ist, noch mehr als im ersten Theile, Shakspeare. Das Wenige, was man von dessen Lebensumständen kennt, hat der Verf. mit bewunderungswürdiger Kunst und sinnreicher Benutzung der nicht dramatischen Werke des Dichters, besonders der Sonette, mit Verwerfung des nicht historisch Begründeten, z.B. der Wilddieberey, als Ursache seiner Flucht nach London – welchen Umstand noch neuerlich Skottowe in sein ‚Life of Shakspeare’ aufgenommen – eingeflochten. Vortrefflich sind seine frühzeitige Verbindung mit der acht Jahre ältern Anna Hathaway, sein Abgang nach London und seine Versöhnung mit der väterlichen Familie in Stratford motivirt. Auf das Lebhafteste macht diese Darstellung wiederum den Wunsch nach baldiger Vollendung des von dem Vf. so lange verheissenen grössern Werkes über den ‚Sweet swan of Avon’ rege. – Die einen in unsern Tagen aufs Neue interessant gewordenen Gegenstand, und bewährt gleiche Meisterschaft, wie die erste.


*****************
Kommentar:

Ich habe die Schreibweise belassen wie im Original. Der Rezensent schrieb tatsächlich: ‚Shakspeare’ und nicht ‚Shakespeare’.
Man muß sich allerdings bewußt sein, daß die damalige Schreibweise doch zum Teil erheblich von der unseren abwich, auch bei Eigennamen. So war zu dieser Zeit auch die Schreibweise ‚Göthe’ statt des heute gebräuchlichen ‚Goethe’ üblich.

Schöne Grüße,

Gaby Rottler

Verfasst am:
 


Historische Rezension von 1831
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