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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Buchvorstellung: Belletristik » Christian Bedor: Hörbuch-CD - Beichtgang
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden Christian Bedor Beichtgang - Fiktive Autobiografie eines kat • M-F Hakket: Die Katze von Frau Wagner

Christian Bedor: Hörbuch-CD - Beichtgang

BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 06:12
ChristianBedor
 
Anmeldedatum21.10.2007
Beiträge19


Titel: Hörbuch-CD - Beichtgang
Autor: Christian Bedor

Verlag: Foto-Text-Statt
ISBN: Direkt-Versand: www.muell-zeit-lose.de
Seiten: 5 Stunden 24 Minuten
Preis: 19,90

Der Autor über das Buch:

Die Hörbuch-CD zum gleichnamigen Buch "Beichtgang - Fiktive Autobiografie eines katholischen Hauptlehrersohns" vom Autor selbst gelesen als MP3-Format.


Klappentext:

Hörbuch-CD "Beichtgang - Fiktive Autobiografie eines katholischen Hauptlehrersohns"

Thomas Lehr wächst Ende der 50er Jahre als jüngstes von vier Geschwistern in der Schule eines kleinen dt. Dorfes auf. Er wird von seinen Eltern u. der Kirche auch mit körperlicher Strafe streng katholisch erzogen. Anfangs lebt er in der Welt der Zehn Gebote, glaubt an aufrichtige Liebe, Ehrlichkeit u. Gehorsam. Für seinen Vater, der Schulleiter ist, muss Thomas als Zehnjähriger Bier und Schnaps kaufen, was ihm große Schuldgefühle bereitet. Ferner erfährt er vom langjährigen Verhältnis des Vaters mit seiner Klassenlehrerin. Die Familienkrankheit Alkoholismus schreitet soweit fort, dass sein Vater nicht mehr arbeiten kann u. sterben will. Abzusehen ist, dass sich Thomas zu einem Erwachsenen Kind entwickeln wird, denn Schuld, Angst, Scham und Ohnmacht sind seine Lebensbegleiter. Die fiktive Autobiografie ist sehr zu empfehlen für Jugendliche u. Erwachsene kath. Glaubens sowie Menschen, die in alkoholkranken Familien leben.

www.muell-zeit-lose.de


Rzension

Das laute Schweigen des Thomas L.

AMAZON-Rezension zu
Christian Bedors Buch „Beichtgang“


Distanzierte Sensibilität würde ich die Haltung nennen, in der Christian Bedor sich seinem Protagonisten Thomas Lehr nähert.
Eine deutlich männliche Art der Annäherung, die Emotionen eliminiert und stattdessen Äußeres, Umstände und Notwendigkeiten fokussiert.
Die emotionale Verletzung des kleinen Thomas, dessen Leben von der Geburt bis zum etwa 14jährigen Messdiener wiedergegeben wird, geht umso lauter aus den geschilderten Lebensumständen hervor, je unbedingter sie verschwiegen wird. Ein Kunststück, das Bedor hier fertig bringt. Er schafft es, die Sprachlosigkeit selbst sprechen zu lassen, in Episoden wie bei dem Sturz mit einem Tretroller oder einem Speiseeisgeschenk. Diese Eigenart seines Erzählstils hat mich am meisten beeindruckt und macht meiner Meinung nach den besonderen Wert von „Beichtgang“ aus. Wie viele Gedanken, Befürchtungen, Berechnungsversuche, sachliche Erwägungen und Zukunftsprognosen sich während einer kurzen Fahrradfahrt im Bewusstsein eines einsamen vernachlässigten kleinen Jungen abspielen können!
Thomas ist Lehrersohn, unverkennbar, auf Pflichterfüllung und Standesbewusstsein so sehr getrimmt, dass schon das eigene Wollen und Wünschen im Ansatz verkümmert. Katholische Pfarrer und seine Lehrer(-Eltern) prägen seine Welt. Verbote und Gebote, die er ängstlich zu erfüllen sucht.
Sehr nahe kommt der Autor seinem Protagonisten, dringt in dessen abgeschottete Geisteswelt fast völlig ein, ohne kaum je ein Gefühl zu offenbaren, abgesehen von der lebensbestimmenden Angst vor Strafe, Blamage und davor, das Falsche zu tun. Thomas fühlt sich kaum je verletzt, dafür beschämt und unzulänglich. Im Laufe seiner Entwicklung steigert sich seine Befindlichkeit zu einer ohnmächtigen, beinahe-wütenden Verwirrung angesichts elterlicher Erziehungsmaßnahmen, die er nicht versteht und als ungerechtfertigt empfindet. Irgendetwas stimmt nicht. Der Vater ist alkoholkrank und hat ein außereheliches Verhältnis – ausgerechnet mit Thomas’ Lehrerin. Doch woher soll er schließlich wissen, ob ihm Unrecht geschieht, ohne jede Referenz, wie die Dinge eigentlich laufen sollten? Keine Wahl bleibt ihm, als sich schicksalsergeben zu fügen, Antworten auf Thomas’ unausgesprochene Fragen bleiben aus.
Erst in einem Brief an seine Eltern als Erwachsener gelingt es Thomas, auszudrücken, worunter er zeit seiner Kindheit gelitten hat und auch dieser Ausbruch fällt eigentümlich beherrscht und bedacht aus.
Ein überraschend leicht fließendes und lesenswertes Buch, das in seinem lauten Verschweigen die ganze Hilflosigkeit eines vernachlässigten Jungen ausdrückt, insbesondere die schmerzende Ohnmacht, die darin liegt, dass Dinge totgeschwiegen werden, nicht zur Sprache kommen können.
Darüber hinaus ein Buch von besonderer Relevanz für die Generationen der 50er, 60er und 70er Jahre, die sich atmosphärisch und emotional darin wiederfinden werden. (sb)

Verfasst am:
 


Christian Bedor: Hörbuch-CD - Beichtgang
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