 | Ich-Erzählung? Pro und Kontra |  |
Verfasst am: 15.11.2007, 22:02 |
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| Dalma Lee |
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| Anmeldedatum | 25.09.2007 | | Beiträge | 144 |
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Was haltet ihr grundsätzlich von der "Ich-Erzählung" bei Belleristik?
Ich bin gerade am werkeln zu meinem zweiten Buch, was ich paralel laufen lasse und überlege gerade ob ich es als "Ich-Erzählung" oder "normal" schreiben soll?
Was könnten eurer Meinung nach Vorteile (direkter, persönlicher) und Nachteile dieser Art zu erzählen sein?[/i] |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 16.11.2007, 00:01 |
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| Judith |
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| Anmeldedatum | 05.08.2007 | | Beiträge | 2654 | | Wohnort | Schwobaländle |
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Hallo Raphaela,
ich habe meinen Tanzroman in der Ich-Form aus der Sicht des Hundes geschrieben. Nachteil: man kann nichts schreiben, was der Erzähler nicht sieht, was andere denken etc. Dadurch ist man etwas eingeschränkt. Dafür kann man die Gedanken des Erzählers umso besser einbringen.
Grüßle,
Judith |
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Verfasst am: 16.11.2007, 08:10 |
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| hwg (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 4206 | | Wohnort | A 8786 Rottenmann |
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Also, von mir wird die Ich-Form seit jeher grundsätzlich vermieden.
Ausnahmen gibt es bloß, wenn der (fiktive) Protagonist in der Erzählung oder im Roman etwas über sich, beispielsweise in einem Dialog, berichtet.
Das halte ich schon seit Beginn meines Schreibens so. Wahrscheinlich hat man mir igendwann erklärt, dass die Ich-Form gerne von "Anfängern" verwendet wird, weil sie (angeblich) leichter zu handhaben wäre.
Als Leser stört sie mich weniger, falls der Text insgesamt meinen Ansprüchen nahe kommt.
Deshalb, jeder Autor soll so schreiben, wie er möchte. Lediglich das Ich am Anfang eines Satzes stört mich immer noch, vielleicht der "alten" Regel wegen, die derartiges (seinerzeit) für verpönt angesehen hat. |
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Verfasst am: 16.11.2007, 09:11 |
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| julia07 |
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Hallo Raphaela,
ich (LOL) finde beide Varianten Klasse. In meinen Daydreams (Kurzgeschichten) habe ich beide Varianten sogar gemischt.
Als ich vor Längerem mal dazu recherchiert habe, fand ich auch für die Ich-Form sehr spannende Beispiele. Sie geht oft - gewollt - in Richtung Tagebuch.
LG, Julia |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 16.11.2007, 09:40 |
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| Versailles |
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| Anmeldedatum | 22.05.2007 | | Beiträge | 836 |
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Hallo Raphaela,
der 'Ich'-Erzähler in einer Geschichte kann seine Reize haben. Er zwingt den Autor geradezu, sich auf diesen Charakter zu konzentrieren und ihn den Leser erleben zu lassen sowie die Gefühle dieser Person nachvollziehen zu können.
Heinz hat geschrieben | Zitat: | | Wahrscheinlich hat man mir igendwann erklärt, dass die Ich-Form gerne von "Anfängern" verwendet wird, weil sie (angeblich) leichter zu handhaben wäre. | Das wurde mir im Deutschunterricht im Gymnasium auch vermittelt. Heute sehe ich das etwas anders.
Ein Anfänger würde vielleicht schreiben: ich tat dies, ich machte das etc. und Punkt. Es gehört aber schon etwas mehr dazu, den Leser über einen Ich-Erzähler an eine Geschichte zu fesseln: eine genauere Charakter-studie (eines Charakterzugs), Beschreibung der Umwelt mit allen Sinnen, Reflexion von Gedankengängen u.v.m. Ich denke, wenn schon die Ich-Form gewählt wird, dann möchte ich bitte schön auch diese Person kennenlernen dürfen.
Ich ziehe es vor, mich in der Ich-Form innerhalb einer Kurzgeschichte zu bewegen.
Es geht , wie Julia schon sagt, oft in Richtung Tagebuch- oder Briefroman. |
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_________________ "carpe diem, quam minimum credula postero"
(Horaz, 65-8 v. Chr.)
www.comtesse-heloise.de
Autorenphoto von J. Nemeth, Photostudio Kannengiesser, 58095 Hagen |
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Verfasst am: 16.11.2007, 10:55 |
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| Rita Hajak (Moderator) |
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Hallo Raphaela,
ich halte die "Ich-Form" für schwieriger, weil ich das was ich fühle, denke,
usw. ständig hinterfrage. Einer anderen Person kann ich alles andichten
was ich möchte. Bei sich selbst, geht man eher vom eigenen Empfinden
aus.
Die Ich-Form ist interessant, wenn man selbst viel Erlebtes mit einbringen
kann. Und das geht wieder, wie Julia schon sagte, in Richtung Tagebuch.
Gruß Rita |
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_________________ „Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann
www.ritahajak.de Wieder mal neu |
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Verfasst am: 16.11.2007, 11:02 |
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| Bärentante |
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| Rita Hajak (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | | ich halte die "Ich-Form" für schwieriger, weil ich das was ich fühle, denke, usw. ständig hinterfrage. Einer anderen Person kann ich alles andichten was ich möchte. |
Einer erfundenen Person kannst Du ebenfalls alles andichten und trotzdem in der Ich-Form schreiben.
Ich persönlich liebe die Ich-Form-Schreibweise. Da muss man sich nicht ständig mit wechselnden Namen abquälen.  |
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Zuletzt bearbeitet von Bärentante am 16.11.2007, 11:02, insgesamt einmal bearbeitet _________________ Liebe Grüße
Christel |
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Verfasst am: 16.11.2007, 11:02 |
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| hwg (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 4206 | | Wohnort | A 8786 Rottenmann |
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Auch in etlichen meiner Texte kommen eigene Erlebnisse "unter", jedoch lege ich diese einer erfundenen Figur "in den Mund".
Ich mag es nicht, wenn eine fiktive Handlung mit ihren Dialogen mit der Realtität des Autors in Verbindung gebracht wird. Zwischen dessen Ansichten oder Lebensweise und den Figuren einer Geschichte besteht ja meistens eine große Differenz, glücklicher Weise!
Ansonsten wäre ich ja ein sehr sehr böser Mensch...  |
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Verfasst am: 16.11.2007, 14:12 |
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| Hakket (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 14.09.2007 | | Beiträge | 981 | | Wohnort | Bremervörde |
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Beide Varianten haben ihre Vorzüge und Nachteile.
Bisher sind meine (fertigen) Romane auch in der klassichen Form geschrieben, also "beobachtend".
Irgendwann habe ich dann mal einen angefangen, der in der Ich-Form erzählte - einfach deshalb, weil ich wissen wollte, wei es sich anfühlt.
Dann kam mir aber der Gedanke, dass ich ja gar nichts von dem berichten kann, was die Hauptperson nicht "sieht". Ich habe es trotzdem gemacht - und finde es sehr interessant. Eben weil man als Leser ja mehr weiß, als der Prot (der glaubt, alles zu wissen), kann man sich diebisch über den Prot amüsieren.
Irgendwo habe ich mal eine Kritik gelesen, in der sich jemand über genau das "Problem" beschwert hat: Ein Ich-Erzähler darf ja nichts anderes erzählen.
Nö, finde ich nicht. Erzähler bleibt Erzähler - Literatur darf alles. James Patterson macht das auch ständig.
Also, schreibe in der Ich-Form und in der Beobachter-Form - sofern du dabei nicht "verrückt" wirst . |
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_________________ In jedem Menschen existieren dunkle Orte, für die es keine offizielle Wegbeschreibung gibt. Und wer glaubt, keinen dieser Orte in sich zu tragen, hat den Weg dorthin nur noch nicht gesucht.
www.tordenfjord-verlag.de |
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Verfasst am: 16.11.2007, 18:47 |
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| Dana |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 97 | | Wohnort | Berlin |
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| Mir bleib bei meiner Tagebuchveröffentlichung nichts weiter übrig als in der ICH-Form zu schreiben. Das hat in diesem Fall den Vorteil , dass ich nicht verallgemeinere ("So sind die Japaner."), sondern immer "nur" meine persönliche Sicht aufzeichne. |
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Verfasst am: 19.11.2007, 10:21 |
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| roland_lange |
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| Anmeldedatum | 23.07.2007 | | Beiträge | 124 | | Wohnort | Katlenburg-Lindau |
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Für mich gibt es in dieser Frage zunächst mal kein Pro oder Kontra. Ich frage vielmehr nach dem "Was habe ich eigentlich vor?"
So bevorzuge ich die "Ich-Form" besonders dann, wenn es um ein Projekt geht, das eine Fortsetzung haben soll. Damit lege ich von Anfang an einen Protagonisten fest, auf den die Handlungen immer wieder zulaufen.
Als gelungenes Beispiel sehe ich hier den Jacques Berndorf-Protagonisten "Siggi Baumeister" in den Eifel-Krimis.
Kurzgeschichten kann man so natürlich auch aufbauen.
Die Ich-Form grenzt sicher die Erzählperspektive ein. Parallelhandlungen können hier nur schwer untergebracht werden. Aber der Wunsch nach einer entsprechenden Dramaturgie besteht ja nicht zwangsläufig.
Gruß
Roland |
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