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Verfasst am: 14.09.2007, 17:07 |
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| julia07 |
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Zu dem Thema "Mein Ort passt nicht, ist zu klein, zu unbedeutend, etc"
möchte ich hier einmal eine ungewöhnliche Anmerkung machen:
In der näheren Umgebung meines Wohnortes gibt es natürlich auch Ausflugslokale; drei davon liegen völlig abgeschieden und sind nur mit dem Auto, per Pedes oder per Rad zu erreichen.
Alle haben eine hundsnormale, bayerische Speisekarte. Zwei davon boomen kolossal, einer ist gerade Pleite gegangen. In der Zeitung stand dazu als Kommentar: "Die Lage brachte nicht die benötigte Gästezahl".
Das ist aber völliger Blödsinn, denn ich weiß, dass der Wirt ein Choleriker ist, der an manchen Tagen nicht gerade zimperlich mit seinen Gästen umging. Von den beiden anderen ist einer im Preis sogar erheblich teurer, als der andere (bei gleicher Qualität!), bietet aber unglaublich viele Aktivitäten. Bis zu dreimal im Sommer finden z. B. Grillfeste mit Feuerwerk statt etc. Diese beiden, abseits gelegenen Wirte, verstehen sich nicht nur als "gute Wirte", sondern sie versuchen auch stets, exakt den Nerv ihrer Gäste zu treffen.
Es liegt also nicht unbedingt an den Hardfacts, wenn ein Geschäft nicht so läuft, wie man das gerne hätte. Das Problem für uns Nebenerwerbsautoren ist in meinen Augen, dass viele von uns einfach nicht geübt im Geschäftemachen sind.
Aus diesem Grund bin ich für jeden Tipp dankbar, den ich hier bekomme, denn auch ich gehöre eher (noch!!!) zu den "Undedarften"
LG, Julia |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 14.09.2007, 17:35 |
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| hwg (Moderator) |
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Von wegen Wirtshäuser: Bei uns wird gerne in solchen gelesen, denn da entfällt für den Veranstalter meistens die Raummiete. Der Wirt verdient ja an den zuhörenden Gästen, sofern diese einem guten Schluck nicht gänzlich abgeneigt sind.
Außerdem legen manche Wirte, vor allem diese, bei dem der Autor Stammgast ist, gerne dessen Bücher auf. Und diese verkaufen sich mitunter ganz gut, nicht nur an Stammgäste, sondern auch an Laufkundschaft oder Urlauber.
Da es in kleinen Orten keine Buchhandlung gibt, hat auch der 30 bis 50 Kilometer entfernte Buchhändler keinen nennenswerten Einwand, vor allem auch dann, wenn er die betreffenden Bücher ohnehin nicht in sein Sortiment aufnimmt. Man muss es nur, so wie vieles andere, ausprobieren. |
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Verfasst am: 14.09.2007, 18:59 |
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| g.c.roth (Moderator) |
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Kirchengemeinden bieten für alle Altersgruppen verschiedene Treffen an. Vom Stricken bis zum Klönen. Dort treffen sich überwiegend die älteren Damen, die ganz gern dann so ein Büchlein kaufen... Man muss allerdings damit rechnen, dass man das eine oder andere Liedchen mitsingen darf
Auch für die Kinder gibt es dort Gruppen, da empfiehlt es sich dann ein Zettelchen für die Eltern mitzugeben. Er sollte von der Aufmachung her nicht zu anspruchsvoll sein, sondern so, wie die kopierten Zettel, die die Kinder sonst auch mit nach Hause bekommen.
Die Lesung selber biete ich dann natürlich kostenlos an... die armen Gemeinden haben ja kein Geld...
LG Grete  |
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Verfasst am: 14.09.2007, 19:58 |
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| Rita Hajak (Moderator) |
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Ich werde mal von der Insel herunter fahren und außerhalb mein Glück versuchen. Vielleicht ist da ja was zu machen.
Die Leute hier sind zu alt und ohne Interesse. Das ist schade.
Die Eltern fordern ihre Kinder auch nicht zum Lesen auf.
Die würden sicher gerne auch mal ein Buch lesen. Von der Schule
hatte ich eine Absage bekommen, obwohl ich es umsonst gemacht hätte.
Gruß Rita |
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_________________ „Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 14.09.2007, 21:59 |
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| julia07 |
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Hallo Rita,
das, was Du uns da berichtest, erschüttert mich.
Wo sind wir nur gelandet, dass eine Schule kostenlose Bücherlesungen ablehnt? Da kommt das Desinteresse voll zur Geltung. Die machen sich ja noch nicht einmal die Mühe, den Standardspruch: "Wir haben dafür kein Budget", anzuwenden
Wahrscheinlich musst Du jedem ein Marken-T-Shirt und 'nen Gutschein für McDoof mitliefern...
LG, JUlia |
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Verfasst am: 15.09.2007, 06:41 |
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| hwg (Moderator) |
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Guten Morgen Rita!
Derartige "Inseln der Ignoranz" gibt es natürlich auch bei uns. Diese zu erobern, haben sich etliche private Kulturinitiativen und Autorenzirkel zur Aufgabe gemacht. Eine mitunter schier unlösbar scheinende Aufgabe, doch "steter Tropfen höhlt den Stein".
Nur nicht den Mut verlieren!
Gruß Hans |
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Verfasst am: 15.09.2007, 11:03 |
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| Rita Hajak (Moderator) |
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Hallo Julia,
hallo Hans,
ich komme mit schon richtig dumm vor, mich den Leuten in meiner Umgebung aufzudrängen. Auch im Kindertherapeutikum lehnte man eine Lesung ab, da die Kinder angeblich nicht alle unter einen Hut zu bringen wären. Aber ich durfte einige Bücher dort auslegen.
Resultat: 3 Bücher verkauft, in 6 Monaten. Nur alleine mit Bücher auslegen ist es nicht getan.
Den Mut kann man da schon verlieren, weil man nicht mehr zu den jüngeren Autoren zählt. Aber noch gebe ich mich nicht geschlagen.
Werde noch einpaar Möglichkeiten versuchen.
Schönes Wochenende
Gruß Rita |
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aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann
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Verfasst am: 15.09.2007, 12:10 |
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| Judith |
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Hallo Rita,
gestern kam ich völlig demotiviert nach Hause. Im Tanzstudio hatte ich den Eindruck, von einigen Schülern richtig belächelt zu werden. Was ich auch merkwürdig fand: Nicht eine einzige Person hat auf den Zeitungsartikel reagiert, obwohl ein großes Bild drin war und eine Viertelseite in einer bei uns viel gelesenen Tageszeitung. Es kommt wesentlich mehr von außen als von innen. Beim Bäcker wurde ich gleich angesprochen, genauso mein Mann beim Zahnarzt. Aber von den eigenen Leuten kommt nix.
Ich hätte weniger Probleme damit, wenn sie das Buch lesen und dann sagen würden "das und das fand ich nicht so gut". Aber vorher völlig ignorieren oder belächeln, dass ich meine, unter die Schreiber gehen zu müssen, das ärgert mich.
Grüßle,
Judith |
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Verfasst am: 15.09.2007, 12:19 |
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| julia07 |
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Hallo Judith,
dann musst Du das (Tanz)Buch interessant für die Kids machen!
Setze es doch als Preis bei einem kleinen Wettbewerb aus. Wenn es dann einer gewonnen hat, wollen es gleich auch andere "besitzen", ganz gemäß dem Motto "was Du hast, will auch ich haben
LG, Julia |
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Verfasst am: 15.09.2007, 12:28 |
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| Judith |
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Hallo Julia,
das Problem ist, das Buch ist ab 11 Jahren (eher ab 12). Und da ist eben vieles uncool.
Mal sehen, vielleicht bekomme ich ja die ein oder andere gute Rezension von Fachleuten (Tanzpädagogen o.ä.). Vielleicht wirkt das.
Na ja, mal abwarten. Immerhin ist das Buch ja erst seit Mitte dieser Woche im Handel.
Immerhin laufen die Vorlesegeschichten gut. Dann werde ich eben als nächstes nochmal ein Vorlesebuch machen, wenn der Markt es so will.
Grüßle,
Judith |
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Verfasst am: 15.09.2007, 14:14 |
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| Rita Hajak (Moderator) |
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Hallo Judith,
wir wollen ja alle keine Schönfärberei, sondern einfach nur etwas Interesse und Meinungen. Egal ob gute oder schlechte. Aber die
Ignoranz ist das Schlimmste.
Bei Kinderbücher ist halt das Problem, dass die Eltern aufmerksam gemacht werden müssen. Die Kinder selbst kommen kaum an die Bücher. Deswegen dachte ich, Schule ist gut, doch das war ein Irrtum.
Dennoch hast Du sicherlich mehr Möglichkeiten als ich. In Deiner Tanzschule kannst Du viel auslegen und bekannt machen. Ein bisschen Geduld. Bei Dir klappt es bestimmt.
Gruß Rita |
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_________________ „Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
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Thomas Mann
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Verfasst am: 15.09.2007, 14:59 |
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| hwg (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 3088 | | Wohnort | A 8786 Rottenmann |
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| Vielleicht ist es auch der Respekt der Kinder vor der gestrengen Tanzpädagogin, der sie hindert, Dich auf das Buch hin anzusprechen zip: ? |
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Verfasst am: 15.09.2007, 20:50 |
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| Judith |
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| Anmeldedatum | 05.08.2007 | | Beiträge | 1949 | | Wohnort | Schwobaländle |
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Nein, Hans, daran liegt es sicher nicht. Wenn sie Respekt hätten, dann würden sie nicht wagen, die von mir angebotenen Infokärtchen auszuschlagen!
Vielleicht ist bei den Jugendlichen auch der Schuljahresanfang mit ein Problem (bei uns fing diese Woche die Schule an). Sie sind alle sehr erschlagen. Durch G8 (Abi in 8 Jahren Gymnasium) haben 3 - 4 x wöchentlich Nachmittagschule und die relevante Altersgruppe 34 - 37 Wochenstunden Unterricht! Die haben wahrscheinlich keinen Bock und keine Zeit mehr zu lesen. Und leider spüre ich das natürlich auch sehr im Tanzstudio an der Schülerzahl, dass viele keine Zeit mehr haben.
Grüßle,
Judith |
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Verfasst am: 02.10.2007, 10:29 |
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| Laura |
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| Anmeldedatum | 20.09.2007 | | Beiträge | 199 |
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Also was das Thema Ignoranz angeht, kann ich auch etwas beitragen:
Als ich mit dem Schreiben anfing - Märchen und Kindergeschichten, die ich auch heute noch unter meinem eigenen Namen (nicht Laura Anders) schreibe und veröffentliche, zeigte meine Umgebung ein gewisses Interesse in der naiven aber weit verbreiteten Annahme, dass ich nun bald eine bekannte und gut verdienende Autorin werde. Als das nicht binnen weniger Monate klappte, ließ das Interesse an von mir verschenkten Büchern und Magazinen deutlich nach. Resonanz auf meine Geschichten habe ich von Anfang an nicht bekommen.
Es blieben noch ein paar alte Verwandte, die vor allem meine Märchen und Kindergeschichten, aber auch die Fantasygeschichten für Erwachsene mochten und sogar ein kurzes Feedback abgaben, wenn ich Ihnen zu Weihnachten und den Geburtstagen ein Buch oder Heft mit einer Veröffentlichung geschickt habe.
Offenbar wollten Sie aber nur zu den entsprechenden Feiertage etwas von mir hören bzw. lesen, denn als ich vor ein paar Wochen einfach so unter dem Jahr was geschickt habe, kam nicht mal mehr ein Dankeschön. Gruß Laura |
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