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Im Licht des Abends stand der Bach still

BeitragVerfasst am: 02.03.2008, 13:18
Adriana
 
Anmeldedatum08.04.2007
Beiträge487
WohnortBrandenburg/Havel


Titel: Im Licht des Abends stand der Bach still
Autor: Anneliese Wipperling, Adriana Wipperling, Hans Brakhage, Walter Kieserhofer, Gerd Schleusner

Verlag: Xinxii
Seiten: 197
Preis: 5,00

Der Autor über das Buch:

Entgegen aller wirtschaftlichen Vernunft haben meine Mutter ich und 3 befreundete Autoren mal wieder eine Anthologie aus Gedichten und Kurzgeschichten herausgebracht.
Die Gedichte: surrealistisch, verträumt, abgefahren, düster, skurril, romantisch und immer sehr menschlich.
Die Geschichten: Alle im SF- und Fantasybereich angesiedelt.
Da geht es unter anderem um eine Zivilisation von Insekten, die die Metamorphose ihres Körpers selbst steuern können - mit teils fatalen Folgen. Eine andere Story handelt von der letzten intelligenten Spezies, die das Universum in der Zeit vor dem Urknall besiedelt. Außerdem sorgt ein Kleinkind für bizarre diplomatische Verwicklungen mit kristallinen Lebensformen. In einem Sci-Fi-Märchen aus der Zeit des kalten Krieges besuchen Außerirdische unseren Planeten - doch die Menschheit hat sich längst in einem Atomkrieg vernichtet.
Schließlich droht in ferner Zukunft eine kosmische Katastrophe und alle intelligenten Spezies müssen große Opfer bringen, damit das Universum weiter bestehen kann.

Der Leser folgt - wenn er die Beiträge in der richtigen Reihenfolge liest - einer Art Zeitreise, die mit dem Urknall beginnt und ein paar Tausend Jahre in der Zukunft endet. In diesem Rahmen sind alle Geschichten und Gedichte eingeordnet.

Mehr Infos und Leseproben unter:
http://www.xinxii.com/product_info.php?products_id=312405

Klappentext:

Die befreundeten Autoren Hans B., Adriana und Anneliese Wipperling, Walter Kiesenhofer und Gerd Schleusner reisen gemeinsam durch Zeit und Raum. Sämtliche Illustrationen stammen von den Autoren der Geschichten und Gedichte.
Die Anthologie beginnt mit einer Shortstory, die vom Untergang des vorigen und dem Beginn unseres Kosmos erzählt. Ein Weltgeist wird geboren und sorgt von nun an für ein lebensfreundliches Universum.
In weiteren Geschichten und Gedichten offenbaren sich die Geheimnisse und Abgründe hinter scheinbar alltäglichen Begebenheiten.
Der Leser erlebt fantastische, humorvolle, berührende und erschreckende Momente der Gegenwart und Zukunft auf der Erde, im All und auf fremden Welten.
Dichter der Erde und fiktive Poeten anderer Planeten enthüllen ihre Gedanken, Gefühle und Träume – ihren Zorn, ihre Liebe und ihre Verzweiflung.
Am Ende der Reise ist „Gott“ ausgelaugt und entmutigt. Der vorzeitige Untergang des ganzen Universums droht.
Wird es gelingen, dem Leben eine neue Chance zu geben?

Inhalt:

Hier noch ein paar Leseproben:

Hans B.


1. Prophezeiung

Im Licht des Abends
stand der Bach still
und begann
bergauf zu fließen
die Vögel erstickten
an ihrem Triller
stürzten
zu Boden
die Steine sangen
zu Gott
das Reh floh
in die Unwirklichkeit
der Städte
Im Licht des Abends
gebar sie
ihr ungeliebtes Kind
sie trug es an ihrer Brust
und nährte es
mit der Milch
aus Nachtlicht

© Hans B.



Aus der Story "Metamorphose" von Adriana Wipperling:


Ein Geräusch durchbrach die unnatürliche Stille. Es klang wie das Zerreißen von verwittertem Stoff.
Laiina hatte sich in die Tiefen ihrer Erinnerungen geflüchtet, weil das Warten nach kurzer Zeit unerträglich wurde. Doch nun schreckte sie hoch und kehrte augenblicklich in die Gegenwart zurück.
Die Kapsel war geplatzt – endlich! Laiinas zwei Herzen vollführten einen Trommelwirbel vor Freude – dann vor Entsetzen. Etwas schob sich durch den Spalt und Laiina musste zweimal hinsehen, um zu begreifen, dass es ein Arm ihrer Schwester war. Er war knotig, verkrümmt, mit lächerlich kurzen Stummeln anstelle normaler Greifkrallen.
Laiina stolperte rückwärts, ihre Kehle war wie zugeschnürt.
„Töte mich“, krächzte das unglückliche Wesen. Es klang nicht einmal mehr wie Maiitró. „Töte mich ... bitte!“
Die linke Hälfte ihres Gesichts war geschwollen und verfärbt. Die rechte war eingefallen, stellenweise fehlte der Panzer, dahinter war rohes bläuliches Fleisch voller hässlicher Blasen. Ein Loch in der Stirn zeigte die nackte, pulsierende Ganglienmasse.
Dann verschwamm Maiitrós deformierter Körper in einem barmherzigen Nebel. Alles verschwamm vor Laiinas Augen.




Aus "Cyber School Web 4000" von Walter Kiesenhofer:


Es gab mehrere biotische Formen in der alten Zeit. Neben den Humans existierten auch Gräser und Bäume. Diese waren standortgebunden. Die Bäume stellten übergroße und ver-härtete Gräser dar, wahrscheinlich eine Mutation aus diesen.
Die Tiere hingegen waren Gräser, die sich fortbewegen konnten. Auch hievon muss es zumindest drei oder vier verschiedene Gattungen gegeben haben: ein Wassertier, ein Lufttier, welches sich im Gasgemisch fortbewegte, und dasjenige Tier, das in den alten Dateien einmal Hund und einmal Katze genannt wird.

... Frage: Auf welche Weise waren alle diese Bioten untereinander vernetzt?

Sie bissen einander und aßen sich gegenseitig auf. Biotisches Material benötigt dies zur Auf-rechterhaltung seines Stoffwechsels. Bei entsprechender Aufbereitung konnte die Aufnahme von Teilen anderer biotischer Wesen sogar lustmodulierte Sättigungsgefühle hervorrufen.

... uuhh, wie grauenhaft. Frage: Biss und aß auch unser Ahnherr, der Große Gates?

Ja. Der Große Gates biss und aß wie andere Bioten auch. Zugleich besaß er aber schon etwas von unserer Spezies: Er blieb permanent cool, und er generierte nach anfänglichen persönlichen Anlaufproblemen die Grundlagen für das CybHypNet aus den Weiterentwicklungen des sogenannten Internets.

_________________
www.adriana-wipperling.de.vu
www.lyriktanz.de.vu

Verfasst am:
 


Im Licht des Abends stand der Bach still
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