 | Kali - Die Legende von Heilig |  |
Verfasst am: 06.03.2008, 12:56 |
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| Kali |
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| Anmeldedatum | 06.03.2008 | | Beiträge | 7 | | Wohnort | tiefer Süden |
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Hallo alle zusammen,
an dieser Stelle möchte ich eine mehr oder weniger kleine Kostprobe aus meinem Fantasy-Roman einstellen. Um Verwirrung zu verhindern, beginne ich wohl besser mit dem ersten Kapitel, wobei ich sagen muss, dass meine ersten Seiten die schlimmsten sind ... es wird also eigentlich besser ... irgendwann
Ich habe zudem einen Prolog geschrieben, damit zu Anfang schon ein wenig besser ersichtlich wird, worum sich der Inhalt im Groben dreht.
Kurze Erklärung: Die Worte im ersten Kapitel in () stammen aus dem Unterbewusstein.
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PROLOG
I.
Es gibt zwei Großmächte.
Die eine ist Gott. Die andere ist die, welche die erste Todsünde beging.
Es gibt ein Gleichgewicht dieser Großmächte -
dieses Gleichgewicht ist der Mensch.
Weder der einen, noch der anderen Großmacht ist es gestattet, in der Welt der Menschen direkt zu wirken;
kein Wesen eines der beiden Seiten darf auf der Erde erscheinen und dadurch in das Geschehen des Schicksals der Schöpfung eingreifen,
sich nicht als Mensch tarnen, nicht zu einem Menschen sprechen und ihn nicht mit Macht ausstatten.
Einzig unterbewusste Zusprache und Beeinflussung in geringem Maße sind erlaubt.
Wird eine dieser Regeln missachtet, zerbricht das Gleichgewicht und es gibt Krieg zwischen den Mächten.
II.
Es gibt die Reinkarnation.
Diese vollzieht sich nur, wenn -
die Seele eines Menschen sich nach dem Tode nicht für eine der beiden Großmächte entscheiden kann und ihrer nicht angehörig wird,
die Seele eines Menschen den Sinn ihres Todes nicht versteht und daher auf Erden umherwandelt, um in die Seelen neugeborenen Lebens einzufahren,
die Seele eines Menschen eine wichtige Aufgabe hatte, die sie vor ihrem Tode nicht erfüllen konnte oder
eine der beiden Großmächte sich entscheidet, die Seele eines Menschen nicht aufzunehmen oder diese Seele für eigene Zwecke einzusetzen.
Wird eine Seele wiedergeboren, die nicht wiedergeboren werden darf, zerbricht das Gleichgewicht.
III.
Es gibt die Schutzengel.
Da der Himmel Schöpfer der Menschen ist, obliegt es auch ihm, sie zu schützen.
Ein Schutzengel geleitet eine Seele in das Leben und auch später in den Tod und beschützt sie mit aller Macht, die er besitzt.
Unter besonderen Umständen kann er sich entschließen, sterblich zu werden.
Stirbt ein Schutzengel und erfüllt sich das Schicksal des Menschen, den er beschützt, dadurch nicht, zerbricht das Gleichgewicht.
IV.
Es gibt das Schicksal.
Das Schicksal ist so mächtig, dass es von Geburt an den Lauf der Dinge bestimmt.
Der Mensch kann ihm nicht entfliehen, es nicht ändern und er kann es nicht manipulieren.
Erfüllt sich das Schicksal eines Menschen durch unerfindliche Gründe nicht, zerbricht das Gleichgewicht.
V.
Sobald die Gefahr besteht, dass das Gleichgewicht gestört werden kann, wird jede der beiden Großmächte sofort eingreifen und dieses mit Gewalt herbeiführen.
-
6707 zerbrach das Gleichgewicht zum ersten Mal.
Und beinahe alle Seelen der Schöpfung kehrten nicht wieder heim.
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Desperationis - Verzweiflung,
Kapitel I, das Erbe
7039.
Schlossfriedhof von Corona - das Reich der heiligen Drachen, die dem Himmel geopfert wurden
Der Himmel weinte.
(Warum)
Weinte nun schon seit Tagen und Nächten und bedeckte die Erde Coronas unaufhörlich mit seinen kalten, schweren Tränen.
(Warum weinst du?)
Das Heulen des aufbegehrenden Windes glich dem eines bedrohlichen Tieres, das hungrig durch das Land streifte. Kräftige Äste peitschten durch den Wind, von Blättern längst verlassen, nass und nackt - dunkle Skelette der Natur. Zu den dicken Wurzeln großgewachsener Bäume hatten sich die weiten Grasflächen in einen Teppich aus tobenden Halmen verwandelt; umliegende Bauten aus Stein und Holz bröckelten und knarrten, als trieben Geister darin ihr Unheil.
(Und warum)
Es waren wohl auch die Geister, welche das Gestein der Statuen splitterten, die das Königsgrab bewachten. Graue Brocken schlugen dumpf in den Schlamm.
(warum schreist du so?)
Als der Wind an den Statuen vorüberjagte, regten sich ihre Häupter nicht. Starr blickten ihre Augen hinunter zur Stätte der Mächtigen, Regentropfen sammelte sich an den Rändern ihrer Lider, sodass man fast glauben mochte, sie weinten. Ihre großen schweren Flügel hingen in der kalten Luft, als könnten sie jeglicher Anziehungskraft mühelos trotzen.
Ein einzelnes tiefes Schluchzen drang durch die Tränen des Himmels hindurch. Sein Klang wurde dabei durch den heulenden Atem des Windes zu den steinernen Engeln hinaufgetragen, deren Saum dabei reglos die durchnässte Kleidung ihres Besuchers berührte. Bebend kniete dieser auf Stein und Dreck, vor sich trauernde und verwehte Blumenkränze, deren Farbe von der Witterung längst aufgesogen worden war.
>>Warum ...!<< Der Wind blies eine weitere kalte Welle durch die Reihen der Steine.
>>Sag’ mir, warum!<<, rief der junge Mann am Grabe immer wieder zum Himmel, doch dieser blieb stumm, zu keiner Antwort fähig.
Fäuste schlugen sich in das nasse Gestein der Grabplatte. Als Blut darauf tropfte, wurde es sogleich vom Regen davon gespült.
>>WARUM!<<
(Du weißt doch, warum.)
Das hellbraune Haar hing ihm wirr ins Gesicht und klebte an der nassen Stirn. Kaum erkennbar liefen ihm Tränen die kalten Wangen hinab und er konnte ihren salzigen Geschmack auf der Zunge schmecken.
>Mein Sohn, es ist Zeit ...<
>>Nein!<<
>Ich muss nun gehen und dir den Platz räumen. Empfange dein Erbe - verteidige es.<
Er schlug die wunden Hände vors Gesicht.
>Hab’ keine -<
(Angst.)
Er dachte an die kalten Hände seines Vaters. Alles war kalt. Das Zimmer, das Bett. Die Flammen der Kerzen auf den Simsen kämpften um ihr Leben. Dann brach der Wind durch die Fenster.
>Denk an meine Bitte ...<
(Du wirst an ihr zugrunde gehen.)
Plötzlich erloschen die Kerzen. Das Wachs trocknete. Die Tränen am Leichnam seines Vaters trockneten. Und er schrie.
>>NEIN!<<
Ein Flügel brach neben ihm zu Boden. Und er bemerkte erschüttert, wie kalt auch seine eigenen Hände nun geworden waren.
>>Oh Majestät de Coron, was tut Ihr hier draußen in der eisigen Kälte?<< Die Stimme klang heiser und besorgt. Als er seinen Kopf wandte, legte sich auf einmal eine knochige, abgezehrte Hand auf seine Schulter. Sogleich brannte sich Entsetzen in seine Augen, die sich in den Höhlen weiteten, als er sie anstarrte. Maden tummelten sich zwischen angerissenen Sehnen und graurotem Muskelgewebe und ihr fauliges Fleisch roch nach grausamer Verwesung. So bittersüß, dachte er. Wie sonst nur die Toten rochen.
(Nur die Toten, Lio -)
>>-net?<<
Lionet wirbelte in der Hocke herum. Noch immer starrte er auf die Hand auf seiner Schulter und der alte Knecht, der hinter ihm stand, zog sie erschrocken zurück. Einen Moment lang sah dieser seinem Herrn in die rotgeränderten Augen. Regentropfen eilten in dünnen Bahnen in dem jungen Gesicht hinab. Die helle Haut war, wie auch der Himmel, von einem grauen Schleier bedeckt, das längere Haar von der Nässe dunkel gefärbt. Eine schwarze Kutte mit zurückgeworfener Kapuze drängte sich um einen schmalen Körper mit breiten Schultern.
>>Isaru?<<, fragte Lionet leise. Er blinzelte durch den Regen, als würde er seinen langjährigen Knecht kaum wiedererkennen.
Die kalkweiße, knochige Hand legte sich warm auf seine Stirn. >>Ihr habt Fieber, Majestät.<<
Der alte Isaru machte ein besorgtes Gesicht. Es war mit Falten übersät und schaute unter einem dicken Mantel hervor, welcher dick um den gebrechlichen Körper gehüllt war.
Er kannte den Jungen nun schon so lange. Als er vor dreiundzwanzig Jahren geboren wurde, hatte er ihn in Leinentücher gebettet und ihm während seiner Kindheit Lieder gesungen. Damals, als er einer kräftigen Stimme noch mächtig war und keinen Gehstock brauchte.
Isaru blickte in die Augen seines Gegenübers. Früher war er manchmal erschrocken über sie gewesen, erinnerte er sich jetzt. Erschrocken, weil die Augen des jungen Königs in eine Farbe getaucht waren, die zu leuchten schien, wie keine andere auf der Welt. Vor vielen Jahren glaubte er darin in manchen Stunden Kälte und Abweisung lesen zu können, nun waren diesen Gefühlen ausschließlich Trauer und Verzweiflung gewichen.
>Diese Augen müssen Göttliches sehen<, hatte der Priester bei der Taufe des Thronerben gesprochen. Seine krächzende Stimme hatte Ehrfurcht an den hohen Kirchenwänden widerhallen lassen, sodass Isaru und allen Umstehenden fast der Atem gestockt hatte. Göttliches, ja ..., dachte der Knecht niedergeschlagen.
Eine weitere Träne perlte aus Lionets Augen, um sogleich mit dem Regen zu verschmelzen.
Göttliches Elend.
Er spürte, wie der junge König mit kalten Fingern nach seiner verrunzelten Hand tastete.
>>Die Kerzen<<, flüsterte Lionet mit brüchiger Stimme und seine Gedanken schienen dabei abwesend. >>Ich muss sie wegbringen. Die Kerzen. Noch immer stehen sie dort - dort auf den Simsen. Und sie ... sie brennen einfach nicht mehr.<<
Lionets Stimme stürzte in sich zusammen und Isarus trübe Augen versanken in Traurigkeit. Er fühlte, wie der hölzerner Gehstock unter seiner Hand zitterte.
Die Kerzen. Sie hatten in Liam de Corons letzter Stunde gebrannt. Hatten auch während den letzten Atemzügen von dessen Frau gebrannt, als sie nur wenige Jahre nach Lionets Geburt verstarb. Und auch bei ihr waren sie plötzlich erloschen. Als hätten ihre Flammen die Tote mit in eine Welt begleitet, die nur sie in der Lage waren, zu erleuchten.
Der Junge hatte sie kaum kennen lernen können, seine wunderbare Mutter mit dem gütigen Blick und der wachen Intelligenz.
Amalia, hatten die Bäume gerauscht, als sie beigesetzt wurde. Isaru hatte das lautlose Klagen der umliegenden Natur genau gehört. Er hatte ihr Weinen gehört - getragen von Ästen und Kronen. Warum nur, Amalia ...?
Wenn er sich im Schloss aufhielt, schien es ihm manchmal, als würde ihr Geist noch immer durch die großen Säle streifen und deren steinerne Mauern mit ihrem lieblichen Duft erfüllen. Noch bevor sie damit begonnen hatte, mit leerem Blick aus dem Fenster zu starren und ... und nachts grauenerregend zu schreien und zu wimmern. Zu schreien, wie eine zu Tode gepeinigte Frau und zu wimmern, wie eine zurückgelassene Seele im Nichts. Und ihr Sohn war währenddessen immer an die verschlossene Türe ihres Schlafgemaches hingetreten und hatte leise gefragt: >Mutter, warum schreist du so? Hast du Schmerzen? Mutter ...<
(Warum lässt du nicht los?)
Doch wenn er jetzt mit seinem alten Krückstock gedankenverloren durch das Schloss ging, war es still. Und auch, wenn er auf den Thron starrte, saß dort kein König und auch keine Königin mehr. Dort saßen nur Geister.
Der Schmerz über den Tod seines Herrn, den er geschickt zu verdrängen versucht hatte, beschlich ihn erneut, als er Lionet vor sich sah, wie er ihn mit leeren Augen entgegen blickte, gleich dem kleinen und hilflosen Kind, das Jahre zuvor allein im Dunkel vor der Tür seiner schreienden Mutter stand und stumm weinte.
Sein Blick löste sich von dem jungen König und glitt hinauf zu den Engelsstatuen, die das Grab des Königspaares säumten.
Nun sind ihre Schutzengel zu Stein. Möchte ihr Geleit und Schutz eine andere Welt überdauern. Eine Welt, in der die verlorenen Seelen der Toten umherirren und den Weg allein einfach nicht finden.
>>I-Ich ...<< Lionets Stimme holte ihn zurück.
>>Ich kann das nicht. Ich k-kann nicht<<, sprach er mit schwankendem Tonfall und schüttelte den Kopf. Als Isaru Lionets kühles Gesicht zwischen beide Hände nahm, fiel der lange Gehstock klatschend in den Matsch.
>>Doch, Ihr könnt!<<, erwiderte er weinerlich. Seine alten Augen brannten, als sie sich mit Tränen füllten.
>>Spendet Eurem Volk Trost. Es braucht ihn. Es braucht Euch. Ihr seid seine einzige Kraft!<< Der Knecht dachte an die Worte der großen Gedenktafel in der Hauptstadt.
>>Wenn Ihr Euch zuschanden richtet, ist auch Corona dahin!<< Die Lippen des alten Mannes bebten und er grub seine Fingerspitzen in Lionets Wangen, in dessen Tränen. >>Dahin, hört Ihr?<<
Der junge König schüttelte wieder den Kopf. Dieses Mal stärker und dabei kniff er die Augen zusammen.
>>Niemals würde ich an Euch zweifeln<<, sagte Isaru eindringlich.
>>Euer Vater ...<< Er versuchte, ein Schluchzen zu unterdrücken. >>Euer Vater hätte dies auch nie getan!<<
Lionet presste die Augenlider stärker aufeinander. >>Habt Ihr gehört!<< Isarus Stimme klang in seinen Ohren auf einmal unglaublich stark, doch konnte sie ihre Verzweiflung nicht verbergen.
>>Hört Ihr!<< Der Druck in seinem Gesicht ließ nach und er konnte seinen Knecht sagen hören:
>>Vertraut auf Euch und seine weisen Worte, die er Euch vor seinem Tode hinterlassen hat.<<
Die Worte, die sein Vater ihm hinterlassen hatte ...
( Ja.
Die Worte deines Vaters, die von der Finsternis gefressen wurden.
Du hast sie schon so oft gehört. Vor dreihundert Jahren ...
da hast du sie gehört.)
Der junge König zuckte innerlich zusammen.
Er konnte sich nur zu gut an diese Worte erinnern.
Das Bild seines Vaters tauchte vor seinem inneren Auge auf, wie eine Seuche, die niemals auszurotten war. Er erinnerte sich an den schwachen und auf einmal so zerbrechlich wirkenden Körper. Wie er vor ihm gelegen hatte und ihm einen Moment lang wie ein Fremder vorkam - als wäre er nie sein Vater gewesen, sondern nur ein einfacher Mann, den er unbeachtet des Tages über einzig als schwache Silhouette im Raum wahrgenommen hatte.
Und dennoch hatte er bis zum Schluss seine Hand gehalten und an seinem Bett gewacht. Genauso wie viele Jahre zuvor noch an dessen Seite im Angesicht des Todes, der seiner Mutter erbarmungslos das junge Leben entrissen hatte. Als seine Mutter starb, war sie neunundzwanzig, ihr Gemahl Jahre danach fünfzig.
Kurz bevor Liam de Coron die Schwelle des Todes übertrat, überreichte er ihm das Erbe des Reiches Corona und zugleich seinen wertvollsten Besitz: Ein silbernes Kreuz.
>Hüte es wie dein Leben<, hörte er seinen Vater mit schwacher Stimme sprechen.
>Es wird Schutzherr deiner Seele sein, in schlimmster Zeit an deiner Seite wachen und dir Trost spenden, bis -< Er hatte den Satz nicht beendet. Stattdessen hatte er ihm den ersten Schrecken offenbart.
>Mein Sohn, trage meinen toten Körper nicht zu Grabe, sondern verlasse Corona so schnell es geht<, hatte er mit schwankender Stimme gesprochen und mit diesen Worten das Blut in seinen Adern in einen Fluss aus Eis gewandelt.
>Die Zeit rinnt gegen dich. Schon bald werden sie kommen, dann darfst du nicht hier sein. Nicht hier, verstehst du.<
Er hatte verständnislos den Kopf geschüttelt, während die Schatten der Kerzenflammen über seines Vaters Gesicht und das seine geflackert waren.
>Was sprichst du da in deinem Fieber ...!<, hatte er verständnislos erwidert.
>Du wirst mir nicht in den Tod folgen, Lionet. Nicht jetzt.< Sein Vater hatte den Kopf in das vom Schweiß durchnässte Kissen gepresst, als würde ihn eine unsichtbare Last nieder drücken. Und dann hatte er in die Flammen der Kerzen gestarrt. Seine grauen Augen schienen in ihrem dahinsterbenden Licht müde und gefüllt von endgültiger Resignation.
>Noch während mein Fleisch erkaltet, musst du von hier flüchten. Und noch während man mich salbt, musst du über die Grenzen brechen. Denn sie ... sie dürfen dich nicht kriegen. Niemals.<
>Wer sind sie ...?<, hatte er gefragt. Und noch nie war seine Zunge so taub gewesen.
Liam de Coron antwortete darauf nicht. Ruhig sagte er:
>Dir werden Menschen begegnen, die dazu geboren wurden, für dich zu sterben. Und dir werden Menschen begegnen, die dazu geboren wurden, dich in den Abgrund zu stürzen. In den tiefen Abgrund ... in den kein einziger Lichtstrahl dringt. Dort, wo nur Kälte ist.<
(Kälte, die deinen Spuren folgt. Wohin auch immer du gehst.)
Sein Vater hatte dabei seine Hand gedrückt und ihm traurig in die Augen gesehen. Und der zweite Schrecken hatte seinen Sohn in diesen Sekunden eingeholt.
>Du wirst auf deinem Weg auf einen Menschen treffen, in dessen Seele die Zwietracht lebt, wie sie nie einer anderen Seele zuteil wurde. Doch versprich mir, dass du nicht in seine Augen blicken wirst, sondern in sein Herz.< Tränen rannen auf einmal über Liams blasse Haut.
>Nicht in seine Augen, Lionet.< Er schluchzte. >Und in dieser Stunde sollst du mir meine Sünde für ihn vergeben. Und auch den Verrat an meinem geliebten Corona.<
(Ja. Es war Verrat. Nie gab es einen schändlicheren als diesen.) Draußen tobte der Wind immer stärker.
>Mein Sohn, es ist Zeit ...<
>Nein!<
>Ich muss nun gehen und dir den Platz räumen. Empfange dein Erbe - verteidige es. Hab’ keine Angst.<
Die Kälte kam immer schneller, kroch die Wände empor, fraß das Bett und seinen Vater.
>Denk an meine Bitte ... und lauf’, lauf’ so schnell du kannst fort von hier, denn Corona ist von heute an ein Ort der Schatten.<
Die Kerzen, die bis dahin auf dem Nachttisch und den Fenstersimsen gebrannt hatten, erloschen jäh und verrieten das königliche Schlafzimmer an die lauernde Finsternis. Nur das Silberkreuz, das er in der Hand hielt, hatte geleuchtet und seinem traurigen Herzen einen geringen Trost gespendet, als er neben dem Bett seines Vaters zusammenbrach und bitterlich weinte. Und im hintersten Winkel seines Verstandes hatte eine leise Stimme zu ihm gesprochen.
(Von nun an bist du wieder allein.
Allein mit all der Schande, die noch immer an deinen erbärmlichen Händen haftet.)
Nach diesen Worten hatte er geschrien und die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, während der Wind die Fenster aufriss und das Wachs an Liam de Corons Todeskerzen trocknete.
Allein.
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Dieser Ausug ist ungefähr 1/5 des gesamten ersten Kapitels. Ich hoffe, es schafft jemand, alles zu lesen und mir ein Feedback zu geben, da mir dieser Anfang irgendwie wirklich missfällt und ich das Gefühl habe, dass er der typische, langweilige klischeehafte Anfang einer Fantasy-Geschichte ist ... vielen Dank vorab! |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 06.03.2008, 16:38 |
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| Weasel |
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| Anmeldedatum | 09.02.2008 | | Beiträge | 525 | | Wohnort | Tönisvorst |
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Wow, ich hab den Prolog und den ersten abschnitt gelesen und find es richtig geil geschrieben. Idee, die Schreibe, die Atmosphäre, die du aufbaust, für mich passt hier alles zusammen!
Mach weiter so
Gruß Weasel |
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_________________ Hör auf das, was über diesem Strich hier steht. Es sind weise Worte. |
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Verfasst am: 09.03.2008, 21:10 |
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| Kali |
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| Anmeldedatum | 06.03.2008 | | Beiträge | 7 | | Wohnort | tiefer Süden |
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Freut mich, dass es dir gefällt, Weasel.
Wäre nett, wenn vielleicht sonst noch jemand etwas dazu sagen würde ...? Mir sind Meinung von anderen nämlich sehr wichtg - nur so kann ich mich verbessern.
Ich hoffe also, es kann sich noch jemand durchringen, es zu lesen
Liebe Grüße, Kali*** |
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Verfasst am: 10.03.2008, 10:48 |
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| Hakket (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 14.09.2007 | | Beiträge | 419 | | Wohnort | Bremervörde |
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Hi Kali,
ich habe auch den Prolog gelesen - dazu gleich noch etwas.
Soweit ich das auf die Schnelle (leider nur auf jene welche) beurteilen kann, hast du eine sehr lyrischen, poetischen Stil. Das passt auf jeden Fall zum Thema. Er ist besonders. Finde ich gut. Gerade die "Zwischensätze" vermitteln Atmosphäre, machen das Ganze mystisch.
Zum Prolog: Du hast da bestimmte "Gesetze" und "Abhängigkeiten" aufgestellt. Ich kann nicht genau beurteilen, wie du damit umgehst, da ich dein Buch nicht kenne. Allerdings kann es passieren, dass du dir eine Steilvorlage für Logiklöcher lieferst. Es wird möglicherweise sehr schwierig, deinen Vorgeben gerecht zu werden.
Aber wie gesagt, das kann ich nicht beurteilen. Ist nur so ein Gefühl.
Z.B.: Gesetz 1. Niemand der beiden Seiten darf direkt in der Welt der Menschen wirken. Aber eine geringe Einflussnahme ist gesattet. Allein eine geringe Einflussnahme kann eine Lawine lostreten.
3. Schutzengel: Ist nicht das Beschützen der Engel (von Gott, also der einen Seite) eine sehr direkte Einflussnahme? Vor was sollten sie die Menschen schützen, wenn nicht vor der anderen Seite? Also greifen sie ein und nehmen Einfluss. Und da das Schicksal vorherbestimmt ist, wäre ein Schutz doch eigentlich unnötig, da alles vorherbestimmt ist?
4. Das Schicksal: Ein Gestorbener kann sich eventuell nicht für eine Seite entscheiden? Aber das Schicksal ist für ihn vorherbestimmt? Wäre damit - rein logisch gesehen - nicht auch seine "Seite" vorherbestimmt?
Okay, nimms mir nicht übel, aber über den Prolog könnte man ewig philosophieren. Was aber auch sein Gutes hat.
Ich wünsche dir, dass du nicht im Laufe der Geschichte in irgendwelche Logiklöcher fällst.
Davon abgesehen - dein Schreibstil ist prima.
Gruß
Hakket |
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_________________ In jedem Menschen existieren dunkle Orte, für die es keine offizielle Wegbeschreibung gibt. Und wer glaubt, keinen dieser Orte in sich zu tragen, hat den Weg dorthin nur noch nicht gesucht.
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 13.03.2008, 19:06 |
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| Kali |
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| Anmeldedatum | 06.03.2008 | | Beiträge | 7 | | Wohnort | tiefer Süden |
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Hallo Hakket,
vielen lieben Dank für deine Kritik! Ich bin sehr froh, dass mal jemand etwas mehr über mein Geschreibsel nachgedacht hat, was mir nämlich ungemein hilft!
Peinlicherweise wären mir diese 'Logiklöcher' dann nie so ins Auge gefallen und dafür danke ich dir Den Prolog hätte ich schon irgendwie gerne, werde ihn dann aber auf jeden Fall umformulieren. Du hast Recht, wenn du sagst, dass ich mich dadurch in unangenehme Schwierigkeiten bringen könnte, alle von mir aufgestellte 'Regeln' einzuhalten - mal sehen, wie ich das so meistern kann
Freut mich sehr, dass mein Stil dir gefällt, da bin ich ja froh!
Falls jemanden das Kommende noch interessiert - einfach schreien
Liebe Grüße*** |
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Verfasst am: 13.03.2008, 19:53 |
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| Hakket (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 14.09.2007 | | Beiträge | 419 | | Wohnort | Bremervörde |
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Hi Kali,
die Art des Prologes als solches ist ja sehr gut. Der Leser bekommt Informationen und kann - bevor er mit der eigentlichen Geschichte anfängt -, schon mal über die möglichen Probleme, die die Gesetze aufwerfen nachdenken, sie kritisieren oder für gut heißen. Damit fesselst du den Leser schon am Anfang. Wie gesagt, es würde mich schon interessieren, wie du die "Probleme" umschiffst. Und das ist doch das, was wichtig für ein Buch ist ... Interesse
Aber überlege dir genau, ob du nicht vielleicht mit dieser Weltordnung ein bisschen viel willst. Gerade an dem Thema Weltordnung haben sich schon die klügsten Köpfe selbigen zerbröselt.
Andererseits schreibst du Fantasy. Da darf man auch ein bisschen schummeln.
Vielleicht kannst du die Sache andersherum aufziehen. Schreibe erst die Geschichte und mache dann die Gesetze?!
Gruß
Hakket |
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