 | *Kneipengespräche* |  |
Verfasst am: 27.03.2008, 00:09 |
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| Jan Mathes |
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| Anmeldedatum | 03.03.2008 | | Beiträge | 93 | | Wohnort | Worpswede |
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23 Jahre habe ich insgesamt in der Gastronomie gearbeitet (1982 - 2005, mit einigen Unterbrechungen), davon mehrere Jahre u.a. in der Berliner "Kreuzberger-Kneipenszene".
Ich möchte behaupten, das diese Erlebnisse meinen "Erfahrungs-Fundus" enorm bereichert haben, besonders was meine Menschenkenntnisse betrifft.
In einer Kneipe, hinterm berühmten Tresen, findet das reale Leben statt, es ist ein(e) Kommunikations-Forum / Plattform, in dem die Alltagsstimmungen der Menschen, ihre Sorgen und Freuden, ihre Probleme und natürlich auch "Highlights" angesprochen werden.
Dort wird über das Leben philosophiert, diskutiert und dort werden Meinungen ausgetauscht.
Außerdem ist es ein Stimmungsbarometer der Gesellschaft.
Ich war fasziniert von dem äußerst interessanten Job, ich hätte mir zu der Zeit nichts anderes vorstellen können!
Der Wirt ist dann oft der "Therapeut", der Zuhörer.
Besonders für Menschen, die sich schwer in ihren privaten Kreisen mitteilen können.
Meine unten aufgeführten 4 Kurzgeschichten sind nur kleine Beispiele, die auch zum Schmunzeln sind, eben aus dem normalen Leben gegriffen.
Kneipengespräche
1. Das Handy
Irgendwann besuchte Thomas mich in meiner Kneipe,er wirkte heute konzentrierter als sonst.
„Moin Jan, machste mir mal ´n Bier?“, fragte er, während er sich die Jacke auszog.
„Klar,´n Kleines wie immer?“, fragte ich ihn.
Er schien meine Worte nicht gehört zu haben, denn kaum saß er am Tresen, lag schon ein Handy vor ihm, welches er sogleich ergriff und heftig damit hantierte.
Ich schnappte mir ein Bierglas, und begann mit dem Zapfen.
Nach einer kurzen Weile war das Bier für Thomas fast fertig, ich gab dem Glas noch den „letzten Pfiff“ mit einer Schaumkrone, wie sie in der TV-Werbung nicht hätte schöner sein können.
„Hey Jan, schon mein neues Handy gesehen?“, fragte er, als ich ihm das bildschöne Bier servierte.
„Wow, ein neues Handy? Sieht schick aus!“, entgegnete ich ihm.
„Es sieht nicht nur schick aus, es kann auch irre viele Sachen!“, versicherte er mir, fast etwas beleidigt.
„Haste kurz Zeit? Dann zeige ich es dir!“
Etwas genervt ahnte ich schon, was mich jetzt erwarten würde.
Ich beugte mich über den Tresen, in seiner Euphorie bemerkte er nicht mein eigentliches Desinteresse, aber ich tat ihm den Gefallen.
Ich hörte Begriffe wie „MMS“ oder „Blue Tooth“, man könne Klingeltöne, Spiele und Bilder herunterladen, außerdem…….
Insgeheim wünschte ich mir, das irgendein anderer Gast einen Wunsch hätte, damit ich mich aus dieser umfangreichen, ermüdenden „Lehrstunde“ hinausmogeln konnte.
Aber dem war leider nicht so.
Nach ungefähr zehn Minuten beendete er seinen schon fast wissenschaftlichen Vortrag, stolz nahm er einen Schluck von seinem mittlerweile abgestandenen Bier, ich bin sicher, das Thomas gar nicht aufgefallen war, das sein Bier vor einer Viertelstunde ein wunderschön Gezapftes war.
Leicht schmollend darüber griff ich hinter mich, hielt mein Handy über den Tresen und fragte ihn:
„Und weißt du, was ich mit meinem Handy kann?“
Neugierig blickte er erwartungsvoll auf mein Gerät.
„Man höre und staune, Thomas….ich kann mit meinem Handy sogar telefonieren!
2. Ziel oder Wunsch?
Andreas sitzt betrübt an seinem gewohnten Platz am Tresen und erwähnte so ganz nebenbei:
„Ach Jan, die Welt ist doch echt Scheiße!“
„Scheiße? Wieso denn?“, fragte ich.
Lustlos schwenkte er sein halb gefülltes Bierglas in kreisender Bewegung und erwiderte:
„Verdammt, bei mir im Büro ist wieder höllisch viel Malooche angesagt….ich hasse meinen Job!“
„Verstehe, du haßt deinen Job. Und warum haßt du deinen Job?“
„Mal ehrlich, Jan, ich stehe jeden morgen auf, duschen, anziehen und ich habe noch nichtmal Zeit, in Ruhe meinen Kaffee zu süffeln! Hektik, Hektik und nochmals Hektik…..ne echt, alles Scheiße!“
Während ich Zitronenscheiben schnitt, fragte ich ihn:
„Meinst du nicht, das es vielleicht nur ´ne Frage der Zeiteinteilung morgens mit dem Kaffee ist?“
„Ja, vielleicht, kann schon sein!“, maulte er, “aber das ist es ja nicht nur!“
„Nein? Was denn noch?“
Ach, ist doch alles Mist, jeden Morgen dasselbe und dann noch die nervigen Kollegen…!“
Nun kam er richtig in Fahrt, sein Geschimpfe und Gezetere wurde begleitet von unzähligen Flüchen. Dann noch ein letztes:
„Ne echt,alles Mist!“
Ich überlegte kurz, dann fragte ich ihn:
„Sage mal, wenn dir dein Beruf keinen Spass macht und er dich so nervt, hast du mal an andere Alternativen gedacht, ich meine Umschulung oder Weiterbildung? Du bist doch noch jung! Oder hast du andere Ziele oder Pläne, um deine momentane Lebensqualität zu verbessern?“
Er starrte mich an, wie wahrscheinlich jemand ein fremdes Wesen aus einer anderen Welt anstarren würde, nervös spielte er mit dem Tropfenfänger an seinem Bierglas, dann plötzlich:
„Ziele? Klar habe ich Ziele, oder glaubst du etwa, das ich diese Scheiße noch lange mitmache!?“
„Super! Und welche Ziele?“, fragte ich jetzt neugierig.
„Ich werde das machen, was mir Spaß macht, ich werde in´s Ausland gehen, nach Spanien, soll echt easy da sein! Da werde ich ein Restaurant direkt am Strand eröffnen, blaues Meer, jeden Tag Sonne und keinen Miesepeter mehr als Chef…wird ´n geiles Leben, höchstwahrscheinlich schon diesen Sommer,hab´schon alles geplant!“
Ich polierte gerade ein Glas, als ich ihn fragte:
„Oha, ist ja nicht mehr lange hin, und an welcher Schule machst du gerade deinen Spanisch-Sprachkurs?“
Einen kurzen Moment später war ich wieder für ihn das Wesen aus einer fremden Galaxie........!
3. Das Gerücht
Bärbel und Anja schienen in der Tresenmitte einer ernsthaften Diskussion verfallen zu sein, ich konnte nicht hören, worum es ging, ich kassierte gerade bei Michael die Zeche ab.
Als ich an den beiden Mädels vorbeiging, um einen Kaffee für Tisch 13 zu holen, fragte Anja mich:
„He Jan, schon gehört?“
„Gehört? Was denn?“
Bärbel wollte schon abwinken, als sie sagte:
„Bestimmt weißt du es schon, du hörst ja hier in deinem Laden alles, was in der Stadt passiert, oder?“
„Momentchen,komme gleich wieder, will eben nur den Kaffee wegbringen!“
Als ich wieder hinter den Tresen kam, hatte ich schon fast vergessen, das die beiden Mädels mir etwas sagen wollte, denn alleine die Frage:
“Haste schon gehört?“ wurde ich bestimmt einigemale pro Abend gefragt.
„Ne, du weißt es bestimmt schon, oder nicht?!, wollte Anja wissen.
Ich erinnerte mich, und antwortete:
„Was soll ich denn wissen?“
Sie versuchte es spannend zu machen, als sie begann:
„Du kennst doch Thorsten, du weißt schon, der hier immer Donnerstags mit seinen Sportlerkumpels ein paar Bierchen nach dem Training trinkt, du weißt doch, wen ich meine, oder?“
Na klar kannte ich Thorsten und die Jungs, wirklich eine pfiffige Runde, wir haben immer jede Menge zu lachen, wenn sie bei mir im Laden sind.
„Ja sicher kenne ich Thorsten, was soll denn mit ihm sein?“
„Haste nicht gehört? Er soll schwul sein, ziemlich sicher sogar! Neulich beim Herbstmarkt an der Imbissbude hatte er ´nen anderen Typen im Arm gehabt, das haben wir alle gesehen. Klare Sache, die ganze Stadt redet schon darüber!“
Sie nahm einen schnellen Schluck aus ihrem Weinglas, bevor sie fortfuhr:
„Wenn ich mir das vorstelle, richtig ekelig….ich fand den Thorsten sogar mal richtig toll, war mal verliebt in ihn, wie gut, das ich nicht in diese peinliche Siuation gekommen bin, wenn man mich mit ihm zusammen irgendwo gesehen hätte, ohje….!“
Thorsten und schwul? Und wenn es so wäre, na und? Unmerklich schüttelte ich meinen Kopf.
„Hätten wir niemals gedacht, nicht von Thorsten, du etwa, Jan?“
Ich überlegte kurz,dann:
„Ich hab´s doch schon immer gewusst, jetzt ist mir einiges klarer!“, murmelte ich leise vor mich hin.
„Du meinst das mit Thorsten? Ja, wir alle verstehen das nicht,schrecklich, oder? Wie kann man sich nur so outen!?“
„Nein nein, ich meinte etwas anderes…….!“
„Was denn, Jan?“
„Ich wußte es genau, das die allermeisten Profifußballer der Bundesliga schwul sind, denn die liegen sich ja auch permanent in den Armen, wenn ein Tor geschossen wurde!“
4. Freiräume
„N´abend Jan, machste mir mal ´n Bier? Kann heute auch ruhig ein Großes sein!“
Jörg wirkte auf mich etwas säuerlich, er ließ sich mit einem lauten Seufzer auf den Barhocker plumpsen.
„Klar, mach ich dir!“
Vom Zapfhahn aus beobachtete ich Jörg, gedankenverloren starrte er auf einen fiktiven Punkt an der Wand, während er in einem gleichbleibenden Rhythmus mit seinem Feuerzeug auf den Tresen klopfte.
Ich ging zu ihm, und deutete ihm unmißverständlich an, mit dem nervigen Geklopfe aufzuhören, indem ich ihn anschaute, und meinen Zeigefinger auf meine Lippen legte und anschließend auf sein Feuerzeug wies.
Er verstand sofort, dann war auch schon sein Bier fertig.
„Mensch Jan….“, begann er, “Warum müssen Frauen immer so kompliziert sein?!“
„Warum denn kompliziert?“, wollte ich wissen.
„Ach naja,Tanja moserte gestern Abend, das ich ja nie Zeit für sie und unsere Lütsche habe! Ich verstehe sie nicht, ich bin doch oft zuhause und abundzu mal mit den Kumpels unterwegs sein, ist noch nicht verboten, oder?“, druckste er etwas gequält.
„Nö, das sicherlich nicht, aber wenn du, wie du eben sagtest, oft zuhause bist, reicht ihr das denn nicht?“
Etwas umständlich fingerte er sich eine Zigarette aus der Tasche, und zündete sie an.
„Ne, anscheinend nicht und abgesehen davon hat sie ja schließlich auch „ihre Abende“ mit ihren Freundinnen!“
„Und wo ist dann euer Problem?“, fragte ich ihn.
„Keine Ahnung was sie hat!“
Ich beließ es vorerst dabei, während ich mich um meine neuen Gäste kümmerte, die sich gerade an das Tresenende setzten, und Getränke bestellten.
Als ich wieder einen Moment Zeit hatte, winkte Jörg mich zu sich.
„Ne echt, Tanja hat einmal im Monat ihre „Tupper-Party“, vor zwei Wochen war sie auf der Geburtstagsfeier ihrer besten Freundin und gerade gestern war sie „shoppen“ in der Stadt! Sie ist ja also selber kaum Zuhause, verstehste, was ich meine?“
„Und wenn sie unterwegs ist, paßt du dann auf eure Tochter auf, ist es so??“,fragte ich, schon wohlahnend,wie seine Antwort lauten würde.
„Aufpassen? Ich? Quark, wozu hat man schließlich seine Schwiegereltern?Die wohnen ja nur zwei Dörfer weiter, da kann sie unsere Lütte ja abgeben, wenn sie mal los will!“, antwortete er fast empört.
Leicht schmunzelnd schenkte ich mir einen Pott Kaffee ein, schließlich:
„Vielleicht würde es wieder etwas „Schwung“ in eure Beziehung bringen, wenn du Tanja mal schön ausführst, in´s Kino, Restaurant oder so?! Das wäre bestimmt nicht schlecht, oder was meinst du? Einfach wieder etwas „Pepp“ in die Beziehung bringen, “frischen Wind“ sozusagen, oder?“
Er dachte nach, dann plötzlich:
„Ja, du hast recht, sollte ich mal machen, Frauen sollen das ja mögen! Nur diese und nächste Woche geht es schlecht, da bin ich voll ausgebucht, morgen ist Treffen im Vereinshaus mit meinen Fußballern, übermorgen mein „Männerabend“, Montags ist ja immer der Skatabend, Dienstags Training, danach wie immer bei dir auf´n Bierchen, Mittwochs ist ja immer mein Abend mit den Jungs von der Feuerwehr, Donnerstag geht sowieso nicht, weil………..“
Er unterbrach sein Aufzählen,als er bemerkte,das ich ihm grinsend zuzwinkerte.
Autor: Jan Mathes |
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Zuletzt bearbeitet von Jan Mathes am 21.04.2008, 11:54, insgesamt einmal bearbeitet _________________ Es ist, wie es ist und es kommt, wie es kommen soll!
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 27.03.2008, 08:43 |
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| hwg (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 2585 | | Wohnort | A 8786 Rottenmann |
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Guten Morgen Jan!
Köstlich, Deine Geschichten. Deine Erfahrungen hinter der Theke
decken sich in etwa mit meinen davor. Nur dass meine nicht aus
der Kreuzberger Szene, die ich gerne mal kennen lernen würde,
resultieren, sondern aus Cafè-Besuchen im ach so "g'miatlichen"
Österreich.
Herzlichen Gruß!
Hans |
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Verfasst am: 27.03.2008, 09:58 |
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| mtg |
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| Anmeldedatum | 04.02.2008 | | Beiträge | 568 | | Wohnort | Berlin |
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Hallo Jan,
wieder mal ein Beweis dafür, dass Kreuzberg die Schule des Lebens ist. In welcher gastronomischen Einrichtung warst Du denn tätig?
Beste Grüße
Matthias |
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_________________ Beste Grüße, Matthias
Die Würde des Menschen ist unfassbar. |
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Verfasst am: 27.03.2008, 10:49 |
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| Jan Mathes |
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| Anmeldedatum | 03.03.2008 | | Beiträge | 93 | | Wohnort | Worpswede |
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Guten Morgen, Mathias und hwg !
Meine sogenannten "Kreuzberger Nächte" (Anfang der 80 iger Jahre) waren schon toll und einzigartig, aber auch die 10 Jahre in meinem eigenen Musiklokal (1995-2005) in der Kreisstadt OHZ (Osterholz-Scharmbeck) möchte ich nicht missen! Meine Kurzgeschichten spielen auch dort.
Mathias, ich wörkelte in Kneipen in Kreuzberg am "Görlitzer Bahnhof", Kottbusser Damm oder am Chamissoplatz, diese Lokale existieren heute wohl schon lange nicht mehr.
In Schöneberg (ich wohnte am Nollendorfplatz), der Nachbarbezirk von Kreuzberg, war ich lange im "PiPaPo" in der Großgörschenstr.
Später in Neukölln auch mal in einem Nutten und Loddel-Laden, die sich nach ihrem "Feierabend" dort trafen, um ihren Kaffee zu schlürfen, bevor es ins Bett ging (frühmorgens ).
Ich bin heute sehr froh, das ich es alles erleben durfte.
Liebe Grüße von
Jan |
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Zuletzt bearbeitet von Jan Mathes am 27.03.2008, 10:56, insgesamt einmal bearbeitet _________________ Es ist, wie es ist und es kommt, wie es kommen soll!
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 27.03.2008, 10:56 |
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| mtg |
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| Anmeldedatum | 04.02.2008 | | Beiträge | 568 | | Wohnort | Berlin |
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Hallo Jan,
ja - leider ist die Fluktuation in manchen richtig guten Kneipen manchmal zu groß. Aber es gibt auch heute noch faszinierende Mikrokosmen mit einer Theke in der Mitte, wie z.B. die Gaststätte "Tiergarten-Quelle" im S-Bahn-Bogen Bachstraße am S-Bhf. Tiergarten, die sich seit 1984 kenne und die sich nicht mal in den Preisen (sieht man von der Euro-Umstellung ab) geändert hat... und natürlich meine "Stampe" in Charlottenburg - seit 1892 unverändert .....
Matthias |
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_________________ Beste Grüße, Matthias
Die Würde des Menschen ist unfassbar. |
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Verfasst am: 27.03.2008, 11:00 |
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| Jan Mathes |
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| Anmeldedatum | 03.03.2008 | | Beiträge | 93 | | Wohnort | Worpswede |
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Mathias, ich war jetzt schon lange nicht mehr in Berlin, aber ich freue mich natürlich sehr zu hören, das sich die dortige Kneipenscene nicht großartig verändert hat.
Ich war 1982- 1992 in Berlin, da hat sich in dieser Zeit viel verändert.....und leider nicht immer zum Positiven............. |
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Zuletzt bearbeitet von Jan Mathes am 27.03.2008, 11:24, insgesamt einmal bearbeitet _________________ Es ist, wie es ist und es kommt, wie es kommen soll!
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Verfasst am: 27.03.2008, 11:23 |
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| chiquitita |
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| Anmeldedatum | 21.09.2007 | | Beiträge | 249 | | Wohnort | Allgäu |
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Hallo Jan,
ja,ja, die Typen wie in Deiner Geschichte "Ziel oder Wunsch" habe ich leider in Spanien zu Hauf kennengelernt. Sie kamen ohne Sprachkenntnisse, meinten, ganz Spanien warte nur auf sie und nach ein paar Wochen saßen sie vorm Supermarkt betteln, weil Ihre "Wünsche und Ziele" sich nicht verwirklichen ließen. Es war und ist für mich immer noch unbegreiflich, wie man so blauäugig sein kann. Wenn dann noch Kinder involviert sind, ist es wirklich tragisch. Leider tragen die vielen Auswanderersendungen auf den privaten Sendern zur Zeit mit dazu bei, dass die Leute glauben, es wäre sooo einfach, in Spanien zu leben und zu arbeiten. Es wird ihnen da ja so vorgegaukelt. Ich habe bei der Zeitung gearbeitet und da erfährt man so einiges über Schicksale. Die sollen mal mein Buch lesen!
Gruß Uschi |
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Verfasst am: 27.03.2008, 11:38 |
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| Jan Mathes |
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| Anmeldedatum | 03.03.2008 | | Beiträge | 93 | | Wohnort | Worpswede |
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Moin Uschi,
ich selbst habe 1 jahr in Spanien (Ibiza) gelebt und gearbeitet, da hatte ich den Job (Animateur in einem großen Club) aber natürlich schon in Berlin klargemacht.
Beinahe wäre ich dort geblieben, mir wurde eine (relativ) preisgünstige Fincha angeboten, fast direkt am Strand.
Ich habe es, trotz der wunderschönen Insel und dem sonnigen Leben, nie bereut, dieses Angebot ausgeschlagen zu haben.
Ja, ich habe das starke Gefühl, das wir heutzutage in einer "Wunsch / Traumgesellschaft" leben, viele Menschen gauckeln sich selbst vor, ihre Lebensqualität würde sich durch "die Flucht" ins Ausland verbessern, anstelle sich den unbequemen Dingen hier zu stellen, und das Beste aus ihren Lebenssituationen zu machen.
Meinen persönlichen Erfahrungen nach lohnt es nicht, wegzulaufen, abzuwarten, das irgendwann ein Wunder geschieht oder einfach nur zu ignorieren.
Aber das muß jeder für sich selbst entscheiden.......... |
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_________________ Es ist, wie es ist und es kommt, wie es kommen soll!
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Verfasst am: 27.03.2008, 11:48 |
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| mtg |
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| Anmeldedatum | 04.02.2008 | | Beiträge | 568 | | Wohnort | Berlin |
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| Jan Mathes hat Folgendes geschrieben: | | Ja, ich habe das starke Gefühl, das wir heutzutage in einer "Wunsch / Traumgesellschaft" leben, viele Menschen gauckeln sich selbst vor, ihre Lebensqualität würde sich durch "die Flucht" ins Ausland verbessern, anstelle sich den unbequemen Dingen hier zu stellen, und das Beste aus ihren Lebenssituationen zu machen. |
Dafür braucht man gar nicht ins Ausland zu wollen ... wie oft höre ich von Leuten "Juhu - ich ziehe jetzt spontan nach Berlin und finde das toll, weil da die Post abgeht. Weiß denn jemand einen Job und eine Wohnung für mich?"
Ich bin schon beschimpft worden, weil ich mich geweigert habe, für relativ fremde Leute (entfernte Bekannte von entfernten Bekannten) Wohnungen zu suchen oder gar Job-Angebote einzuholen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Tatsache, dass Du in Berlin (oder wahrscheinlich auch Spanien etc.) wohnst, Dich dazu verpflichtet, für Andere tätig zu werden - vor allem für solche, die keinen blassen Schimmer vom richtigen Leben haben...
Matthias |
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_________________ Beste Grüße, Matthias
Die Würde des Menschen ist unfassbar. |
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Verfasst am: 27.03.2008, 11:50 |
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| mtg |
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| Anmeldedatum | 04.02.2008 | | Beiträge | 568 | | Wohnort | Berlin |
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Übrigens habe ich gerade - Krankenbett, Arztpraxen und Krankenhauswartezimmern sei Dank - angefangen, "Tender Bar" von J. R. Moehringer zu lesen - und bin völlig begeistert von der Bildsprache...
Nur zu empfehlen!
Matthias |
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_________________ Beste Grüße, Matthias
Die Würde des Menschen ist unfassbar. |
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Verfasst am: 27.03.2008, 12:02 |
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| Jan Mathes |
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| Anmeldedatum | 03.03.2008 | | Beiträge | 93 | | Wohnort | Worpswede |
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Ne Mathias, ich wohne schon lange nicht mehr in Berlin oder Spanien (s. meine HP), und ich habe auch nicht vor, irgendwie bezüglich dieses Themas für andere tätig zu werden!
Ich schreibe nur meine persönliche Meinung aus meinen eigenen Lebenserfahrungen.
LG Jan |
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_________________ Es ist, wie es ist und es kommt, wie es kommen soll!
www.jan-mathes.de |
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Verfasst am: 27.03.2008, 12:04 |
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| mtg |
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| Anmeldedatum | 04.02.2008 | | Beiträge | 568 | | Wohnort | Berlin |
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Jan ... ich meinte jetzt nicht Dich persönlich.
Aber wenn Du irgendwo lebst, wo es "hip" ist, dann glauben viele, weil sie Dich um 15 Ecken kennen, Du könntest Ihnen das Leben erleichtern... Nur das glauben sie leider falsch, weil - wie ich finde - jeder selbst seinen Weg finden muss...
Matthias |
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_________________ Beste Grüße, Matthias
Die Würde des Menschen ist unfassbar. |
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Verfasst am: 27.03.2008, 12:07 |
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| Jan Mathes |
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| Anmeldedatum | 03.03.2008 | | Beiträge | 93 | | Wohnort | Worpswede |
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| Chapeau, Matthias...............da bin ich mit deiner Meinung voll bei dir! |
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Verfasst am: 27.03.2008, 16:27 |
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| chiquitita |
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| Anmeldedatum | 21.09.2007 | | Beiträge | 249 | | Wohnort | Allgäu |
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| mtg hat Folgendes geschrieben: |
Aber wenn Du irgendwo lebst, wo es "hip" ist, dann glauben viele, weil sie Dich um 15 Ecken kennen, Du könntest Ihnen das Leben erleichtern... Nur das glauben sie leider falsch, weil - wie ich finde - jeder selbst seinen Weg finden muss...
Matthias |
Genau so ist es Matthias. Als wir in Spanien lebten, hatten wir auch auf einmal sooo viele Freunde, von denen wir gar nicht wussten, dass sie uns so mögen. Das halbe Dorf, in dem wir in Deutschland lebten, kannte uns plötzlich. Die meisten haben wir von einem Besuch abgehalten, indem wir ihnen mitteilten, dass jeder Besucher willkommen ist, der bei den Renovierungsarbeiten tatkräftig mit anpacken möchte. Es kam nur einer und der hat auch wirklich gerackert und die Finca mit auf Vordermann gebracht. Das war die Ausnahme. Alle anderen hatten dann urplötzlich doch ein anders Urlaubsziel.
Uschi |
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Verfasst am: 21.04.2008, 11:50 |
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| Jan Mathes |
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| Anmeldedatum | 03.03.2008 | | Beiträge | 93 | | Wohnort | Worpswede |
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Ja, so ist es leider allzuoft.............wenn man sich auf die Hilfe von "guten Bekannten" verläßt, ist man oft verlassen!
Dazu paßt ein Aphorismus von mir:
Ein Versprechen ist eine Zusage, auf die sich derjenige, dem das Versprechen zugesagt wird, verläßt! Er ist jedoch verlassen, wenn das Versprechen, welches versprochen wurde, sich nur als Versprecher herausstellt.
LG Jan |
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