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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Verträge und Co. » Knifflige Frage bezüglich Copyright
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden Wie behandelt man als BoD-Autor das Thema "Mängelexempl • Wann Autorenvertrag abschliessen?

Knifflige Frage bezüglich Copyright

BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 15:58
hwg (Moderator)
 
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WohnortA 8786 Rottenmann


In unserer Literatenrunde ist gerade folgender Sachverhalt Diskussionsthema, wobei die Meinungen auseinandergehen:

Autor A. entdeckt in einem Literaturforum einen seiner in einem anderen Forum geposteten Texte. Allerdings ist dieser mit Autor B. gekennzeichnet.

Daraufhin schreibt A. an dieses Forum und weist auf den Plagiatsfall hin,
worauf er von B. die Antwort erhält, er habe den Text früher als A. geschrieben, aber erst später ins Forum gestellt.

Autor A. gibt sich mit dieser Antwort nicht zufrieden und beschreitet den Rechtsweg. Offenbar bekommt B. ein Schreiben von A.'s Rechtsanwalt,
worauf er den Text aus dem Forum löscht.

Damit steht A. ohne Beweismittel da. Der Ausdruck des betreffenden von B. gekennzeichneten Textes ist wertlos, denn er könnte von A. auch manupliert worden sein, sagt der Rechtsanwalt und verlangt von A. ein beträchtliches Honorar.

Deshalb meine Frage: Lohnt es sich überhaupt, auf ein Plagiat im Internet zu reagieren?

Die Auskunft unseres IG-Autoren-Rechtsberaters: Da nur gedruckte oder im TV oder Rundfunk gesendete oder in Filmen verwendete und daher auch dokumentierte Texte als veröffentlicht gelten, könne auch nur in diesen Fällen eine Copyright-Verletzung erfolgreich gerichtlich geahndet werden.

Gibt's unter uns wen mit speziellem juridischen Wissen oder mit Erfahrungen in der einen oder anderen Weise?

Eure Antworten würde ich dann gerne in die anfangs genannte Diskussion einbringen.

Verfasst am:
 


Re: Knifflige Frage bezüglich Copyright

BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 16:55
hawepe
 
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Hallo,

hwg (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Damit steht A. ohne Beweismittel da. Der Ausdruck des betreffenden von B. gekennzeichneten Textes ist wertlos, denn er könnte von A. auch manupliert worden sein, sagt der Rechtsanwalt und verlangt von A. ein beträchtliches Honorar.


Wenn einem Rechtsanwalt ein drartiger schwerwiegender Fehler unterlaeuft, sollte das ein Fall fuer die Anwaltskammer sein. Aber klar, wie war es mit der Kraehe ...

Dass man vorher Beweise sichert, muss ein RA einfach wissen.

Vielleicht findet sich die Seite aber noch ueber Google. Oder archiv.org.

Zitat:
Deshalb meine Frage: Lohnt es sich überhaupt, auf ein Plagiat im Internet zu reagieren?

Die Auskunft unseres IG-Autoren-Rechtsberaters: Da nur gedruckte oder im TV oder Rundfunk gesendete oder in Filmen verwendete und daher auch dokumentierte Texte als veröffentlicht gelten, könne auch nur in diesen Fällen eine Copyright-Verletzung erfolgreich gerichtlich geahndet werden.


Wie es in Ö. aussieht, weiss ich nicht, in D. kann man jedenfalls auch gegen diese Urheberrechtsverletzungen juristisch vorgehen.

Oft reicht es uebrigens schon, den Forenbetreiber und/oder Webspace-Provider zu informieren, wenn es nur um die Loeschung solcher Beitraege geht.

Zitat:
Gibt's unter uns wen mit speziellem juridischen Wissen oder mit Erfahrungen in der einen oder anderen Weise?


In D. waere das unerlaubte Rechtsberatung.

Die Einschaltung eines Anwalts sollte aber immer gut ueberlegt sein. Prinzipiell kann man vom Rechtsverletzer zwar Schadenersatz fuer die Urheberrechtsverletzung und Ersatz der Anwaltskosten verlangen, aber wenn dieser nicht zahlen will oder kann, bleibt man sogar noch auf den Kosten sitzen.

Zu solchen juristischen Fragen gibt es aber Rechtsforen, in denen du mit Sicherheit kompetentere Auskuenfte erhaelst.

Beste Gruesse,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 07.09.2007, 06:27
andihaller
 
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hallo miteinander,

aus erfahrung würde ich raten, in solchen dingen, nicht jeden x-beliebigen RA aufzusuchen. es müßte schon ein anwalt sein der sich auf verlags- und urheberrechtsverletzungen spezialisiert hat. ansonsten hat man später mehr kosten, bzw. schaden als einem lieb ist.

gruß
andi

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BeitragVerfasst am: 07.09.2007, 07:26
julia07
 
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Wohnort87700 Memmingen


Hallo Hans,

da ich, oft zum Leidwesen meiner teilweise abgestumpften Mitmenschen, ein Mensch mit einem ausgeprägten Rechtsempfinden bin, würde ich da auch irgendwie tätig werden. Wie weit, steht aber auf einem anderen Blatt.

Aus diesem Grund wäre mir bei solchen Vorkommnissen eine einigermassen wasserdichte Beweiseaufnahme äußerst wichtig. Dazu gehört sicher nicht an erster Stelle der Papierausdruck. Zusätzlich zu diesem würde ich immer einen Screenshot anfertigen - und zwar so einen, wo möglichst auch Datum und Uhrzeit zu sehen ist (z. B. in der Fußleiste). Da die so abgespeicherten Bilder ja eine Historie mit sich "herumschleppen", ist auch jede nachträglich Änderung nachvollziehbar. Wenn das dann ein paar Freunde und Bekannte, besser gleich ein Rechtsanwart, auch noch tun würden, hätte man sicher mehr Beweiskraft, als es ein Papierausdruck vermag.

LG, JUlia

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Verfasst am:
 


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BeitragVerfasst am: 07.09.2007, 07:39
hawepe
 
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Hallo,

julia07 hat Folgendes geschrieben:
Zusätzlich zu diesem würde ich immer einen Screenshot anfertigen - und zwar so einen, wo möglichst auch Datum und Uhrzeit zu sehen ist (z. B. in der Fußleiste). Da die so abgespeicherten Bilder ja eine Historie mit sich "herumschleppen", ist auch jede nachträglich Änderung nachvollziehbar.


Sag Bescheid, wenn du mal ein Beweisphoto mit einem bestimmten Datum brauchst. Der Aufwand, es herzustellen, ist nicht gross Smile

Ganz einfach geht es, indem man das Rechnerdatum zurueckstellt. Aber auch nachtraeglich lassen sich die Datumsinformationen bedarfsgerecht veraendern.

Zitat:
Wenn das dann ein paar Freunde und Bekannte, besser gleich ein Rechtsanwart, auch noch tun würden, hätte man sicher mehr Beweiskraft, als es ein Papierausdruck vermag.


Das ist der entscheidende Tip. Je ferner einem diese Zeugen stehen, desto besser ist es natuerlich.

Beste Gruesse,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 07.09.2007, 08:29
julia07
 
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Heinz, das ist doch jetzt Kümmelspalterei Wink

Natürlich weiß ich, dass man das alles kann und all die anderen hier wissen das sicher auch. Entscheidend dabei ist doch, dass es immer besser ist, möglichst viele Details zu erfassen. Fotos haben trotzdem immer eine gewisse Beweiskraft.

LG, Julia

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BeitragVerfasst am: 07.09.2007, 09:00
hawepe
 
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Hallo Julia,

ich habe dir doch gar nicht widersprochen Smile

julia07 hat Folgendes geschrieben:
Heinz, das ist doch jetzt Kümmelspalterei Wink


Vielleicht gibt es ja mal ein Forentreffen; dann musst du das mal vorfuehren Wink

Zitat:
Natürlich weiß ich, dass man das alles kann und all die anderen hier wissen das sicher auch.


Na, da waere ich mir doch nicht so ganz sicher. Diejenigen, die es wissen, muss man es natuerlich nicht sagen, aber ich antworte natuerlich nicht nur diesen.

Zitat:
Entscheidend dabei ist doch, dass es immer besser ist, möglichst viele Details zu erfassen. Fotos haben trotzdem immer eine gewisse Beweiskraft.


Ich wollte doch nur deine Bemerkung bekraeftigen, wie wichtig Zeugen sind, die ebenfalls beweisen koennen, dass ein Text genutzt wurde.

Einen schoenen Tag,

Heinz.

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BeitragVerfasst am: 07.09.2007, 10:43
hwg (Moderator)
 
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Mein Ratschlag: Einfach nichts ins Internet stellen, was es Wert sein könnte, gestibitzt zu werden.

Alle meine im Netz vorkommenden G'schichten sind bereits in Zeitschriften oder Anthologien veröffentlicht, so dass im Falle eines Plagiats die Beweisführung für mich kein Problem darstellt.

In einem anderen Forum bin ich vor einigen Monaten von einem unbekannten User mit einem "Ab- bzw. Umschreibe-"Vorwurf konfrontiert worden, doch mein Text hat um Jahre früher in vier Zeitschriften gestanden. Seitdem hat sich der User still verhalten und den Vorwurf
entfernt.

Kürzlich habe ich einen meiner Texte in einer Schweizer Zeitschrift zufällig entdeckt. Die Redaktion hat sich entschuldigt und das entsprechende Honorar samt Belegexemplar sofort herausgerückt.
Auch so etwas gibt's, aber äußerst selten Very Happy .

BeitragVerfasst am: 07.09.2007, 17:14
andihaller
 
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hallo,

ich mal wieder...

die meisten internetseiten werden bei http://www.archive.org/index.php gespeichert. hier konnte ich noch sachen finden (auch nachdem inhalte vom inhaber gelöscht wurden) die jahre später für eine rechtsstreitigkeit von wichtigkeit waren.

grüße
andi

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BeitragVerfasst am: 07.09.2007, 18:11
hwg (Moderator)
 
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Guten Tag Andi!

Was es nicht alles gibt! Man lernt wirklich immer etwas dazu Very Happy .
Nur lässt sich die von Dir angeführte Seite nicht öffnen, jedenfalls
nicht bei mir. "Steht nicht zur Verfügung..." wird angezeigt.

Gruß Hans

BeitragVerfasst am: 07.09.2007, 20:33
hawepe
 
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Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Nur lässt sich die von Dir angeführte Seite nicht öffnen, jedenfalls nicht bei mir. "Steht nicht zur Verfügung..." wird angezeigt.


Hm, bei mir geht es problemlos. Aber es stimmt, archive.org ist immer wieder mal ueberlastet.

Beste Gruesse,

Heinz.

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