 | Konkrete Erfahrungen mit - seriösen - Literaturagenturen? |  |
Verfasst am: 15.01.2008, 02:36 |
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| Friedrich |
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| Anmeldedatum | 19.09.2007 | | Beiträge | 13 | | Wohnort | 88662 Überlingen |
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Stand jemand im Austausch mit Literaturagenturen (seriös = auf Provisionsbasis, keine Abzocke im Vorhinein) hinsichtlich konkreter Verhandlungen?
Vor allem würden mich Erfahrungen mit den Agenturen 'Michael Meller Literary Agency - Simon - Gaeb' interessieren.
Ich weiß, dass dies seriöse Agenturen sind, doch ein Erfahrungsaustausch kann immer von Nutzen sein...........
Danke im Voraus für eure Postings.
lg Friedrich |
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Verfasst am: |
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 | Re: Konkrete Erfahrungen mit - seriösen - Literaturagenturen |  |
Verfasst am: 16.01.2008, 18:47 |
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Hallo Friedrich,
meine Erfahrungen mit Literaturagenturen (ich habe sie fast alle durch, jedenfalls die meisten, die bekannt sind) sind nicht besonders gut. Viele, leider auch welche unter den "seriösen", schicken dir nach Prüfung des Manuskripts Einladungen zu Schreibkursen etc., was in meinen Augen unseriös ist, denn wie soll ich wissen, ob es sich wirklich um eine objektive Manuskriptbeurteilung handelt, oder man mir nur einen Kurs verkaufen möchte? Ähnlich hält es sich mit den sogenannten Angeboten, dein Manusrkipt vorab fachmännisch lektorieren/korrigieren zu lassen, bevor man in Vertragshandlungen treten möchte. So etwas macht nicht die Literaturagentur, sondern später der Verlag. Welche Motivation hätte eine Agentur noch, dich an einen Verlag zu vermitteln, wenn sie vorab für ein Lektorat bereits kassiert hat?
Das sind alles Fragen, mit denen man sich vorab auseinander setzen sollte, bevor man an Literaturagenturen herantritt. Seriöse Agenturen kassieren generell erst, wenn es zu einem Vertrag zwischen dir und einem Verlag gekommen ist, und dann auch nur 10-20 Prozent deiner Verkaufserlöse, also quasi erst, sobald du dein erstes Buch verkauft hast. Es kann durchaus vorkommen, dass eine Agentur dich ein Jahr lang oder länger versucht zu vermitteln und nichts dabei herauskommt - so etwas tut eine Agentur kostenlos, lass dir nicht einreden, dafür Geld auszugeben.
Mit welcher Agentur ich gute Erfahrungen gemacht habe, ist die Agentur Hagenbach und Bender aus der Schweiz, speziell mit dem Herrn Bender, bei dem ich auch ein Jahr (kostenlos) unter Vertrag war (es gibt von denen auch eine Webseite), stets Rückmeldungen erhalten habe, wie die Resonanz der Verlage war und sogar eine Einladung zur Buchmesse bekommen habe. Wichtig ist, sich vorab zu informieren, welches Genre die Agentur beackert und per Mail anfragen, das erspart einem viel Arbeit und Geld.
Ich persönlich habe im Umgang mit Literaturagenturen leider nicht viel für mein Manuskript herausziehen können, außer dass ich viel Zeit mit Warten auf Reaktionen/Antworten verbracht habe, die man hätte besser nutzen können. Meist gibt es Standardabsagen, die einen nicht wirklich weiter bringen, oder - was in meinem Fall noch schlimmer war - Tipps, was auf dem Markt gerade angesagt ist, sprich, das sind dann Vorschläge, wie man sein Manuskript "abändern" sollte, um trendy zu sein. Wenn man nicht wirklich Ahnung hat, welches Gebiet man beackert (das war damals bei mir der Fall) kann man sich dadurch schnell in den Erwartungen anderer verheddern und letztendlich zu Fall kommen.
Ich persönlich sehe den Literaturmarkt nicht so schwarz, wie er von vielen Seiten gemacht wird - dass unbekannte Autoren einen Agenten haben "müssen", wie es in den USA oder England der Fall ist. Der Trend geht gewiss dorthin, aber es ist gewiss noch kein Muss.
Weiterhin sollte einem klar sein, dass es für Literaturagenturen nachwievor keinerlei "Meisterbrief" gibt (so war es jedenfalls bisher), d.h. JEDER kann sich Literaturagentur schimpfen, daher kommt's dann auch oft, dass sich hinter vielen Namen nur eine einzige Person verbirgt, oft Leute aus dem Verlagswesen, die das nebenbei machen oder sich damit selbstständig gemacht haben, was wiederum dazu führt, dass die sogenannten "Connections" zu den Publikumsverlagen manchmal nicht wirklich breit gestreut sind, sondern sich nur auf ein oder zwei Verlage beziehen, eben jene, wo der oder die jenige mal zuvor gearbeitet hat.
Zu deinen Fragen:
Herr Gaeb schrieb mir im Mai 2004, dass er nur exklusiv prüft, also nur, wenn man ihm alleine das Manuskript anbietet und nicht anderen Agenturen. Auf Nachfrage, ob er mit Druckkostenzuschussverlagen zusammenarbeitet, wie hoch sein Honorar ist, ob noch andere Gebühren wie Redaktionskosten, Lektoratskosten anfallen, Gebühren für die Erstsichtung des Manuskripts anfallen und mit welchen Verlagen er zusammenarbeitet (alles Fragen, die man vor einer Vertragsunterzeichnung mit einem Agenturen klären sollte), hat die Agentur Gaeb mir nicht geantwortet, woraufhin ich an einer Zusammenarbeit nicht mehr interessiert war. Wie gesagt, das war 2004.
Meller Literary Agency ist eine der ganz Großen, oft im Impressum von bekannten Autoren vertreten, und solltest du da drankommen, habe ich nichts negatives zu berichten. Frau Wegmann hat mir damals sehr freundlich und höflich eine Absage erteilt, es war zwar ein Standardbrief, aber trotzdem sehr freundlich, kann ich nur empfehlen.
Die Agentur Simon - ich kann nur dringendst von abraten. Mir wurde damals ein Gutachten in Höhe von 105 Euro nahegelegt, das mein Manuskript vorab prüfen sollte, um die Mitarbeiter der Agentur zu entlasten (so haben die das tatsächlich ausgedrückt), sprich es wurde ein mit der Agentur bekannter Autor herangezogen, der mein Manuskript vorab prüfen sollte, damit es für die Agentur "eine Grundlage für eine Entscheidung" gibt, und es sollte dem Autor zeigen, "wo er steht". Damit war die Sache für mich entschieden.
Solltest du noch weitere Fragen zu anderen Agenturen haben, stehe ich gerne zur Verfügung. |
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Verfasst am: 17.01.2008, 01:23 |
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| Judith |
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Jasmin, danke für deinen interessanten Erfahrungsbericht!
Grüßle,
Judith |
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Verfasst am: 17.01.2008, 10:10 |
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| Friedrich |
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| Anmeldedatum | 19.09.2007 | | Beiträge | 13 | | Wohnort | 88662 Überlingen |
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Liebe Jasmin,
ganz herzlichen Dank für deine umfassenden Ausführungen. Sie haben mir sehr geholfen.
Sollte ich im Lauf meiner Bemühungen Näheres erfahren, werde ich dich kontaktieren und ggflls. für das Forum Interessantes hier einstellen.
Friedrich |
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Verfasst am: 17.01.2008, 10:29 |
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| PvO |
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Meine Erfahrungen decken sich mit denen von Jasmin.
Abgelehnte Autoren, das ist ein enorm großer Kuchen und davon kann man sich doch ein schönes Stückchen abschneiden (sprich: Kohle machen). Dieser Leitspruch haben nicht nur DKZV auf ihre Fahnen sondern - wie mir scheint - auch diverse Agenten. Auf der Strecke bleibt der...Kuchen  |
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_________________ Im November 07 hab ich einen Vertrag unterschrieben. Somit wird eines meiner Bücher auf dem amerikanischen Markt erscheinen.
www.peters-buchladen.de |
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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Erfahrungsberichte
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