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| Anmeldedatum | 05.11.2007 | | Beiträge | 123 | | Wohnort | RLP |
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Literaturkritik
Was ist das eigentlich, die so genannte Literaturkritik und wer sind die, die Literatur kritsieren?
Zunächst einmal möchte ich irgendwie gerechtfertigter Weise anregen, über diesen Begriff Kritik nachzudenken.
Kritik im wörtlichen Sinn bedeutet:
Die Kunst der Beurteilung, des Auseinanderhaltens von Fakten und der Infragestellung.
Kritik meint also nicht, dass Beurteilung möglichst künstlerisch und kompliziert oder sogar zynisch sein muss.
Sondern Kritik meint, dass es eine Kunst ist, die man natürlich beherrschen muss um sich als Kritiker bezeichnen zu düfen, Fakten voneinder trennen bzw. zuordnen zu können.
Und diese dann auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.
Warum kritsiert man also bzw. warum ist sie so wichtig (gewesen) und zu welchen Themenbereichen ist sie
tatsächlich beständig wichtig und macht Sinn?
Literaturkritik, so undiferenziert als Begriff für eine Beurteilung eines Werkes von einer Person pauschal zu verwenden, halte ich für nicht ganz unproblematisch. Auch und gerade im Hinblick auf den wörtlichen Sinn und die tatsächliche Verwendung des Begriffs Kritik.
Es ist also im Bezug auf z.B. die Unterhaltungsliteratur ein falsch gewählter Begriff. Denn der Sinn eines
verwendeten Wortes für etwas, sollte zumindest in Hauptanteilen, im Charakter, am besten aber exakt, dem Sinn entsprechen.
Der Begriff Kritik, macht keinen Sinn, wenn er nicht konstruktiv und sachlich verwendet wird. Warum?
Man würde nämlich dann nicht, im Sinne des Wortes, etwas in Frage stellen und detailiert und sachlich betrachten, um den Wahrheitsgehalt,
zu überprüfen. Sondern so wie er in der Literaturkritik verstanden wird, zerreißt man die Dinge schlicht und ergreifend. Man(n) vernichtet sie. Wenn man den Begriff in dieser Art verwendet, würden auch nicht wirklich die Dinge, die sich als faktisch falsch erweisen und wissensbildend, lehrreich und auch meinungsbildend und damit zu einem problematischen Faktor
in der Gesellschaft werden könnten verhindert und was am wichtigsten ist, abgeändert und weiter entwickelt, sondern schlicht nur totgetreten werden. Wichtige und wertvoll Punkte werden außer acht gelassen und man tritt entwicklungstechnisch länger auf der Stelle als es von Nöten wäre.
Kritik meint also auch eine Sache zweckdienlich verändern zu können, wenn sich etwas als eindeutig falsch im Sinne der Fakten herausstellt.
In der Literaturkritik geht es häufig um Vernichtung.
Unterhaltungsliteratur, benötigt aber auch den ursprünglichen und tatsächlich gemeinten Sinn dieses Wortes nicht oder nur sehr bedingt.
Es gibt nämlich kein eindeutiges Richtig oder Falsch, mal
von Sinn- und REchtschreibfehlern abgesehen. Es gibt hier weitgehend nur ein Schlecht oder Gut. Das einzige was man mit so genannter "Kritik" dieses Themengebietes - Unterhaltungsliteratur (Romane, Drama, Lyrik etc.) erreichen kann, ist die Meinung der breiteren Masse zu einem Werk zu beeinflussen. Denn das Wort Kritik beinhaltet
wohl die Auseinandersetzung mit einem Thema und auch das detailierte Betrachten und Schlüsse ziehen, nicht aber die Publikation dieser häufig egomanisch anmutenden Bewertungen.
Man müsste diese Sparte der "Literaturkritik" also anders bezeichnen.
Die Publikation einer "Kritik" von einem Werk, welches veröffentlicht und kein Fachbuch ist, macht also nur eines - sie formt Meinungen.
Unter Berücksichtung dieser Tatsache, dass die Bedeutung der Worte, eng an dem ursprünglichen Sinn anliegen sollten, gerade für Literaturkritiker,
müsste man die "Literaturkritik" eher Literaturpropaganda nennen.
Denn das ist es was ein so genannter "Kritiker" dieser Art Bücher tatsächlich tut, er propagiert seine Meinung und Erkenntnisse zu einer Sache, die letztendlich nur eine Interpretation ist.
Auch ist diese Meinungsbeeinflussung kein unwichter Nebeneffekt, der vielleicht zufällig entsteht sondern sie ist die Hauptwirkung der Angelegenheit "LiteraturKritik"! Und verfehlt somit völlig den Sinn des Wortes Kritik.
Unter einem Aufsatz würde stehen: " Note 6 - Thema verfehlt".
Der moderne Kritiker versucht möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen, um wiederrum seinen eigenen Wert zu steigern und davon zu provitieren.
"Literaturkritik" der Sparte Unterhaltung und auch Kunstkritik,
ist also eine sehr personenbezogene Angelegenheit.
Einen "Literaturkritiker" in Anlehung an die modernen Anglizismen und Förderung der internationalen Tauglichkeit eines neuen Begriffs dafür, dann noch medienträchtiger z.B. als "Opinion Maker of Literature" zu bezeichnen, darauf vielleicht auch noch
eine Steigerungsform, dieser brillianten Qualifizierung, anzubieten - wie
"Business Unit Manager of Literature", könnte den Herrschaften unter Umständen die Namensänderung versüßen. Wobei dann das Antiquarische und Geschichtsträchtige flöten geht und somit sicher auf eine breit gestreute Ablehnung stoßen würde.
Ranicki hat ein Buch geschrieben mit dem Titel "Wer schreibt provoziert".
Ist es das, was "Literaturkritiker" empfinden oder wovon sie ausgehen, wenn sie ein Werk lesen?
"Literaturkritker" fühlen sich also provoziert?
Provoziert in einem Sinn, der Agressionen hervorruft? Zumindest klingt es manchmal danach. Vielleicht lesen sie auf jedem Bucheinband zunächst einmal nur für sie sichtbar Nachrichten wie: "Hey du alter Sack, du hast heute Morgen schon wieder gepinkelt wie ein Stotterer spricht. Hähähä!"
Mich wundert der "Ton", den gerade die "Literaturkritiker" häufig anschlagen, wenn sie doch kritisieren wollen und nicht propagieren.
Kritik im ursprünglichen Sinn fordert doch garnicht den derben, manchmal sogar verachtenden Ton anzuschlagen,
um als gut und kompetent zu gelten. Nein, eigentlich nicht. Was gibt es also für einen anderen Grund, Kritik in der
Art zu formulieren als den, sich als Kritiker in einen Mittelpunkt stellen zu wollen?
Reich Ranicki, für mich irgendwie der Dieter Bohlen der "Literaturkritiker", wurde bekannt, weil er genau das beherrschte,
die Verächtlichkeit, den Zynismus. Medienwirksam fauchte und spuckte er sich durch die Wohnzimmer der Deutschen.
Selbst Menschen, die sich eigentlich nicht für Literatur und schon garnicht für deren Kritiken interessierten, sahen ihn
und verfolgten amüsiert seine Sendung im ZDF. Wobei sie sich auch dann nicht wirklich für Literatur interssierten. Sondenr sie wollten sehen, wen er heute wieder anspuckt. Klingt das respektlos? Nein, nur realistisch!
Er hat also, letztendlich egal wie, die Menschen erreicht, der Herr Reich Ranicki.
Er ist kompetent, nicht im Sinne des Wortes Kritiker aber im Sinne seines Verständnisses davon, und das möchte ich um Gottes Willen
hier deutlich betonen!
Nichts hat gerade Ranicki mit seiner "Kritik" so beeinflusst, wie die Verkaufzahlen eines Buches.
Wie bin ich kleines Lichtchen dazu gekommen mir so etwas anzumaßen, über so ein Thema nachzudenken und dann die Frechheit zu bestitzen auch noch daürber öffentlich zu schreiben?
Ganz einfach:
Wenn jemand ein Problem erkannt hat
und nichts zur Lösung des Problems beiträgt,
ist er selbst ein Teil des Problems.
(indianische Weisheit)
Angeregt durch die Diskussion über den "heiligen Apfelwein" und seiner Namensänderung, dachte ich mir beim betrachten des BEgriffs
Literturkritik, dass es vielleicht interessant wäre einmal genau diesen Begriff auf seinen Richtigkeit zu überprüfen. Denn wer wird denn hier mit zweierlei Maß messen?
Es stimmt, es darf eigentlich nur das als Wein bezeichnet werden, was aus einer Weinrebe gewonnen wurde. Auch, wenn der Begriff mit einem anderen Wort zusammengeschrieben wird.
Der Begriff Apfelwein muss jetzt deswegen umbenannt werden. Ganz klar, alles muss korrekt sein!
Es gibt kein Gewohnheitsrecht für Begriffe, unter dem Motto das war schon
immer so. Wo kommen wir denn da hin?
Konsequenter Weise muss man dann aber auch über den Begriff Literaturkritik nachdenken, wo es hierbei doch sogar um eine Berufsgruppe geht,
die sich so stark wie keine andere mit dem Sinn der Worte beschäftigt.  |
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