 | Man will den Hessen ans "Stöffsche"! |  |
Verfasst am: 02.11.2007, 01:27 |
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| Leilah |
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Was zu weit geht, geht zu weit!
Als gebürtige Südhessin bin ich empört: Man kann ja einiges anstellen, ohne dass wir unseren angeborenen Sinn für Humor verlieren. Nur an unseren „Äbbelwoi“, den Apfelwein, wie Unkundige ihn profan nennen, darf man uns nicht gehen. Da hört der Spaß auf.
Nichts auf dieser Welt gluckert so herrlich die trockene Kehle hinunter wie dieser sagenhafte Most - zuerst ein wenig sauer, dann prickelnd und nach dem einen oder anderen Glas schließlich herrlich süffig.
Was den Franken ihr Bocksbeutel, den Düsseldorfern ihr Altbier und den Küstenbewohnern ihr Grog, ist uns unser „Stöffsche“ und so sollte es stets bleiben.
Wäre da nicht die Brüsseler Weinmarktordnung, die dieser Tage mit einem neuen Entwurf daher kommt, der unserem Nationalgetränk an den Namen und damit buchstäblich an die Existenz will. Als Wein solle künftig nur noch bezeichnet werden dürfen, was auch Trauben enthält, heißt es da. Was soll das? Enthält Hundekuchen neuerdings auch Hunde?
Und mal ganz unter uns: Nach all den Lebensmittelskandalen der letzten Jahre scheint es doch so, dass eine ganze Reihe von Waren ihren Namen abgeben müssten, wenn es nach den tatsächlichen Inhaltsstoffen ginge.
Ich bin übrigens gespannt, wie nach dieser neuen Regelung der altbewährte Branntwein-Essig in Zukunft heißen soll.
Sollte sich dieser Entwurf gegen den heftigen Widerstand der Südhessen durchsetzen, so darf man schon jetzt auf die Namensneuschöpfung gespannt sein. Mein Vorschlag wäre in Anlehnung an den Künstler „Prince“, der wegen Vertragsstreitigkeiten zwischenzeitlich seinen Namen aufgab und von den Medien als TAFKAP (The artist formerly known as Prince) bezeichnet wurde, eine Abänderung in EPSIDEN (Ein Paragraph stahl ihm den echten Namen).
Aber so weit sind wir ja noch nicht. Wer die Südhessen kennt, kennt ihren Kampfgeist, den sie vor Jahren schon bei anderen „hochfliegenden“ Plänen unter Beweis gestellt haben.
Tja, wenn die Hessen kommen… dann bringen sie Äbbelwoi mit! Und das ist auch gut so. |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 02.11.2007, 01:40 |
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Schockschwerenot - ich habe 7 Jahre in Frankfurt gelebt und fühle mit Dir.
STÖFFSCHE DARF NED STERBE!
Beste Grüße
Matthias |
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Verfasst am: 02.11.2007, 02:11 |
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| Bärentante |
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Danke für die Aufklärung. Ich habe im Radio heute so halbherzig (besser gesagt wohl halbohrig bzw. einohrig) Diskussionen über den Ebbelwoi mitbekommen und konnte mir keinen Reim drauf machen.
Ich bin kein großer Stöffsche-Fan, aber es gehört einfach in die Region. Ich schlage "Äppler" vor, das sagt man hier sowieso meist und dabei kommt auch kein Missverständnis über den Inhalt auf.  |
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_________________ Liebe Grüße
Christel |
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Verfasst am: 02.11.2007, 02:49 |
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| Leilah |
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Hallo Matthias,
ich danke Dir für Deine Solidarität!
Südhessen ohne den Begriff "Äbbelwoi" wäre das nicht so, als würde man plötzlich einen Erlass herausbringen, wonach sich Goethe, der alte Frankfurter Bub, in Zukunft mit "ö" schriebe.
Liebe Christel,
das mit dem "Äppler" geht ja nun gar nicht! Das klingt ja, als würde man ihn aus Nuckelfläschchen trinken, so nieeedlich. Dann könnte man ja gleich vornehm-französisch "Cidre" sagen.
Äbbelwoi, weißt Du, ist so ein Gesöff, das genauso ist wie die Südhessen selber auch: Auf den ersten Eindruck ein wenig derbe und herb, aber bei näherer Betrachtung ehrlich, handfest und loyal, da entdeckt man dann viele Nuancen und lernt sie zu schätzen.
Umbenennen ist einfach nicht drin! |
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Verfasst am: 02.11.2007, 03:05 |
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| Thomas Becks |
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Gibt es eigentlich einen Grund dafür, warum die Hessen so gerne saufen?
Nein, war nur 'n Scherz. Kennt jemand hier im Forum den Grund, warum der Apfelwein speziell in dieser Region produziert wird?
Kommt mir jetzt nicht, mit: weil es da so viele Apfelbäume gibt!
Gruß, Thomas |
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Verfasst am: 02.11.2007, 03:16 |
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| Leilah |
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Hallo Thomas,
nee, nee, nicht wegen den Apfelbäumen - wegen den Äpfeln!
LG
Leilah |
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Verfasst am: 02.11.2007, 05:43 |
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| Thomas Becks |
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Ja,ja,
bei uns trinkt man gerne Pils. Warum steht ein Pils im Wald? Weil die Tannen zapfen. Nee, ich will wat wissenschaftliches.
Ich lass mich nicht veräppeln! |
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Verfasst am: 02.11.2007, 07:29 |
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| hwg (Moderator) |
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In etlichen österreichischen Zeitungen habe ich heute ebenfalls über das angestrengte EU-Verbot für die Bezeichnung Apfelwein gelesen.
Da führen die Bürokraten wieder einmal das gleiche Theater auf wie seinerzeit bei "unserer" Marillenmarmelade, welche sie unbedingt auf Aprikosenkonfitüre "umtaufen" wollten.
Der Widerstand der Obstbauern und Produzenten, vor allem aus der Wachau, der Marillengegend Nr. 1, war jedoch derart stark, dass die EU-"Regelungswahnsinnigen" diese "Schnapsidee" dann doch wieder fallen ließen. Also, bleibt hart, liebe Hessen! Lasst Euch nicht alles gefallen!
Gruß aus der Steiermark! |
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Verfasst am: 02.11.2007, 09:03 |
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| julia07 |
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Hallo zusammen,
als ehemalige Äppelwoi-Hessin (Hanau und Odenwald) muss ich mich jetzt doch auch mal melden und...
meinen "M(i)ost" dazugeben:
Obst- und Fruchtweine werden nicht nur in Hessen hergestellt, sondern überall, wo (zu) viele der Rohstoffe an Bäumen und Büschen hängen. Allein der Name ist unterschiedlich. In anderen Gegenden heißt der Apfelwein z. B. schlicht "Most". Wartet man nicht darauf, bis der Saft vergoren ist, nennt man ihn "Süßmost".
Es gibt aber auch einen Grund, weshalb die Bezeichnung "Apfelwein" sogar oft falsch wäre, denn oft mischt man Birnen dazu, damit das Endprodukt nicht so sauer ist, dass es einem beim Trinken nicht die Falten aus dem Gesicht und das Hemd der Hose zieht.
Ja, und da gibt es noch all die anderen Fruchtweine, die seit Menschengedenken gekeltert werden. Ich denke da z. B. an Heidelbeer-, Pflaumen-, Himbeer-, Schlehenweine.
Mein Fazit ist deswegen: Lasst uns Hessen den Äppelwoi und nennt alles andere Obstwein oder Fruchtwein mit der jeweiligen Angabe der Grundstoffe
Das wäre jedenfalls durch und durch transparent - aber genau das ist bei Europa ja das Problem
LG, Julia |
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Verfasst am: 02.11.2007, 10:41 |
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| Leilah hat Folgendes geschrieben: | | ... Goethe, der alte Frankfurter Bub, in Zukunft mit "ö" schriebe... |
Da reicht ja, dass wir so einen in Berlin haben: den Eosander von Göthe - Baumeister des Spätbarocks.
Und à propos: Wie war das mit den letzten Worten Goethes?
Beste Grüße
Matthias |
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Verfasst am: 02.11.2007, 11:53 |
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| Bärentante |
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| Thomas Becks hat Folgendes geschrieben: | Kennt jemand hier im Forum den Grund, warum der Apfelwein speziell in dieser Region produziert wird?
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Nach meiner Kenntnis, weil es in Hessen noch zahlreiche Speierlinge (Wildobstbäume) gibt, deren Früchte in geringen Mengen dem Ebbelwoi zugefügt werden. |
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_________________ Liebe Grüße
Christel |
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Verfasst am: 02.11.2007, 13:23 |
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| Judith |
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| Bärentante hat Folgendes geschrieben: | | Nach meiner Kenntnis, weil es in Hessen noch zahlreiche Speierlinge (Wildobstbäume) gibt, deren Früchte in geringen Mengen dem Ebbelwoi zugefügt werden. |
Demnach müsste es aber bei den Schwaben noch mehr davon geben, denn hier gibt es besonders viele Streuobstwiesen. Viele vo de Schwoba händ ihren eigena Moscht em Keller.
Grüßle,
Judith |
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Verfasst am: 02.11.2007, 23:11 |
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| Rita Hajak (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 23.05.2007 | | Beiträge | 1452 | | Wohnort | Fehmarn |
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Ja, en Äppelwoi, des gude Stöffche un dodezu en Handkäs` mit Musik,
herrlisch, gude Abbedit.
Apfelwein - Äppelwoi -
Junge Neu-Frankfurter lassen sich sogar zu "Äppler" hinreißen, was wir allerdings nicht so schön finden.
Wie auch immer Sie ihn bezeichnen, ein guter "Schoppe" ist ein Genuß - und das seit Jahrhunderten. Gekeltert werden im Oktober frische Äpfel von den Streuobstwiesen der Frankfurter Umgebung (Taunus, Maintal, Wetterau, Odenwald). Aus ca. 3 Zentner Äpfeln entstehen so durch Pressung der Maische und Gärung rund 100 Liter goldener Apfelwein. Zunächst als Süßer - die Lagerung besorgt dann den weiteren Reifegang: über den Rauscher - zum Hellen - zum Neuen. Der alsbald dann wieder der Alte ist. 2005 wurden so allein in Hessen ca. 70 Millionen Liter Apfelwein hergestellt. Na dann Prost.
En Gruß vom Frankforder Mädche |
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_________________ „Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann
www.ritahajak.de Wieder mal neu |
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Verfasst am: 03.11.2007, 00:39 |
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| Judith |
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Was man hier nicht alles lernt...
Zu dem von mir gesagten auch noch eine Zahl:
Baden-Württemberg besitzt mit rund 175.000 Hektar Streuobstwiesen die bedeutendsten Streuobstbestände Europas
Grüßle,
Judith |
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Verfasst am: 03.11.2007, 01:20 |
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| Leilah |
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| Anmeldedatum | 15.10.2007 | | Beiträge | 200 | | Wohnort | Kassel |
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Ich kresch dorschd!
Meine Favoriten: "Naturtrüber" gut gekühlt oder Rauscher ganz heiß gemacht (auf keinen Fall zum Kochen bringen) mit einer Stange Zimt. Aber Vorsicht - letzteres geht Ungeübten tierisch in den Kopf.
Dazu Käsestullen oder Käsegebäck - mmmh! Ihr glaubt nicht, was für kreative Ideen bei uns im Künstlerteam schon unter Einfluss von Äbbelwoi und Käs' entstanden sind!
Nun gut, nicht jede Idee klang am nächsten Morgen noch so gut wie abends zuvor, aber dazu vielleicht mehr an anderer Stelle.
Übrigens an alle (insbesondere an Rita) ein herzlicher Gruß von einem Offebäscher Mädsche, das vom Schicksal nach Kassel verschlagen wurde. Hier in der Ferne soll die Erzfeindschaft zwischen den Städten vergessen sein, und außerdem geht es ja um gemeinsame Traditionen. Zum Wohl.
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