 | Meine Erfahrungen mit einem BOD Verlag |  |
Verfasst am: 04.10.2007, 12:22 |
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| dreamcatcher |
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| Anmeldedatum | 14.09.2007 | | Beiträge | 9 | | Wohnort | Wermelskirchen |
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Meine Erfahrungen mit einem BOD Verlag
Im Spätsommer 2005 habe ich das Manuskript meines Buches 5 Verlagen zugeschickt und hatte, wie ich meinte, das dass alle das Buch verlegen wollten. Die Geister schieden sich bei den Forderungen nach der Höhe des Autorenzuschusses. Die Beträge bewegten sich von 3.400 € bis zu 10.900 €. Die Nachfrage bei anderen Verlagen bescherte mir die Antwort, dass die Erhebung von Kostenbeteiligungen üblich sei.
Ich entschied mich für den Mein Buch Verlag, der für das geringste Angebot die gleichen Leistungen anbot, die mir auch von den restlichen Verlagen offeriert wurden.
Die Auftragserteilung erfolgte Ende September 2005. Laut Verlagsaussage sollte das Buch spätestens Ende November auf dem Ladentisch liegen.
Aber tatsächlich? Dem November folgten weitere Monate, von Vertröstungen und fadenscheinigen Begründungen gespickt. Es hieß, die bisherige Druckerei arbeite plötzlich schlecht, eine eigene würde im Verlagsgebäude eingerichtet, die neuen Druckmaschinen müssten eingerichtet werden und neues Personal sei erforderlich.
Meine Beschwerden versuchte man damit abzuwenden, dass man mir erst eine kostenlose, große regionale Werbung und in Folge dann eine komplette bundesweite Werbung anbot. Meine Aussage, dass ich die tatsächliche Ausführung nicht kontrollieren könnte und auch bezweifeln würde, stieß nicht gerade auf Begeisterung.
Nun gut! Nachdem das Korrekturexemplar im Januar mehrfach sorgfältig gelesen und an den Verlag zurück gereicht worden war, erhielt ich im Mai 2006 dann meine persönliche, erste Buchausgabe. Trotz des vorhergegangenen Ärgers erst Freude, die jedoch schnell vorbei war. Beim Zeilen- und Seitenumbruch waren den Verantwortlichen sehr viele Fehler unterlaufen.
Beschwerde von mir und darauf Verlagsaussage „Die Fehler stammen von Ihnen, wir können diese nur gegen eine Zuzahlung von 280 € beheben“.
Die erneute Beschwerde von mir führte zu der Aussage „Aus Gründen der Kulanz übernehmen wir die Kosten zu unseren Lasten“.
Dann endlich erschien das Buch. In der Folgezeit entstanden neue Reibereien. Nach Aussage des Verlags verkaufte sich das Buch sehr gut. Nur die Frage nach der tatsächlichen Stückzahl wurde nie beantwortet. Hier wurde stets nur auf eine andere Abteilung verwiesen, von der ich dann Bescheid bekäme. Dies ist natürlich nie erfolgt.
Selbstverständlich wurde mein Buch auch während der Frankfurter Buchmesse 2006 vom Verlag ausgelegt. Ich habe mich selbst davon überzeugen können, was für rund 90 € damit am Stand geschah. Mehr oder weniger lieblos drapiert, lagen meine zwei Bücher ebenso herum, wie die anderer Autoren. Kontaktaufnahmen mit anwesenden Autoren ergaben, dass deren Meinungen über die Zusammenarbeit mit dem Verlag ebenso schlecht waren, wie die meinen.
Ende November erfuhr ich durch einen in Hamburg lebenden Autor, dass der Verlag seit Wochen telefonisch nicht erreichbar sei. Meine Versuche, Kontakt per Mail, Fon oder Fax zum Mein Buch Verlag aufzunehmen, blieben ohne Ergebnis.
Im Januar 2007 erhielt ich Post vom Insolvenzverwalter. Der Verlag verschwand von der Bildfläche. Tantiemen aus dem Buchverkauf blieben Illusion.
Im gleichen Monat entschied ich mich für die Herausgabe des Buches im Selbstverlag, den ich als gewerbliche Einrichtung eintragen ließ.
Es war die richtige Entscheidung. Das Buch verkauft sich wirklich gut. Für den Druck der zweiten Auflage fand ich eine Druckerei in meiner Nähe, die hervorragende Arbeit zu einem sehr angenehmen Preis leistet.
Der Autor des Buches „Wikingerreise“ entschied sich, sein Werk über mich fertigen zu lassen. Auch ihm lag das Angebot eines namhaften BOD Verlags vor, dessen Annahme ihn 10.800 € gekostet hätte. Für das durch mich erfolgte Text-, Seiten- und Coverlayout entstanden ihm geringe Kosten. Er entschied sich für den Druck von 1.000 Exemlaren seines Buches. Insgesamt sind ihm Kosten für Layout, ISBN, EAN-Code und Druck i. H. von rund 4.000 € entstanden. Sein Buch wird auf seinen Wunsch auch über meinen Selbstverlag und damit auch über Amazon veräußert. Daneben stehen ihm alle Wege zu einer anderen Vermarktung offen. Er unterliegt keiner Bindung an mich, erhält aber Unterstützung und Hilfe, wenn er sie denn braucht.
Ich selbst bin von der Zusammenarbeit mit BOD Verlagen geheilt und werde auch mein derzeit in Arbeit befindliches Buch selbst verlegen.
Meine Entscheidung war und ist richtig. Am Anfang bedeutete sie, viel Aufwand mit der Suche nach Kontakten zur Vermarktung betreiben zu müssen. Doch ohne Arbeitseinsatz kann sich ein Erfolg nicht einstellen. Es heißt nur einfach, nicht aufzugeben und sein Ziel zu verfolgen.
Günter
Ich bin der Hund, de |
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_________________ Nehme einen jeden Tag als ein Geschenk und sei dankbar, dass dieses gerade dir gegeben wird.
© 2006 Günter Claas
www.das-tierbuch.net |
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Verfasst am: |
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 | Re: Meine Erfahrungen mit einem BOD Verlag |  |
Verfasst am: 04.10.2007, 13:27 |
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| hawepe |
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Hallo Guenter,
| dreamcatcher hat Folgendes geschrieben: | Meine Erfahrungen mit einem BOD Verlag
Im Spätsommer 2005 habe ich das Manuskript meines Buches 5 Verlagen zugeschickt und hatte, wie ich meinte, das dass alle das Buch verlegen wollten. Die Geister schieden sich bei den Forderungen nach der Höhe des Autorenzuschusses. Die Beträge bewegten sich von 3.400 € bis zu 10.900 €. |
Also waren es keine Book-on-Demand-Dienstleister, sondern Druckkostenzuschussverlage.
| Zitat: | | Die Nachfrage bei anderen Verlagen bescherte mir die Antwort, dass die Erhebung von Kostenbeteiligungen üblich sei. |
Bei Druckkostenzuschussverlagen ist sie in der Tat ueblich.
| Zitat: | | Kontaktaufnahmen mit anwesenden Autoren ergaben, dass deren Meinungen über die Zusammenarbeit mit dem Verlag ebenso schlecht waren, wie die meinen. |
Warum sollten sie sich denn Muehe geben? Ihren Gewinn hatten sich doch laengst. Ein paar verkaufte Exemplare mehr oder weniger haetten es da doch auch nicht mehr gebracht.
| Zitat: | | Im Januar 2007 erhielt ich Post vom Insolvenzverwalter. Der Verlag verschwand von der Bildfläche. Tantiemen aus dem Buchverkauf blieben Illusion. |
Und wo ist die Restauflage geblieben?
| Zitat: | Ich selbst bin von der Zusammenarbeit mit BOD Verlagen geheilt und werde auch mein derzeit in Arbeit befindliches Buch selbst verlegen.
Meine Entscheidung war und ist richtig. Am Anfang bedeutete sie, viel Aufwand mit der Suche nach Kontakten zur Vermarktung betreiben zu müssen. Doch ohne Arbeitseinsatz kann sich ein Erfolg nicht einstellen. Es heißt nur einfach, nicht aufzugeben und sein Ziel zu verfolgen. |
Wie gesagt, es handelte sich um Druckkostenzuschussverlage, nicht um Book on Demand.
Aber klar, seine Buecher klassisch herstellen zu lassen, ist auch eine Moeglichkeit. Und wenn der Vertrieb laeuft, bringt das auch mehr Geld ein als ueber Book on Demand, weil der Digitaldruck nun einmal merklich teurer als Offsetdruck ist.
Beste Gruesse,
Heinz. |
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Verfasst am: 04.10.2007, 14:31 |
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| ChrisK |
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Verfasst am: 05.10.2007, 11:01 |
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| Laura |
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Hallo Günter, am 16. 6. 07 erhielten ich und zahlreiche andere Autoren eines Kleinverlages eine Email mit der Nachricht, dass man sich ab sofort vom deutschen Buchmarkt zurückziehen wolle.
Ich kann damit leben, denn ich hatte nur zwei Kurzgeschichten in Anthologien des Verlages veröffentlicht, die jetzt natürlich nicht mehr erhältlich sind, sowie die Zusage für die Veröffentlichung einer weiteren Kurzgeschichte.
Andere Autoren hingegen sitzen auf unerfüllten Verträgen für die Veröffenlichung von Romanen oder haben dort bereits Romane veröffentlicht, die jetzt auch nicht mehr erhältlich sind. Die Rechte fielen natürlich an die Autoren zurück.
Es war kein Druckkostenzuschussverlag sondern ein ganz normaler Kleinverlag, der allerdings vorgeben hat, zu den großen zu gehören und zwar in den USA, sodass man schwer prüfen konnte, was dahinter steckte.
Ich will damit nur sagen, dass Verlage plötzlich von der Bildfläche verschwinden, ist gewissermaßen "normal". Misstrauen ist immer angesagt, wenn ein Verlag plötzlich nicht mehr erreichbar ist, telefonisch, per Email oder auch wenn die Homepage oder das Forum plötzlich tagelang gesperrt sind, Veröffentlichungstermine um viele Monate überschritten werden u.ä.
Dass Kleinverleger auf kritische Nachfragen meist höchst empfindlich reagieren, ist leider auch normal. Je empfindlicher, desto mehr haben sie zu verbergen. Gruß Laura |
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Verfasst am: 05.10.2007, 11:22 |
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| hawepe |
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Hallo Laura,
| Laura hat Folgendes geschrieben: | | Ich will damit nur sagen, dass Verlage plötzlich von der Bildfläche verschwinden, ist gewissermaßen "normal". |
Natuerlich ist so etwas immer aergerlich. Aber wenn einem das mit einem Druckkostenzuschussverlag passiert, sind gleich mindestens vierstellige Betraege weg. Und wenn sich das Konkursverfahren hinzieht, darf man unter Umstaenden sogar noch warten, bis man seine Nutzungsrechte zurueckerhalten hat.
Beste Gruesse,
Heinz. |
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Verfasst am: 05.10.2007, 14:29 |
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| Laura |
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Hallo Heinz, natürlich ist das bei einem Druckkostenzuschussverlag nicht nur ärgerlich sondern auch mit gößeren finanziellen Verlusten verbunden.
Was ich mit meinem Beitrag sagen wollte war lediglich, dass es in der Kleinverlagsszene, in der ich mich bisher getummelt habe, fast zur Norm gehört, dass das früher oder später passiert. Und für die Autoren ist das dann nicht nur ärgerlich sondern auch schmerzhaft, wenn sie ihre Romane dann womöglich nicht mehr unterkriegen. Zerstörte Träume tun immer sehr weh, auch ohne Geldverlust. Gruß Laura |
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