 | MV Verlag / Ruckzuckbuch.de - Die zweite |  |
Verfasst am: 15.01.2008, 16:02 |
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Ich habe gestern mein "Handbuch" vom MV Verlag bzw. ruchzuckbuch.de erhalten und möchte euch dazu ein paar Sachen sagen, vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen. Zwischenzeitlich war ich immer mal wieder hin- und hergerissen, ob BoD die richtige Wahl für mich ist. Nach meinen Ausführungen zu Shaker Media (anderer Beitrag) und der Tatsache, dass Lulu amerikanisch ist und ich mit der Webseite ansich schon nicht zurecht komme, habe ich beim MV Verlag auf deren Webseite http://www.ruckzuckbuch.de nachgeschaut und fand das Angebot dort teuer aber interessant. Nachdem mir das Handbuch nun vorliegt, hat sich meine Meinung geändert, denn ich muss sagen, ich bin etwas enttäuscht von dem, was mir da vorliegt. Dafür dass sich dieser Verlag laut Selbstaussage zu den "ersten und bekanntesten Book on demand-Verlagen" schimpft, enttäuscht das mir zugesandte Infomaterial sehr.
Zuerst ist da erstmal ein Flyer aus Pappe, der mir beim Öffnen der Post entgegen fiel, auf dem Rabatte von 15-20 % auf die Paketangebote angeboten werden. Nachdem ich den Flyer durchgelesen hatte, wurde mir verkündet, dass diese Rabatte nur während der Buchmessen Ffm/Leipzig 06/07 gültig - also veraltet sind. Das war meine erste Enttäuschung, wo mir dann der Gedanke kam, warum ich diesen Flyer überhaupt bekomme, wo er doch schon mehr als überholt ist (wenn er schon zur Buchmesse 06 gültig war, scheint er schon ein paar Monate auf dem Buckel zu haben). Andererseits drängte sich mir der Eindruck auf, dass dieses Handbuch mit Flyern wohl doch nicht so sorgfältig zusammengestellt wurde, wie man von einem Verlag, der von sich selbst sagt, er legt mehr Wert auf "eine gründliche und saubere Vorbereitung als eine schnelle Druckabwicklung", eigentlich erwarten könnte.
Das Handbuch selbst erinnert inhaltlich stark an die BoD Inhalte, was ja auch okay ist, aber mir drängte sich beim Lesen der Lektüre vermehrt der Eindruck auf, als ob einem ein paar Mal zu oft von der eigenen Erstellung eines Buches abgeraten wurde, sprich es war mir persönlich nicht objektiv genug. Klar, will ein solcher Verlag verkaufen und am liebsten ein bisschen mehr als nur sein Basispaket verkaufen, wo der Kunde das alles selbst macht, aber die endgültige Entscheidung darüber sollte doch der Kunde haben. Aufgabe des Verlages ist es meiner Meinung nach, dass er objektiv über das Für und Wider aufklärt, was ich hier aber nicht so erkennen konnte, das mag aber auch nur meine persönliche Meinung sein.
Über all diese Sachen hätte ich hinwegsehen können, aber dann blätterte ich durch das Gesamtverzeichnis 2007 der EDITION OCTOPUS, ein Katalog, in dem alle belletristischen Bücher des Verlages aufgeführt sind. Äußerlich macht der Katalog einen ganz ordentlichen Eindruck, aber sobald man ihn aufschlägt, ist man doch sehr enttäuscht. Erstmal sind alle aufgeführten Cover der Bücher in schwarz weiß, viele Cover sind so unscharf abgebildet, dass man selbst in dieser kleinen Größe erkennt, dass das Coverbild fehlerhaft abgespeichert wurde. Sollten diese Cover wirklich in Natura derart unscharf und verwackelt aussehen, mag man das auf die Schuld des Autors schieben, der das abgesegnet hat, andererseits finde ich es schon merkwürdig, dass ein Verlag extra eine Edition Octopus für seine belletristischen Werke ins Leben ruft, und dann derartige Cover frei herumlaufen lässt. Meiner Meinung nach sind die Cover im Original einwandfrei und es wurde beim Druck des Gesamtverzeichnisses geschludert. Leider ist das nicht nur einmal passiert, sondern häufiger. Einige Cover sind komplett unleserlich und zeigen nur einen verschwommenen Inhalt, als ob das Ding auf einem privaten Rechner erstellt und dann über einen Copyshop vervielfältigt wurde. Dann wimmelt das Verzeichnis nur so von Fehlern - statt Kommas stehen da Punkte bei den Inhaltsbeschreibungen der Bücher. Erst dachte ich, das läge an der fehlerhaften Einreichung seitens der Autoren, aber als ich das immer wieder entdeckte, dachte ich mir, dass doch nicht jeder zweite Autor so blöd sein kann, das zu übersehen. Die kurzen Inhaltsangaben zu jedem Buch lesen sich zudem grausam, zerstückelt, manchmal mitten im Text abgehakt, manchmal ohne Sinn und Verstand. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Sinne des Autoren ist. Bei BoD wuselt ja auch viel wundersames herum, was Cover und Inhalte von Büchern angeht, aber dass etwas mitten im Satz abgebrochen ist, habe ich so noch nicht gesehen. Da steht z.B. "Das Buch A sectura ad suturam dokumentiert in zehn informativen Aufsätzen die Ergebnisse eines ..."
Das Novitätenmagazin ist gegen dieses Gesamtverzeichnis des MV Verlages die wahrste Hochglanzbroschüre.
Nun kann ein Verlag sicherlich nichts gegen seine Autoren und deren Inhalte - oder doch? Muss man wirklich alles annehmen? Ein reiner Book on demand Verlag sicher, aber einer, der zudem auch noch einen normalen "Verlag" nebenher führt? -, aber dieses Gesamtverzeichnis wird irgendwo in dem beiliegenden Handbuch auch noch als Maßstab für die Druckqualität des Hauses erwähnt. Schlechter kann man es eigentlich nicht machen, und dieser Verlag hat 8 Jahre Erfahrung.
Im Anhang des Handbuches sind dann noch die kostenlosen Cover des Hauses abgebildet, die man wählen kann, wenn man keine Erfahrung mit der Grafiksoftware hat (Bei MV Verlag nennt sich das der Reihencoverkatalog, was bei BoD der Easycoverdesigner ist). An anderer Stelle habe ich schon mal erwähnt, dass die kostenlosen BoD Cover hier um Längen besser und schöner sind. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber schaut euch nur mal das Cover unter dem u.g. Link an, dann werdet ihr sehen, was ich meine. Einem Verlag, der weiße Schrift auf ein helles Cover legt, so dass es fast unleserlich wird, würde ich mein Buch nicht anvertrauen - weder in der Do-it-yourself Variante und schon gar nicht in der teuren Paketvariante.
BoD mag seine Schwächen haben, aber für die unschlagbaren Preise ist es für mich nachwievor der beste Anbieter - gerade wenn man "Anfänger" ist. Nachdem ist jetzt gesehen habe, was für mehr Geld möglich bzw. NICHT möglich ist, sehe ich persönlich BoD mit anderen Augen. Vielleicht sollte man etwas weniger nörgeln, denn ich finde, wir bekommen doch relativ viel für kleines Geld geboten.
Buch aus dem Reihencoverkatalog von MV Verlag:
http://www.ruckzuckbuch.de/base/modules/MediaCenter/image.php/UserFiles/Image/Krimskrams/Umschlagdesign_01.jpg |
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Verfasst am: 15.01.2008, 16:34 |
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| Claire |
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| Anmeldedatum | 07.12.2007 | | Beiträge | 626 | | Wohnort | Bochum |
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Buch aus dem Reihencoverkatalog von MV Verlag:
Liebe Jasmin,
das ist nicht wirklich ansprechend! Sehen die anderen genauso bescheiden aus?
LG Claudia |
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_________________ LG Claudia
Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren. |
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Verfasst am: 15.01.2008, 17:50 |
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| Hakket (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 14.09.2007 | | Beiträge | 745 | | Wohnort | Bremervörde |
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Hallo Jasmin,
es ist immer wieder interessant, was die "Konkurrenz" so treibt.
Zum Teil kann ich das, was der MV in seiner Broschüre schreibt, nachvollziehen. Manchmal (und wirklich nur manchmal) steht der Autor vor Fragen bezüglich Satz, Layout, etc, wie der berühmte Elefant vor der Porzellsammlung von Tante Frieda . Zumal die Verlage wissen, bei wem sie drucken lassen und demzufolge auch wissen, wie sie am besten den Satz machen um ein stimmiges Gesamtprodukt zu bekommen. Der Autor mag sich damit ebenfalls auskennen, wenn er aber z.B. die Zähigkeit des Buchbinderleims nicht kennt, nützt ihm sein Wissen nichts. (Okay, man kann dem Autor natürlich erklären: "Pass auf, mach es so und so, wegen, weil und so ..." Aber andersherum mal gefragt: Warum soll sich ein AUTOR, der bei einem VERLAG ist, sich Gedanken um Satz und Layout machen? Gerade Satz und Layout sollte eigentlich immer "mit drin" sein, eben wegen der Druckerei und deren Art der Verarbeitung. Ich halte es für Blödsinn, Pakete anzubieten, die Satz und Layout ausklammern. Weil die Gefahr besteht, dass sich der Verlag selbst ins Knie schießt.)
Was die Umschläge angeht ... ich denke, hier sollte der Verlag ganz einfach sagen, was er sich vorstellt - dafür ist er Verlag. Natürlich sollte er dabei auf Wünsche/Vorschläge des Autoren eingehen, aber ist nicht letztlich der Verlag für das Erscheinungsbild des Buches verantwortlich? Will nicht der Verlag ein Cover haben, das den potenziellen Leser anspricht? Nun gut - es ist schwierig darüber zu diskutieren: Wer hat mehr Entscheidungsgewalt? Der Autor? Oder der Verlag. Ich denke, hier muss man klar unterscheiden zwischen dem, was z.B. Bod (Norderstedt) macht und den Dienstleistern, die sich Verlag nennen.
(Korrekt heißt es - glaube ich -: "Der Autor hat das Recht, dem Cover zu widersprechen, wenn er seine Persönlichkeitsrechte verletzt sieht ..." etc. Ich mache für meine Autoren min. drei Entwürfe, und über die kann man immer noch reden.)
Dass sich der MV mit den Flyern vertan hat, ist natürlich ... ähm - hüstel. Und dass die Qualität des Prospektes teilweise auch so schlecht ist, fällt wohl in die gleiche Kategorie. Ein Prospekt, der die Bücher anpreist, sollte so perfekt wie möglich sein ... es sei denn, der Verlag will keine Bücher verkaufen ... (?)
Das Cover, das du mitgeschickt hast, haut mich nicht unbedingt vom Stuhl ... es ist okay, aber relativ belanglos. Die weiße Schrift passt zwar farblich schon, aber gerade das Wort "Roman" steht an völlig unglücklicher Stelle. Weiße Schrift auf hellem Grund ist einfach zu machen, wenn man der Schrift einen Schatten verpasst - hat zusätzlich einen 3-D Effekt. Und hätte man das Bild als solches einfach mal mit verschiedenen Farbfiltern versehen, hätte man da eine Menge draus machen können. Der Aufwand dabei wäre minimal. Auf der anderen Seite kann die Darstellung (und die Farben) via Monitor auch täuschen - man müsste das Buch im gedruckten Zustand sehen. (Aber das Cover ist glaube ich auch nur ein Beispielcover, oder? Wenn ja, dann aber ein recht schlechtes )
So, das ist mein "Mist" zu der Sache
Gruß
Hakket |
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_________________ In jedem Menschen existieren dunkle Orte, für die es keine offizielle Wegbeschreibung gibt. Und wer glaubt, keinen dieser Orte in sich zu tragen, hat den Weg dorthin nur noch nicht gesucht.
www.tordenfjord.de |
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Verfasst am: 16.01.2008, 07:31 |
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Hallo Claire,
Hallo Hakket,
ich war jetzt gestern mal in deren Buchshop unter ( http://www.mv-buchshop.de ) und die Auflösung der Cover ist dort nicht wirklich besser, besonders bei der Option, die Bilder zu vergrößern, wird einem oft dasselbe Bild in der derselben Größe angezeigt, manchmal sogar kleiner.
So wie ich das mit dem Verlagskonzept verstanden habe, sind die normaler Verlag und Book on demand Dienstleister in einem, und da verwundert mich halt die schlechte Qualität sowohl von den Covern, vom Gesamtverzeichnis als auch vom Druck desselbigen. Der Reihencoverkatalog ist wohl in erster Linie für die Book on demand Kunden gedacht, aber dafür dass überall dick und fett Edition Octopus steht (eine nicht wenig große Eigenwerbung vorne auf dem Cover) und der Verlag sich damit in meinen Augen recht groß in die Covergestaltung einmischt, sollte er dann auch bessere Vorgaben machen. Die anderen Cover sind in Ordnung, aber hauen auch nicht vom Stuhl, farblich alle ähnlich gehalten, wie gesagt, BoD bietet da sehr viel mehr Spielraum.
Was mich die Sache gelehrt hat: Auch hinter einer gut gemachten Webseite muss nicht immer ein überzeugendes Produkt stecken. |
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