 | "Nur" Erfolgreich oder sehr erfolgreich? |  |
Verfasst am: 08.04.2008, 11:45 |
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| Versailles |
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| Zitat: | Um erfolgreich zu sein, braucht man Freunde,
um sehr erfolgreich zu sein, braucht man Feinde
Sidney Sheldon |
Birgit hat dieses Zitat in einem anderen Posting angeführt ("soll ich oder soll ich nicht?"). Ich wollte dort keine Diskussion lostreten, weil das Thema m.E. bedingt mit Babaks Lesungsberichten zu tun hat. Das Zitat allerdings stimmt mich nachdenklich und wirft für mich spontan ein paar kleine Fragen auf:
ab welchem Erfolgsgrad beginnt sich die Sicht auf die Geschäftspartner, Kollegen, Mitbewerber etc. zu verändern? Hat Sheldon womöglich sogar daran gedacht, dass man Freunde zu Feinden macht, um sich selbst täglich stärker zu motivieren und die Ziele um jeden Preis zu erreichen?
wie erfolgreich ist "sehr" erfolgreich?
welchen Grad des Erfolges meinte der Autor (Sheldon)?
Wie seht ihr das?
Bin gespannt
Liebe Grüße
Amalia |
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_________________ "carpe diem, quam minimum credula postero"
(Horaz, 65-8 v. Chr.)
www.comtesse-heloise.de
Autorenphoto von J. Nemeth, Photostudio Kannengiesser, 58095 Hagen |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 08.04.2008, 12:27 |
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| Hakket (Moderator) |
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Moin Amalia,
oh, oh - da könnte man ewig drüber diskutieren. Ich glaube, dass es einfacher ist, mit Unterstützung (von Freunden) erfolgreich zu werden. Allerdings halte ich das nicht für eine Bedingung. Es gibt bestimmt eine Menge Menschen, die es völlig ohne fremde Hilfe "geschafft" haben.
(Nun müsste man auch wieder eingehender über das Thema "Freunde" reden - was sind "Freunde" - wirkliche Freunde, etc)
Sehr erfolgreich ... na ja, zwar redet die Gesellschaft immer davon, dass wir Individuen sind, völlig verschieden sein ("ich nicht!"), aber wenn dann tatsächlich jemand eklantant seinen Wurstzipfel aus dem Wust der Mittelmäßigkeit hervorstreckt, wird es immer Leute geben, die das nicht so toll finden ("Ihhh, eine Wurst!"). Die Frage ist, ob es "Feinde" sind oder "nur" Neider.
In dem Moment, wo ich die Leistung eines anderen schlecht mache, stehe ich mir vielleicht selbst im Weg. Ich ärgere mich darüber, dass ich nichts Vergleichbares erreicht habe. Damit ich mir das aber nicht eingestehen muss ("ich hätte dieses und jenes besser machen können"), mache ich die Leistung des anderen schlecht.
Bedingt behandelt diese Thematik das Buch "Die Katze von Frau Wagner" (achtung Werbung ). Frau Wagner war nie erfolgreich, sie war schlichtweg eigentlich nicht vorhanden. Ihre Mitmenschen haben sich daran gewöhnt und haben das von ihr erwartet. Als sich Frau Wagner urplötzlich verändert, ansatzweise besonders (erfolgreich) wird, treten viele Neider auf den Plan - diese werden sogar zu einer Art Feinde. ("Es kann nicht angehen, dass ein mittelmäßiger Mensch auf einmal besonders wird. Das DARF nicht sein - (wir könnten dann ja auf unsere eigene Mittelmäßigkeit aufmerksam werden). Also sorgen wir dafür, dass dieser Mensch wieder mittelmäßig wird, bzw. eine Stellung erfährt, die mindestens unter der unsrigen ist")
Zitat: "Alles in allem war diese kleine Intrige eine wirklich gute Idee gewesen. Dieses Gefühl, Macht über andere zu haben, bereitete ihr Spaß. Dabei zu sein, wie ein Plan funktionierte, zu sehen, wie jemand nahezu vernichtet wurde, weil man es selbst so beschlossen hatte. Vielleicht gab es irgendwann die Gelegenheit, die Intrige weiter zu spinnen - so zum Spaß. Und weil man sich dann besser fühlte ... besser als die anderen."
Wir Menschen sind schon etwas seltsam. Einerseits reden wir so - aber in uns drin empfinden wir ganz anders. Manchmal ... meistens ... hin und wieder ...?
(Thema verfehlt? Setzen 6? )
Gruß
Hakket |
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_________________ In jedem Menschen existieren dunkle Orte, für die es keine offizielle Wegbeschreibung gibt. Und wer glaubt, keinen dieser Orte in sich zu tragen, hat den Weg dorthin nur noch nicht gesucht.
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Verfasst am: 08.04.2008, 13:08 |
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| Birgit Fabich |
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Hakket ----------die Zeiten mit Thema verfehlt sind doch wohl vorbei,oder?
Ich habe dieses Zitat in einen größeren Zusammenhang in meinem Leben gestellt,
ich nehme andere Kulturen mit hinein und habe (hoffentlich erinnere ich mich korrekt)
die Kampfweise der asiatischen Elitekämpfer ebenso als Hinweis genommen,
Du kannst von Deinem Gegenüber (Feind) eine Menge lernen,
der kann vieles, was Du nicht kannst,
vielleicht hast Du nur Glück, dass Du gerade auf dieser Seite stehst,
aber auf Glück allein sollte man ja seinen Erfolg nicht gründen, also muss man etwas tun.
Mit anderen Worten, ist Dein Gegenüber nicht Dein Freund, dann ist er Dein Lehrer
(abgewandelter Spruch aus einem anderen Zusammenhang)
Ich erlaube mir unterschiedliche Weisheiten zu nutzen,
sie neu zusammenzusetzen
und dann auf ihren Wahrheitsgehalt zu testen.
Weil ich gehe ja nicht mehr zu der Schule, in der Hakket Bedenken vor einem Tadel haben musste.
Was Du andeutest Amalia, gehört schon fast zu 'über Leichen gehen'.
das muss natürlich auch jeder für sich in den Griff bekommen.
Ich zumindest habe mich heute entschlossen (vielleicht im Fieberwahn),
der Geschichte 'Tod eines Lektors' von meiner Seite her die Grundlage zu entziehen,
ich werde ihn freigeben, seinem persönlichen Schicksal überlassen.
In meinen Unterlagen ist er gelöscht.  |
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 | Re: "Nur" Erfolgreich oder sehr erfolgreich? |  |
Verfasst am: 08.04.2008, 13:35 |
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| Versailles hat Folgendes geschrieben: | | Zitat: | Um erfolgreich zu sein, braucht man Freunde,
um sehr erfolgreich zu sein, braucht man Feinde
Sidney Sheldon |
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Mal ganz profan: Mich erinnert das an den schlichten Spruch "Viel Feind, viel Ehr'" - der wohl daher kommt, dass Dich Freunde hofieren, Feinde aber wertschätzen ... so komisch das klingen mag. Aber hatten wir das in anderen Zusammenhängen nicht schon öfter hier? Freunde bewerten Dein Werk, weil sie Dich bewerten, Dir aber nicht wehtun wollen - d.h. ihre Kritik fällt sehr viel weniger kritisch aus. Fremde (Feinde, Gegner oder whatever) gehen sehr viel schonungsloser, aber damit auch ehrlicher mit Deinem Werk um. Was ist uns lieber?
In einem anderen Spruch aus dem Bereich: "Ich brauche Gegner, keine Opfer" steckt doch die Wertschätzung eines gleichwertigen Gegners (das Wort ist mir lieber als "Feind") deutlich mit drin.
Deshalb sehe ich das Zitat eher als Metapher und würde es übersetzen mit "Freunde stellen Dir die Leiter hin, Gegner helfen Dir hinauf".
Beste Grüße
Matthias |
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Verfasst am: 08.04.2008, 14:22 |
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| Versailles |
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Hakket, das könnte in der Tat eine lange Diskussion werden besonders, wenn wir den Freundschaftsaspekt mit hinzunehmen. Wenn ich jetzt zuerst einmal von den Freunden ausgehe, die es ehrlich mit mir meinen, fühle ich mich stets bedeutend wohler, Erfolg - wenn notwendig - mit ihrer Hilfe zu schaffen. Vitamin B hat, wenn man darauf zurückgreifen kann, selten geschadet.
Richtig fies wird es ja erst, wenn sich die vermeintlichen Freunde als Neider herausstellen, die einem auf dem Weg nach "oben" Steine in den Weg legen und sich beim Absturz ins Fäustchen lachen. Gegen diese Gegner anzukämpfen kann - so sehe ich das - mehr Energie verschlingen und den gewünschten Erfolg zunichte machen.
Sich über jeden Ratgeber hinwegzusetzen, wie ich es im ersten Posting andeutete, hat durchaus etwas mit "über Leichen gehen" zu tun. Da hast du, Birgit, recht. Dazu gehört eine gewaltige Portion Gewissenlosigkeit und die Fähigkeit, alles hinter sich Liegende zu vergessen und nur zum ureigenen Vorteil zu handeln. Ich kann dieses Denken zwar verstehen - urzeitliche Relikte eben - ,kann es aber weder tolerieren noch würde ich es je für mich im Alltag anwenden.
Als Beispiel aus der Tierwelt fallen mir da spontan die Löwenmännchen ein, die, wenn sie ein neues Weibchen erobert haben, den Nachwuchs des (schwächeren) Vorgängers töten. Kommt ein noch dominanteres Männchen, spielt sich das gleiche Drama ab - immer und immer wieder. Aber jetzt drifte ich ein wenig ab
Hakket: | Zitat: | | In dem Moment, wo ich die Leistung eines anderen schlecht mache, stehe ich mir vielleicht selbst im Weg. Ich ärgere mich darüber, dass ich nichts Vergleichbares erreicht habe. Damit ich mir das aber nicht eingestehen muss ("ich hätte dieses und jenes besser machen können"), mache ich die Leistung des anderen schlecht. | Genau! Anstatt an sich selbst zu arbeiten und die eigenen Ziele konsequent zu verfolgen, wird die Meßlatte umgedreht und kostbare Energie darauf verwendet, anderer Leute Leistung herabzusetzen.
Birgit, | Zitat: | | ist Dein Gegenüber nicht Dein Freund, dann ist er Dein Lehrer | hervorragend formuliert! Die Weisheit, dies zu erkennen und anzuwenden ist der Schlüssel für den Umgang mit Erfolg.
Matthias: | Zitat: | | Freunde bewerten Dein Werk, weil sie Dich bewerten, Dir aber nicht wehtun wollen - (...). Fremde (...) gehen sehr viel schonungsloser, aber damit auch ehrlicher mit Deinem Werk um. Was ist uns lieber? | mir ist bspw. eine konstruktive Kritik lieb, die sich mit dem Text, Photo (whatever) auseinandersetzt und nicht persönlich wird. | Zitat: | | Fremde (...) gehen sehr viel schonungsloser, aber damit auch ehrlicher mit Deinem Werk um. | Die Worte sollte man wohl jedem auf die Fahne schreiben, der sich, zugesoßt mit der Meinung von Familie und Freundeskreis, zu einem offenen Casting begibt Was sind das für Freunde, die sich bei einem Bierchen einen Ast lachen, wenn XYZ sich bei Bohlen & Co. bis auf die Knochen blamiert?
| Zitat: | | Freunde stellen Dir die Leiter hin, Gegner helfen Dir hinauf |
Liebe Grüße
Amalia
p.s. am Thema vorbei gibt es doch im kreativen Umgang mit Sprache nicht  |
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Autorenphoto von J. Nemeth, Photostudio Kannengiesser, 58095 Hagen |
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 | Re: "Nur" Erfolgreich oder sehr erfolgreich? |  |
Verfasst am: 08.04.2008, 23:01 |
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| julia07 |
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| mtg hat Folgendes geschrieben: | | Deshalb sehe ich das Zitat eher als Metapher und würde es übersetzen mit "Freunde stellen Dir die Leiter hin, Gegner helfen Dir hinauf". |
So sehe ich das auch!
Kaum jemand wird aus einer glückseligen Ruhephase heraus Höchstleistungen bringen. Zu denen wird man meistens durch die eher unrund laufenden Prozesse animiert. Das Zauberwort heißt hier: Streben nach Verbesserung
LG,
Julia |
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 | Re: "Nur" Erfolgreich oder sehr erfolgreich? |  |
Verfasst am: 09.04.2008, 08:38 |
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| julia07 hat Folgendes geschrieben: | | Das Zauberwort heißt hier: Streben nach Verbesserung |
Etwa Qualitätsmanagement? Das wäre doch ein guter Ansatz ...
Beste Grüße
Matthias |
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Verfasst am: 09.04.2008, 20:01 |
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| julia07 |
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... nicht nur ein "guter Ansatz", sondern schlichtweg DER Zweck von QM:
ständige Verbesserung!
Auch wenn ich mich nun schon seit fast 15 Jahren mit diesem Thema auseinandersetze, stelle ich täglich fest, dass man diese Wunderwaffe perfekt im Alltag nutzen kann
LG,
Julia |
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