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Piraten - Freibeuter - Bukaniere

BeitragVerfasst am: 23.05.2007, 23:40
dbs
Gast
 


Nun ist es passiert.

Seit etwa einer Woche ist mein kleines Büchlein zum Thema "Seeräuber" auf dem Markt zu haben. Auf 172 Seiten werden die Lebensgeschichten von 26 männlichen und 2 weiblichen Piraten / Freibeutern / Bukanieren / Flibustiers / Korsaren - oder wie sie sonst genannt wurden - dargestellt.

Es beginnt alles im tiefsten Altertum, wo um 1400 v.Chr. Seeräuber von der lykischen Küste aus Zypern, die Ägäis und das Nildelta überfallen. Später machen sich die Phokaier, die Illyrer und die Kilikier als Seeräuber einen Namen, ehe die Flotten Roms der Piraterie im Mittelmeer ein Ende bereiten.

Ob Störtebeker und Gödeke Michels in Ost- und Nordsee, ob Roger de Flor im Mittelmeer, oder die großen Piraten der osmanischen Barbaresken wie Baba Arudsch oder Cheir ad-Din - vor der Entdeckung Amerikas gab es in allen Küstengewässern Europas mächtige Seeräuber.

Mit der Neuen Welt verlagerte sich das Piratengeschehen in die Karibik, nach Südamerika und in den Indischen Ozean. Seeräuber und Freibeuter gab es gleich im Dutzend.

Der Engländer Drake plünderte alles, was die spanische Flagge trug, der Holländer Heyn erbeutete kampflos(!) einen Schatz, der einem heutigen Wert vom mehr als 500 Millionen Euro entsprach. Der Franzose L'Ollonais wurde zur Bestie der Karibik, der gegenüber seinen Opfern keine Gnade kannte. Henry Morgan wandelte sich vom blutrünstigen Piraten zum nicht minder blutrünstigen Piratenjäger. Captain Kidd hingegen wurde durch unglückliche Umstände vom Piratenjäger zum Piraten und endete am Galgen.

Und wer kennt den erfolgreichsten deutschen Piraten des 17.Jahrhunderts, den Hamburger Richard Sievers? Und dann sind da noch die vielen großen Namen wie Blackbeard, Bart Roberts, Calico Jack Rackham - und nicht zu vergessen: die legendäre Anne Bonny, die sich nicht scheute, auf einem offiziellen Empfang des Gouverneurs der Bahamas einer Dame aus feinsten Kreisen zwei Zähne auszuschlagen.

Dazu gibt es vieles um die Piraterie drumherum:
- woher die verschiedenen Bezeichnungen für Seeräuber stammen
- wie die Geschichte von Port Royal und Tortuga verlief
- wie die Piratenrepublik Libertalia entstand und bekämpft wurde
- was hinter der Legende vom Fliegenden Holländer steckt
- wie die Piratenflagge erfunden wurde und was die heutigen Nationalflaggen von Bahrain und Katar damit zu tun haben
- und wie sich die Piraterie heute wieder ausbreitet

Ein "Who Is Who" zur Geschichte der Seeräuberei - immer verknüpft mit den jeweiligen politischen Ereignissen der damaligen Zeit (so führte ausgerechnet der Friedensschluss im Spanischen Erbfolgekrieg 1714 zur Blütezeit des Piratenunwesens). Und trotz allen Informationsgehaltes immer leicht zu lesen.

Mehr zum Buch findet ihr hier:

http://piraten.digibuchservice.de

Grüße
Siegfried

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Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 25.05.2007, 11:51
hwg (Moderator)
 
Anmeldedatum24.04.2007
Beiträge3930
WohnortA 8786 Rottenmann


Habe mir soeben die HP angeguckt - interessantes Buch, wie ich finde.
Werde es "übungshalber" bei "meinem" Buchhändler bestellen. Bin neugierig, ob's funktioniert. Ansonsten ordere ich es bei "Amazon".

BeitragVerfasst am: 25.05.2007, 13:53
dbs
Gast
 


hwg hat Folgendes geschrieben:

Werde es "übungshalber" bei "meinem" Buchhändler bestellen.


Ach, du warst das! Wink

Grüße
Siegfried

BeitragVerfasst am: 26.05.2007, 05:15
Positivdenker
 
Anmeldedatum13.04.2007
Beiträge22


Hallo Siegfried,

gerade richtig! Mich interessieren Piraten sehr! Habe auch vor einigen Jahren ein schönes Piratenbuch gekauft, das behandelte die einzelnen Typen aber nur so im Rahmen der Geschichte.

Schön, das Du einzelne dieser "Helden der See" portraitierst. Besonders Henry Every interessiert mich, hat er doch die größte Beute aller Zeiten gemacht (laut dem Buch, das ich habe).

Werde Deines auf jedem Fall kaufen und sicherlich verschlingen!

Nebenbei: Hast Du Infos über Schiffsjungen? Diesbezüglich plane ich ein Buch, erst in Zukunft, dennoch frage ich schon mal an. Warum nicht?

Viele Grüße

Heinrich "Buccaneer Henry" Wink

_________________
Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her ...

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 26.05.2007, 13:10
dbs
Gast
 


Hallo, "Buccaneer Henry"! Wink

Positivdenker hat Folgendes geschrieben:

Schön, das Du einzelne dieser "Helden der See" portraitierst. Besonders Henry Every interessiert mich, hat er doch die größte Beute aller Zeiten gemacht (laut dem Buch, das ich habe).


Henry Every hat tatsächlich einen sehr interessanten Lebenslauf.

Vermutlich um 1653 in Plymouth geboren, übernahm er im Sommer 1694 einen spanischen Sklavenjäger durch Meuterei, weil die Besatzung seit Monaten keine Heuer erhalten hatte.

Gleich zu Beginn des Jahre 1695 kaperte er auf Höhe der Kapverden vier Schiffe (drei britische, ein französisches). Nach Überfällen auf den englischen Sklavenhandel vor Westafrika wurde er zum Feind Nummer 1 der Royal Navy.

Im Frühjahr 1695 überfiel Every zusammen mit einigen anderen Piraten am Eingang zum Roten Meer mehrere Schiffe mit Mekkapilgern, die aus Indien kamen. Every erbeutete dabei über 650.000 Pfund in Gold, Silber und Edelsteinen, darunter auch einen rubinbesetzten Sattel des Großmoguls.

Dieser Überfall führte zu erheblichen politischen Spannungen zwischen England und dem indischen Großmogul-Reich. Der "British East India Company" wurde jeglicher Handel untersagt, bis dem Großmogul der Schaden vollständig ersetzt war. Auf jeden Mann von Everys Mannschaft wurde eine Kopfprämie von 500 Pfund ausgesetzt (zum Vergleich: ein einfacher Seemann verdiente damals 3 Pfund im Jahr!).

Every konnte sich in keiner englischen Kolonie mehr blicken lassen - überall lauerten Piratenjäger. Er versuchte, durch Zahlung von 24.000 Pfund einen General-Pardon vom englischen Gouverneur von Jamaica zu erkaufen, scheiterte aber. So löste sich zwangsläufig seine Mannschaft auf.

Every nahm den falschen Namen Benjamin Bridgeman an und segelte mit einer Handvoll Getreuer nach England zurück. Natürlich konnte irgend einer seiner Männer den Mund nicht halten, und im Oktober 1696 wurden 24 seiner Männer verhaftet - sechs wurden gehängt, die restlichen gingen als Sklaven in die Kolonien. Every selbst tauchte spurlos unter, angeblich wurde er in Irland gesehen. Andere berichten, er habe sich eine eigene tropische Insel gekauft und dort niedergelassen, wieder andere erzählen, er sei mit seinem ganzen Schatz von Hehlern übers Ohr gehauen worden und bettelarm gestorben. Was wirklich aus ihm geworden ist, weiß aber niemand. Seine Spur verliert sich im Jahre 1696.

Ob Every tatsächlich den größten Schatz aller Zeiten erbeutet hat, kann ich nicht sagen. Dem Holländer Piet Heyn gelang es im September 1628, der spanischen Silberflotte einen Schatz von 11,5 Millionen Gulden abzunehmen (das sind auf heutige Verhältnisse umgerechnet weit mehr als 500 Millionen Euro).

Drake kam nach seiner Weltumsegelung mit einem Schiff nach Hause, das für einen Tiefgang von 2,70 Meter ausgelegt war, aber aufgrund der schweren Ladung 4 Meter tief im Wasser lag. Seine Beute wurde durch die englische Krone auf einen Wert von 600.000 Pfund (Tudor-Geld) geschätzt - das entsprach den englischen Steuereinnahmen von zweieinhalb Jahren!

Ebenfalls hoch gehandelt als "wertvollstes Schiff in der Geschichte der Piraterie" wird die "Wydah" von Sam Bellamy im Jahre 1717. Die "Wydah" war ursprünglich ein Sklavenschiff von 300 Tonnen und auf dem Rückweg nach Europa, als sie Bellamy in die Hände fiel. Das Schiff war randvoll mit Gold, Silber und wertvoller Handelsware. Als Bellamy kurze Zeit später eine Handelsfregatte mit jeder Menge Silber an Bord eroberte, soll Bellamy angeblich den größten aller Piratenschätze in Händen gehabt haben. Genutzt hat es ihm allerdings nichts, denn wenige Wochen später geriet die "Wydah" in einen Sturm, kenterte und sank. Bis auf zwei Mann kamen alle Piraten ums Leben, darunter auch Bellamy.

Positivdenker hat Folgendes geschrieben:

Nebenbei: Hast Du Infos über Schiffsjungen? Diesbezüglich plane ich ein Buch, erst in Zukunft, dennoch frage ich schon mal an. Warum nicht?

Viele Grüße

Heinrich "Buccaneer Henry" Wink


Nein, zum Thema "Schiffsjungen" habe ich nichts gesammelt oder recherchiert. Mir ging es auch weniger um das Leben an Bord als um die historischen Zusammenhänge.


Viel Spaß beim Lesen!

Siegfried

BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 02:31
dbs
Gast
 


Hallo!

Heute glaubte ich tatsächlich eine Weile lang, meinen Augen nicht trauen zu dürfen: Bei Amazon.de steht mein Piratenbuch mittlerweile auf Platz 16.777 !

Ich habe zwar keine Ahnung, ob und was das verkaufszahlenmäßig bedeutet -aber es ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn das eigene Buchso weit vorne steht (wobei "vorne" relativ ist, aber Amazon hat nun mal ein paar Hunderttausend Titel gelistet).

Grüße
Siegfried
Piraten - Freibeuter - Bukaniere
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