Von Zuschussverlagen kann ich nur dringend abraten. Diese Verlagshäuser kommen zwar häufig mit dem Argument, dass z. B. Goethe auch einen Druckkostenzuschuss gezahlt hat, aber Goethe hat sein erstes Werk im Selbstverlag verlegt und nicht, wie fälschlicherweise behauptet wird, in einem DKZ-Verlag.
Gleichwohl rechnet sich die Veröffentlichung in einem DKZ-Verlag schon rein betriebswirtschaftlich nicht. Jede/r, der/die schon einmal über BoD oder im Selbstverlag veröffentlicht hat, weiß, dass es ein hartes Stück Arbeit ist (Marketing, Werbung etc.) und nur die wenigsten Bücher innerhalb weniger Wochen zu Megasellern werden, sondern dass es zunächst einmal kleine Teilerfolge sind - je nachdem zwischen zehn und mehreren hundert Büchern. Wenn ein DKZ-Verlatg beispielsweise 3.500 € verlangt, müssten bei einer Marge von - sehr hoch gegriffenen - 20 % und einem Verkaufspreis von 12 € schon 1.458 Exemplare verkauft werden, um die Kosten heraus zu bekommen. Das ist in aller Regel sehr unwahrscheinlich. Und selbst, wenn sich ein Buch mehr als 2.000 Mal verkaufen sollte (wovon man bei DKZ-Verlagen eher selten ausgehen sollte), so ist dies in jedem Falle Gewinn schmälernd. Es gibt sogar DKZ-Verlage, die Zuschüsse verlangen, die im fünfstelligen Bereich liegen - mit anderen Worten: Dafür könnte man sich auch schon einen schicken neuen Kleinwagen leisten und hätte wenigstens noch einen entsprechenden Gegenwert vor der Tür stehen.
Manche Autoren, die auf einen DKZ-Verlag hereingefallen sind, berichten häufig, dass sie zwar horrende Summen bezahlt haben, aber die ihnen versprochenen Leistungen wie Marketing und Vertrieb nie erbracht wurden, so dass sie im Endeffekt auf einem Haufen Büchern sitzen geblieben sind. Ein sehr interessanter Erfahrungsbericht hierzu findet sich auf www.literaturcafe.de.
Auch wenn man nicht sofort bei einem der großen, renommierten Verlagshäuser unterkommt, kann auch der "kleine Verlag an der Ecke" sehr gut sein. Ich habe mein Werk "Wenn es Nacht wird im Pott" über einen sehr jungen Verlag in Lemgo verlegt, dafür nicht einen Cent an Produktionskosten bezahlt und ich muss sagen, dass die Zusammenarbeit sehr kooperativ, freundschaftlich und problemlos verlaufen ist und dass sich mein Verleger wirklich sehr viel Mühe gegeben hat, z. B. was die Covergestaltung betrifft und mich auch umfassend beraten hat - es lag zwar schon ein Entwurf von mir vor, der ihm auch sehr gefallen hat, aber wir haben dann doch noch ein Foto ausgetauscht, wobei er mir auch begründet hat, warum er das für besser hielt und auch erst mal meine Meinung zu dem Ganzen abgewartet hat. Solange es solche Verlage noch gibt, ist die Debatte um horrende Druckkostenzuschüsse eigentlich überflüssig. An der Stelle wird nur mit dem Willen der Autoren spekuliert, einmal ihr gedrucktes Werk in den Händen halten zu wollen. Dies geht jedoch wesentlich effektiver über BoD oder aber auch über seriöse Verlage.
Die größten Autorenverbände und -Institutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich am 23. April 2008 zum "Fairlag - Aktionsbündnis für faire Verlage" zusammengeschlossen, um über die Problematik von Zuschussverlagen und dortigen Veröffentlichungen aufzuklären. Die Liste der Unterzeichner und Sympathisanten liest sich wie ein Who-Is-Who der Branche.
Weitere Informationen gibt es auf der Website http://www.aktionsbuendnis-faire-verlage.com/web/
