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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Schreibwerkstatt » Schreibübung gefällig? Gehe zu Seite Zurück  1, 2
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden Die Hocke • 2. Kleine Schreibübung

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BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 11:59
g.c.roth (Moderator)
 
Anmeldedatum01.05.2007
Beiträge1323
WohnortEmden


Hallo Siegfried,
sagst Du uns mal etwas zu unseren Texten? zip:

So was wie:
Aufgabe erfüllt/nicht erfüllt, missverstanden, Umsetzung,
mögliche Verbesserungen, andere Beispiele, neue Versuche,
Tipps auf die wir achten sollten bei dieser Technik.....?

LG Grete
(bin wahrscheinlich wieder zu ungeduldig....grummel.... tschuldigung)

_________________
Individuelle Buchcover zu fairen Preisen: http://www.satzstudio-roth.de

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 13:24
Rita Hajak (Moderator)
 
Anmeldedatum23.05.2007
Beiträge1260
WohnortFehmarn


Hallo, ich habe mal wieder nicht richtig aufgepasst und die Geschichte weiter geschrieben, statt einen eigenen Anfang zu verfassen. Das möchte ich schnell noch nachholen.


Jahrelang getreten, geschlagen und an den Ohren gezogen, hatte der Esel endgültig die Nase voll. Er wollte weg. Weit fort von seinem Herrn, denn Gutes hatte er nicht mehr zu erwarten. Bevor man ihn zum Abdecker bringen würde, musste er fliehen. Aber wie? Er war alt, nicht mehr so kräftig, wie in jungen Jahren. „Heute ist ein idealer Tag, dachte der alte Graue und streckte vorsichtig seinen Kopf aus der Scheune. Er hoffte, dass sein Herr nicht zu früh aus der Stadt zurückkommen würde. Vorsichtig öffnete er das Tor und patschte mit seinen Hufen in den Schlamm, dass es nur so spritzte. Es regnete schon seit Tagen. Doch das würde eher nützlich sein, weil die Menschen in ihren Häusern blieben. Er hatte das Grundstück bereits verlassen und trabte die Straße entlang, die aus dem Dorf führte. Er hörte ein Geräusch hinter sich, das von ratternden Rädern her rührte. Entsetzt drehte sich der Esel herum und sah den Wagen vom Nachbarbauern heranfahren. „He du, was machst du hier?“, fragte ihn der Bauer.
„Bist wohl deinem Herrn durchgebrannt. Komm ich binde dich am Wagen fest und bringe dich zurück“, sagte er und trat an ihn heran. Der Graue geriet in Panik. Was sollte er tun? War jetzt alles umsonst gewesen? Plötzlich hob er seine vordere rechte Hufe und knallte sie dem Bauer gegen das Bein. Dieser sackte mit einem Schmerzenlaut in die Knie. Der Graue nahm alle Kraft zusammen und galoppierte eiligst davon.

_________________
„Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann

www.ritahajak.de Wieder mal neu

Re: ..

BeitragVerfasst am: 04.09.2007, 10:35
dbs
Gast
 


Hi Grete (and all others)!

g.c.roth (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Hallo Siegfried,
sagst Du uns mal etwas zu unseren Texten? zip:

So was wie:
Aufgabe erfüllt/nicht erfüllt, missverstanden, Umsetzung,
mögliche Verbesserungen, andere Beispiele, neue Versuche,
Tipps auf die wir achten sollten bei dieser Technik.....?

LG Grete
(bin wahrscheinlich wieder zu ungeduldig....grummel.... tschuldigung)


Nö, zu ungeduldig nicht ...

Aber vielleicht gedanklich ein wenig über das Ziel hinaus geschossen? cheezy grin

Was die Frage nach dem »Aufgabe erfüllt« angeht:

Alle, die sich der Aufgabe angenommen haben und sich einen neuen Anfang der »Bremer Stadtmusikanten« ausgedacht haben, die haben die »Aufgabe erfüllt«. <Beifall Klatsch Klatsch>

Die Idee hinter der Schreibübung war ja nicht, riesige Texte für den nächsten Nobelpreis (oder Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb) zu produzieren, sondern aufgrund einer »Spielidee« ins Schreiben zu kommen. cheezy grin (Mann, kann ich fies sein!)

Es gibt hier ja immer wieder Leute, die von sich sagen, sie hätten eine »Schreibblockade« oder so was und würden dann stunden- tage- oder gar wochenlang keine Zeile zu Papier (oder in den Computer) bringen. Genau für solche Situationen ist diese Übung ein prima Beispiel. Hat irgend jemand beim Schreiben der Anfangsszene den inneren Zensor im Kopf verspürt oder sich mit einer Schreibblockade herumgeschlagen? Vermutlich nicht - weil es eben »nur« eine Spielerei war.

Also: Wenn ihr mal an eurem eigenen Werk sitzt, das zudem etwas größer als üblich sein soll, und schlechte Gedanken wie "das wird sowieso nichts!" quälen euch, dann legt eure Geschichte einfach mal zur Seite, greift euch eine Szene (z.B. aus einem Märchen, muss ja nicht umbedingt der Anfang sein, es geht auch die Schluss-Szene von Schneewittchen; oder eine Szene aus eurem Lieblingsroman) und schreibt die Szene einfach um. Als Krimi, als Science-Fiction, als Fantasy, als Liebesschnulze, als was-weiss-ich ...

Wenn ihr so ein, zwei Seiten geschrieben habt (nicht mehr!), dann geht zurück zu eurem eigenen Text. Vielleicht ist beim Umschreiben einer bekannten Szene unterbewusst das Problem gelöst, das euch bei eurem Text behindert hat.

Übrigens, diese Methode funktioniert auch mit eurem eigenen Text. Nehmt einfach eine relevante Szene und arbeitet sie auf ein bestimmtes Ziel hin um:

Die Original-Szene geht für eure Hauptperson schlecht aus? Dann schreibt eine Fassung, in der euer Held Amok läuft. Oder denkt euch eine absolut abstruse Auflösung der Szene aus, mag sie auch noch so unlogisch sein. Oder schreibt die Szene, als ob ihr für den Absatz von Tempo-Taschentücher bezahlt würdet. Lasst die Szene tragisch ausgehen. Lasst die Szene fröhlich ausgehen. Tut so, als wäret ihr Johannes Mario Simmel, Uta Danella, Stephen King, Joanne Rawlings, oder auch Fontane, Tolstoi oder Dumas. Oder wen immer ihr gut findet.

Es geht nicht darum, die veränderte Version in euren Text aufzunehmen, es geht nur darum, dem inneren Zensor ein Schnippchen zu schlagen.

Alles klar? thumb up

Grüße
Siegfried

BeitragVerfasst am: 04.09.2007, 10:55
g.c.roth (Moderator)
 
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Danke Siegfried!

Zitat:
Aber vielleicht gedanklich ein wenig über das Ziel hinaus geschossen?


... wer mich kennt, weiß um diesen Übereifer ... cheezy grin
Macht aber überhaupt nichts, weil ich das Umschreiben von vorhandenen Texten als neue Ideenquelle entdeckt habe. Auf eine so simple Idee war ich noch nicht gekommen. Und sie scheint -jedenfalls bei mir - gut zu funktionieren, ohne dass eine schlechte Kopie des Originaltextes entsteht.

Und dass diese spielerische Übung sog. Schreibblokaden ausräumen kann, hab ich auch gleich erfahren. Die Quelle sprudelt wieder... und bringt mich in völlig neue Themenwelten. Twisted Evil

Danke Dir und hoffe, Du hast noch viele Übungen, Anregungen und Tipps für uns! Ich werde sie aufsaugen!

LG Grete

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Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 04.09.2007, 12:19
Rita Hajak (Moderator)
 
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Hallo Siegfried,

auch von mir ein Dankeschön! Habe Deine Tipps gleich in die Tat umgesetzt. Habe einen älteren Text ausgegraben, den ich für unbrauchbar hielt. Nachdem ich ihn jetzt umgeschrieben habe, muss ich sagen, er gefällt mir. Das war eine tolle Idee.
Auf weitere Anregungen freue ich mich.

Gruß Rita

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Thomas Mann

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BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 22:10
g.c.roth (Moderator)
 
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Guten Abend!

Seit Tagen schleicht sich immer wieder das Wörtchen "Schreibübung" in meine Gedanken und ich hätte doch zu gern noch einmal eine.
Hast Du zufällig noch die eine oder andere "Hausaufgabe" in Deiner Schatztruhe, Siegfried? cheezy grin

LG Grete

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BeitragVerfasst am: 23.10.2007, 12:20
Rita Hajak (Moderator)
 
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WohnortFehmarn


Ja, ich bin auch dafür. Da hatte Grete wieder eine tolle Eingebung.

Ich bin für jede Art von Übungen (Schreibübungen) empfänglich.
Also Siegfried, bitte, bitte, gib uns was. Danke im voraus. Very Happy


Gruß Rita

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