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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren -> Jungautoren » Geschichten » Tränentropfen (ein neuer Versuch)
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Tränentropfen (ein neuer Versuch)

BeitragVerfasst am: 29.01.2008, 16:59
Melissa
 
Anmeldedatum14.12.2007
Beiträge89
WohnortMittelfranken


Da ich ja eindeutig in diese Kategorie gehöre, wollte ich einfach mal den Anfang einer meiner neu begonnenen Geschichten posten. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich unzählige Anfänge habe und bei diesem, wie bei vielen, noch nicht entscheiden ist, ob ich wirklich wieterschreibe ... aber bisher sieht es noch danach aus.


Tränentropfen

Eine sachte Berührung an ihrer Wange zerrte sanft an ihrem Bewusstsein und zwang sie die wohlige Traumwelt zu verlassen, in welcher sie sich versteckt hatte. Zärtlich und ein wenig neckisch kitzelte der Schimmer Realität so lange ihre Haut, bis sie sich schließlich regte und ihn abschüttelte, ehe sie sich tiefer unter der wärmenden Decke verkroch und das Gesicht ihrem Kopfkissen zuwandte. Leises Lachen mischte sich in die Stille ihrer Müdigkeit, ein sanftes, vertrautes Lachen, das ihr das Gefühl samtener Wärme gab.
„Aufwachen, Schlafmütze“, flüsterte die gleiche Stimme dicht an ihrem Ohr und der morgendliche Besucher kitzelte erneut ihre Wange mit ihrem eigenen Haar, bis sie sich schließlich widerwillig aus dem anhaltenden Dämmerschlaf reißen ließ und sich ihm zuwandte.
Rick lächelte, als sie ihn aus verschlafenen Augen ansah und sich schließlich aufrichtete. „Es ist fünf Uhr, Siebenschläfer. Wir sollten längst unterwegs sein.“
Mia seufzte hörbar und entlockte Rick ein weiteres, eigentlich so seltenes Lächeln. „Fünf Uhr“, wiederholte sie matt und ließ sich in die Kissen zurückfallen.
„Ich gehe ohne dich, wenn du nicht aufstehst“, drohte Rick halbherzig und versuchte, ihr die schützende Decke wegzuziehen. Mia hatte damit gerechnet und hielt den dunkelroten Stoff eisern fest. Natürlich hatte sie keine Chance gegen Rick und verlor den spielerischen Kampf, weshalb sie sich ruckartig aufrichtete und die Arme um den Körper schlang, als die Kälte ihre Haut berührte.
„Was fällt dir ein?“, schalt sie ihn neckisch. „Ich hab’ ja fast nichts an!“
Rick grinste unverschämt, klemmte sich ihre Bettdecke unter den Arm und verließ das Zimmer. Durch die zufallende Tür verkündete er noch siegessicher: „In fünfzehn Minuten, Schwesterherz, brechen wir auf und ich warte keine Minute länger auf dich.“
Kopfschüttelnd sah Mia ihrem Bruder nach und sprang schließlich aus dem Bett, um wenig später mit ihren Kleidern in den Armen ins Badezimmer zu hasten und sich unter die Dusche zu stellen. Erst als das Wasser brennend heiß über ihre Haut rann, hörte sie auf zu zittern. Es war kalt am Morgen, obwohl Frühling war, und sie war ohnehin viel zu sensibel. Rick machte gerne Witze darüber, aber wenn sie fror und zitternd neben ihm in der Kälte stand, lieh er ihr stets seinen Mantel oder zog sie in seine Arme, um sie zu wärmen.
Dass er sie so unsanft geweckt hatte, nahm sie ihm nicht übel. Sie wusste, wie schwer sie morgens wach zu bekommen war und war an Ricks Ungeduld gewöhnt.
Eilig trocknete das Mädchen sich ab und schlüpfte in ihre Klamotten, die sie bewusst schlicht und bequem gewählt hatte. Es würde ein langer Tag werden und da Rick und sie Klettern gehen wollten, musste sie sich frei bewegen können. Ihr langes Haar rubbelte sie nur flüchtig mit einem Handtuch trocken und band es dann zurück, um Rick nicht länger warten zu lassen und sich stattdessen die Zähne zu putzen und in ihre Turnschuhe zu schlüpfen.
„Du sollst kein Bad nehmen, Prinzessin. Duschen reicht vollkommen aus.“ Ungeduldig klopfte er bereits gegen die Tür und zuckte erschrocken zusammen, als sie diese öffnete. „Das ging ja schnell“, quittierte er verblüfft und handelte sich einen ungehaltenen Blick von seiner Schwester ein, die ihn ohne zu Zögern in Richtung Treppe schob.
„Na los, worauf wartest du? Es ist fünf Uhr, wir sollten längst unterwegs sein!“
Rick ließ sich das nicht zweimal sagen und ging auch nicht auf den Spott seiner Schwester ein, sondern eilte nur so schnell und geschickt, dass Mia Mühe hatte ihm zu folgen, die Treppe hinab und schlüpfte in seine Schuhe und seine Lederjacke.
Mia schnappte sich unterdessen den schon von ihm gepackten Rucksack und hielt ihrem Bruder die Tür auf, um ihm, kaum hatte er das Haus verlassen, zu folgen und sich bei ihm unterzuhaken und zum Auto führen zu lassen.
Sein schwarzer Citroen stand schon bereit, der Kofferraum bepackt mit allem, was sie für den Ausflug brauchten. Rick hielt Mia die Beifahrertür mit theatralisch unterwürfiger Geste auf und saß nur Sekunden später hinter dem Steuer und startete den Motor. Er hatte es wirklich eilig und konnte seine Ungeduld kaum zurückhalten. Immerhin hatten sie sich beide seit Wochen auf diesen Ausflug gefreut und hatten ihn mehrmals wegen schlechtem Wetter verschieben müssen.
Mit einem letzten prüfenden Blick zum Himmel fuhr Rick los. Mia blickte ebenfalls aus dem Fenster. Der Himmel war bewölkt, doch die blassen Sonnenstrahlen durchbrachen das Grau und würden es sicher bald ganz verjagen. Noch hatte die Sonne ja rund zwei Stunden Zeit, durch die Wolken zu brechen, denn so lange würden sie unweigerlich unterwegs sein, um ihr Ziel zu erreichen.
Rick stellte das Radio an und wandte seine Konzentration dann ganz der Straße zu. Er war ein sehr aufmerksamer Autofahrer und Mia wusste, dass er fürs Erste unempfänglich für jedes Gespräch war. Gutgelaunt begann sie, die vertrauten Lieder, die aus den Boxen drangen, mitzusingen, während Rick ihr lächelnd zuhörte. Er liebte es, wenn sie sang, und er war es auch gewesen, der sie dazu ermutigt hatte, Gesangunterricht zu nehmen. Manchmal begleitete er sie auch auf der Gitarre, was Mia ebenso liebte wie er ihren Gesang. Rick und die Musik, das war eben eine Sache für sich. Er konnte sich in ihr vollkommen verlieren und wenn er überhaupt nicht mehr weiterwusste, dann flüchtete er sich in die Klänge seiner Gitarre und spielte stundenlang schweigend ein Lied nach dem anderen, bis Mia sich in sein Zimmer schlich und ihm sagte, dass das, so schön es auch klang, keine Lösung sei.
Sie war schon immer die Bodenständigere von ihnen beiden gewesen. Rick war ein hoffnungsloser Träumer und floh nur zu gerne vor der Realität. Manchmal gelang es ihm, sie mitzunehmen in diese Welt, fern von Wahrheit und Rationalismus. Aber immer war sie es, die sie beide in die Wirklichkeit zurückholte.
„Rick, darf ich dir etwas erzählen?“, fragte, als sie bereits den Highway erreicht hatten.
„Natürlich darfst du das.“ Nur für eine Sekunde wandte Rick die Augen von der Straße ab, um ihr auffordernd zuzulächeln. „Ich hoffe, es ist nichts Schlechtes.“
„Nein, das nicht“, erwiderte Mia. „Ryan hat mich zum Essen eingeladen.“
Sie konnte sehen, wie Ricks Hände sich so fest um das Lenkrad schlossen, dass seine Fingerknöcheln weiß hervortraten, den Blick hielt er eisern auf die Straße geheftet. „Ryan Abrahams?“
Mia nickte, sich bewusst, dass Rick sie nicht sehen konnte, doch seine Frage war ohnehin rein rhetorischer Natur gewesen.
„Er ist drei Jahre älter als du“, gab Rick zu bedenken, doch Mia widersprach ihm mit amüsiertem Unterton: „Du bist auch drei Jahre älter als ich!“
„Aber ich will nicht mit dir ausgehen.“ Wieder wandte er sich eine Sekunde zu ihr, um sie mit abschätzendem Blick zu mustern. „Ich begehre dich nicht körperlich“, lachte er dann. „Was bringt ihn dazu, mit einem drei Jahre jüngeren Mädchen ausgehen zu wollen?“
„Rick, ich bin sechzehn. So groß ist dieser Altersunterschied nun wirklich nicht!“
„Findet er kein Mädchen in seinem Jahrgang?“
„Rick!“, rief sie mit gespielter Empörung aus, woraufhin ihr Bruder verzeihend hinzufügte: „Ich vergaß, er ist einer der beliebtesten Jungen der Schule und jedes Mädchen möchte mit ihm ausgehen.“
„Zumindest ich möchte es.“
„Ja, in der Tat, mir ist, als hättest du das während des letzten halben Jahres ein- oder zweimal erwähnt.“ Seine Stimme klang neckisch. „Wenn ich mich recht erinnere, redest du seit Monaten von nichts anderem mehr.“
„Rick, ehrlich, ich würde nicht mit dir über diese Sache reden, wenn ich keinen Wert auf deine Meinung legen würde, aber …“
„Schon gut, ich kann mich beherrschen.“ Ein wenig nervös strich er sich durch das dunkle Haar, so wie er es immer tat, wenn er nach Worten rang. „Er hat viele Verabredungen.“
„Er hat eben noch nicht das richtige Mädchen gefunden.“
„Und deshalb muss er alle ausprobieren?“
Mia antwortete nicht und so ergriff Rick abermals das Wort: „Versteh’ mich nicht falsch. Ich bin doch nur besorgt, dass er dich enttäuschen könnte. Weißt du …“ Er musste sich ein spöttisches Lächeln verkneifen, ehe er weiter sprach: „Nicht jeder Junge in diesem Alter ist so anständig, vernünftig und erwachsen wie ich.“
„Weißt du, deshalb würde ich auch nicht mit dir ausgehen“, konterte Mia ein wenig verärgert. „Manchmal bist du einfach zu vernünftig.“
„Ach, daran liegt das. Und ich dachte, es wäre die simple Tatsache, dass du meine Schwester bist.“
„Rick, das ist nicht lustig“, beschwerte Mia sich und starrte ungehalten auf die vor den Fenstern vorbeiziehende Landschaft. Das Gespräch ging nun nicht gerade in die Richtung, die sie sich vorgestellt hatte. Dass Rick nicht begeistert sein würde, wenn sie mit Ryan, der in Ricks Augen nichts als ein unreifer Casanova war, ausgehen würde, hatte sie sich ausmalen können. Rick war im Allgemeinen nicht begeistert von dem Gedanken, Mia ginge mit irgendeinem Jungen aus, denn an jedem fand er scheinbar etwas, das ihn für gänzlich unwürdig für ein Date mit seiner Schwester erklärte. Er beschützte sie einfach zu gerne und der Gedanke, ein dahergelaufener Kerl könne ihr wehtun, trieb ihn in den Wahnsinn. Vielleicht war auch etwas wie Eifersucht dabei. Er wollte Mia nicht mit einem anderen teilen müssen. Er war es, der ihr am nächsten stand, wenn auch nicht in der Art, in der ein fester Freund ihr nahe stehen würde, sondern wie es eben ein Bruder oder sehr guter Freund tut. Solange sie beide keine feste Beziehung und, vor allem in Ricks Fall, kaum Freunde hatten, brauchten sie einander und hatten Zeit, die sie miteinander verbringen konnten. Ein anderer Junge passte da nicht hinein.
Verstehen konnte Mia die Ängste ihres Bruders. Ryan hatte bereits viele Mädchen gehabt und sie wollte nicht nur ein weiteres in seiner Trophäensammlung sein. Selbst die unübersehbare Eifersucht ihres Bruders störte sie nicht. Auch ihr gefiel der Gedanke nicht, Rick könne eines Tages eine Freundin haben, mit der sie ihn teilen müsste. Aber sie waren beide längst keine Kinder mehr und die Zeiten, in welchen sie überzeugt gewesen war, sie könne später einmal ihren Bruder heiraten, waren längst vorbei. Sie mussten einander das Glück gönnen. Deshalb würde sich doch zwischen ihnen nichts ändern.
„Du möchtest also wirklich mit ihm essen gehen?“, fragte Rick nach einer Weile des Schweigens.
„Ja, das möchte ich. Aber ich würde mich besser fühlen dabei, wenn du damit einverstanden wärst.“
„Ich werde mich wohl nie ganz damit abfinden, dass du alt genug bist, das selbst zu entscheiden“, seufzte Rick und fuhr sich abermals mit der Hand durch das lange Haar.
„Du klingst, als wärst du mein Vater.“
„Nein, wenn ich der wäre, wäre es mir scheißegal, mit wem du ausgehst und was der Kerl mit dir anstellt.“ Seine Stimme hatte plötzlich einen sehr bitteren Klang.
„So war das nicht gemeint“, entschuldigte Mia sich hastig. Sie hätte sich wohl denken können, dass Rick bei diesem indirekten Vergleich so reagieren würde.
„Ich weiß“, meinte Rick knapp und konzentrierte sich wieder ganz auf die Straße, um zu verdeutlichen, dass das Gespräch hier besser enden sollte.

[...]

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 29.02.2008, 13:07
Hakket (Moderator)
 
Anmeldedatum14.09.2007
Beiträge414
WohnortBremervörde


Hi Melissa,
gefällt mir gut, dein Text. Du hast einen erstaunlich großen Wortschatz und benutzt ihn auch - es klingt alles sehr "erwachsen". Du lässt viele Informationen mit einfließen, die wahrscheinlich früher oder später noch wichtig sind. Das heißt, dass du nicht einfach erklärst: Typ A sieht so aus und Typ B sieht so aus. Du hast also Gefühl dafür, deine Prots zu beschreiben.
Manchmal empfand ich die Zusatzinfos aber als ein bisschen zu viel. Z.B.:
Mia schnappte sich unterdessen den schon von ihm gepackten Rucksack und hielt ihrem Bruder die Tür auf, um ihm, kaum hatte er das Haus verlassen, zu folgen und sich bei ihm unterzuhaken und zum Auto führen zu lassen.
Das ist einfach ein bisschen zu viel des guten. Es reicht, wenn du schreibst, dass sie den Rucksack schnappt und mit ihrem Bruder zum Auto geht. Zwar ist der Absatz im Grunde völlig korrekt, aber er lässt den Leser etwas "erlahmen", da die Infos nicht zwingend notwendig sind. Du solltest immer daran denken, was deine Leser erwarten ... meist wollen sie Tempo und Spannung. Und diese beiden Eigenschaften sind die einzigen, die meiner Meinung nach noch ein wenig fehlen.
Schreiben kannst du auf jeden Fall ... thumb up

Gruß
Hakket

_________________
In jedem Menschen existieren dunkle Orte, für die es keine offizielle Wegbeschreibung gibt. Und wer glaubt, keinen dieser Orte in sich zu tragen, hat den Weg dorthin nur noch nicht gesucht.
www.tordenfjord.de

BeitragVerfasst am: 01.03.2008, 10:47
Melissa
 
Anmeldedatum14.12.2007
Beiträge89
WohnortMittelfranken


Hallo Hakket,
dankeschön fürs Lesen und deinen Kommentar zu meinem Text. Und natürlich dankescgön für das Lob =)
Dass ich gerne in unnötige Details abschweife, weiß ich. Allerdings fällt es mir auch unglaublich schwer, das zu vermeiden, weil ich die Handlung einfach selbst wie einen Film vor meinen Augen ablaufen sehe und es als selbstverständlich betrachte, alles aufzuschreiben, was ich da so sehe. Dass es den Text unnötig in die Länge zieht und langweilig macht, ist klar ... Daran muss ich wohl noch arbeiten Wink

Liebe Grüße
Melissa

BeitragVerfasst am: 01.03.2008, 12:56
Hakket (Moderator)
 
Anmeldedatum14.09.2007
Beiträge414
WohnortBremervörde


Hi Melissa,
dass du dich in "Kleinigkeiten" verlierst, ist erst mal gar nicht so schlimm, ganz im Gegenteil. Es gibt ja sogar Übungen (die du für viel Geld "kaufen" kannst), bei denen du versuchen sollst, Leute im Bus (o.ä.) möglichst genau zu beschreiben und diese Stichpunkte dann in einer Kurzgeschichte zusammenzufassen.
Also, es ist gut, dass du das kannst. Wahrscheinlich wirst du im Laufe der Zeit ein Gespür dafür entwickeln, welche "Kleinigkeiten" wichtig sind. Manchmal kann man solche Dinge auch ironisch verpacken. (Z.B, wenn einer nach einem Handy greift, kannst du die Vorzüge des Handys gegenüber den altertümlichen, an schweinsartig geringelten Plasikschwänzchen angeleinten Kommunikationsklötzchen beschreiben. Oder du rückst mit Infos raus, die zwar nicht wichtig sind, aber interessant sein könnten. Stichwort Anglizismus: Kein Mensch sagt außerhalb Deutschlands "Handy". Es heißt "Mobile". Oder warum z.B. hat ein von AMG getunter Mercedes keinen Stern? Weil es AMG von Mercedes verboten wurde... Ist der Rucksack in deiner Geschichte irgendwie besonders? Hat er eine Eigenschaft, die später nochmal gebraucht werden könnte - eine Rolle spielt? ... usw.)
Du solltest dir auch überlegen, wer in etwa zu deiner Zielgruppe gehört. 20jährige Mädels möchten sicherlich, dass die Geschichte mehr auf die Gefühle und Gedanken der Prots eingeht, während gleichaltige Jungs mehr auf "Action" stehen. Okay, ist natürlich noch besser, wenn du es schaffst, fast alle Leser zu bedienen.

Aber nochmal: Du hast den "Blick" für Prots und kannst Szenen nachvollziehbar beschreiben. Aber überlege genau, welche "Kleinigkeiten" wirklich wichtig und welche unwichtig sind. Schreib ruhig erstmal alles auf, so, wie es dir in den Sinn kommt. Wenn du den Text dann überarbeitest (und noch mal überarbeitest, und noch mal überarbeitest, und noch mal ... cheezy grin ) streiche nach und nach die "Unwichtigkeiten", oder versuche, die Infos mit weniger Worten zu beschreiben. Oft fallen einem beim Schreiben eines Satzes noch Sachen ein, die man schnell noch mit unter bringen will. Das ist eigentlich völlig normal. Aber halte kurz an, schau dir den Satz an und denk nach, ob du ihn mit all seinen Infos besser "auf den Punkt" bringen kannst.
Früher habe ich auch gerne "um den heißen Brei" herumgeschrieben. Irgendwann habe ich gemerkt, dass das der Sach nicht wirklich dienlich ist. Ich hoffe, inzwischen hat sich das gebessert ... blink

Gruß
Hakket (und vergiss nicht: Maiden rules! Twisted Evil )

_________________
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Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 01.03.2008, 14:40
hawepe
 
Anmeldedatum15.04.2007
Beiträge1256
WohnortBerlin


Hallo Melissa,

Melissa hat Folgendes geschrieben:
Dass ich gerne in unnötige Details abschweife, weiß ich. Allerdings fällt es mir auch unglaublich schwer, das zu vermeiden, weil ich die Handlung einfach selbst wie einen Film vor meinen Augen ablaufen sehe und es als selbstverständlich betrachte, alles aufzuschreiben, was ich da so sehe. Dass es den Text unnötig in die Länge zieht und langweilig macht, ist klar ...


Sicher?

Dass es dem Zeitgeist entspricht, sich kurz zu fassen, sagt meiner Meinung nach nichts ueber literarische Qualitaet aus.

Nimm Krieg und Frieden von Tolstoi, Das Puschinkaus von Bitow, Klim Samgin von Gorki, den Koenig Henri Quatre von Heinrich Mann - alles Werke, die nach heutigen Kriterien auf maximal die Haelfte gekuerzt werden koennten, wenn man die seitenlagen philosophischen, moralischen und historischen Betrachtungen kuerzen oder gar streichen und auf die ueppigen Detailschilderungen verzichten wuerde.

Eine andere Frage ist natuerlich, wer dein Buch lesen soll bzw. warum du schreibst. Ist Schreiben fuer dich erst einmal Selbstverwirklichung oder schreibst du vor allem mit Blick auf ein Publikum?

Das nur mal so als Anregung.

Beste Gruesse,

Heinz.

_________________
Reisefuehrer Bulgarien, Slowakei: http://www.erlebnis-osteuropa.de
Reiseberichte Osteuropa: http://www.pahlke-online.de
Barrierefreies Webdesign: http://www.Pahlke-KunstWebDesign.de

BeitragVerfasst am: 15.04.2008, 13:16
Havarie
 
Anmeldedatum15.04.2008
Beiträge3
WohnortFrankfurt Oder


ich schließe mich der Aussage von hawepe an die Geschichte gefällt mir und berührt jedenfalls meine generation Baujahr 1987 ^^ tschernobyl lässt grüßen cheezy grin
Tränentropfen (ein neuer Versuch)
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