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Vom Raucher zum Nichtraucher

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 00:22
Rita Hajak (Moderator)
 
Anmeldedatum23.05.2007
Beiträge1181
WohnortFehmarn


Vom Raucher zum Nichtraucher

Warum soll ich mit dem Rauchen aufhören?
Eine Frage die schnell beantwortet ist: „Deiner Gesundheit zuliebe.“

Doch das wäre zu pauschal formuliert. Es gibt viele Gründe die angebrochene Zigarettenpackung in den Müll zu werfen. Zum Beispiel:

Der morgendliche Hustenanfall.
Die schlechte Luft in der Wohnung.
Die Luft, die knapp wird, wenn man einen Berg hoch geht.
Die zu teuer gewordenen Zigaretten.
Und nicht zu vergessen unsere Kinder und all die Nichtraucher, die arglos den Rauch einatmen müssen und teils unter schweren bronchialen Erkrankungen leiden.

Aber da kommen schon die ersten Einwände: Eine Tasse Kaffee ohne Zigarette, undenkbar.
Ein Glas Bier oder Wein am Abend, ohne die Vorfreude auf den Genuss einer Zigarette? Niemals!
Dieses tiefe Inhalieren hinein in die Lungen, unbeschreiblich. Der Geruch, der Geschmack – wenn auch bitter –, darauf will man nicht verzichten.

Sagen Sie mal ehrlich, sind das nicht dumme Ausreden? Wollen wir uns und unseren Mitmenschen nicht die Chance geben, unser Leben zu verlängern. Jetzt, wo Rauchen ohnehin in öffentlichen Gebäuden verboten ist, könnte man die Gelegenheit doch nutzen.

Ihnen und Ihrer Umwelt zuliebe, nehmen Sie den Klimmstängel und drücken Sie ihn aus. Für immer.

Nach einiger Zeit werden Sie durchatmen und sagen: „Es hat sich
gelohnt.“ thumb up



LG, Rita

_________________
„Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann

www.ritahajak.de

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 00:27
Arno Abendschön
 
Anmeldedatum31.10.2007
Beiträge125
WohnortBad Bevensen


Mir fällt noch ein Grund ein: der regelmäßige Missbrauch des Wortes Toleranz durch uneinsichtige militante Raucher. Als gäbe es ein Naturrecht, dem anderen die Luft, Lebensmittel Nr. 1, zu versauen.

Arno Abendschön

_________________
"Viel ist hingesunken uns zur Trauer und das Schöne zeigt die kleinste Dauer." (Heimito von Doderer)

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 10:40
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge862
WohnortSüden


Hi,

ich pflege mich Nichtrauchern nicht aufzudrängen, für deren Abneigung habe ich Verständnis.

Das mit dem Aufhören wäre eine feine Sache, wenns da nicht die (echte und ernstzunehmende) Sucht gäbe, die Nikotin auslöst. Das Suchtpotential für Menschen mit der dazugehörenden biologischen Ausstattung (ja, die gibts leider) ist für diese Menschen nachgewiesenermassen so hoch wie bei Crack, teilweise reichen 1-2 Zigaretten.

Ich habe schon mehrere Anläufe hinter mir, nicht unterstützt, unterstützt, medikamentös unterstützt - und rauche leider immer noch.

_________________
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 10:54
Rita Hajak (Moderator)
 
Anmeldedatum23.05.2007
Beiträge1181
WohnortFehmarn


Hallo Arno,
hallo Zoba,

Gründe zum Aufhören gibt es unzählige, aber immer werden neue Ausreden gefunden.

Das Rauchen aufzugeben ist eine Überwindung und man braucht viel
Selbstdisziplin es auch zu schaffen.
Ich habe es gemeinsam mit meinem Mann vor 25 Jahren geschafft.
Den Kindern zuliebe, die oft unter starker Bronchitis litten.

Heute sind wir froh, denn es hat sich gelohnt.

Meine Kinder sind Nichtraucher. thumb up




LG, Rita

_________________
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Thomas Mann

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Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 11:05
mtg
Gast
 


Ich gehöre zu beiden Sorten Mensch, denn ich habe seit meinem 16. Lebensjahr bis vor ziemlich genau fünf Jahren geraucht - und zwar in den letzten ca. zehn Jahren bis zu 50 Fluppen am Tag.

Dann habe ich mit einer Freundin beschlossen (damals war die Steuererhöhung im Gespräch) "Den Euro kriegt Eichel nicht!". Unabhängig voneinander haben wir beide unser Rauchverhalten überprüft und uns kundig gemacht.

Das Nikotin aus ca. 5 Zigaretten löst an den Rezeptoren im Gehirn positive bis Glücksgefühle aus. Das heißt: alles über 5 Ziggis/Tag geht sehr schnell in den angeblichen Suchtbereich über (Warum "angeblich"? Siehe unten). Über ca. 14 Tage habe ich jede Zigarette, die ich angezündet habe, sehr bewusst angezündet, d.h. ich habe den Weg der Hand in die Schachtel bis zum ersten Zug verfolgt, als stünde ich neben mir und bin zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen. Es ist nicht die Sucht - es ist eine stinknormale Gewohnheit, die den Raucher drängt, eine Zigarette herauszuholen und anzuzünden. Jeder andere Gedanke dazu ist Selbstbetrug und der Versuch, die Angst vor dem eigenen Scheitern auf andere zu projezieren (so á la "die böse böse Zigarettenindustrie mischt da böse böse Stoffe in den Tabak, damit ich da bloß nicht von loskomme".) So habe ich angefangen, die "Gewohnheits-Zigaretten" wegzulassen und habe am Schluss (nach 14 Tagen) dann ganz aufgehört. Eine fast noch vollständig vorhandene Stange Zigaretten habe ich päckchenweise verkauft...

Wenn man sich die Gewohnheit ehrlich und deutlich klarmacht, wird man sich den Griff zur Zigarette eher mal einsparen. Und jede Zigarette weniger - also bewusst weniger - ist ein Schritt auf dem Weg zum Nichtraucher.

Was übrigens nicht heißen soll, dass es nicht wirklich schöne Momente gäbe, in denen eine Zigarette großen Genuss bietet - nur wird der Genuss durch ein Zuviel an gedankenlos angezündeten Kippen zunichte gemacht. Die geringe Anzahl der "Genuss-Zigaretten" steht in keinem Verhältnis zu den Unmengen an "Gewohnheits-Zigaretten" - das ist das Problem.

Allerdings muss sich jeder Raucher, der sich ernsthaft mit dem Aufhören beschäftigt, selbst darüber klar werden. Es gibt keine Patentrezepte - und es gibt auch immer wieder Rückfälle. Ich hatte das Glück (?), dass meine gewandelte Auffassung über das Selbst-Rauchen bis heute anhält und ich keinerlei "Schmacht" mehr habe - selbst, wenn jemand neben mir qualmt.

Wie gesagt - jeder sollte das für sich selber entscheiden bzw herausfinden. Jeder darf seine Lunge so schwärzen, wie er möchte - aber eben seine ... und nicht meine. Im Prinzip gilt auch hier der § 1 (2) der Straßenverkehrsordnung:
Zitat:
Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Ersetzen wir den Verkehrsteilnehmer durch den Raucher, sind wir da, wo ein gedeihliches Nebeneinander möglich ist. Man muss es nur wollen.

Spannend finde ich, dass sich jetzt - nachdem das Nichtraucherschutzgesetz gilt - in Berlin (und sicher auch anderswo) eine "Initiative pro Genuss" gebildet hat, die das Rauchen wieder freigeben möchte. Für mich klingt das so, als hätten die Damen und Herren Initiatoren - wie auch die Mitglieder - vorher gar keinen Genuss gehabt...

Selbst schuld...

Matthias

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 11:53
Rita Hajak (Moderator)
 
Anmeldedatum23.05.2007
Beiträge1181
WohnortFehmarn


Hallo Matthias,

Du hast eine gute Entscheidung getroffen, Kompliment dafür.
Es ist nicht leicht, das weiß auch ein ehemaliger Raucher.

Aber wie gesagt es lohnt sich.

Du schreibst:

Was übrigens nicht heißen soll, dass es nicht wirklich schöne Momente gäbe, in denen eine Zigarette großen Genuss bietet

Du hast vollkommen Recht. Ich erinnere mich heute noch daran. Doch irgendwann ist es vorbei.

Die Entscheidung und das letzte Wort haben selbstverständlich die Raucher selbst.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag noch

LG, Rita

_________________
„Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
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Thomas Mann

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BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 11:57
julia07
 
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Beiträge1160
Wohnort87700 Memmingen


Ich lebe in dem Bundesland mit dem momentan schärfsten Nichtraucherschutzgesetz. Leider hat man bei der wohl rein politischen Entscheidung, so rigide vorzugehen, vergessen, dass Rauchen eine Sucht ist, von der ein Großteil unserer Bevölkerung betroffen ist und dazu gehören alle Bürger- und Berufsgruppen gleichermaßen und natürlich auch diejenigen, die für die Durchsetzung der Gesetze zuständig sind.

Aus diesem Grund war es ziemlich weißblau-kleinkariert anzunehmen, dass damit nun ein weitgehend rauchfreies Musterland entstehen würde. Die Wahrheit sieht so aus, dass es in meiner Stadt nun fast keine Kneipe mehr gibt, in die ich ohne eine schicke Plastikkarte, genannt "Clubausweis" und Zahlung eines symbolischen Euros, genannt "Clubgebühr", mehr rein komme. Da der Prozentsatz an Rauchern bei den unterschiedlichen Paragrafenhütern gleich hoch ist, wie bei der restlichen Bevölkerung, schert sich momentan kaum jemand ernsthaft um diese Tatsache.

Was es heißt, eine Sucht zu bekämpfen, wissen wohl nur die Betroffenen selbst oder die Therapeuten, welche sich von Berufs wegen damit beschäftigen müssen. Was ich aber nicht akzeptiere, sind diese Pseudoargumente, dass "alles ja so hart ist, weil man eine Sucht nicht so einfach bekämpfen könne". Einige der mir bekannten Neu-Nichtraucher, die es trotzdem geschafft haben, waren einzig deswegen erfolgreich, weil sie ihr eiserner Wille zum Aufhören dabei unterstützt hat. Mein höchster Respekt gehört den Menschen, die sich ernsthaft damit beschäftigen, ihre Sucht loszuwerden. Sehr erfolgreich scheinen dabei übrigens Programme zu sein, die große Firmen dazu anbieten. Das funktioniert offenbar u. a. durch gegenseitige Kontrolle und Unterstützung.

Ich bin zeitlebens Nichtraucherin und habe mich trotzdem nie in die Raucher-Diskussionen eingemischt, aber nun reicht es auch mir, wenn ich mitbekomme, wie machtvoll die Gruppe der Raucher doch im Durchsetzen ihrer vermeintlichen Rechte ist.

Inzwischen mutiere ich schleichend zur Rauchgegnerin, denn die Auswirkung dieser persönlichen Sucht betrifft hier leider nicht nur die Süchtigen selbst, sondern auch andere und das auf sehr unterschiedliche Art und Weise.

Matthias hat das gerade sehr gut dargestellt. Diese "anderen" kann man offenbar nur wirksam schützen, wenn sie zuhause in ihren vier Wänden bleiben. Wenn ich heute durch "meine" Stadt gehe, treffe ich auf Schritt und Tritt rauchende Angestellte, die mit dem Glimmstängel in der Hand vor Nebeneingängen oder in engen, windgeschützten Passagen stehen und ihre Sucht ausleben. Nähert man sich einem Speiselokal, stehen die rauchenden Gäste wegen beengter Verhältnisse teilweise so dicht gedrängt am Eingang, dass man aufpassen muss, dass einem die glühenden Zigarettenspitzen, die in der herunter hängenden Hand klemmen, nicht den Kittel versengen (ist mir kürzlich leider mit meinem Ski-Anorak passiert).

So, wie es aussieht, wird es da nie eine wirkliche Lösung geben, bzw. ein wirkungsvoler Nichtraucherschutz ist noch lange nicht in Sicht!

LG,
Julia

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 12:16
Rita Hajak (Moderator)
 
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WohnortFehmarn


Ja, Julia,

leider wird es eine Minderheit an Menschen sein, die einsichtig sind und
sich den neuen Gegebenheiten unterwerfen. (Rauchverbot in ...)

Ich habe sogar ein wenig Mitleid und denke: Dann lasst ihnen doch einen
Raum, den sie alle gemeinsam verqualmen können.

Solange es Zigaretten gibt, wird es auch Raucher geben.

Es tut mir nur Leid für die passiven Mitraucher. Letztlich kann jede Sucht
bekämpft werden, wenn der Wille dazu vorhanden ist.


LG, Rita

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Thomas Mann

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BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 12:27
mtg
Gast
 


julia07 hat Folgendes geschrieben:
Ich lebe in dem Bundesland mit dem momentan schärfsten Nichtraucherschutzgesetz.

... und den größten Verweichlichungen durch Beckstein & Huber, weil die doch befürchten, dass im September mit der Lunge abgestimmt wird. cheezy grin cheezy grin cheezy grin

Matthias

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 12:45
julia07
 
Anmeldedatum22.05.2007
Beiträge1160
Wohnort87700 Memmingen


mtg hat Folgendes geschrieben:
... und den größten Verweichlichungen durch Beckstein & Huber, weil die doch befürchten, dass im September mit der Lunge abgestimmt wird.

Ich hoffe doch sehr, dass eben diese Tatsache aus meinem Beitrag deutlich wurde. CSU-Spitzen haben hier schon ganz andere Sauereien erfolgreich überlebt Twisted Evil

Als alter Sozi habe ich einen extrem schwachen Stand in unserem vermeintlich christlichen Bundesland. Das Thema dieses Threads ist da nur ein winzig kleiner Grund zum Aufregen, gemessen an dem Rest, aber das sollten wir hier wirklich nicht auf Ritas Kosten vertiefen Wink
LG,
JUlia

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 15:28
PvO
 
Anmeldedatum21.10.2007
Beiträge541
WohnortOstseebad Prerow


Ich hab vor acht Jahren aufgehört, von einem zum anderen Tag und hab das nie bereut.

_________________
Im November 07 hab ich einen Vertrag unterschrieben. Somit wird eines meiner Bücher auf dem amerikanischen Markt erscheinen.

www.peters-buchladen.de

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 16:12
Andalucia
 
Anmeldedatum03.03.2008
Beiträge39
WohnortHamburg/Malaga


ich habe ca 30 kippen am tag geraucht und das über einen sehr langen zeitraum, ich habe von ein auf den anderen tag aufgehört zu rauchen.

mein großvater rauchte ca 25 Jahre lang auch knapp eine Schachtel am tag und beendete seine sucht ebenfalls von einem zum anderem tag.

_________________
There is no genious without Passion.

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 17:00
Rita Hajak (Moderator)
 
Anmeldedatum23.05.2007
Beiträge1181
WohnortFehmarn


Da denke ich nur mal ganz geschockt an die Aussage von dem Alt-
Bundeskanzler, Helmut Schmidt: "Er lasse sich das Rauchen nirgendwo
verbieten."

Was kann man da noch hinzufügen. Als Vorbild ist er sicher nicht zu bezeichnen.
Und in Bayern will man die Richtlinien wieder etwas lockern.

Schaun wir mal.

Für jeden einen Glückwunsch, der es geschafft hat.


LG, Rita

_________________
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Thomas Mann

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BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 17:08
mtg
Gast
 


Rita Hajak (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Da denke ich nur mal ganz geschockt an die Aussage von dem Alt-
Bundeskanzler, Helmut Schmidt: "Er lasse sich das Rauchen nirgendwo
verbieten."

Was kann man da noch hinzufügen. Als Vorbild ist er sicher nicht zu bezeichnen.
Und in Bayern will man die Richtlinien wieder etwas lockern.


Rita - jetzt maßt Du Dir ein Urteil an ... und wir wollten doch eigentlich tolerant bleiben. Du musst auch nicht "geschockt" reagieren ...

Schmidt ist in meinen Augen auch weiterhin ein Vorbild, auch wenn er raucht, denn a) ist Rauchen nicht ungesetzlich und b) reduziert sich seine Vorbildfunktion nicht auf das Rauchen alleine.

Schlimmer finde ich die bayerischen Bestrebungen, aus rein opportunistischen Gründen (Wählerstimmen) eine beschlossene Gesetzeslage aufzuweichen.

Matthias

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 17:10
chiquitita
 
Anmeldedatum21.09.2007
Beiträge316


ich wohne im selben Bundesland wie Julia und verfolge die heftigen Diskussionen, die sich hauptsächlich ums Oktoberfest und andere Volksfeste drehen. Soweit ich informiert bin, darf in Bierzelten weiter geraucht werden. Reines Politikum. Wir haben schließlich bald Landtagswahlen!

Ich gehöre seit über 25 Jahren zu den "Bekehrten" - und im Nachhinein betrachtet, kann ich gar nicht mehr verstehen, warum ich lange Zeit so an den Klimmstengeln hing. Der erste Anstoß war mein Mann, der aufhörte zu rauchen. Ich habe 14 Tage lang weitergeraucht und fand, dass es für ihr doch sehr schwer sein muss, aufhören zu wollen und die Partnerin pafft einem die Bude voll. Als dann noch eine Bronchitis dazu kam und der Arzt, der mich nach meinem Rauchkonsum befragte, antwortete: "Ja warum wollen Sie auch so lange leben??" war auch für mich Ende. Man sagt mir nach, dass ich ein sehr rigider Nichtraucher geworden bin. Das stelle ich übrigens bei vielen ehemaligen Rauchern fest.

Was ich an dem Gesetz bemängle ist, dass es mal wieder so strikt ist. Warum kann man es nicht jedem Lokalbesitzer selbst überlassen, ob bei ihm geraucht werden darf oder nicht? Draußen ein Schild hin: "Raucherlokal" oder "Nichtraucherlokal" und jeder könnte sich sein Lokal selbst aussuchen. Auch die Angestellten des Lokals könnten sich ihren Arbeitsplatz danach aussuchen. Ist da nicht immer die Rede vom mündigen Bürger?

Ich muss immer wieder Vergleiche mit Spanien anstellen. Als ich das lezte Mal unten war, herrschte auch dort bereits Nichtraucherpflicht - nur - es hält sich keiner dran. Ich habe selbst die Polizisten am Tresen rauchen sehen. Keiner würde mit Anzeige drohen. Wem es nicht paßt, der geht halt einfach. Obwohl ich ja - wie jeder weiß, der mein Buch gelesen hat - den Spaniern sehr kritisch gegenüberstehe, da wünschte ich mir für Deutschland schon ein bißchen die spanische Gelassenheit.
Einen lieben Nichtrauchergruß
Uschi


Zuletzt bearbeitet von chiquitita am 06.04.2008, 17:29, insgesamt einmal bearbeitet
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