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Vorsicht, der Cassanova kommt- Verbesserungsvorschläge

BeitragVerfasst am: 30.07.2008, 11:06
sannibabe
 
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Hey!
Sagen wir mal so: Ich bin dabei, meine neue Geschichte noch mal ganz durchzuarbeiten. Habe bisher nur eine so genannte Rohfassung, mit der ich natürlich, wie sollte es auch anders sein, nicht vollkommen zufrieden bin. Ich nehme an, dass in ihr noch so einige Fehler enthalten sind.
Wahrscheinlich spricht euch der Inhalt weniger an, doch über Verbesserungsvorschläge würde ich mich freuen, da ich selber weiß, dass ich noch viel lernen und meinen Schreibstil verbessern muss.
Wie kann ich den Text so gestalten, dass er besser bei den Lesern ankommt?
Dazu erst mal der Anfang:

Kapitel 1
Wie fast jeden Tag mache ich mich auf den Weg in die Bücherei. Eigentlich keine aufregende Freizeitbeschäftigung, ich weiß, aber mehr bietet mein Leben mir nun mal nicht.
Mag sein, dass viele mich als langweilige Person bezeichnen würden, da ich meist nur zu Hause herumsitze und lerne. Zum Ausgehen lasse ich mich von meiner besten Freundin nur selten hinreißen.
Ich würde jetzt nicht behaupten, dass es mir Spaß macht, so zu leben, wie ich lebe, aber was soll ich machen? Wenn ich schlechte Noten habe, machen meine Eltern nun mal tierischen Stress und da ich mir dies ersparen möchte, setze ich mich freiwillig hin und gehe den Stoff so oft durch, bis ich ihn kann. Wenigstens darf ich dann ab und an mal mit meiner Freundin weg, was zugegebenermaßen echt Spaß macht.
Na ja, jetzt bin ich jedenfalls unterwegs zur Bücherei. Weil ich aber noch für Englisch lernen muss, habe ich mein Englischbuch mit und lerne unterwegs fleißig Vokabeln.
Ich lasse mich durch nichts und niemanden stören, bis ich ganz plötzlich gegen etwas Weiches stoße und mein Buch zu Boden fällt.
„Mist!“, fluche ich und sehe schon meine Mutter vor mir, die mein Buch kritisch beäugt und sich über jeden einzelnen Fleck aufregt. Hoffentlich ist der Boden sauber, denke ich und bücke mich immer noch völlig auf das Buch fixiert, um es wieder aufzuheben, als eine mir wohlbekannte Stimme mich zusammenzucken lässt.
„Na, was liest du denn da Schönes?", höre ich diese Stimme fragen, die ich nicht gleich zuordnen kann. Neugierig werdend wende ich den Blick von meinem Buch ab, blicke auf und blinzle die große, schlaksige Gestalt über mir verwirrt an.
Während einer kurzen Inspektion frage ich mich, warum dieser Typ mir so bekannt vorkommt, bis ich endlich realisiere, wer da gerade vor mir steht. Auf der Stelle beschleunigt sich mein Herzschlag. Nicht, weil diese Person möglicherweise bestimmte Gefühle in mir auslöst, wohl eher weil ich eine gewisse Abneigung ihr gegenüber habe.
„Ich habe dich was gefragt“, werde ich lächelnd und außerordentlich freundlich erinnert.
Na und, denke ich gereizt und sehe mich nicht dazu gezwungen, ihm seine Frage zu beantworten.
Doch sein eindringlicher Blick macht mich beinahe wahnsinnig.
„Geht dich nichts an“, fauche ich , umklammere mein Buch noch fester in den Händen und möchte weitergehen, doch ich hätte mir denken können, dass er mich zurückhalten wird.
Das Herz schlägt mir bis zum Hals, als ich einen kurzen Blick in seine Augen wage. Ist er das wirklich, frage ich mich und fühle, wie mir vor lauter Aufregung leicht übel wird und dass, obwohl ich diesen Kerl absolut nicht aussehen kann.
Ich muss schleunigst weg hier, denke ich panisch und starte einen neuen Versuch, mich einfach Richtung Bücherei zu begeben, da sehe ich aus den Augenwinkeln, wie er bestimmt mit dem Kopf schüttelt und seine Haare ihm dabei überall ins Gesicht fliegen.
Wenigstens sind seine Augen nun weniger sichtbar für mich.
„Is‘ was?“, fahre ich ihn ziemlich unfreundlich an und verstehe selber nicht so ganz, warum ich mich überhaupt von ihm so verarschen lasse. Eigentlich könnte ich einfach weitergehen, was interessiert es mich, was der Typ treibt? Aber nein.
Stattdessen bleibe ich wie festgenagelt stehen und fühle mich neben dem großen, vor Selbstbewusstseinstrotzenden Stefan unendlich klein und dumm, der dann auch noch allen Ernstes anfängt, mich dumm von der Seite anzumachen.
„Sag mal, Kleine! Hältst du mich für dumm? Dass mit dem Buch in mich reinlaufen war doch voll die Anmache!“
Empört zeige ich ihm einen Vogel, wovon er sich leider nur wenig beirren lässt. Er lächelt müde, gräbt in seiner Hosentasche nach einer Zigarette und zündet sie sich an. Dass seine enorme Lässigkeit mich beeindruckt, versuche ich weitgehend zu verdrängen.
„Auch eine?“, fragt er interessiert und wirft mir einen flüchtigen Blick zu, die eigene Kippe zwischen den Lippen haltend. Wow. Sexy.
Schnell verwerfe ich diesen Gedanken wieder. Was soll auch sexy daran sein, dass jemand raucht?
„Nein danke, ich rauche nicht“, entgegne ich also kühl, schaffe es aber nicht, so richtig unfreundlich zu klingen, da meine Wut langsam aber sicher verschwindet.
Seine Ruhe scheint mich anzustecken, denke ich verwundert, während ich mein Buch in die Tasche stecke, weil es mir dann doch zu peinlich ist, vor ihm weiter zu lernen.
Doch natürlich sieht er dies als Anlass, mich weiterhin zu necken.
„Kannst ruhig weiter… lesen!“, verkündet er mit einem großen Grinsen im Gesicht. „Von mir musst du dich nicht gestört fühlen.“
„Tue ich aber!“, erwidere ich schroff und setze meinen Weg letztendlich doch fort, in der Hoffnung, er würde endlich umkehren. Nur leider tut er mir diesen Gefallen nicht, was ja eigentlich nicht so schlimm wäre, wenn seine Anwesenheit mich nicht so dermaßen verwirren würde.
Obwohl er nur mit schnellen Schritten neben mir herläuft, mir den einen oder anderen Blick zuwirft, während er seine Zigarette raucht, kann ich keinen klaren Gedanken mehr fassen und schiele immer wieder unauffällig zu ihm rüber. Natürlich sieht er dies jedes Mal aufs Neue als Aufforderung an, meinen Blick zu erwidern. Und das viel zu intensiv für meinen Geschmack.
„Süße, jetzt tu doch nicht so“, murmelt Stefan nach einer Weile mit sanfter Stimme und legt mir seinen Arm um die Schultern. „Du stehst doch auf mich“, setzt er noch einen obendrauf und lässt meinen sowieso schon trockenen Hals noch trockener werden.
Ich stehe auf ihn, wie er meint.
„Vergiss es!“, zische ich wütend und schüttel seinen störenden Arm ab. Ich hasse es, wenn Männer so dermaßen eingebildet sind wie er. Und ja… auch wenn ich ihn nicht kenne, weiß ich, dass ich mit dieser Erkenntnis richtig liege.
„Hey“, nuschelt er liebevoll und lässt mir kein Entkommen, da er mich am Handgelenk festhält. Wie erstarrt bleibe ich stehen und starre auf den Boden. „Schau mich bitte mal an“, fleht er und scheint mit seinem Gesicht richtig nah an meinem zu sein, da ich seinen Atem förmlich auf mir fühlen kann.
„Was soll das?“, frage ich mit zitternder Stimme und lasse meinen Blick dann doch nach oben wandern… geradewegs in seine blauen Augen. Ich kann sehen, wie er noch einen letzten tiefen Zug von seiner Zigarette nimmt, bevor er diese auf den Boden wirft und mir weiterhin intensiv in die Augen sieht. Mein Herz bleibt beinahe stehen, als er den Abstand noch geringer werden lässt und mir schließlich einen flüchtigen Kuss auf den Mund aufdrückt.
Mir wird gleich schwindlig, so dass ich mich an ihm festhalten muss, um nicht umzukippen.
„Alles ok?“, nuschelt er und streift mit seiner Hand mein Gesicht, worauf ich nur ein abwesendes „ Hm“ erwidern kann.


Zuletzt bearbeitet von sannibabe am 30.07.2008, 11:23, insgesamt einmal bearbeitet

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 30.07.2008, 11:16
LOFI (Moderator)
 
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Beiträge2877


Hi Sandra,

direkt eines vorweg:

Beim Benutzen direkter rede kommt kein Leerzeichen zwischen Anführungszeichen und erstem Wort. Auch entfällt der Punkt innerhalb der direkten Rede, wenn es danach durch Komma getrennt weitergeht.

Beispiel

„ Ich habe dich was gefragt.“, werde ich lächelnd und außerordentlich freundlich erinnert.

Hier muss das erste Leerzeichen weg und der Punkt hinter "gefragt" auch.

LG

Lorenz

BeitragVerfasst am: 30.07.2008, 11:18
sannibabe
 
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@ Lofi: Danke, werde ich gleich verbessern Wink

Re: Vorsicht, der Cassanova kommt- Verbesserungsvorschläge

BeitragVerfasst am: 30.07.2008, 11:58
Bärentante
 
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Wohnortbei Frankfurt/M.


Zitat:
Zum Ausgehen lasse ich mich von meiner besten Freundin nur selten hinreißen.
Wenigstens darf ich dann ab und an mal mit meiner Freundin weg, was zugegebenermaßen echt Spaß macht.

Diese beiden Sätze verwirren mich. Will sie nun ausgehen und darf sie das von ihren Eltern aus nicht? Oder bezieht sie das "darf" auf die selbst auferlegte Lernverpflichtung?


Zitat:
Wie fast jeden Tag mache ich mich auf den Weg in die Bücherei. Eigentlich keine aufregende Freizeitbeschäftigung, ich weiß, aber mehr bietet mein Leben mir nun mal nicht.

Das heißt, dass sie nicht in die Bücherei geht, um ihr Wissen aufzubessern. Wenn sie fast jeden Tag hingeht, dann ist Lesen ihr Hobby. Und warum sollte das keine spannende Freizeitbeschäftigung sein?


Eine Grundsatzfrage: Wenn das Mädel ständig lernen muss, um ihr Pensum zu bewältigen, dann ist sie geistig wohl nicht von der schnellsten Sorte. So sehe ich das jedenfalls. Möchtest du wirklich deine Heldin als dümmlich einführen?

Liebe Grüße
Christel, die keine Lektorin ist und nur Denkanstöße geben möchte.

Verfasst am:
 


Re: Vorsicht, der Cassanova kommt- Verbesserungsvorschläge

BeitragVerfasst am: 30.07.2008, 12:06
LOFI (Moderator)
 
Anmeldedatum29.04.2008
Beiträge2877


Bärentante hat Folgendes geschrieben:

Eine Grundsatzfrage: Wenn das Mädel ständig lernen muss, um ihr Pensum zu bewältigen, dann ist sie geistig wohl nicht von der schnellsten Sorte. So sehe ich das jedenfalls.


Traurig, dass du das so siehst; wenn jemand viel für die Schule lernen muß, weil es ihr nicht zufliegt, kannst du doch nicht gleich behaupten, dass sie dümmlich ist.

LG

Lorenz

Re: Vorsicht, der Cassanova kommt- Verbesserungsvorschläge

BeitragVerfasst am: 30.07.2008, 12:20
sannibabe
 
Anmeldedatum18.07.2008
Beiträge24


[quote][quote="Bärentante"]
Zitat:
Zum Ausgehen lasse ich mich von meiner besten Freundin nur selten hinreißen.
Wenigstens darf ich dann ab und an mal mit meiner Freundin weg, was zugegebenermaßen echt Spaß macht
Diese beiden Sätze verwirren mich. Will sie nun ausgehen und darf sie das von ihren Eltern aus nicht? Oder bezieht sie das "darf" auf die selbst auferlegte Lernverpflichtung?


Sie darf von ihren Eltern aus nicht, weil diese von ihr erwarten, dass sie sich auf die wichtigeren Dinge des Lebens konzentriert, sprich Schule, ein guter Beruf und so weiter... und hin und wieder darf sie sozusagen als BELOHNUNG auch mal Spaß haben.


Zitat:
Zitat:
Wie fast jeden Tag mache ich mich auf den Weg in die Bücherei. Eigentlich keine aufregende Freizeitbeschäftigung, ich weiß, aber mehr bietet mein Leben mir nun mal nicht.

Das heißt, dass sie nicht in die Bücherei geht, um ihr Wissen aufzubessern. Wenn sie fast jeden Tag hingeht, dann ist Lesen ihr Hobby. Und warum sollte das keine spannende Freizeitbeschäftigung sein?


Weil sie immer wieder hört, was ihre Freundinnen alles erleben, wieviel Spaß sie haben... ihr wird klar, dass ihr etwas Wichtiges im Leben fehlt, nur weiß sie anfangs noch nicht was es ist bzw hat nicht den Mut, etwas daran zu ändern.


Zitat:
Eine Grundsatzfrage: Wenn das Mädel ständig lernen muss, um ihr Pensum zu bewältigen, dann ist sie geistig wohl nicht von der schnellsten Sorte. So sehe ich das jedenfalls. Möchtest du wirklich deine Heldin als dümmlich einführen?


Also sagen wir mal so: JA!
Es gibt sicherlich viele solcher Fälle auch im wahren Leben, in denen sich die Kinder von ihren Eltern so stark beeinflussen lassen, dass sie dabei ganz vergessen, dass sie ein eigenes Leben haben, eigene Wünsche und Sehnsüchte. Dass sie nicht immer nur daran denken sollten, die anderen zufrieden zu stellen. Und so ein Mädchen ist Lea.
Sie lässt sich von ihren Eltern einschüchtern. Jeder Schritt in ihrem Leben, fast jeder, wird nur gegangen, damit ihre Eltern zufrieden und stolz auf ihre Tochter sind. Deswegen das viele Lernen. Hohe Anforderungen der Eltern, obwohl sie nicht einmal richtig schlecht in der Schule ist.
Doch im Laufe des Buches wird man mehr und mehr merken, dass es für sie nicht mehr so weitergehen soll. Man spürt förmlich die Entwicklung, zumindest soll man das. Sie wird selbstbewusster, setzt ihre Meinung öfters durch und tut Dinge, die einzig und allein sie für richtig hält.
Sie wird quasi selbstständiger und seilt sich von ihren Eltern ab. Geht ihren eigenen, komplizierten Weg. Und für das Ganze gibt es einen ganz bestimmten Auslöser: Sie wird schwanger.
Von dem Mann, den ihre Eltern absolut nicht ausstehen können, der für sie absolut nicht in Frage kommt.

Ich hoffe, meine Erläuterungen sind einigermaßen verständlich.
Liebe Grüße
Sanni

BeitragVerfasst am: 30.07.2008, 12:35
Bärentante
 
Anmeldedatum30.05.2007
Beiträge821
Wohnortbei Frankfurt/M.


Sanni, du musst mir die Hintergründe nicht erklären, sondern in den Text einbauen. Darin kommt meines Erachtens das alles nicht so raus, wie du es klar und deutlich vor dir siehst und auch formulieren kannst.

@ Lofi
Zum "dümmlich": Das war etwas provokativ gemeint. Die Antwort von Sanni zeigt doch, dass sie genau dies beabsichtigt hatte. Und dann ist ja wohl der richtige Eindruck beim Leser entstanden. Wink

_________________
Liebe Grüße
Christel

Re: Vorsicht, der Cassanova kommt- Verbesserungsvorschläge

BeitragVerfasst am: 30.07.2008, 14:28
Siegfried
 
Anmeldedatum09.07.2008
Beiträge452


Hi!

Beim Überfliegen einen ziemlichen Bolzen in der Story gefunden:

sannibabe hat Folgendes geschrieben:
Hoffentlich ist der Boden sauber, denke ich und bücke mich immer noch völlig auf das Buch fixiert, um es wieder aufzuheben, als eine mir wohlbekannte Stimme mich zusammenzucken lässt.
„Na, was liest du denn da Schönes?", höre ich diese Stimme fragen, die ich nicht gleich zuordnen kann.



Wieso kann der Ich-Erzähler eine wohlbekannte Stimme nicht zuordnen?

An einigen Stellen wirkt der Text sehr technokratisch:

sannibabe hat Folgendes geschrieben:

Neugierig werdend wende ich den Blick von meinem Buch ab, [...]


sannibabe hat Folgendes geschrieben:

Während einer kurzen Inspektion frage ich mich, [...]


sannibabe hat Folgendes geschrieben:

[...] und sehe mich nicht dazu gezwungen, ihm seine Frage zu beantworten.


und noch so einige Stellen. Das, was im Konflikt zwischen dem Ich und Stefan abgeht, wird sehr nüchtern und distanziert (eben technokratisch) beschrieben, ist aber nicht sonderlich empathisch. Für meinen Geschmack musst du da viel dichter an das Ich heran.

Bei Sätzen wie "Das Herz schlägt mir bis zum Hals", "kann ich keinen klaren Gedanken fassen", "mein Herz bleibt beinahe stehen" bewegst du dich im Reich des Klischees. Diese Sätze sind dermaßen abgenudelt, dass sie überhaupt keine Wirkung mehr haben. Mach die Empfindungen des Ichs in diesen Momenten individuell. Du willst doch keinen Groschenroman schreiben, oder?

Grüße
Siegfried

BeitragVerfasst am: 30.07.2008, 16:09
sannibabe
 
Anmeldedatum18.07.2008
Beiträge24


Danke, Siegfried. Deine Ratschläge finde ich sehr gut. Werde auch versuchen, daran zu arbeiten.


Würde mich auch über andere Meinungen freuen.

Habe heute noch weiterüberarbeitet, hier ist der nächste Teil. Ich lasse nur ein bisschen weg und hoffe, nun bin ich ein wenig näher an dem ICH dran als im vorherigen Teil, obwohl wieder so klischeehaft " Herz schlägt mir bis zum Hals" steht. Eine Idee, wie ich es an dieser Stelle zum Beispiel verändern könnte???

Miri ist doch auch da, denke ich mit einem klopfendem Herzen und dennoch schaut Stefan mich an.
Mich und nicht sie.
Diese Situation ist völlig neu für mich, wo doch sonst immer sie die Auserwählte ist.
"Und wie heißt du?", fragt er schließlich und setzt sich neben mich. So, dass unsere Schultern sich dabei ganz flüchtig berühren.
Ich bin nervös und habe kaum den Mut dazu, mich zu bewegen. Möchte nicht wahrhaben, welch‘ Anziehungskraft dieser Mann auf mich ausübt, denn seine bloße Nähe raubt mir beinahe den Atem.
"Lea", antworte ich so leise, dass man es kaum verstehen kann, doch er scheint genau hinzuhören.
„Lea“, wispert er nämlich und fährt mit seinen Fingern sanft über meine Lippen, lässt sie für eine kurze Zeit dort verweilen. „Schöner Name!“
Ich schaffe es nicht/ bin nicht in der Lage ( Was ist besser? schaffe nicht oder bin nicht in der Lage?) , etwas darauf zu erwidern. Meine Kehle ist ganz trocken und das Herz schlägt mir bis zum Hals. Es hört auch nicht auf( sollte man das Markierte anders formulieren?), als er seine Finger wieder wegnimmt und seine Hände in den Schoss legt.
Da ist so eine Spannung zwischen uns, die von Sekunde zu Sekunde größer wird und beinahe ins Unermessliche steigt…
Erst ein verhaltenes Räuspern lässt uns für einen kurzen Augenblick in die Realität zurückkehren.
Es ist Miri, die von einem Ohr übers andere grinst. „Ich lass euch dann mal alleine“, feixt sie und schon ist sie weg.
Keine Chance mehr, sie aufzuhalten oder gar darüber nachzudenken, ob ich überhaupt mit dem äußerst faszinierenden Frontmann alleine sein möchte.
Dieser jedoch scheint sichtlich erleichtert darüber zu sein, dass wir nicht mehr zu dritt hier rumhocken müssen, wie ich nach einem kurzen Blick feststellen kann, und lächelt zaghaft.
„Endlich sind wir alleine“, murmelt er mit seiner rauen Stimme und sieht mich durchdringlich an, bevor er mich ganz vorsichtig an sich ran zieht. Ich kann mich gegen seinen Annäherungsversuch nicht wehren und spüre einen Augenblick später schon, wie sich seine warmen Lippen mit einem sanften Druck auf meinen Mund legen. Sofort durchströmt ein Kribbeln meinen ganzen Körper, das ich so noch nie so intensiv erlebt habe. Kaum habe ich dies realisiert, fängt er auch schon an, mich zärtlich zu küssen.
Immer noch fühlt es sich unbeschreiblich schön an. Doch als sich dann auch seine Zunge schüchtern herantastet, gewähre ich ihr den Einlass eher halbherzig.
Obwohl ich diesen Kuss mit jeder Faser meines Körper erlebe, kann ich nicht vollkommen abschalten. Ein beklemmendes Gefühl macht sich in mir breit, während seine Hände in meinen Haaren, seine Lippen auf meinen sind.
Zu spät wird mir klar, in was für einer Situation ich mich da gerade befinde und es schwer fällt, sich da noch irgendwie raus zu manövrieren
( ich glaube, das Wort ist falsch. Welches Wort kann ich stattdessen verwenden?). Die Unsicherheit, die Angst, überwiegt schon bald all das, was den Kuss eigentlich schön macht. ( Geht die Formulierung so?)
Trotz allem kann ich mich nicht dagegen wehren, seine Küsse, die immer heftiger und fordernder werden, zu erwidern. Auch wenn ich mich wehre, diesen Gedanken nur zuzulassen, muss ich zugeben, dass sie mich auf eine bestimmte Art und Weise fesseln.
Dennoch wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass es endlich ein Ende nimmt.
Als er dann auch noch allen Ernstes anfängt, äußerst hektisch an seinem Gürtel rumzufummeln, wird mir beinahe übel, weil ich den Mann, den ich hier grad in meinen Armen halte, gar nicht kenne.
Und doch weiß ich ganz genau, was er jetzt will.
Ich halte die Luft an und verdränge weitgehend den Gedanken daran, dass jede andere an meiner Stelle jetzt glücklich wäre, mit ihm solch ein Erlebnis haben zu dürfen.
Aber ich kann das nicht.
Das wird mir erst so richtig klar, als er mit seinen Händen unter mein T-Shirt wandert und sich stürmisch an meinen BH herantastet. Nachdem ich noch einmal tief Luft geholt habe, habe ich endlich den Mit dazu, ihn trotz meines schnell klopfenden Herzens sachte von mir wegzudrücken.
„Stefan…nicht!“, flüstere ich bittend und kann seinen intensiven Blick kaum ertragen. Ich fühle mich durchstrahlt, absolut eingeengt.
„Komm schon, Baby!“, murmelt er außer Atem, leichte Ungeduld schwingt in seiner Stimme mit. Immer noch völlig in seinem Element versucht er, mir die Hose zu öffnen, damit wir endlich weitergehen können. „Du willst es doch auch“
Nein, will ich nicht!
Doch Stefan drängt mich immer weiter zurück, bis ich mit dem Rücken an einer Wand lehne und keinen Fluchtweg mehr habe. Dann drückt er sich so eng an mich, dass seine Erregung deutlich spürbar ist. Er küsst mich wieder. Noch stürmischer und wilder.
Mittlerweile vollkommen eingeschüchtert lasse ich ihn gewähren, kann meine aufsteigenden Tränen jedoch nicht zurückhalten, da sich der anfangs noch schüchterne Kuss zu einem vollkommenen Fiasko zu entwickeln scheint. Fühlte er sich am Anfang noch so schön an, ähnelt er jetzt einem meiner schlimmsten Alpträume, der kein Ende mehr zu nehmen scheint. Erst als ich anfange zu schluchzen, ist er so gnädig, endlich von mir abzulassen und wieder einen gewissen Abstand einzuführen. ( einzuführen? Kann man da ein anderes Wort für verwenden?)
Er starrt mich an, fassungslos, so wie es scheint.
„Hey, alles klar?“, erkundigt er sich verunsichert. Seine Stimme zittert leicht, als er schließlich wieder einen winzigen Schritt auf mich zugeht und mir mit seinem Daumen vorsichtig die Tränen aus dem Gesicht wischt.
Ein eisiger Schauer läuft mir über den Rücken. Seine Berührungen gehen mir durch und durch, doch ich muss eine Notbremse ziehen, bevor es zu spät ist.
„Nichts ist klar“, schluchze ich unbeherrscht, renne aus dem Backstagebereich und lasse ihn alleine zurück. Blind erkämpfe ich mir durch die ganzen aufgetakelten Mädels, die wahrscheinlich voller Hoffnung auf Stefan warten, einen Weg nach draußen.
Nichts wie weg hier, ist der einzige Gedanke, der mein Gehirn beherrscht.
Während ich nach Hause gehe, laufen meine Tränen ununterbrochen und denken gar nicht daran, wieder aufzuhören. Zu Hause angekommen, bin ich Froh, endlich alleine zu sein und mich tränenüberströmt auf meinem gemütlichen Bett niederlassen zu können.
Als mein Handy mir eine Sms von Miri aufleuchtet, lese ich sie und lösche sie dann unbeantwortet. Sie möchte wissen, wo ich bin, aber momentan habe ich echt keinen Nerv, ihr zu antworten. Sie würde mich doch eh nur wegen Stefan ausquetschen, was da lief und so...
Stefan… immer noch kann ich fühlen, wie seine Haare mein Gesicht kitzeln. Immer noch kann ich ihn riechen. Immer noch brennen meine Lippen von seinen heißen Küssen.
Jedes Wort… jeder Blick… sein Verhalten war mehr als eindeutig.
Und doch hat er diese ganz bestimmte Ausstrahlung, der man sich einfach nicht entziehen kann. Sie macht einen vollkommen willenlos.
Sie machte mich willenlos.

BeitragVerfasst am: 31.07.2008, 14:00
Seshmosis
 
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Beiträge175
WohnortBinzwangen


Und warum heißt die Geschichte
"Vorsicht, der Cassanova kommt"?

Kommt doch gar keine Kasse drin vor ... Laughing

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