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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Meinungspool » Was ist eine Beleidigung? Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6  Weiter
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden Beamte und die Sache mit den 2 g Gehirnmasse • ÜbersetzungsFEHLER oder Absicht?

BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 16:05
LOFI (Moderator)
 
Anmeldedatum29.04.2008
Beiträge2803


@Zoba

Hi.

bei ein- oder beidseitiger Verbohrtheit ist das eh klar.

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 16:22
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge1296
WohnortSüden


Hi,

@Grete:

Zitat:
Ich denke immer noch, dass ein Beleidigter ein Trauernder ist. Wie er diese Trauer zeigt, ist wieder unterschiedlich. Der eine schmollt, der andere weint, der nächste schimpft und flucht und ein anderer holt sich eine Knarre und läuft Amok. Trauer über ein angekratztes Ego / Ehre kann tatsächlich schlimmste Folgen haben. Und je höher jemand sein eigenes Selbstwertgefühl einordnet (egal ob berechtigt oder nicht) desto gefährlicher ist ein Angriff auf diese Ehre, dieses Ego.


Ich denke daß es etwas zu einseitig wäre, als Folge einer Aggression/Gewalttat ausschließlich Trauer als mögliches Resultat zu sehen.

Sie ist sicher für viele eine Konsequenz, aber neben Trauer gibt es auch mögliche Gefühle wie Wut, Zorn, Verzweiflung, aber auch Belustigung, Anregung, Befriedigung, eben die ganze Palette. Wie jemand reagiert, hängt zum einen wohl von seinem eigenen Temperament und seiner Natur ab, zum anderen auch von der Situation selbst.

Wenn Beleidigungen ein anderes Ziel als das Selbstwertgefühl des Beleidigten haben, dann ergibt sich die Reaktion auch aus dem Ziel, das erreicht wird oder nicht.

@hwg:

Ich finde das Thema auf allgemeiner Ebene hochinteressant und vor allem für Autoren für sehr wichtig.

Konflikte dieser Art, sowie die psychologischen Hintergründe, die Mechanismen die dabei wirken, die Resultate aus ihnen, gehören je nach dem was man schreibt, fest zum Handwerkszeug eines Autoren.

Nichts ist so schlimm, wie ein Leser (oder Zuseher), der aus einer Geschichte deshalb hochschreckt, weil sich jemand atypisch bzw. unpassend/nicht schlüssig verhält.

_________________
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 16:31
julia07
 
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Beiträge1348
Wohnort87700 Memmingen


Zoba hat Folgendes geschrieben:
... Ich bin mir jedoch absolut sicher, daß ich dich - bei weit besserem Bekanntheitsgrad - "erfolgreich" beleidigen könnte. Ich habe noch keinen Menschen ohne Schwachstellen kennengelernt.

Braucht es dieses Wissen um die Schwachstellen der Mitmenschen tatsächlich, um gute Bücher schreiben zu können?

MfG,
Julia

BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 16:54
g.c.roth (Moderator)
 
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Beiträge1692
WohnortEmden


Hallo Zoba,
Zitat:
Ich denke daß es etwas zu einseitig wäre, als Folge einer Aggression/Gewalttat ausschließlich Trauer als mögliches Resultat zu sehen.


Ich meinte es umgekehrt. Eine Beleidigung ist eine Verletzung. Natürlich reagiert jeder anders darauf. Aber auch Wut entsteht aus einer Enttäuschung heraus.
Es kommt zuerst der Angriff, das Opfer ist enttäuscht (traurig), daraus entwickelt sich Wut, Verzweiflung, Aggression (tiefe Gefühle der Ohnmacht können blitzschnell umkippen in blinde Wut). Ich meinte nicht, das jemand in seiner Traurigkeit stecken bleibt (was sicher aber auch vor kommt). Der Selbsterhaltungstrieb wird sich einen Weg suchen um den Frust loszuwerden.

Letztlich ist aber für diese Diskussion - so glaube ich - am Wichtigsten, dass man wirklich lernen muss zu unterscheiden, ob jemand unwissentlich eine Formulierung benutzt hat, die für andere verletzend ist. Ist sie es, muss er darauf hingewiesen werden. Wird ihm das durch den Hinweis erst bewusst, wird er sich im Normalfall bemühen, in Zukunft auf seine Worte zu achten.
Spricht aber jemand wiederholt andere in beleidigender Manier an, ohne Rücksicht darauf, dass seine Art der Kommunikation, Verletzungen erzeugt, dann kann man nicht damit rechnen, dass er diese freiwillig einstellen wird.

Die meisten Menschen haben meiner Ansicht nach ein gutes Gefühl dafür, wann jemand gezielt Beleidigungen absondert und wann jemand eine unglückliche Formulierung gewählt hat. Fettnäpfchen werden jedem zugestanden und verziehen.
Der Unterschied bei den verbalen Beleidigungen (gewollt oder ungewollt) ist ebenso offensichtlich, wie fast jeder erkennen kann, ob man versehentlich angerempelt wurde, oder ob jemand durch die Straße läuft und ihm Vorbeigehen fröhlich pfeifend mal kurz jedem mit der Hand auf ein Hinterhaupt schlägt.

LG Grete

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Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 16:59
Zoba
 
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Beiträge1296
WohnortSüden


Hi Julia,

hmm - jetzt haben wir genau diesen Fall.

Was willst du mir mit deinem Post sagen?

Wenn du den gesamten Thread gelesen hast, dann weißt du, daß Gerhard behauptete, man könne ihn nicht beleidigen und mich aufforderte, dies zu tun. Meine Antwort daraufhin war die, die du zitiert hast, daß man für eine (erfolgreiche) Beleidigung auch ein Wissen über die Person benötigen kann.

Du nimmst diese Aussage aus dem Kontext in dem sie steht und fügst sie an einen Post an, in dem ich sage, daß ich es für notwendig halte, daß man als Romancier (zum Beispiel) ein ausgeprägtes und gutes Wissen um die Psychologie und Soziologie des Menschen haben muß, úm glaubwürdig zu schreiben.

So wie durch dich angefügt, ergibt sich eine selbstbeantwortende Frage daraus, und zwar eine, von der du auszugehen scheinst, daß sie a) mit "nein" beantwortet werden muß und b) jemand, der sie mit "ja" beantwortet, negative Eigenschaften haben muß.

War es das, was du ausdrücken wolltest?

Wenn nein, dann antworte ich gerne damit, daß ich ganz eindeutig der Auffassung bin, daß jemand der sich mit der Psyche des Menschen auskennt, bessere Bücher (in denen Menschen agieren) schreibt, als jemand, der dies nicht tut.

_________________
Gruß,

Zoba

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BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 17:06
g.c.roth (Moderator)
 
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WohnortEmden


Hallo Julia
Zitat:
Braucht es dieses Wissen um die Schwachstellen der Mitmenschen tatsächlich, um gute Bücher schreiben zu können?

Gehört zwar nicht zum Thema, aber ich denke, wenn man einen Text mit starken, glaubwürdigen Charakteren schreiben will, ist dieses Wissen unbedingt erforderlich.
Eine schöne Anregung für die nächste Diskussion Wink

LG Grete

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BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 17:15
Zoba
 
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WohnortSüden


Hi Grete,

ich bin mir da auch nach deiner Erklärung nicht sicher. Das Gefühl von Enttäuschung setzt eine positive Erwartung voraus. Laß mich mal drei Fälle konstruieren:

1. Ein Mädchen malt ein, wie es findet, schönes Bild eines Hundes. Es nimmt das Bild und zeigt es seiner Freundin. Die Freundin sagt: "Du bist aber dämlich, es gibt keine blauen Hunde!"

2. Ein Mädchen malt ein, wie es findet, schönes Bild eines Hundes. Ein Nachbarskind, das nie mit ihr spielen wollte, sieht das Bild zufällig. Es sagt: "Du bist aber dämlich, es gibt keine blauen Hunde!"

3. Ein Mädchen malt ein, wie es findet, schönes Bild eines Hundes. Seine Lehrerin sieht sich das Bild an und sagt vor versammelter Klasse: "Du bist aber dämlich, es gibt keine blauen Hunde!"

In nur einem dieser 3 Fälle würde ich Enttäuschung als hauptsächliche Reaktion ansehen, in nur zweien eine Verletzung als wahrscheinliches Resultat der Aussage. In einem Fall denke ich, daß Wut eine Reaktion sein kann, in einem anderen könnte ein neues Bild die Folge sein.

Wink

_________________
Gruß,

Zoba

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BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 17:45
julia07
 
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Wohnort87700 Memmingen


@ Zoba
Sicher hat das mit den "Schwachstellen" ursprüglich auf die Beleidigungsthematik gezielt. Da verstehe ich das ja auch noch. Wenn Du dann später aber sagst, dass zum Schreiben eines guten Buches dieses Wissen um die Schwachstellen der Figuren ebenfalls erforderlich ist, habe ich da meine Zweifel, es sei denn, es handelt sich um einen Krimi oder eine Art Psychostory. Damit nicht noch weitere Missverständnisse aufkommen, ich rede jetzt natürlich nicht von den kleinen, liebenswerten Schwachstellen, die jedem halt so eigen sind, sondern von den Schwachstellen, die man wissen muss um eine Schlacht zu gewinnen, denn um genau dieses ging es ja hier (siehe Beleidigungen).
Mehr wollte ich eigentlich nicht damit sagen, aber ich habe mich da offensichtlich nicht deutlich genug ausgedrückt.

@ Grete
Zitat:
Eine schöne Anregung für die nächste Diskussion

shocked eyes Du meinst wohl: ... für den nächsten Roman Rolling Eyes

LG,
Julia

BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 18:24
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
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WohnortSüden


Hi Julia,

ich schrieb

Zitat:
Konflikte dieser Art, sowie die psychologischen Hintergründe, die Mechanismen die dabei wirken, die Resultate aus ihnen, gehören je nach dem was man schreibt, fest zum Handwerkszeug eines Autoren.


Damit meinte ich alles, auch Konflikte oder Verhaltensweisen anderer Art, nicht nur Konflikte um eine Beleidigung.

Kennst du den Film "Der 13. Ritter" (übrigens eine sehr gelungene Crichton-Verfilmung)? Es gibt eine wunderschöne Sequenz ganz am Anfang, die den Tenor des ganzen Filmes (auf den rechten Fuß) setzt:

Der arabische Botschafter und sein Begleiter werden in das Zelt der Nordmänner gerufen. Sie erwarten keine gebildeten "Barbaren" zu finden, der Botschafter Achmed (Antonio Banderas) fragt sich, wie er in Kontakt treten soll.

Sein Begleiter spricht die Nordmänner in schneller Folge in verschiedenen Sprachen an, nur um festzustellen, daß einer von ihnen etwas Griechisch und ganz gut Lateinisch spricht. Er wird von einem der Thronfolger, Bulwei, aufgefordert, ein kunstvolles Lied vorzutragen, noch während des Vortrags erschlägt Bulwei seinen Bruder und wird damit König.

Sie übernachten im Zelt, am nächsten Morgen trifft ein Knabe als Bote ein. Er steht im Nebel am Bug und wartet auf seinem Schiff. Achmed frühstückt mit den Nordmännern, die sich in einer Schale am Tisch waschen, alle in derselben Schale, in die sie spucken, hineinrotzen, mit den Händen hineinfassen, ohne daß das Wasser getauscht wird. Achmed windet sich vor inneren Qualen der Ästhetik und des Ekels.

Währenddessen erklärt einer der Nordmänner dem Begleiter, warum der Knabe nur darsteht und wartet. Im Glauben der Nordleute könnte er auch ein böser, aus dem Nebel aufgetauchter Geist sein. Indem er wartet, ist der Knabe besonders höflich und erlaubt den Nordmännern ohne Gesichtsverlust und Mühe festzustellen, daß er kein Geist, sondern real ist. In dem Augenblick in dem Achmed den Feinsinn dieses Verhaltens erkennt, reicht ihm ein Nordmann die Schale mit verdrecktem Wasser, auf daß auch er sich reinige.

Der gewaltige Ekel, den Achmed zeigte, hätte vermuten lassen sollen, daß er angewidert auf das Angebot reagiert - und damit seine Gastgeber beleidigt. Durch die Geschichte jedoch, wird ihm bewußt, daß diese Menschen weitaus zivilisierter und feinsinniger sind, als er gedacht hätte und statt Ekel zu zeigen, schiebt er die Schale mit unberührtem Gesicht einfach weiter, womit er vermutlich seinen eigenen Tod verhindert hat, aber auch selbst Empathie und Einsichtsvermögen zeigt.

Diese Szene ist ein absoluter Traum! Wunderbar wie sie auf wenigstens 5-6 Ebenen Exposition betreibt, wunderbar wie sie die Protagonisten, aber auch deren Kultur festlegt und erklärt, ohne belehrend zu sein oder einfach nur aufzuzählen. Und absolut erstklassig, wie sie den Rest des Films auf feste Füße setzt.

Niemand ohne tiefgreifenes Wissen um das Verhalten von Menschen, hätte diese Szene schreiben können.

Sowas meinte ich mit dem was ich sagte, und wie du siehst - Beleidigungskonflikte gehören dazu, auch in einem historischen Fantasyfilm.

_________________
Gruß,

Zoba

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BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 18:44
g.c.roth (Moderator)
 
Anmeldedatum01.05.2007
Beiträge1692
WohnortEmden


Hallo Gerhard,
noch einmal auf die Eingangsfragen blickend:
Zitat:
Warum nur fühlen sich viele sofort beleidigt??? Und wodurch???

Kann ich als Sender einer Nachricht tatsächlich beleidigen oder ist eine Beleidigung nur auf der Empfängerseite vorhanden?


Die Gründe weshalb sich jemand beleidigt fühlt sind so vielfältig wie die Menschen. Tatsache ist, dass es Beleidigungen auf der ganzen Welt gibt, und jeder sie schon empfangen oder ausgeteilt hat. Bewusst oder unbewusst. Man kann also die Beleidigung an sich nicht in Frage stellen. Denn sie wird empfunden.

Ich wage jetzt einmal zu behaupten, Gerhard, dass Du sie in dem Sinne gestellt hast, wie Du Deine Weltsicht in Deinem Buch darstellst (das ja vermutlich nicht alle hier kennen).

Wenn Du von dieser Ebene aus die Frage stellst, dann muss ich Dir Recht geben. Dann gibt es natürlich keine Beleidigungen. Du gehst schließlich davon aus, dass wir uns unsere Realität selber schaffen. Ich bin da auf ganz vielen Ebenen Deiner Meinung.

Nur diese Weltsicht haben die wenigsten Menschen. Deshalb können sie nicht einfach sagen: "Ich entscheide mich dafür, dass diese oder jene Verbalattacke keine Beleidigung war. Ergo: Ich erkenne sie nicht als Beleidigung an und deshalb hat auch keine stattgefunden."

Bin ich da auf dem Holzweg mit meiner Vermutung?

LG Grete

_________________
Individuelle Buchcover zu fairen Preisen: http://www.satzstudio-roth.de

BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 22:09
Gerhard
 
Anmeldedatum07.12.2007
Beiträge416


Hi Grete,

wir haben noch nicht mal einen Kaffee zusammen getrunken, aber schon fängst du an meine Gedanken zu lesen ...TzTzTzTzTz Wink

Aber jetzt mal ernst: Es geht mir bei meiner Frage nicht primär um mein Weltbild sondern wirklich um die Frage was eine Beleidigung sein kann. Und damit meine ich jetzt NUR verbale Beleidigungen. Denn es ist mit schon häufig aufgefallen, auch hier im Forum, dass sich Menschen durch Dinge beleidigt fühlen, über die ich nur lachen kann. Und das hat mich in meinem Weltbild wieder etwas bestärkt, denn es scheint so, dass auch Beleidigungen nur subjektiv sind. Dass was einer als Beleidigung empfindet, ist für den anderen absolut nichts.

Und hier setzt dann auch meine weitere Vorstellung an, ob unsere zwischenmenschlichen Beziehungen nicht um einiges friedlicher wären, wenn wir bei Gesprächen nicht immer unsere Beleidigungsbrille aufsetzen würden. Und insofern kommt hier natürlich auch mein Weltbild zum Tragen.

Natürlich hast du recht, dass diese Sicht der Dinge die wenigsten Menschen haben. Aber ich wollte einfach auch mal einen Anstoß geben, darüber nachzudenken, ob ein wenig weniger "beleidigte Leberwurst" nicht ein mehr an friedlichem Miteinander bedeuten könnte.

_________________
Herzliche Grüße
Gerhard

-------
Die Welt ist anders, als sie uns erscheint.
"Auf der Suche nach der Realität", ISBN 978-3833493294

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 10:35
Innuiya
 
Anmeldedatum03.03.2008
Beiträge112
WohnortDüsseldorf


Das ich wirklich eine interessante Diskussion. Leider kann ich mich nur kurz daran beteiligen, befinde mich im Packstress, Urlaub steht kurz bevor Wink
Meiner Meinung nach gibt es keine objektiven Beleidigungen. Ob und in welchem Maße etwas als Beleidigung empfunden wird, hängt, wie hier schon bereits öfters erwähnt, sowohl vom Sender als auch vom Empfänger ab. Es sind zwei verschiedene Paar Schuhe, ob der beste Freund/die beste Freundin zu einem sagt: "Mann, du bist aber dick geworden!" oder ob diese Äußerung von einer Person getroffen wird, mit der wir uns sowieso nicht gut verstehen. In dem einen Fall unterstellen wir, dass echtes Interesse oder auch Sorge der Freunde zu dieser Äußerung geführt hat, im zweiten Fall unterstellen wir automatisch, dass die Person uns mit dieser Äußerung beleidigen wollte. Das Selbstwertgefühl des Einzelnen spielt hierbei auch eine große Rolle.

Für mich gibt es übrigens einen Unterschied zwischen Beleidigungen und Beschimpfungen. Worte wie "Idiot", "A…loch" etc. sind für mich Schimpfworte, die mit diesen Worten einhergehenden Aktionen Beschimpfungen. In dem Wort Beleidigung steckt das Wort "Leid", d.h. für mich, der Sender möchte mit seiner Aktion auf irgendeine Weise "Leid" verursachen. Deshalb finde ich das hier Gesagte in Bezug auf Traurigkeit durchaus richtig.
Es kann meiner Meinung nach auch als Beleidigung empfunden werden, wenn man nicht in der Weise reagiert, wie es eine andere Person erwartet, ohne dass verbale Äußerungen stattfinden.

Ich verabschiede mich jetzt in den Urlaub und wünsche euch eine Zeit ohne Beleidigungen Wink Solltet ihr euch dennoch einmal beleidigt fühlen, so könnt ihr entweder die Ohren auf Durchzug stellen oder aber, was meiner Meinung nach der bessere Weg ist, versuchen zu hinterfragen, was genau zu dem Verhalten des anderen geführt hat. Oft ist es nämlich so, dass wir selber uns anders sehen als andere es tun bzw. das Äußerungen von uns beim Empfänger anders ankommen als sie von uns gedacht sind oder auch umgekehrt. Also denke ich, eine als Beleidigung empfundene Äußerung ist gleichzeitig auch eine Chance, über das eigene Verhalten nachzudenken. Kommt man zu dem Schluss, der andere spinnt…gut. Aber vielleicht kommt man auch zu einem anderen Schluss.

Viele Grüße
Susanne

_________________
www.susannebehr.de

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 17:57
Gerhard
 
Anmeldedatum07.12.2007
Beiträge416


Ich habe diesen Thread ja los getreten und in den letzten Tagen auch schon einige PN's bekommen, die mich gefragt haben. weshalb ich ein solches Thema hier los trete wo doch gerade wieder mal Ruhe ins Forum eingetreten ist.

Bei diesem Thema geht es mir NICHT um Matthias, Zoba, kleinerGrüner Wolf, Sternenauge, RotesGlühbirnchen, Petra1234 oder wie die Nick's alle heißen, sondern einzig und allein um die Frage, was eine Beleidigung ist und wodurch man sich beleidigt fühlen kann.

Man mag es mir jetzt glauben oder nicht, aber in meiner Welt kommen Beleidigungen nicht vor. Weder habe ich Interesse jemand anderes zu beleidigen, noch wurde ich bisher von jemandem beleidigt. Sollte ich also in einem meiner Beiträge jemanden beleidigt haben, so würde mich das etwas wundern.

Und ich wollte einfach einmal von euch Ideen erhalten, wie man bei Gesprächen vermeintliche Beleidigungen erkennt und wie man mit ihnen umgehen könnte. Und ob eine Beleidigung wirklich vom Sender ausgeht oder nur vom Empfänger so interpretiert wird.

Susanne schrieb:

Zitat:
Meiner Meinung nach gibt es keine objektiven Beleidigungen. Ob und in welchem Maße etwas als Beleidigung empfunden wird, hängt, wie hier schon bereits öfters erwähnt, sowohl vom Sender als auch vom Empfänger ab. Es sind zwei verschiedene Paar Schuhe, ob der beste Freund/die beste Freundin zu einem sagt: "Mann, du bist aber dick geworden!" oder ob diese Äußerung von einer Person getroffen wird, mit der wir uns sowieso nicht gut verstehen.


Finde ich ein gutes Beispiel. Wenn die gute Freundin/Freund sagt "Du bist aber dick geworden" wird es wahrscheinlich anders empfunden, als wenn es jemand sagt, den man ohnedies nicht leiden kann. Und deshalb denke ich, hängt eine Beleidigung mehr, wenn nicht gar ganz, vom Empfänger ab. Der Empfänger interpretiert es als Beleidigung.

Und zu solchen Dingen wollte ich einfach mal eure Meinung hören.

_________________
Herzliche Grüße
Gerhard

-------
Die Welt ist anders, als sie uns erscheint.
"Auf der Suche nach der Realität", ISBN 978-3833493294

Dafür

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 18:54
LordKotz
 
Anmeldedatum22.12.2007
Beiträge268
WohnortSeelze


das die Kinder keine Namen haben, bist Du ihrer aber recht gut geläufig.
Wobei ich das auch durchaus diskriminierend finde.

Also ich glaube nebenher nicht, das irgendwer nicht zu beleidigen ist. So liberal gegenüber seinen Mitmenschen eingestell ist niemand!
Irgendwie irgendwo hat jeder seinen "wunden Punkt" auch wenn ihm sein Verstand sugeriert das es nichts gibt was ihn beleidigen kann.
Weiß nicht ob ich das eben richtig gelesen habe, aber es gibt genausowenig jemanden der noch nie jemanden beleidigt hat. Ganz gleich ob bewußt oder unbewußt.

Beleidigungen sind im Regelfall darauf abgezielt das Gegenüber zu "stören"
ob das nun im befindlichen Bereich gedacht ist, z.b. durch wie ich es hier auch schon erlebt habe: den oder die Werte/Ehreverletzende Aussagen des anderen auf einer Tatsache aufbauend
Oder ob es nun im allg. direkt äußerungen an den zu "beleidigenden" oder über ihn sind, ist vollkommen egal.

Lieber Gerhard wenn Dir niemand etwas anhaben kann respekt vor Deinem Verstand, dennoch kann ich Dir nicht glauben.
Auch wenn Du es Dir vielleicht nicht eingestehst, eine Beleidigung ist und bleibt die geringschätzung Deiner Begriffe von Werten und Ehre, und ich kann mir nicht vorstellen das Du weder noch hast.

_________________
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.lordkotz.de.tl

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 20:18
Gerhard
 
Anmeldedatum07.12.2007
Beiträge416


Hallo Lord,

Zitat:
Auch wenn Du es Dir vielleicht nicht eingestehst, eine Beleidigung ist und bleibt die geringschätzung Deiner Begriffe von Werten und Ehre, und ich kann mir nicht vorstellen das Du weder noch hast.


Vielleicht drücke ich mich ja auch so missverständlich aus, aber wo habe ich gesagt, dass ich keine Wertbegriffe habe? Aber es sind MEINE Werte und diese MEINE Werte kann mir doch kein ANDERER kaputt machen.

Wenn man sich aber seine EIGENEN Werte durch andere zerstören lässt, gibt man doch diesen anderen eine ungeheuere Macht über einen selbst. Das heißt doch dann auch, jeder der sich beleidigt fühlt, gibt anderen Macht über sich selbst. Oder sehe ich da was falsch?

Und wie ist das mit Susannes tollem Beispiel?

Zitat:
Susanne schrieb:
Zitat:
Meiner Meinung nach gibt es keine objektiven Beleidigungen. Ob und in welchem Maße etwas als Beleidigung empfunden wird, hängt, wie hier schon bereits öfters erwähnt, sowohl vom Sender als auch vom Empfänger ab. Es sind zwei verschiedene Paar Schuhe, ob der beste Freund/die beste Freundin zu einem sagt: "Mann, du bist aber dick geworden!" oder ob diese Äußerung von einer Person getroffen wird, mit der wir uns sowieso nicht gut verstehen.



Finde ich ein gutes Beispiel. Wenn die gute Freundin/Freund sagt "Du bist aber dick geworden" wird es wahrscheinlich anders empfunden, als wenn es jemand sagt, den man ohnedies nicht leiden kann. Und deshalb denke ich, hängt eine Beleidigung mehr, wenn nicht gar ganz, vom Empfänger ab. Der Empfänger interpretiert es als Beleidigung.


Liegt hier nicht ein Problem des Empfängers vor?

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Herzliche Grüße
Gerhard

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Was ist eine Beleidigung?
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