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Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Meinungspool » Was ist eine Beleidigung? Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6  Weiter
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden Beamte und die Sache mit den 2 g Gehirnmasse • ÜbersetzungsFEHLER oder Absicht?

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 20:24
Gerhard
 
Anmeldedatum07.12.2007
Beiträge416


Hallo Lord,

mir ist gerade deine Signatur aufgefallen.

Zitat:
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen das Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.


Gefällt mir. Ich habe ihn etwas umgeschrieben ... das kommt meiner Betrachtungsweise sehr nahe:

Wenn Du es mit selbstherrlichen Beleidigern zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Beleidigungen nur ein Ausdruck der Dummheit des Beleidigenden sind.

_________________
Herzliche Grüße
Gerhard

-------
Die Welt ist anders, als sie uns erscheint.
"Auf der Suche nach der Realität", ISBN 978-3833493294

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 20:26
LOFI (Moderator)
 
Anmeldedatum29.04.2008
Beiträge2805


Gerhard hat Folgendes geschrieben:
Aber es sind MEINE Werte und diese MEINE Werte kann mir doch kein ANDERER kaputt machen.


Hi,
das ist eben die Frage, inwieweit du die mentale psychische Kraft hast, einem solchen Kaputtmachen zu widerstehen.

LG

lorenz

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 20:39
Gerhard
 
Anmeldedatum07.12.2007
Beiträge416


Lorenz,

Zitat:
das ist eben die Frage, inwieweit du die mentale psychische Kraft hast, einem solchen Kaputtmachen zu widerstehen.


Ja Lorenz, das ist die Frage. Und das ist auch die Intention meines Threads. Wie kann man die psychische Kraft stärken, um gegen Beleidigungen besser gerüstet zu sein?

_________________
Herzliche Grüße
Gerhard

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Die Welt ist anders, als sie uns erscheint.
"Auf der Suche nach der Realität", ISBN 978-3833493294

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 21:38
julia07
 
Anmeldedatum22.05.2007
Beiträge1348
Wohnort87700 Memmingen


Zitat:
Wie kann man die psychische Kraft stärken, um gegen Beleidigungen besser gerüstet zu sein?

Hallo Gerhard,
wenn das nicht "zwischen den Ohren" funktioniert, hilft nur ein dickes Fell oder Weghören! Die schlimmste Variante ist allerdings Totschweigen, denn die schafft nur so lange Ruhe, bis der nächste Stein ins Rollen kommt...
LG,
Julia

Verfasst am:
 


Leute davon

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 22:22
LordKotz
 
Anmeldedatum22.12.2007
Beiträge268
WohnortSeelze


rede ich doch ...
Es ist eine Verstandsache und Julia und Lorenz sehen das scheinbar ähnlich.
Die Frage ist immer wie wach der Verstand ist, dennoch auch wenn wir im Geiste fähig sind darüber hinweg zu sehen bleibt die beleidigung dennoch vorhanden.
Der Verstand sagt uns "nur" : Lächle er weiß es nicht besser, oder so etwas
in der Art. Ändert aber nichts an der Tatsache


Vielleicht drücke ich mich auch umständlich aus, aber den rollenden Stein fange ich gerne auf^^

Wenn ein Stein in einen Brunnen geworfen wird, wird bald keine Welle mehr zu sehen sein.
Doch der Stein wird immer bleiben

_________________
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.lordkotz.de.tl

Re: Leute davon

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 22:37
Gerhard
 
Anmeldedatum07.12.2007
Beiträge416


LordKotz hat Folgendes geschrieben:
Die Frage ist immer wie wach der Verstand ist, dennoch auch wenn wir im Geiste fähig sind darüber hinweg zu sehen bleibt die beleidigung dennoch vorhanden.


Wirklich? Wenn ich etwas nicht als Beleidigung ansehe, dann ist es keine und dann kann auch keine bleiben.

Zitat:
Wenn ein Stein in einen Brunnen geworfen wird, wird bald keine Welle mehr zu sehen sein.
Doch der Stein wird immer bleiben


Auch wieder ein schöner Satz. Aber der Stein wird sich im Laufe der Zeit auch auflösen ... zu kleinen Steinchen ... zu noch kleinern ... und schließlich wird er zu Mineralien, die unser Körper braucht.

_________________
Herzliche Grüße
Gerhard

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Die Welt ist anders, als sie uns erscheint.
"Auf der Suche nach der Realität", ISBN 978-3833493294

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 23:04
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge1296
WohnortSüden


Hi,

Zitat:
Und ich wollte einfach einmal von euch Ideen erhalten, wie man bei Gesprächen vermeintliche Beleidigungen erkennt und wie man mit ihnen umgehen könnte. Und ob eine Beleidigung wirklich vom Sender ausgeht oder nur vom Empfänger so interpretiert wird.


Wir haben hier tatsächlich einige semantische Probleme, aber auch ideologische.

Dies beginnt damit, daß du durchgängig von "vermeintlicher Beleidigung" sprichst und im Schluß hieraus, die aus der Beleidigung resultierende Verletzung ursächlich dem Beleidigten zuordnest, der etwas das gar keine Beleidigung ist, weil es Beleidigungen gar nicht gibt, da ja alle Beleidigungen nur vermeintliche sind, selbst zur Beleidigung werden läßt. Hinzu kommt ja dabei auch noch die Feststellung, daß Wert und Ehre eines Menschen sich allein aus seinem Selbstverständnis ohne jeden Berührungspunkt mit seiner Umwelt bemißt.

Das hört sich auf den ersten Anhieb schlüssig an (denn in deiner Vorstellung der kausalen Zusammenhänge der von dir voreingeschränkten Fakten kann es nur so sein, wie du es formulierst), und es gibt eine einfach erscheinende Lösung, für die der Beleidigte selbst verantwortlich ist.

Das semantische Problem dabei ist, daß der Terminus "Beleidigung" nicht automatisch "vermeintlich" enthält. Vermeintlichkeit setzt voraus, daß etwas fälschlicherweise für etwas anderes gehalten wird, als es ist.

Innerhalb deiner Weltsicht entsteht die Vermeintlichkeit nicht aus der tatsächlichen Falschbeurteilung, sondern daraus, daß jemand eine Beleidigung als Beleidigung wahrnimmt.

Damit bewegen wir uns in einem logischen Kreis, der über eine Änderung der Wortbedeutungen geschlossen wird.

Eine sinnvolle Diskussion wird dabei gleichzeitig unmöglich, denn die funktioniert nur dann, wenn die Diskutierenden die gleichen Fakten und Bedeutungen benutzen.

In die normale Welt transponiert (in die, in der die gewollte und tatsächliche Beleidigung "Du Arschloch!" existiert und zu einer Backpfeife oder den von dir bemängelten Gang zum Kadi führen kann), wird das Opfer damit zum Täter gemacht. Fühlt es sich beleidigt, dann ist es nämlich selbst daran schuld, denn deiner Auffassung nach brauchte es sich garnicht beleidigt zu fühlen, wenn es nur abgeklärt und stark genug ist.

Da waren wir, zivilisitorisch, schon einmal, das ist noch garnicht so lange her, insbesondere was zielgerichtete Beleidigungen betrifft. Und an dieser Stelle sind wir auch beim ideologischen Problem angelangt.

Zitat:
Finde ich ein gutes Beispiel. Wenn die gute Freundin/Freund sagt "Du bist aber dick geworden" wird es wahrscheinlich anders empfunden, als wenn es jemand sagt, den man ohnedies nicht leiden kann. Und deshalb denke ich, hängt eine Beleidigung mehr, wenn nicht gar ganz, vom Empfänger ab. Der Empfänger interpretiert es als Beleidigung.


Ich wage zu bezweifeln, daß in heutigen Zeiten ein solcher Kommentar selbst von einer sehr guten Freundin geäußert nicht verletzend ist, es sei denn das "dick" bezieht sich auf einen Schwangerschaftsbauch. Ist es eine sehr gute Freundin, werden viele Frauen ihr die Unsensibilität verzeihen und darüber hinwegsehen. Ist es eine nicht ganz so gute Freundin, dann können einige solche Kommentare dazu führen, daß man die Betreffende nicht mehr trifft oder einlädt.

Selbst das klassische "Nigger", das zwischen zwei Schwarzen weniger beleidigend rüberkommen soll, als wenn dies ein Weißer zu einem Schwarzen sagt, muß nicht weniger beleidigend sein, wenn es von einem gebildeten Schwarzen zu einem ungebildeten Schwarzen bewußt abschätzig geäußert wird.

Zitat:
Wie kann man die psychische Kraft stärken, um gegen Beleidigungen besser gerüstet zu sein?


Indem man deine Ideologie übernimmt?

_________________
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 23:17
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge1296
WohnortSüden


Hi,

Zitat:
Es ist eine Verstandsache und Julia und Lorenz sehen das scheinbar ähnlich. Die Frage ist immer wie wach der Verstand ist, dennoch auch wenn wir im Geiste fähig sind darüber hinweg zu sehen bleibt die beleidigung dennoch vorhanden.
Der Verstand sagt uns "nur" : Lächle er weiß es nicht besser, oder so etwas in der Art. Ändert aber nichts an der Tatsache


Ich weiß nicht, ob Julia dies tatsächlich ähnlich wie Gerhard sieht. Sie schreibt:

Zitat:
Die schlimmste Variante ist allerdings Totschweigen, denn die schafft nur so lange Ruhe, bis der nächste Stein ins Rollen kommt...


Gerhard jedoch hat nichts, das er totschweigen müßte, da für ihn die Beleidigung garnicht stattfindet. Für Julia scheint sie das jedoch zu tun.

LOFI wiederum sagt:

Zitat:
das ist eben die Frage, inwieweit du die mentale psychische Kraft hast, einem solchen Kaputtmachen zu widerstehen.


Er sieht also ein "Kaputtmachen" als vorhanden an, etwas dem man widersteht oder nicht, je nach der eigenen Kraft. Erneut gibt es nach Gerhards didaktischem Ansatz kein Kaputtmachen, denn es entsteht erst beim Addressat.

Zitat:
Also ich glaube nebenher nicht, das irgendwer nicht zu beleidigen ist. So liberal gegenüber seinen Mitmenschen eingestell ist niemand!
Irgendwie irgendwo hat jeder seinen "wunden Punkt" auch wenn ihm sein Verstand sugeriert das es nichts gibt was ihn beleidigen kann.
Weiß nicht ob ich das eben richtig gelesen habe, aber es gibt genausowenig jemanden der noch nie jemanden beleidigt hat. Ganz gleich ob bewußt oder unbewußt.


Dem kann ich auf ganzer Linie nur zustimmen. Kein Mensch ist eine Insel, wir sind vielmehr soziale Lebewesen. Als solche existieren wir nun mal nicht getrennt vom Rest der Welt.

Und selbstverständlich ist Gerhard in der Lage zu beleidigen und hat dies sicher in seinem Leben nicht nur einmal getan, ob bewußt oder unbewußt sei dahingestellt.

Für mich entsteht der Casus Knacktus dort, wo Opfer von Beleidigungen auch noch für die Verletzungen die sie erleiden verantwortlich gemacht werden.

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Gruß,

Zoba

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BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 23:33
Gerhard
 
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Hi Zoba,

ob wir es hier mit einem semantischen, ideologischen oder sonstwie Problem zu tun haben, sei mal dahingestellt.

Ich möchte mal ein konkretes Beispiel bringen. Wir kennen uns zwar nicht persönlich, aber wenn ich jetzt sagen würde "Mensch Zoba, du hast aber eine tolle Figur" gibt es zwei Möglichkeiten, wie du reagieren könntest.

1. Du haust mir eine runter und sagst "Mensch, ihr Männer könnt auch nur auf die Titten von Frauen schauen."

2. Du sagt: "Oh danke schön, ich wusste nicht, dass man das sieht. Ich habe auch versucht mal ein bisschen vernünftiger zu essen."

Ein und derselbe Satz, aber einmal wird er als Beleidigung empfunden, ein anderes mal als Kompliment. Es hängt also scheinbar doch vom Empfänger ab, wie eine Botschaft ankommt.

Wenn ich will, kann ich aus fast allem eine Beleidigung herauslesen.


Zuletzt bearbeitet von Gerhard am 06.07.2008, 23:37, insgesamt einmal bearbeitet

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Herzliche Grüße
Gerhard

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BeitragVerfasst am: 06.07.2008, 23:36
Gerhard
 
Anmeldedatum07.12.2007
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Zoba,
uups, habe eben zu schnell auf den Antwort-Button geklickt.

Zitat:
Zitat:
Wie kann man die psychische Kraft stärken, um gegen Beleidigungen besser gerüstet zu sein?


Indem man deine Ideologie übernimmt?


Wäre es nicht vielleicht zumindest mal ein paar Überlegungen wert?

Wobei ich aber das Wort "Weltanschauung" statt "Ideologie" benutzt hätte.

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Herzliche Grüße
Gerhard

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BeitragVerfasst am: 07.07.2008, 09:54
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
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WohnortSüden


Hi Gerhard,

Zitat:
Ich möchte mal ein konkretes Beispiel bringen. Wir kennen uns zwar nicht persönlich, aber wenn ich jetzt sagen würde "Mensch Zoba, du hast aber eine tolle Figur" gibt es zwei Möglichkeiten, wie du reagieren könntest.


Das Leben und die Motivationen der Menschen sind selten so einfach gestrickt, wie von dir dargestellt. So gibt es eine ganze Reihe weiterer potentieller Reaktionen, je nach dem Motiv das hinter diesem Satz steht. So könnte ich mich zB fragen, weshalb sich jemand bei mir einschleimen möchte, und je nach dem was ich von demjenigen an Verwertbarem erwarte oder bereit bin, ihm zuzugestehen, entscheidet sich, wie ich dann darauf reagiere. Im Bereich von Körperlichkeiten hängt auch viel von den Fakten und dem Kontext ab.

Zitat:
Ein und derselbe Satz, aber einmal wird er als Beleidigung empfunden, ein anderes mal als Kompliment. Es hängt also scheinbar doch vom Empfänger ab, wie eine Botschaft ankommt.


Tja und hier sind wir wieder beim semantisch-ideologischen Problem. Wie eine Botschaft ankommt, hängt u.A. davon ab

- weshalb sie geäußert wurde (Ziel des Senders)
- wie sie geäußert wurde (Tonfall, Stil)
- wie es mit ihrem Wahrheitsgehalt aussieht (faktische Korrektheit)
- ob und wenn ja welches Umfeld noch und wie darauf reagiert (soziologische Komponente)
- welche Beziehung zwischen Sender und Empfänger besteht (soziale Wertigkeit)
- welchen Seelenzustand sie antrifft (psychische Situation des Empfängers)
- welche langfristigen Konsequenzen sie hat
- welche Beziehung zwischen Sender und Umfeld besteht

um nur ein paar der Faktoren zu nennen, es sind noch mehr. Nur wenige dieser Faktoren werden durch den Empfänger bestimmt. Es mag manchem zwar wünschenswert erscheinen, psychosoziale Vorgänge auf ein Minimum zu reduzieren, dann wäre die Welt wohl wirklich sehr einfach, sie sind aber nicht in dieser Form reduzierbar, auch wenn man dies auf semantischer Ebene versucht.

Zitat:
Wäre es nicht vielleicht zumindest mal ein paar Überlegungen wert?


Würde ich dir zustimmen, daß sich soziale Interaktion in diesem Bereich folgenlos für den Empfänger auf ein einziges Kriterium reduzieren ließe, alle Empfänger identisch und sämtliche Sendungen ebenfalls identisch wären, dann wäre dies sicher einige Überlegungen wert.

Das Problem dabei ist, daß es diese Reduktion in der Praxis nicht gibt. Wie du übrigens selbst bereits dadurch beweist, daß du nicht nur alles, was deinem Reduziertheitsgedanken entgegensteht, negierst, sondern dich zusätzlich auch der Auseinandersetzung mit den anderen Faktoren verweigerst.

Zitat:
Wobei ich aber das Wort "Weltanschauung" statt "Ideologie" benutzt hätte.


Ich habe den Begriff bewußt gewählt (übrigens nicht im abwertenden, sondern konzeptuellen Sinn), da mir die ganzheitliche, nicht oder weniger theoretische Sicht bei dir fehlt, wohingegen die zur Ideologie gehörenden Voraussetzungen, wie z.B. die Reduktion, Nichtbeachtung von der der Idee entgegenstehenden Fakten und die strikte Ablehnung des kritischen Diskurses zu den zugrunde gelegten Fakten, allesamt vorhanden sind.

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Gruß,

Zoba

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BeitragVerfasst am: 07.07.2008, 11:37
Gerhard
 
Anmeldedatum07.12.2007
Beiträge416


Hi Zoba,

Zitat:

1- weshalb sie geäußert wurde (Ziel des Senders)
2- wie sie geäußert wurde (Tonfall, Stil) -
3- wie es mit ihrem Wahrheitsgehalt aussieht (faktische Korrektheit)
4- ob und wenn ja welches Umfeld noch und wie darauf reagiert (soziologische Komponente)
5- welche Beziehung zwischen Sender und Empfänger besteht (soziale Wertigkeit)
6- welchen Seelenzustand sie antrifft (psychische Situation des Empfängers)
7- welche langfristigen Konsequenzen sie hat
8- welche Beziehung zwischen Sender und Umfeld besteht



1 - Kannst du nicht wissen, wäre wieder eine Interpretation vor dir.
2 - Auch das ist meist eine Sache, die du interpretierst.
3 - in der Regel auch eine Interpretation von dir.
4 - auch das ist deine Interpretation, wenn du fragst wie das Umfeld reagieren könnte.
5 - richtig, aber auch das ist eine Interpretation von dir.
6 - richtig, der hängt aber von dir ab, nicht vom Sender.
7 - entspricht deiner Interpretation.
8 - auch das interpretierst DU.

Zitat:
Das Problem dabei ist, daß es diese Reduktion in der Praxis nicht gibt. Wie du übrigens selbst bereits dadurch beweist, daß du nicht nur alles, was deinem Reduziertheitsgedanken entgegensteht, negierst, sondern dich zusätzlich auch der Auseinandersetzung mit den anderen Faktoren verweigerst.


Ich verweigere mich keiner Auseinandersetzung! Ich verweigere mich nur deiner ständigen Gewalt und Aggressionsbeispielen. Und ich verweigere mich deiner Idee, dass Beleidigungen zu Gewalt führen müssen und dass man Beleidigungen gleich handfest ahnden muss.

Code:
Ich habe den Begriff bewußt gewählt (übrigens nicht im abwertenden, sondern konzeptuellen Sinn), da mir die ganzheitliche, nicht oder weniger theoretische Sicht bei dir fehlt, wohingegen die zur Ideologie gehörenden Voraussetzungen, wie z.B. die Reduktion, Nichtbeachtung von der der Idee entgegenstehenden Fakten und die strikte Ablehnung des kritischen Diskurses zu den zugrunde gelegten Fakten, allesamt vorhanden sind.


Dass du den Begriff bewusst gewählt hast, war mir klar. Aber mir vorzuhalten, dass ich keine ganzheitliche Sicht hätte, ist einfach nur ... wie soll ich sagen ... seltsam. Aber das sind halt deine persönlichen kleinen Sticheleien ... wenn man mit Argumenten am Ende ist, muss man halt mit solchen Angriffen kommen.

Zitat:
Das Problem dabei ist, daß es diese Reduktion in der Praxis nicht gibt.


Wenn du das so sehen möchtest, bitte. Vielleicht gibt es sie in deiner Welt nicht. Vielleicht hast du deshalb soviel mit Gewalt und Aggressionen zu tun.

_________________
Herzliche Grüße
Gerhard

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BeitragVerfasst am: 08.07.2008, 14:06
Versailles
 
Anmeldedatum22.05.2007
Beiträge833


Hi,
im Grunde ist schon alles gesagt worden, was mir zu dem Thema "Beleidigungen" auf der Seele läge.

Meines Empfindens nach soll eine Beleidigung Leid säen. Die Intention des Senders ist, den Empfänger der Beleidigung bloßzustellen, zu verletzen, vorzuführen und/oder der Lächerlichkeit preiszugeben. Dabei ist es gleich, ob der Empfänger ein Individuum, eine Volksgruppe oder ein Berufszweig ist. Es ist auch erst einmal gleich, ob der Sender mit dem Empfänger allein ist oder ein Publikum hat. Der Sender sendet und das "Ding" in Form verbaler, negativer Energie steht im Raum.

Inwieweit der Empfänger mit der Beleidigung umgeht, steht allein in seinem Ermessen:
*Prallt die negative Energie an ihm ab, könnte er den Sender mit seiner Ignoranz veranlassen, nachzulegen und so lange zu "schiessen", bis ihm vielleicht die Luft ausgeht. Das ist - salopp gesagt - ein Machtspielchen, dass im Ernstfall sehr böse Folgen haben kann. Im besten Fall lässt es der Sender dann irgendwann sein.
*Stellt der Empfänger fest, dass der Sender mit seiner neg. Energie in den persönlichen Bereich eingedrungen ist, obliegt es immer noch dem Empfänger, ob er die Energie absorbiert oder pariert. Im besten Fall anerkennt der Sender die mentale Gelassenheit, weiss aber, dass er getroffen hat und könnte dieses Wissen beim nächsten Mal gezielt einsetzen. Im schlimmsten Fall pariert der Empfänger und das Kräftemessen nimmt seinen Lauf.
*geht der Empfänger hingegen gleich auf Angriff, weiss der Sender sofort, dass seine negative Energie voll ins Schwarze getroffen hat. 1:0 für den Sender.

Ich persönlich bevorzuge es, Beleidigungen bewusst zu vermeiden, obwohl ich dies niemals absolut ausschliessen kann. Schon eine ausgeschlagene Einladung zum Abendessen könnte als Beleidigung empfunden werden. Doch wie sollte ich das wissen, wenn mir mein Gegenüber dies nicht mitteilt? Wie soll ich den Grad der Verletzung durch eine Absage einschätzen können? Wenn die Absage hingenommen wird, darf ich trotzdem nicht davon ausgehen, dass es dem, der die Einladung ausgesprochen hat, egal ist, ob ich komme oder nicht. Allein bei mir dürfte der Eindruck entstehen, es sei ihm gleichgültig.
Ich bevorzuge es auch, Beleidigungen, die ich als solche wahrnehme, dem Sender mitzuteilen.

Ich denke, es gibt keine universelle (objektive) Beleidigung. Ein Beispiel:
Im griechischen gibt es ein Wort, dass - wenn es die Griechen untereinander benutzen - durchaus etwas "kumpelhaftes" haben kann (es aber nicht muss!). Aber wehe, ein Nicht-Grieche spricht einen Griechen so an, dann bricht garantiert ein Donnerwetter los. Weshalb fühlt sich also ein Grieche durch ein Kraftwort seitens seines Landsmannes nicht so arg angegriffen und beleidigt als wenn er von einem Ausländer derart angegangen wird?

Allerdings glaube ich auch, dass ein Individuum, welches mit einem anderen Individuum im Dauerclinch liegt, umgehend jedes gesendete Wort als Beleidigung auffassen wird - egal, ob der Sender tatsächlich diese Intention hatte.

Ich hoffe meinerseits, niemanden in seinem Ehrgefühl, seiner Intelligenz oder einem nichtgenannten Gefühl beleidigt zu haben Wink

Gelassenheit, inneren Frieden und einen angenehmen Tag wünscht
Amalia

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"carpe diem, quam minimum credula postero"
(Horaz, 65-8 v. Chr.)

www.comtesse-heloise.de

Autorenphoto von J. Nemeth, Photostudio Kannengiesser, 58095 Hagen

BeitragVerfasst am: 08.07.2008, 16:19
SandraR
 
Anmeldedatum25.11.2007
Beiträge345
WohnortMoskau


Amalia, eine Beleidigung muss nicht einen Menschen als Person treffen, Vorurteile und pauschale Kritik an einem Land, Berufsgruppen oder Nationen, religiösen Gruppen etc. sind auch eine Beleidigung. Nach meiner Meinung auch die viel schrecklichern. Es gab Zeiten wo man auf Grund solcher Beleidigungen und Rundumschlägen dann ganze Gruppen versucht hat auszulöschen.
Solcherlei Pauschalbeleidigungen sollte sich ein denkendes Wesen ohnehin nicht erlauben, aber als Autor sollte man sich auch noch der Macht der Worte bewusst sein und damit, was Worte anrichten können. Beleidigung die einen einzelnen Beleidigt ist ein subjektives Empfinden dieses einen Individiums aber Beleidigung im grossen Masststab ist etwas anders gegliedert.
Unsere Leser sind hoffe ich alle, alle Religionen, viele Nationen und viele Berufe, wir sollten also schon auf Grund des Respekts für unsere Leser Beleidigungen unterlassen.
Sandra

_________________
russland-buecher.ru

BeitragVerfasst am: 08.07.2008, 17:47
Gerhard
 
Anmeldedatum07.12.2007
Beiträge416


Hi Amalia,

zu deinem Beitrag lässt sich von meiner Seite nur folgendes sagen:

thumb up thumb up

Ich stimme dir zu 150% zu, du hast meine Gedanken nur etwas besser ausgedrückt, als es mir scheinbar gelungen ist.

Du gehst in deiner Beschreibung von jemand aus, der bewusst beleidigen will. Ich denke aber, es ist auch Sache des Empfängers wie er mit einer Beleidigung umgeht, wenn sie unabsichtlich und vom Sender vielleicht nicht mal als Beleidigung angesehen wurde.

In jedem Fall sollte der Empfänger den Sender von seinen Gefühlen in Kenntnis setzen, bevor zurückgeschlagen wird.

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Gerhard

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