Autoren - Forum Für Books on Demand bzw. BOD Autoren
Login    Mitglied werden    Suchen    Hilfe    Mitglieder    Startseite

Homepage der Autorin Vera Klee
Hier kostenlos werben?
buchpool: Buchshop für Autoren...

Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Meinungspool » Welches Thema bewegt euch derzeit am meisten? Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5  Weiter
Hier klicken, um Mitglied zu werden  Hier klicken, um Mitglied zu werden Verdrehte Welt • Wer würde an einer Autorenmesse mitmachen?

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 12:15
floatexpert
 
Anmeldedatum16.03.2008
Beiträge205
WohnortSingen


Ich kann Zoba nur zustimmen.
Mittlerweile darf man hier im Lande nur eines noch wirklich frei:Atmen..
Mich verwundert nicht,dass so viele im ach so reichen Deutschland unter der Armutsgrenze leben.Es gibt unzählige motivierte Leute mit zahlreichen Fähigkeiten,wenn das System einfach machen lassen würde.Man kann ja auch mit aller Gewalt den kleinen Mann/die kleine Frau auf Minimum halten...Anderes wäre zu gefährlich..Es könnten sich ja zuviele auflehnen.So werden Peanuts vor die Füsse geworfen,damit die selbigen still gehalten werden.
Hierzulande ist es echt ein Kopf-einzieh-Volk geworden..
Habt ihr mal versucht eine größere Anzahl von Leute zu etwas gemeinsamen zu bewegen? Confused

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 12:30
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge988
WohnortSüden


Hi Floatexpert,

du hast den Finger exakt auf der Wunde. Das ist genau das, was ich mit "es war mal besser" und "es hat sich so sehr zum Schlechten verändert" meinte.

Ich bin zu Zeiten aufgewachsen, da kämpften Bauern, Intellektuelle, Schüler und Kleinbürger GEMEINSAM gegen solche Sachen wie Pershing-Stationierungen, Startbahn West oder Gorleben. Da ging sogar bis in die Beamtenriegen hinein ein Aufschrei durchs Land als die Volkszählung beschlossen wurde, da gabs Zeiten, da haben sich Polizisten in Uniform (!) solidarisch mit Protestlern und Demonstranten erklärt. Da sind Ministerpräsidenten und Bundespolitiker über Sachen gestolpert, die es heutzutage nicht mal mehr in die öffentlichen Medien schaffen. Da reichen solche Stichworte wie Celler Loch, Strauß oder Filbinger, vergleicht man das zu heute, dann kann man nur noch heulen. Noch zu meinen Studizeiten war es undenkbar, wie heute die Leute miteinander umgehen.

Vor kurzem bin ich durch eben den Park gegangen, der noch vor 20-25 Jahren voll mit fröhlichen Alternativen, Studenten und Schülern war, die dort oft genug im Sommer nächtigten, auch mal grillten oder eine Party feierten. Das Ding ist heute aseptisch, kurzgeschnittener Rasen, nicht mal die Hundchens dürfen dort rumwetzen, der Rasen wird nicht mehr betreten, denn es gibt diese berühmten Schildchens, es wackeln grad noch mal ein paar Rentner herum und wehe die füttern die Schwäne, dann kommt sowas Schwarzgekleidetes daher und verteilt Strafzettel...

Apropos, diese netten RTL&CoKG-Sendungen mit all den Sheriffs und Hilfssheriffs, die Hundehalter, Raucher, Obdachlose, Autofahrer und Hausbewohner zur Sau machen, die wären damals völlig undenkbar gewesen. Ebenso all die anderen Hetzsendungen, die momentan auf allen Privaten laufen.

Dir ist aber schon bekannt, daß (allen Ernstes!) eine Luft/Sauerstoffsteuer bereits geplant war? Ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die aus der Schublade gezogen wird...

_________________
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 12:37
Claire
 
Anmeldedatum07.12.2007
Beiträge620
WohnortBochum


floatexpert schreibt:

Zitat:
Habt ihr mal versucht eine größere Anzahl von Leute zu etwas gemeinsamen zu bewegen?


Ich war noch bei den ganz großen Ostermärschen dabei. Lang ist's her ...

LG Claudia

_________________
LG Claudia
Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren.

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 12:43
floatexpert
 
Anmeldedatum16.03.2008
Beiträge205
WohnortSingen


shocked eyes
Zoba,mach kein Quatsch! Luft soll versteuert werden?!
Ich sag euch, die Menschheit ist soweit vom Mensch-sein entfernt,man kann nur noch den Kopf schütteln.
Erschreckend wie sich alles verändert und das Ganze ohne Ende.All das und noch mehr beschäftigt mich sehr, mit ein Grund weshalb ich "Hoffnungsvoller Aufschrei" geschrieben habe.Ich möchte möglichst viele menschen wachrütteln und den eigenen Spiegel vor das Gesicht halten! Wink ihr solltet mal die Reaktionen auf verschiedene Gedichte daraus sehen...Die einen meinen ich wäre bekloppt, andere sind mundtot..für mich wäre es ein Erfolg,wenn nur eine handvoll Menschen sich besinnen würden,was es heißt ein Mensch zu sein, nicht alles zu schlucken was einem vorgeworfen wird und sich aufzulehnen...
Zoba...eckst du auch oft an?
LG
Viola

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 12:46
Kingmaker
 
Anmeldedatum13.03.2008
Beiträge66
WohnortOberbayern


Was mich beschäftigt...

mich beschäftigt, dass ich meinen derzeitigen Job abgrundtief hasse.. dass sich jede Faser meines Körpers gegen diese Tätigkeit wehrt und ich deshalb schon Depressionen verspüre.

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 12:54
floatexpert
 
Anmeldedatum16.03.2008
Beiträge205
WohnortSingen


hallo Kingmaker

mal ne etwas provokative Frage:
Wenn du deinen job so sehr hasst..weshalb machst du ihn dann noch?Also ich spreche aus Erfahrung:Kein job dieser Welt ist es wert seine begrenzte Lebenszeit zu opfern!
Ich weiß,du wirst nun sagen"aber"...Wenn wir ehrlich und konsequent sind,gibt es kein "aber" sondern nur unsere Entscheidungen. Das schwierige daran:Mit den Konsequenzen leben,Abstriche machen..Was machst du denn beruflich?

Lg
Viola

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 13:01
Kingmaker
 
Anmeldedatum13.03.2008
Beiträge66
WohnortOberbayern


Ich "muss" Versicherungen verkaufen und merke wie ich immer zunehmender damit moralische und grundliegende Probleme bekomme. Mir wird ständig gesagt was die Gesellschaft noch alles für Zahlen und Umsätze braucht und das wird immer schlimmer von Jahr zu Jahr.

Einfach aufhören klingt Klasse "ABER" Smile ... man muss von was leben Smile

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 13:05
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge988
WohnortSüden


Hi Viola,

ich ecke regelmäßig an.

Stell dir vor, ich habe letztes Jahr gewagt, in meinem Vorgarten Tomaten zu ziehen! Da war die gesamte Straße entrüstet. Ich pflege auch Wäsche aufzuhängen, wenn sie gewaschen wurde, egal obs grad Feiertag ist. Noch vor 25 Jahren hätte ich mir nix dabei gedacht und es wäre auch nix passiert, heute kanns sein, daß als nächstes der Ortspolizist an der Tür steht und nachhakt, "ob das denn sein muß?".

So klein fängts an.

Noch schlimmer wirds, wenn man Partei ergreift. Dann ist man sofort untendurch.

Ich kann mich leider nicht mehr anpassen. Ich habe jahrzehntelang in eine Ecke Europas gelebt, wo es scheißegal war, was im Vorgarten steht und wo es von gezirkeltem englischen Rasen, über den verschlammten Trecker, über Wildwiesenkräuter, über Gemüsegarten, bis hin zur Ziegenweide alles Mögliche im Vorgarten gab, sogar nebeneinander (die Ziegenweide und der Rasen mit den "edlen" Gipsfiguren), ohne daß auch nur irgendwer irgendwo irgendweshalb eine Augenbraue hochgezogen hätte.

Witzigerweise, eigentlich sogar interessanterweise ist es so, daß diese Dinge im Kleinen sich im Großen entsprechend fortsetzen. Wo die Kleinbürger tolerant und offen sind, da sind es die großen Regelungen auch. Und sind sie es nicht, werden sie gemeinschaftlich ignoriert. Als in Frankreich beispielsweise die Antirauchergesetze geschaffen wurden, räumten die französischen Kneipiers ihre Besenkammern leer, stellten einen Tisch und 2 Stühle hinein, und erklärten sie zum rauchfreien Gastraum, der Rest blieb wie er war. Man vergleiche doch mal...

Das Beteiligen von Unbeteiligten, erneut vergleiche man doch mal, was los war, als die Ausbildungsgesetze geändert werden sollten in Frankreich, da wurde gestreikt, auch von den Lokomotivführern oder dem öffentlichen Dienst. Ooops! Hier absolut u-n-d-e-n-k-b-a-r.

Was mich aber so richtig krank macht, ist was zwischenzeitlich hier mit den finanziell Schwachen passiert. Das ist echt nur noch zum loskotzen. Das ist inhuman und dürfte ausgerechnet in diesem Land nicht geschehen.

_________________
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 13:09
floatexpert
 
Anmeldedatum16.03.2008
Beiträge205
WohnortSingen


*kopfschüttel* NEIN,du musst nicht!
Wenn es dich so anwidert Leuten etwas anzudrehen,dass du gar nicht mit dir vereinbaren kannst(und demzufolge sicher schlechter verkaufsen wirst), dann wirst du es tun:
Geh auf den Bau,in die Gastronomie,geh als Fensterputzer und,und,und..Alternativen gibt es genug.
Und wenn jetzt "aber es gibt zuwenig Stellen u.ä." kommt,dann würde ich dir gerne mit Rat und Tat unterstützend beiseite stehen(übrigens:ich habe auch mal Versicherungen verkauft,kenne also die Branche).

Vergiss nicht: Du hast kein zweites Leben...

Lg

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 13:26
HuWes
 
Anmeldedatum03.02.2008
Beiträge32


Zoba hat Folgendes geschrieben:
Apropos, diese netten RTL&CoKG-Sendungen mit all den Sheriffs und Hilfssheriffs, die Hundehalter, Raucher, Obdachlose, Autofahrer und Hausbewohner zur Sau machen, die wären damals völlig undenkbar gewesen. Ebenso all die anderen Hetzsendungen, die momentan auf allen Privaten laufen.


Wir können aktuell auf drei Phasen der Fernsehgestaltung zurückblicken:

In der ersten Phase, da wurde Fernsehen von intelligenten Leuten für intelligente Leute gemacht.

In der zweiten Phase wurde Fernsehen von intelligenten Leuten für dumme Leute gemacht.

Heute sind wir in der dritten Phase (und das bedeutet nicht, dass dumme Leute Fernsehen für intelligente Leute machen).

Aber das ist ja auch kein Wunder:

Der neue "globale Braintrust" mit 500 führenden Politikern, Wirtschaftsführern und Wissenschaftlern aus allen Kontinenten versammelte sich am 27. September 1995 in San Francisco zu einer Konferenz, um den Weg ins 21. Jahrhundert zu weisen. Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass ungeahnte Heere von Arbeitslosen eine Selbstverständlichkeit sein werden und die Pragmatiker in der Runde verkürzten diese Aussicht auf zwei Begriffe: "20 zu 80" und "tittytainment".

"20 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung würden im kommenden Jahrhundert ausreichen, um die Weltwirtschaft in Schwung zu halten. ... Ein Fünftel aller Arbeitssuchenden werde genügen, um alle Waren zu produzieren und die hochwertigen Dienstleistungen zu erbringen ..."

Der Ausdruck "tittytainment" macht die Runde: "Mit einer Mischung aus betäubender Unterhaltung und ausreichender Ernährung (tittis) könne die frustierte Bevölkerung der Welt schon bei Laune gehalten werden"

Die angepriesenen Lösungen (gewissermaßen von Schweden über Österreich bis Spanien) lauten daher: "Staatsausgaben kürzen, Löhne senken und Sozialleistungen streichen." ..." Jedenfallls werden in den Industrieländern schon bald wieder Menschen fast zum Nulltarif die Straßen sauberhalten oder als Haushaltshilfen kärglichen Unterschlupf finden ...", so weitere Vorhersagen.

Die FAZ schreibt dazu: "Die westliche Anspruchsgesellschaft kollidiert mit ehrgeizigen asiatischen Verzichtsgesellschaften." ... "Sinnstiftung und Integration erwarten die Diskutanten vom weiten Feld der freiwilligen Gemeinschaftsdienste, bei der Nachbarschaftshilfe, im Sportbetrieb oder in Vereinen aller Art."

Und kommt Protest in den Gewerkschaften und unter den ArbeitnehmerInnen auf, so endet er in Resignation und Frust. "In einer globalen Zangenbewegung hebt die neue Internationale des Kapitals ganze Staaten und deren bisherige gesellschaftliche Ordnung aus den Angeln". Die Demokratie sitzt in der Falle.


aus: Hans-Peter Martin, Harald Schumann, Die Globalisierungsfalle, Rowohlt Verlag, 1996

http://www.amazon.de/Die-Globalisierungsfalle-Angriff-Demokratie-Wohlstand/dp/3499604507/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1205925436&sr=1-1

Wie gesagt: Eine Prognose aus dem Jahre 1995, kommentiert im Jahre 1996

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 13:28
Kingmaker
 
Anmeldedatum13.03.2008
Beiträge66
WohnortOberbayern


floatexpert hat Folgendes geschrieben:
*kopfschüttel* NEIN,du musst nicht!
Wenn es dich so anwidert Leuten etwas anzudrehen,dass du gar nicht mit dir vereinbaren kannst(und demzufolge sicher schlechter verkaufsen wirst), dann wirst du es tun:
Geh auf den Bau,in die Gastronomie,geh als Fensterputzer und,und,und..Alternativen gibt es genug.
Und wenn jetzt "aber es gibt zuwenig Stellen u.ä." kommt,dann würde ich dir gerne mit Rat und Tat unterstützend beiseite stehen(übrigens:ich habe auch mal Versicherungen verkauft,kenne also die Branche).

Vergiss nicht: Du hast kein zweites Leben...

Lg


Ja.. ich habe kein zweites Leben. Ich glaube ich werde gleich nach meinem Urlaub die Kündigung einreichen....

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 14:16
julia07
 
Anmeldedatum22.05.2007
Beiträge1179
Wohnort87700 Memmingen


floatexpert hat Folgendes geschrieben:
... mal ne etwas provokative Frage:
Wenn du deinen job so sehr hasst..weshalb machst du ihn dann noch? ... Wenn wir ehrlich und konsequent sind,gibt es kein "aber" sondern nur unsere Entscheidungen.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Auch ich stand vor vielen Jahren vor so einer beruflichen Entscheidung (gesicherter Lebensunterhalt auf Staatskosten oder selber denken und handeln) und habe mich für den unbequemen Weg mit hohem Geldverlust, aber ebenso hoher Steigerung des Selbstwertgefühls, entschieden.
Man sollte nicht nur jammern, sondern bei Erreichen einer bestimmten Schmerzgrenze die Konsequenzen ziehen. Bequemer ist es allerdings, ständig neue Gründe gegen so einen Kurswechsel aus der Schublade zu ziehen...
LG,
Julia

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 16:00
CeKaDo
 
Anmeldedatum15.11.2007
Beiträge359
WohnortSchwelm


Es ist ein Irrtum, daß es genügend Jobs gibt. Oder soll ich sagen: Ausreichend bezahlte und versicherungspflichtige Tätigkeiten?!

Diesen Spruch machen meiner Erfahrung nach nur Menschen, die in gesicherter Position sitzen und noch niemals "draußen" waren. Für jemanden mit einer nicht handwerklichen Ausbildung und einem Alter von 40+ ist es heute bundesweit fast unmöglich, eine Stelle zu bekommen, die eine Entlohnung oberhalb der Armutsgrenze mit sich bringt.

Wer allerdings gern 400 €-Jobs sammelt, der ist in dieser Republik auch mit 70 noch willkommen.

_________________
"Nur Dumme trauen sich alles!"

http://www.uebernaechtliches.de

Einfach gemein ... oder genial ... je nachdem.

Der Blog zum Typen: http://www.tagesblog.de

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 16:25
Zoba
 
Anmeldedatum23.11.2007
Beiträge988
WohnortSüden


Hi,

CeKaDo und HuWes ist nur zuzustimmen, sie haben den korrekten Durchblick.

@HuWes:

Bereits Ende der 70er, ca. 1978/79 lief - nur widerwillig gesendet - auf den Dritten eine Art SF, eine Zukunftsdoku, erstellt von einigen Arbeitswissenschaftlern, die aufzeigte, daß in nicht zu ferner Zukunft mehr als 90% aller Menschen dank der in den 70ern begonnenen elektronischen Revolution keine bezahlte Arbeit mehr finden werden können. Das also 15 Jahre vor 1995 und Rifkins "End of Work".

Wir befinden uns in der Anfangsphase, hieraus gibts mit den althergebrachten Methoden keinen Weg zurück mehr. Die damit zusammenhängende Umverteilung, die übrigens nicht nur innerhalb der westlichen Staaten, sondern auch weltweit erfolgen wird, bevor letztlich der Systemwechsel zwangsweise erfolgen wird, ist der letzte Mitnahmeeffekt auf Kosten aller, außer einigen ganz wenigen. Das Problem ist, daß wir uns das bieten lassen und damit ganz prinzipiell zum großen Knall beitragen, der unweigerlich erfolgen wird. Wenn ganze Bevölkerungsteile der Länder mit dem Rücken an der Wand stehen werden, dann destabilisiert sich das Ganze ruckweise, erdrutschartig. Mit der heutigen, künstlich erschaffenen Arbeitsmoral/-ethik ist dem Problem jedenfalls nicht beizukommen.

Dies zeigen doch allein schon die unsäglich geschönten Arbeitsmarktstatistiken, in Deutschland besonders nett frisiert. Bereits heute stehen rund 9 Millionen Erwerbslosen (wenn man sie wirklich alle zusammenzählt) nur noch knappe 750000 echte offene Stellen gegenüber. Parallel wirds den Leuten ständig noch schwerer gemacht, sich wenigstens selbständig zu machen, was immerhin ein bischen Druck vom Kessel nehmen könnte.

_________________
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 16:48
Adriana
 
Anmeldedatum08.04.2007
Beiträge454
WohnortBrandenburg/Havel


Hallo Zoba,

grundsätzlich stimme ich dir in zwei Punkten zu:
1. Der Bürokratiewahn in Deutschland.
2. Die Duckmäusermentalität der Deutschen. Wenn ich schon höre, dass wir Harz IV etc. hinnehmen müssten, weil der arme Staat kein Geld mehr hat, gehe ich an die Decke. Von Politikern und Konzernbossen erwarte ich ja nichts anderes - aber ich rede hier von einfachen Arbeitern und Angestellten, die haargenau den Müll nachplappern, der in der BILD-Zeitung steht, statt mal zu hinterfragen, WARUM der Staat tatsächlich so hoch verschuldet ist. Hier könnten wir uns wirklich eine Scheibe von den Franzosen abschneiden.

Aber die Unterschiede zwischen Franzosen, Deutschen, Amis etc., die du hier beschriebst, sind reine Mentalitätsunterschiede. Im Prinzip haben wir überall Kapitalismus, die "Heuschrecken" (wie du sie nennst), beherrschen die Welt, die Spielräume der nationalen Regierungen werden immer enger.

Das "Soziale Netz" in Deutschland wird immer durchlässiger, aber vergleichen mit GB oder Amerika (von den vielen Ländern der so genannten Dritten Welt mag ich gar nicht reden) ist es wenigstens noch vorhanden! In GB, dem europäischen Musterländle der Vollbeschäftigung, ist es schon fast normal, dass Mensch mit einem Job alleine nicht über die Runden kommt, sondern mindestens zwei braucht. Das Gleiche in den USA: Dort müssen sogar die 70-jährigen noch Arbeit suchen, weil die Renten so mickrig sind! Und was dort in der Provinz teilweise an Anpassungszwang, christlichem Fundamentalismus, Rassismus und Spießertum "normal" ist, können wir uns als Deutsche gar nicht vorstellen.
Es ist einfach extrem, genau wie der Schlankheitswahn in Hollywood. Oder wäre es hier etwa denkbar, dass eine Frau mit Kleidergröße 36 als dick bezeichnet wird? Hach, bin ich froh, das ich fettes Nilpferd (Größe 38/40) in Deutschland lebe dozey.
Ich könnte noch mehr solcher Beispiele aufzählen, wo die Amis aus meiner Sicht einfach spinnen (sorry, wenn ich das so hart ausdrücke).

Und was Frankreich angeht: Ist es dort nicht immer noch so, dass die algerischen Einwanderer als Menschen 2. Klasse behandelt? Die werden letztes Jahr nicht umsonst die Pariser Vororte auseinander genommen haben.

Wie gesagt, Sch*** gibt es überall - nur die Farbe und die Duftnote des Gestanks variieren.

@Judith & floatexpert:
Danke fürs Daumendrücken hüpf.
Doch, im Großen und Ganzen macht mein Job mir Spaß. Klar gibt es auch nervige Momente. Aber die gibt es wohl immer auf Arbeit - so realistisch bin ich dann schon dozey

_________________
www.adriana-wipperling.de.vu
www.lyriktanz.de.vu
Welches Thema bewegt euch derzeit am meisten?
  Forum für Books on Demand bzw. BOD Autoren » Meinungspool
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde  
Seite 3 von 5  
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5  Weiter
  
  

Powered by phpBB, designed for Trushkin.net, SEO by SEO-united.de, Impressum & Rechtliches
seo-complete.com & flini.de & ostsee-suche.com & nordsee-suche.de & boomarank.de & staytubed.de
Literaturtipps Literaturseiten Banner & Buttons