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wgbajohr: Entscheidungsfreiheit (Verkürzte Version)

BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 17:35
wgbajohr (Moderator)
 
Anmeldedatum08.04.2007
Beiträge601
WohnortHamburg


Verehrte Kolleginnen und Kollegen!

Der ursprüngliche Beitrag über die Entscheidungsfreiheit und die Genmanipulation war von größerem Umfang, sodass etliche von Euch sich möglicherweise scheuten, ihn zu lesen. Als Ersatz habe ich für Euch einmal die Gedankenkette herauskristallisiert. Dann wisst Ihr zumindest, worum es dabei geht.

Viele Grüße und einen schönen Montagmorgen

wgbajohr

Zusammenschnitt Entscheidungsfreiheit oder Genmanipulation

Das Verhalten des Menschen zielt nicht auf Gerechtigkeit, es führt zu Streit bis hin zu Kriegen zwischen den Völkern.

Erziehung der Kinder und Umerziehung der Erwachsenen bringen nicht die erwarteten Resultate.


Sollte mithilfe von Genmanipulation ein besserer Mensch konstruiert werden?

Die Frage, wie der Mensch beschaffen sein sollte, würde zunächst heftigen Streit auslösen. Es ist nicht die Frage nach dem idealen Menschen, denn nur die Gene stehen zur Verfügung.

Ist das genmanipulierte Wesen überhaupt erstrebenswert? Kann es unserer Vorstellung vom idealen Menschen entsprechen?

Das Wesen wäre äußerlich dem Menschen ähnlich, aber es wäre per definitionem von Genen gesteuert, bei Tieren nennen wir es instinktgesteuert.

Die Stärke der Instinkte liegt dort, wo es dem Erhalt der eigenen Art dient. Demutsgebärde des Unterlegenen hindert den Sieger am Weiterkämpfen. Im Gegensatz dazu zeigen manche Menschen erst nach dem eigentlichen Kampf das volle Ausmaß ihrer Neigung zu Gewalt.

Instinktgesteuertes Verhalten kann extreme Formen von Aggression verhindern. + Probleme zu vermeiden ist oft besser, als sie später mühsam lösen zu müssen. ===> Beides spricht für Genmanipulation.

Widerspruch zu zwei Anschauungen, die tief verwurzelt sind wie Glaubenssätze und deshalb nur selten hinterfragt werden.
1. Der Mensch steht in der Entwicklung über allen Tieren
2. Der Begriff „Freiheit“ genießt hohe Wertschätzung.


Was könnte Punkt 1 untermauern?

Intelligenz scheidet aus, weil die Erfahrung dagegen spricht. Intelligenz spielt bei Karrieren keine große Rolle.
Soziales Verhalten kann es ebenfalls nicht sein, denn Ratten wird ein besseres Sozialverhalten nachgesagt.
Rücksichtsloses Verhalten gegen alles und jeden ist das Geheimnis hinter dem Erfolg des Menschen.


Was könnte Punkt 2 untermauern?

Ohne die Freiheit, sich für oder gegen etwas entscheiden zu können, fallen wir zurück auf die Ebene der Tiere.

Den Wert der Entscheidungsfreiheit soll ein Vergleich zwischen einem Computer und einem geistig gesunden Menschen zeigen:

Der Computer, die Wenn-dann-Maschine, kann auf vorhersehbare und bei der Programmierung berücksichtigte Ereignisse schnell reagieren. Das ist zweifellos ein Vorteil.
Unvorhergesehene Ereignisse zwingen den Computer jedoch, die Arbeit abzubrechen. Das ist natürlich ein großer Nachteil.
Der Mensch hat keine Tabelle mit vorhersehbaren Ereignissen, er muss jede Reaktion überlegen. Das ist ein Nachteil.
Meistens muss er sich sogar zwischen zwei oder noch mehr Alternativen entscheiden, was die Reaktionszeit noch einmal verlängert. Das ist ein weiterer Nachteil.

Das spricht eindeutig für den genmanipulierten Menschen.

Vergleichen wir einmal den genmanipulierten Menschen mit seiner natürlichen Version.
a) Was wir oft praktizieren, das beherrschen wir, sodass es eigentlich gar nicht vorkommen sollte, dass wir gar nicht reagieren können.
b) Aus a) folgt, dass Entscheidungsfreiheit die bestmögliche Anpassung an eine Welt mit sich ständig verändernden Lebensbedingungen ist.


Wie es kein Oben ohne ein Unten gibt, so gibt es kein Gut ohne das Böse. Erst wenn sich der Mensch auch für das Böse entscheiden kann, ist es wahre Entscheidungsfreiheit.

Nur wenn wir die Motivation hinter einer Entscheidung und die zur Verfügung stehenden Alternativen kennen, können wir die Entscheidung werten.

Wirkliche Entscheidungsfreiheit kann nur aus jedem selbst erwachsen. Sie ist in ihrer vollkommensten Form nur dem Gebot des intakten Gewissens unterworfen.

Die Entscheidungsfreiheit haben wir uns durch keine Leistung verdient, sie ist ein Geschenk der Natur, der Evolution oder Gottes an den Menschen.

Der Auftrag an die Gentechniker stünde im Widerspruch zu unserer Vorstellung vom idealen Menschen.

_________________
Die Veränderung der Welt beginnt bei jedem Einzelnen
Für etwas verantwortlich sein heißt, dieses Etwas beeinflussen können
http://www.leistung-und-gesellschaft.de/

Verfasst am:
 


wgbajohr: Entscheidungsfreiheit (Verkürzte Version)
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