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BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 01:55
wgbajohr (Moderator)
 
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Liebe Grete!

Wie versprochen, komme ich noch einmal auf Deinen Beitrag zurück.

Zitat:
Aber gut, wenn einige Ameisen losmarschieren, sich unterwegs vermehren und ihren Nachkommen das Ziel vermitteln – irgendwann wird eine Generation den Gipfel erklimmen und den Berg überwinden. Vorausgesetzt auf der anderen Seite des Berges hat nicht ein anders Ameisenvolk genau das Gegenteil beschlossen
...

Da stellt sich mir die Frage, ob die Ameisen nicht schlauer sind als wir Menschen. Nun gut, das war natürlich nur rhetorisch gemeint. Zumal die einzelnen Ameisen keine echten Individuen sind, vielmehr sind sie mit unseren Körperzellen zu vergleichen. Auch sie dienen einem übergeordneten Zweck („höheren Zweck“ habe ich bewusst vermieden) und spezialisieren sich. Für die Menschheit wünsche ich mir, dass der Einzelne stets eine ausgewogene Haltung zu seiner Gesellschaft und zu seinem eigenen Ich findet. Der heutige Mensch soll nicht abgewertet werden. Mein Ziel ist im Gegenteil die Aufwertung, und zwar eine sehr große Aufwertung. Das ist jedoch kein Geschenk, sondern das Ergebnis eigener Anstrengungen. Je mehr er an sich arbeitet, desto größer sind seine Chancen, das lebensfeindliche Verhalten der heutigen Gesellschaften hinter sich zu lassen. Jetzt komme ich auf die Ameisen vor dem Berg zurück. Jeder Schöpfer einer Gesellschaft, die von ihrer Vorgängerin gravierend abweicht, hat eine gefährliche Phase zu überstehen, nämlich die Übergangszeit. Deine Ameisen ziehen los, um das Gelobte Land hinter dem Gebirge zu erobern. Moses führte die Israeliten vierzig Jahre lang durch die Wüste. Dahinter verbirgt sich die kluge Erkenntnis, dass jeder Neuanfang mit Problemen behaftet ist und Entbehrungen mit sich bringt. Stellen wir uns einmal zwei Abläufe vor, dann wird uns vermutlich klar, was für einen geschickten Plan Moses und die Ameisen-Königin oder eher der Ameisen-Kanzler entworfen haben.

Fall 1: Moses erhält von Gott sehr große Luftfahrzeuge und bringt damit innerhalb weniger Tage das gesamte Volk ins Gelobte Land. Das neue Leben beginnt mit vielen Anfangsschwierigkeiten und mit großen Engpässen in der Versorgung des Volkes mit dem Lebensnotwendigen.

Fall 2: Moses führt sein Volk, wie wir es aus der Bibel kennen, vierzig Jahre lang durch die Wüste. Nach dieser langen Zeit ist niemand oder fast niemand mehr von denen am Leben, die zu Beginn des Auszugs aus Ägypten dabei waren. Die Nachkommen erreichen das Gelobte Land und treffen natürlich ebenso auf Anfangsschwierigkeiten wie das Volk in der anderen Version.

Gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen den beiden Versionen? – Selbstverständlich unterscheiden sich die beiden Wechsel des Lebensraums für ein ganzes Volk. Aber hat das nennenswerte Auswirkungen für das Volk?

Falls Du nicht ohnehin schon die Antwort kennst, sei ein kleiner Hinweis in Form einer Frage gegeben. Während schwieriger Zeiten denken Menschen für gewöhnlich an frühere Zeiten, und sie vergleichen das Jetzt mit dem Früher.

Was vergleichen sie im Fall 1 und was im Fall 2? – Klar, im ersten Fall vergleichen sie die neue Situation mit den relativ guten Zeiten in Ägypten. Sie waren dort zwar Sklaven, aber sie konnten sich satt essen. Es fällt das Wort von den Fleischtöpfen Ägyptens. Dieser Vergleich wäre eine schwere Bürde für den Neuanfang im Gelobten Land geworden.

Im zweiten Fall vergleichen sie den Neuanfang mit dem harten Leben in der Wüste. Plötzlich erscheint die immer noch entbehrungsreiche Zeit während des Neuanfangs gar nicht mehr so schrecklich, denn die Wüste war schließlich noch schlimmer.

So viel über Menschen und Ameisen.


Zitat:
Und ich kann mir im Augenblick keine Möglichkeit vorstellen, wie man Milliarden von Menschen aus verschiedenen Kulturen mit teilweise extrem unterschiedlichen Wertvorstellungen dazu bringen könnte, an einem einzigen Strang zu ziehen.


Woher wir gedanklich auch immer kommen mögen, wir treffen uns alle an der Stelle, wo die Machbarkeit angezweifelt wird und jeder Einfall als bloße Theorie abgewertet wird. Doch das darf uns nicht schrecken. Selbstverständlich ist alles, was noch nicht realisiert worden ist, Theorie. Das „bloß“ kann man sich eigentlich schenken. Theorie heißt doch nur, dass etwas noch nicht in die Praxis umgesetzt worden ist, es heißt aber nicht, dass etwas unmöglich ist. Doch einige unserer Mitbürger wollen oder können tatsächlich nicht unterscheiden zwischen Theorie und Unmöglichkeit, Utopie.

Zitat:

Mich beschleicht dabei die Ahnung einer Weltregierung, wo von einem Punkt aus alles gesteuert wird.
Soweit ich Dich kenne, kann ich mir aber nicht denken, dass es so von Dir gedacht ist.


Da hast Du völlig recht. Mein starker Adam, also der Mensch, der alle Ziele verinnerlicht hat, letztlich nur das macht, was ihm sein Gewissen als moralisch bedenkenlos bestätigt, er träumt von Anarchie, in der jeder ohne Druck von einer Obrigkeit das macht, was gut und richtig ist. Und er macht es, weil er es richtig findet und sein Gewissen nach intensiver Prüfung die Zustimmung gibt. Niemand macht etwas nur deshalb, weil es andere ebenfalls machen. Die von Dir Weltregierung genannte Institution ähnelt bei mir eher einer schlichten DLRG-Aufsicht in einem Strandabschnitt. Dort hat sie lediglich den Auftrag, gefährliche Übergriffe zu vermeiden.

Der starke Mensch macht nicht deshalb das Richtige, weil er dazu gezwungen wird, er macht es, weil er es für richtig hält und weil es ihm Freude bereitet, so zu handeln.

Liebe Grüße und eine erholsame Nacht
Wolf-Gero

_________________
Die Veränderung der Welt beginnt bei jedem Einzelnen
Für etwas verantwortlich sein heißt, dieses Etwas beeinflussen können
http://www.leistung-und-gesellschaft.de/

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 02:55
wgbajohr (Moderator)
 
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Liebe Rita!

Danke für Deinen Beitrag.

Zitat:
... der Mensch ist das Problem


Manchmal hilft es, das abzuschaffen, was Probleme bereitet. – Aus menschlicher Sicht ist das natürlich keine Option. Aus der Sicht der Gesamtheit allen Lebens oder auch nur vieler Lebensformen sieht es anders aus. Somit sollten wir uns als Menschheit hüten, die Umkehr zu einer gerechteren Gesellschaft zu lange vor uns herzuschieben. Irgendwann sind wir nicht mehr gefragt und werden dann auch nicht mehr gefragt.

Zitat:
Es werden auch interessante Vorschläge unterbreitet, es wird geredet und geredet, jedoch ein Ziel wird selten erreicht. Man ist guten Willens, aber an der Ausführung hapert es.


Ach ja, wie recht Du hast. Was schließen wir aus diesem Scheitern? Wir fordern zwar vom zukünftigen Menschen, er solle stark sein und sich nicht von Massen vereinnahmen lassen. Andererseits ist es aber leider unerlässlich, von der Mehrheit getragen und akzeptiert zu werden, wenn man etwas verändern will. Mein Plan fordert sogar, dass Kampfspiele abgeschafft werden. Wer jetzt jubelt, ahnt noch nicht, was ich abgeschafft haben möchte. Ich plädiere dafür, alles abzuschaffen, was gegen den Menschen gerichtet ist. Dazu gehören alle Kampfspiele wie Fußball, Boxen und Tennis. Bei all diesen Spielen ist es das Ziel, den Gegner im Kampf zu besiegen. In dem Augenblick, wo wir einige gegen den Menschen gerichtete Kämpfe für gut befinden, machen wir den entsprechenden Kampf gesellschaftsfähig. Das führt dazu, dass fortan nicht mehr gefragt wird, ob ein Kampf gegen den Menschen, oder ob er für den Menschen geführt wird, das zu prüfende Kampfspiel wird vielmehr mit einem der gesellschaftsfähigen Spiele verglichen, um feststellen zu können, ob es stark davon abweicht. Falls das nicht zutrifft, gilt es ebenfalls als gesellschaftsfähig. Die interessante Frage, die sich uns hier aufdrängt, lautet: Wo ist der Widerstand gegen Krieg wohl größer, in einer Gesellschaft, in der der Kampf gegen Menschen gesellschaftsfähig ist, oder in einer anderen, in der jeder Kampf geächtet wird, der nicht für den Menschen geführt wird? Ich glaube, die Antwort ist wohl eindeutig.

Zitat:

Den Menschen fehlt es an Mut, Kraft und Ausdauer. Sie brauchen jemand der hinter ihnen steht und die Verantwortung übernimmt.


Wir wissen, dass sie vergeblich darauf warten. Vielleicht finden sie aber jemanden, der behauptet, er übernehme für andere die Verantwortung, aber der will sie sicher nur für seine Zwecke einspannen, und dabei stören kritische und hellwache Gewissen nur.

Zitat:
Es braucht mehr als ein Menschenleben, um die Welt und die Menschen die darin wohnen zu überzeugen, dass man gemeinsam viel bewirken kann.


Das ist leider wahr, und es ist einer der Gründe, weshalb Menschen so schwer zu bewegen sind, für die Bewahrung ihrer Lebensform einiges zu tun.

Zitat:

Die Politiker haben es da etwas leichter sich durchzusetzen,


Nur leider vergessen viele von ihnen, warum sie in die Parlamente gewählt wurden, sicher nicht, um das eigene Schäfchen ins Trockene zu bringen. Die Wähler sind aus der Sicht der Politiker nicht viel mehr als ein Schwarm Bienen. Da die Bienen den kostbaren Honig liefern, braucht man sie, aber in seiner Nähe möchte man den Schwarm nicht haben.

Zitat:
Wolf-Gero schreibt:

Zitat:
Wir könnten auch fragen, was wohl geschieht, wenn alle gleich fleißig, gleich intelligent, gleich belastbar und gleich sparsam wären, ob unsere Gesellschaft dann aus lauter Multimilliardären bestünde.


Das glaube ich nicht. Sicherlich würde immer einer daher kommen und dem anderen das Geld aus der Tasche ziehen. Niemals wird es eine Gleichheit geben. Dazu ist der Mensch nicht geschaffen. Wie werden es jedenfalls nicht mehr erleben. Leider!


Du antwortest: Das glaube ich nicht. Damit glaubst Du das Richtige. Genau das ist das Kriterium für die Unterscheidung zwischen einer offenen und einer geschlossenen Gesellschaft. Die Verfechter eines kapitalistischen Systems argumentieren, dass jeder reich werden und damit zur sozialen Spitzenposition aufsteigen könne. Diese Verfechter vergessen aber geflissentlich, zu erwähnen, dass es ein geschlossenes System grundsätzlich nicht zulässt, dass alle den Spitzenplatz einnehmen. Ein anschaulicher Beleg dafür ist die Frage, ob der Umstand, dass jeder mehrere Milliarden besitzt, aus ihnen reiche Leute macht. Natürlich nicht, den reich bin ich nur, wenn die meisten anderen weit weniger haben als ich.

Zitat:

Aber zum Trost gibt es inzwischen viele gerechtdenkende Menschen, die auch im Kleinen einiges bewirken und es werden sicherlich immer mehr werden, die es dann an die nachfolgenden Generationen weitergeben können.


Liebe Rita, hier steckt ein wunderbarer Gedanke. Wer wirklich etwas Gutes bewirken will, der braucht nicht auf das große und weltumspannende Ereignis zu warten, denn man kann auch im Kleinen einiges bewirken.

Warum sollte eigentlich immer nur Negatives nachgeahmt werden, vielleicht funktioniert das auch einmal mit Gutem?

Liebe Grüße nach Fehmarn
Wolf-Gero

PS:
Zitat:
... warte ich gespannt auf Dein Buch


Meine Bilanz sieht jetzt folgendermaßen aus: für das Partnerschaftsbuch habe ich eine Vorbestellung, für das über die gerechtere Gesellschaft sind es bereits zwei. Ich ziehe daraus den folgenden Schluss: Ich beginne mit dem Buch über die gerechtere Gesellschaft

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BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 10:20
matthiasgerschwitz
Gast
 


wgbajohr (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Ich plädiere dafür, alles abzuschaffen, was gegen den Menschen gerichtet ist. Dazu gehören alle Kampfspiele wie Fußball, Boxen und Tennis. Bei all diesen Spielen ist es das Ziel, den Gegner im Kampf zu besiegen.


Genau! Und Canasta, Skat, Rommé und Mensch-ärgere-Dich-nicht auch! Wieviele Menschen sind schon ob ihrer Niederlagen in diesen Mental-Kampf-Spielen in tiefe Depressionen verfallen und haben das deutsche Gesundheitssystem an den Rand des Ruins gebracht...

BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 10:48
Bärentante
 
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Man müsste wohl den "Kampf" erst einmal genau definieren.

Wettbewerbe, selbst Autorenwettbewerbe, sind auch dazu da, Mitmenschen zu übertrumpfen, zu besiegen.

_________________
Liebe Grüße
Christel

Verfasst am:
 


BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 11:06
Rita Hajak (Moderator)
 
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Hallo Christel,

ich denke, das Wolf-Gero wohl eher an einen Kampf dachte, der den Menschen körperlich Schaden bringen kann. Verletzungen oder sogar den Tod.

Im Beruf sähe dies etwas anders aus. Da gibt es Inteligente und weniger Inteligente. Und da soll jeder den Platz erhalten der ihm gebürt. In vielen Berufen ist wirklich eine überdurchschnittliche Inteligenz erforderlich und die "Besten" kommen dann zum Zug. Das ist doch z.B. bei Ärzten besonders wichtig, denen eine große Verantwortung aufgeladen wird.

Es gibt genug Berufszweige für die anderen. Das hat nichts mit
Verdrängung zutun. Nur jeder sollte das machen was er kann.


Gruß Rita

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„Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
aus den Dingen etwas zu machen.“
Thomas Mann

www.ritahajak.de Wieder mal neu

BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 11:12
Bärentante
 
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Wohnortbei Frankfurt/M.


Rita Hajak (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Hallo Christel,
ich denke, das Wolf-Gero wohl eher an einen Kampf dachte, der den Menschen körperlich Schaden bringen kann. Verletzungen oder sogar den Tod.


Das ist mir schon klar. Deshalb meine Frage nach der Definition. Beispiel Tennis. Kann das für den Gegner tödlich sein, außer am eigenen Ehrgeiz an Herzversagen zu sterben? Golf ist ein anerkannter friedlicher Sport, trotzdem ein Wettbewerb. Und wenn einer einen Ball an den Kopf bekommt, ist das auch nicht gerade gesundheitsförderlich. Wobei es aber nicht zwingend einen Spieler treffen muss, ein Zuschauer kann ebenfalls sterben.

Jedes Überholen auf der Autobahn ist ja ebenfalls eine Art Kampf, manchmal auch mit tödlichem Ausgang. Kann man deshalb das Aufstellen eines Überholverbotschildes mit einer Kriegskapitulation gleichsetzen?

_________________
Liebe Grüße
Christel

BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 11:34
g.c.roth (Moderator)
 
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WohnortEmden


Hallo Rita, hallo Christel

das ist schon eine erschreckende Forderung die Wolf-Gero da aufstellt. shocked eyes

Meine Vermutung ist die, dass er den Wettkampfgeist, der ja teilweise üble Blüten in den Sport getrieben hat (aktuell: Radsport) damit meint. Ich könnte mir vorstellen, dass es ihm darum geht, das "Gegeneinander" antreten um zu beweisen, dass man es besser kann als ein anderer, abzuschaffen. Weil jede Art von Wettkampf auf der Idee aufbaut, besser zu sein als ein anderer - also bekämpft man den, der nicht besser sein soll.

Ganz schlicht den Sport in einer Weise ausführen, der keine Sieger und Verlierer hinterläßt, sondern allen Teinlnehmern das Gefühl gibt, Freude an einer gemeinsamen Leistung gehabt zu haben. So dass wirklich der Gemeinsschaftsgeist den Sport trägt und nicht die Leistung des Einzelnen.

Sport ja, Leistung ja, aber zur Freude und zur Gesunderhaltung. Man müßte in dem Fall neue Spiele mit anderen Regeln erfinden.

LG Grete

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BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 11:34
hwg (Moderator)
 
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Da es den "guten Menschen" an sich nicht gibt, kann es auch keine Gesellschaft nach einem "Muster" des "Guten" geben.

Was dem einen als "gut" dünkt, kann einem anderen zum Schaden gereichen. Beispiele dafür gibt es viele.

So ehrenhaft Überlegungen bezüglich einer "offenen Gesellschaft" auch sein mögen, alle Ansätze hiefür, man nehme nur das Christentum als
ein Beispiel von vielen, sind gescheitert.

Ein Idealist versucht, sein Dasein und das der ihn umgebenden Mitmenschen so "gerecht" und vorurteilsfrei wie möglich zu gestalten,
doch wenn's "dem bösen Nachbarn nicht gefällt", ist entweder nie
enden wollende Überzeugungsarbeit angesagt, das Negieren "unliebsamer" Zeitgenossen oder eine Flucht aus der Gesellschaft in ein illusionäres Dasein.

Aber das wäre, so denke ich, auch nicht das Klügste. Oder? Gegen Angriffe sollte man sich doch wehren dürfen, und wer ist noch nie auf die eine oder andere Art ungerechten Vorwürfen ausgeliefert gewesen?

BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 12:18
Rita Hajak (Moderator)
 
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Hallo,

Ja, die "guten"Menschen sind rar. Ich kenne nicht wirklich einen.

Grete schreibt:

Zitat:
Ganz schlicht den Sport in einer Weise ausführen, der keine Sieger und Verlierer hinterläßt, sondern allen Teinlnehmern das Gefühl gibt, Freude an einer gemeinsamen Leistung gehabt zu haben.


Wäre wunderbar, aber das halte ich für Utopie. Der Sport ist eine Herausforderung an denen Menschen sich messen und den Sieg davon tragen wollen. Und nicht zu vergessen das Preisgeld. Die Gelder die da
gezahlt werden versprechen und sorgenfreies Leben mit allem Pipapo.

Kein Sportler würde sich heute noch die Hacken abrennen, wenn es ihm keine Vorteile bringen würde. Da wird sogar mit "Mittelchen" nachgeholfen, um jeden Mitbewerber zu überragen. Der Konkurrenzkampf ist groß.

Die Politiker machen es doch vor, deren Diäten wieder mal erhöht wurden. Da sind sie sich plötzlich alle einig.
Es war schon immer so: Geld verdirbt den Charakter. Und um des Geldes wegen wird es auch weiterhin Mord und Totschlag geben.


Gruß Rita

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BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 12:20
matthiasgerschwitz
Gast
 


Rita Hajak (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
ich denke, das Wolf-Gero wohl eher an einen Kampf dachte, der den Menschen körperlich Schaden bringen kann. Verletzungen oder sogar den Tod.


Hallo Rita,

schön, dass Du uns Wolf-Geros Gedanken näher bringst. Aber das sollte er doch selbst - und zwar in verständlicher Weise machen können...

Das meint jedenfalls
Matthias

BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 12:35
matthiasgerschwitz
Gast
 


wgbajohr (Moderator) hat Folgendes geschrieben:
Die Verfechter eines kapitalistischen Systems argumentieren, dass jeder reich werden und damit zur sozialen Spitzenposition aufsteigen könne.

Sieh an, sieh an - das kapitalistische System verdammen (bzw. es mit den sog. erlaubten Verallgemeinerungen belegen), aber für sich selber anders argumentieren:

Zitat:
Meine Bilanz sieht jetzt folgendermaßen aus: für das Partnerschaftsbuch habe ich eine Vorbestellung, für das über die gerechtere Gesellschaft sind es bereits zwei. Ich ziehe daraus den folgenden Schluss: Ich beginne mit dem Buch über die gerechtere Gesellschaft

Zwei Vorbestellungen sind mehr als eine, also sind zwei Verkäufe mehr als einer, also ergibt sich daraus eine Reihenfolge. So verstehe ich diese Einlassung.
Und erschrecke...

Wenn Du Deine hier geäußerten Meinungen ernsthaft vertreten würdest, hätte die Erklärung aus Glaubwürdigkeitsgründen lauten sollen:
Das Interesse an dem Buch über die gerechtere Gesellschaft ist größer, also beginne ich mit diesem Buch.

Aber so...


Matthias

BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 20:50
wgbajohr (Moderator)
 
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Verehrte Diskutantinnen und Diskutanten!

Einige Teilnehmer neigen dazu, das jeweilige Thema sehr stark aufzufächern, was im Prinzip ja gar nicht schlecht ist, aber für mich bedeutet es im Extremfall, so nach und nach mein gesamtes Manuskript einstellen zu müssen.

Es ist ja in der Tat für die Mitdiskutanten nicht einfach, über etwas zu diskutieren, was sie noch gar nicht kennen, und dann auf Einzelheiten verwiesen zu werden, die noch nicht einmal geklärt, geschweige denn abgesichert worden sind.

Da es bei etlichen von mir ins Leben gerufenen Diskussionen um Denkmodelle geht, wäre ich in vielen Fällen gezwungen, auf mein Manuskript zurückzugreifen, um irgendwelche Definitionen und Erläuterungen zu liefern. Im Manuskript bauen die einzelnen Punkte aufeinander auf. Ich kann somit Begriffe verwenden, die auf vorangehenden Seiten definiert wurden. Bei einer davon losgelösten Diskussion wird die Reihenfolge jedoch nicht eingehalten, sodass es durchaus geschehen kann, dass ich etwas definieren muss und dafür Begriffe brauche, die erst später eingeführt werden.

Zum Schluss wäre das so viel aus dem Zusammenhang gerissenes Material, dass keine vernünftige Diskussion mehr stattfinden könnte. An derartigen Diskussionen werde ich mich deshalb bis auf Weiteres nicht mehr beteiligen.

Ich hoffe, ich kann dann während der gewonnenen Zeit das Buch über mein Modell einer gerechteren Gesellschaft zügig überarbeiten und zu einem Ende bringen.

Anschließend geht die Diskussion vielleicht weiter. Aber dann bin ich aus dem Zugzwang, immer wieder bei Adam und Eva anfangen zu müssen, denn ich kann gegebenenfalls auf das Buch verweisen.

Vielleicht hat ja bis dahin jemand ein eigenes Modell entworfen. Ich werde dann gern darüber diskutieren. Ich stelle mir Diskussionen von der Art auf jeden Fall produktiver vor, als mit Menschen zu diskutieren, die dem Modell eines anderen bereits den Erfolg absprechen, bevor sie es überhaupt kennengelernt haben.

Viele Grüße
Wolf-Gero

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BeitragVerfasst am: 16.11.2007, 21:57
Rita Hajak (Moderator)
 
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WohnortFehmarn


Guten Abend Wolf-Gero,

Du hast es so entschieden, und ich werde es akzeptieren.
Ich habe mich an Deine Beiträge gewöhnt und werde sie
vermissen. Sad

Ich hoffe, Du nutzt die Zeit, um das Fortschreiten Deines
Buches zu beschleunigen. Schließlich gehöre ich zu den Erst-
bestellern und möchte es bald lesen. book

Bis dahin wünsche ich Dir eine gute Zeit und Inspiration. thumb up

Gruß Rita

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„Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich
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Thomas Mann

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BeitragVerfasst am: 17.11.2007, 00:19
matthiasgerschwitz
Gast
 


Hallo Wolf-Gero,

das nenne ich jetzt "Feigheit vor dem Feind". Die Diskussion wurde von Dir initiiert - und jetzt - wo es Gegenwind gibt, ziehst Du Dich zurück. Wie ernst ist es Dir mit Deiner Meinung?

Zitat:
Einige Teilnehmer neigen dazu, das jeweilige Thema sehr stark aufzufächern, was im Prinzip ja gar nicht schlecht ist, aber für mich bedeutet es im Extremfall, so nach und nach mein gesamtes Manuskript einstellen zu müssen.


Aha. Andere Menschen haben eine andere Meinung - und schon erklärst Du Dein ganzes Projekt für obsolet? Klingt nicht nach Überzeugung.

Zitat:
Es ist ja in der Tat für die Mitdiskutanten nicht einfach, über etwas zu diskutieren, was sie noch gar nicht kennen, und dann auf Einzelheiten verwiesen zu werden, die noch nicht einmal geklärt, geschweige denn abgesichert worden sind.


Schön, dass Du es merkst. Aber warum erst, nachdem Du es öffentlich gemacht hast? Bist Du nicht kritikfähig? Wer eine Frage stellt, muss mit Antworten leben, auch wenn sie nicht den erwarteten oder erhofften entsprechen.

Zitat:
Da es bei etlichen von mir ins Leben gerufenen Diskussionen um Denkmodelle geht, wäre ich in vielen Fällen gezwungen, auf mein Manuskript zurückzugreifen, um irgendwelche Definitionen und Erläuterungen zu liefern. Im Manuskript bauen die einzelnen Punkte aufeinander auf. Ich kann somit Begriffe verwenden, die auf vorangehenden Seiten definiert wurden. Bei einer davon losgelösten Diskussion wird die Reihenfolge jedoch nicht eingehalten, sodass es durchaus geschehen kann, dass ich etwas definieren muss und dafür Begriffe brauche, die erst später eingeführt werden.


Manchmal - meistens immer - ist es einfacher, sich der Sprache zu bedienen, die alle sprechen. Nur so ist sicherzustellen, dass das, was Du sagen möchtest, auch verstanden wird. Wenn Du aber der Meinung bist, einen eigenen Sprachcode einzuführen, dann gib bitte auch das Handbuch mit dazu.

Zitat:
Zum Schluss wäre das so viel aus dem Zusammenhang gerissenes Material, dass keine vernünftige Diskussion mehr stattfinden könnte. An derartigen Diskussionen werde ich mich deshalb bis auf Weiteres nicht mehr beteiligen.


Aha. Du definierst also, was "vernünftig" ist. Und wenn es Dir nicht passt, machst Du dicht. Supi ....

Zitat:
Ich hoffe, ich kann dann während der gewonnenen Zeit das Buch über mein Modell einer gerechteren Gesellschaft zügig überarbeiten und zu einem Ende bringen.


Ich bitte darum und hoffe es sehr. Allerdings bietet ein Buch keine so direkte Konfrontation wie ein - von Dir selbst - ins Leben gerufener Thread.

Zitat:
Anschließend geht die Diskussion vielleicht weiter. Aber dann bin ich aus dem Zugzwang, immer wieder bei Adam und Eva anfangen zu müssen, denn ich kann gegebenenfalls auf das Buch verweisen.


Wer setzt Dich in Zugzwang? Doch nur Du selber.

Zitat:
Vielleicht hat ja bis dahin jemand ein eigenes Modell entworfen. Ich werde dann gern darüber diskutieren.


Okay - es ist einfacher über andere Modelle zu diskutieren als über die eigenen. Den Schuh ziehe ich mir an. Ich habe kein Modell, das ich hier vorstellen könnte. Aber das enthebt mich nicht der Möglichkeit, über ein - von Dir - zur Diskussion gestelltes Modell nachzudenken und meine Meinung dazu zu äußern.

Zitat:
Ich stelle mir Diskussionen von der Art auf jeden Fall produktiver vor, als mit Menschen zu diskutieren, die dem Modell eines anderen bereits den Erfolg absprechen, bevor sie es überhaupt kennengelernt haben.


Du suchst Dir Deine Diskussionspartner lieber selbst aus? Das fördert aber nicht die Diskussion ... das ist mentale Selbstbefriedigung.

Beste Grüße
Matthias
wgbajohr: Erlaubtes Verallgemeinern
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