Verfasst am: 24.04.2008, 12:00 |
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| Irrlicht |
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Das leuchtet mir nicht ganz ein.
Selbst wenn wir annehmen, dass JEDER dieses Bürgergeld versteuern würde, so müsste doch mindestens die knappe Hälfte ausbezahlt werden, bei einem Spitzensteuersatz von 56 Prozent. Macht immer noch bummelige 200 Millarden pro Jahr - mehr als zwei Drittel des gesamten Staatshaushaltes. |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 24.04.2008, 17:47 |
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| hwg (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 3791 | | Wohnort | A 8786 Rottenmann |
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Mit Zahlen zu jonglieren ist ein Lieblingsspiel von Politikern und Wirtschaftsforschern, welche den jeweiligen Regierungen "zuarbeiten".
Ich gehe nun mal von den Gegebenheiten hierzulande aus.
Durch die Bezahlung eines Grundeinkommens würden ja bisherige Leistungen des Staates wegfallen: Arbeitslosengeld, Kindergeld, Wohnbeihilfe, Sozialbeihilfe etc. Und auch oft nicht gerechtfertigte Förderungen an Betriebe, die in den Sand gesetzt und deshalb nie
zurückerstattet werden.
Selbstverständlich müssten die Steuermoral der Großunternehmer strenger überwacht und Stiftungen (von Steuerflüchtlingen aus D wie Flick und Konsorten) unmöglich gemacht werden (Ansätze dazu gibt es bereits, aber die politischen Vertreter des Geldadels wehren sich dagegen vehement).
Ich bin ja weder Mathematiker noch Wirtschafts- oder Zukunftsforscher,
vertraue jedoch den Aussagen sehr versierter und seriöser Wissenschafter, die konkrete Vorschläge und Berechnungen in den Schubladen haben. Lediglich die Reichen und Konservativen wollen davon nichts hören und sehen. |
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Verfasst am: 24.04.2008, 18:22 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| mtg hat Folgendes geschrieben: | |
| wgbajohr (Moderator) hat Folgendes geschrieben: |
Mal eine verrückte Idee aus meinem Buch: Wie wäre es, wenn wir jeden Bewohner unseres Staates zu einem finanziellen Single machen, indem wir jedem ein Grundgehalt zahlen, vom Säugling bis zum Hundertjährigen? |
| Zitat: |
Mit dieser These tingelt Götz Werner (dm-Drogeriemarkt-Chef) schon seit Monaten durch Talkshows und die Journaille - nur hat er bislang noch nicht wirklich erklären können, wie das finanziert werden soll. Kannst Du es? |
Die Finanzierbarkeit hängt von verschiedenen Prämissen ab:
1. Das Geld ist heute bereits vorhanden, es wird nur falsch verteilt.
2. Dieses Grundgehalt dient nur zum Auffüllen der eigenen Einkünfte, das heißt, wer 300 € Rente bezieht, erhält bei 500 € Grundgehalt 200 € hinzu.
3. Manches wird heute vom Staat bezahlt, was bei einem allgemeinen Grundgehalt von den Menschen selbst bezahlt werden könnte. Kein Geld des Staates für Bildung, das könnte vom Grundgehalt des Kindes gezahlt werden.
4. Das größte Problem sind jedoch immer noch die Damen und Herren, die nicht auf Sofas sitzen sondern auf Geldsäcken. Sie davon zu überzeugen, dass es keinen plausiblen Grund gibt, sie weiterhin ungestört das Geld anderer Leute auf ihre Konten umleiten zu lassen.
Viele Grüße
Wolf-Gero Bajohr |
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Verfasst am: 24.04.2008, 18:30 |
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| hwg (Moderator) |
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| Stimme Wolf-Gero vollinhaltlich zu (was D betrifft)! |
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Verfasst am: |
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Verfasst am: 24.04.2008, 18:34 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Irrlicht hat Folgendes geschrieben: | |
| Zitat: |
Ich erinnere mich auch an die Idee vom Bürgergeld, schon vor Herrn Werner. Da ging es sogar mal um den fröhlichen Betrag von 1000 Mark. Und der Vertreter dieser Forderung hielt es für problemlos finanzierbar. Kurze Rechnung: 80 Mio Bürger x 500 Euro x 12 Monate = knapp 500 Millarden Euro, etwa der doppelte Staatshaushalt.
Problemlos finanzierbar? |
Ich meine zwar nicht, es sei problemlos finanzierbar, aber finanzierbar wäre es. Das Produkt in Höhe von
480 Milliarden wird ohnehin nicht erreicht, weil sehr vieles gegengerechnet werden muss.
Viele Grüße
Wolf-Gero Bajohr |
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Verfasst am: 24.04.2008, 18:39 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Hallo Hans!
| hwg (Moderator) hat Folgendes geschrieben: | |
| Zitat: | Mit Zahlen zu jonglieren ist ein Lieblingsspiel von Politikern und Wirtschaftsforschern, welche den jeweiligen Regierungen "zuarbeiten".
Ich gehe nun mal von den Gegebenheiten hierzulande aus.
Durch die Bezahlung eines Grundeinkommens würden ja bisherige Leistungen des Staates wegfallen: Arbeitslosengeld, Kindergeld, Wohnbeihilfe, Sozialbeihilfe etc. Und auch oft nicht gerechtfertigte Förderungen an Betriebe, die in den Sand gesetzt und deshalb nie
zurückerstattet werden.
Selbstverständlich müssten die Steuermoral der Großunternehmer strenger überwacht und Stiftungen (von Steuerflüchtlingen aus D wie Flick und Konsorten) unmöglich gemacht werden (Ansätze dazu gibt es bereits, aber die politischen Vertreter des Geldadels wehren sich dagegen vehement).
Ich bin ja weder Mathematiker noch Wirtschafts- oder Zukunftsforscher,
vertraue jedoch den Aussagen sehr versierter und seriöser Wissenschafter, die konkrete Vorschläge und Berechnungen in den Schubladen haben. Lediglich die Reichen und Konservativen wollen davon nichts hören und sehen. |
Hätte ich deinen Beitrag vorher gelesen, hätte ich mir einiges an Tipparbeit ersparen können, denn du nennst genau die Punkte, die zu berücksichtigen sind.
Viele Grüße
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 24.04.2008, 22:11 |
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| Haifischfrau |
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Ich schreibe hier nun etwas dazu, obwohl ich die bisherigen Beiträge nur überflogen habe: Arbeitszeit, Singledasein, Grundeinkommen und Kinder kommen zur Sprache.
Aus meiner Sicht und Erfahrung kann ich nur sagen, dass es nicht die Singles sind, die mit ihrer Einkommenssteuer den Großteil finanzieren. Ich habe aber nie prospektiv berechnet, wie teuer Kinder sind - retrospektiv mache ich das nur deshalb, um einfach mal darzulegen, dass es in der Tat die Familien sind, die draufzahlen - wenn man das finanziell betrachtet.
Aber mein Leben besteht nicht aus Pfennigen, D-Marks, Cents und Euros.
Jedes Jahr ärgere ich mich über den Steuerbescheid, der das Kindergeld nahtlos als Einkommen deklariert und die hohen Ausbildungskosten für die Kids nicht anerkennt, weil man ja das Kindergeld bekommt!
Singledasein habe ich nie angestrebt, die 3 K auch nicht und Berufstätigkeit (nicht "mitarbeiten") war für mich immer selbstverständlich. Und zu meinem Leben gehörten und gehören Kinder.
Das ist ein ziemlich anstrengender Job und mitunter verdammt aufreibend - aber das ist für mich das, was das Leben ausmacht - und ich habe nichts dabei verpasst: Großstadtleben mit Kultur usw. (und Großtstadtproblematik an Schulen!), berufliche Karriere ...
Und es sind die jungen Menschen, denen ich heute das "In-Sein" verdanke, es sind die Alten, die mir ihre Geschichten erzählen, die mir Mut machen.
Ich empfinde es als großes Glück, dass mir meine (erwachsenen, jungen) Kids die Nahtstelle zur Jugend ermöglichen und Nachbarn, die inzwischen sehr alt sind, die Nahtstelle zur Vergangenheit ermöglichen.
Damit rede ich weder den eingefleischten Singles noch den Familienverherrlichern das Wort.
Jeder sollte nach seiner Fasson selig werden, andern nichts neiden und andere Menschen respektieren.
Ich habe meine Kinder nicht in die Welt gesetzt, um bevölkerungs- bzw.
rentenpolitischen Maßnahmen zu stützen, sondern weil ich mir dieses Leben so gewünscht habe.
Tragisch, dass immer mehr Kinder geboren werden, die nicht erwünscht sind, die vernachlässigt oder misshandelt werden.
maryanne |
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Verfasst am: 25.04.2008, 08:10 |
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| hwg (Moderator) |
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Guten Morgen Maryanne!
Dein Beitrag verdient Respekt!
Es soll hier ja nicht das Single-
Dasein gegen Familienleben
ausgespielt werden. Beide Le-
bensformen haben ihre Vor-
und Nachteile.
Allerdings weh-
re ich mich gegen die "Verteu-
felung" jener, die, so wie ich,
sich für ein Leben ohne Fa-
milie entschieden haben, ganz
bewusst!
Einerseits propagie-
ren die Politiker momentan die
"heile Familienwelt mit vielen
Kindern", ausländische Familien
mit ihren Kindern werden je-
doch abgeschoben (so wie es
in Österreich häufig passiert).
Dass Geld bei jenen Leuten, die
zu den Minderverdienern zählen,
eine Rolle spielt, ist ihnen nicht
zu verübeln.
Ein Grundeinkommen für jeden
im Land, käme ja auch jedem Kind
zugute. Dann wären die ganzen
Beihilfen ja überflüssig.
Lieben Gruß!
Hans |
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Verfasst am: 25.04.2008, 08:36 |
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| Haifischfrau |
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Lieber Hans,
sollte mein Beitrag bei dir den Eindruck erweckt haben, dass ich das Single-Dasein negativ bezeichne oder dass ich - abgesehen von meiner persönlichen Entscheidung - eine Lebensform besonders gutheißen oder ablehnen würde, dann habe ich mich nicht präzise genug ausgedrückt.
Ich denke, dass es die allein seligmachende Form nicht gibt und dass jeder für sich das Glück und die Entscheidungsmöglichkeit haben sollte, seinen Weg zu gehen.
Über das Thema Grundeinkommen habe ich mich vor fast 30 Jahren im Studium ausgelassen.
Huch ... ich muss jetzt unterbrechen, es klingelt.
Liebe Grüße
Maryanne |
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Verfasst am: 25.04.2008, 08:55 |
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| hwg (Moderator) |
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Maryanne, den Eindruck hast Du nicht erweckt.
Ich habe nur meine Einstellung dazu angemerkt.
Zu bedauern sind Kinder, die in "schlechten" Ehen
heranwachsen müssen. Und es soll ja auch viele
Single mit zumindest einem Kind geben... |
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Verfasst am: 25.04.2008, 17:51 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Hallo an alle Freunde des Diskutierens!
Die Diskussion über Familien und Singles ist recht gut angelaufen. Einigkeit scheint vor allem darüber zu herrschen, dass jeder so leben sollte, dass ihm sein Leben als erfülltes Leben erscheint. Überzeugende Beispiele gaben Maryanne für Familie und Hans für das Single-Dasein.
Unsere Politiker beschwören immer wieder den hohen Wert der Familien und deren Schutzbedürfnis.
Unterstellen wir einmal, die materielle und die organisatorische Seite wären durch Zauberhand geregelt, sodass sie kein Argument mehr gegen oder für Familien sein könnten. Wäre es noch immer ein Ziel der Gesellschaft, die Familie besonders zu schützen, oder sollten Familien und Singles völlig gleichwertige Ziele sein?
Als vor fünfzig Jahren der Kampf um Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit begann oder in Fahrt kam, da konnten wir noch von einer Familiengesellschaft ausgehen. Inzwischen ist die Familie nicht mehr unangefochten an der Spitze, aber ist sie inzwischen so weit abgeschlagen, dass sie mit der Singlegesellschaft den ersten Platz teilen muss.
Gewerkschaften lassen sich feiern, weil sie eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit erreicht haben. Doch das ist nur richtig, wenn wir von einer Gesellschaft der Singles ausgehen.
Auslöser für diesen Thread war meine Verwunderung darüber, dass zwar im Allgemeinen viel über Arbeitszeit gestritten wird, nicht jedoch darüber, dass aus Sicht der Familien die Arbeitszeit auf das 1,7-fache gestiegen ist, von 48 Stunden auf 80 Stunden.
Ist dieses Desinteresse ein Symptom dafür, dass die Zeit der Familie vorüber ist?
Viele Grüße
Wolf-Gero |
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Verfasst am: 25.04.2008, 18:14 |
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| hwg (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 24.04.2007 | | Beiträge | 3791 | | Wohnort | A 8786 Rottenmann |
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Früher haben es die Frauen viel mehr darauf abgesehen, rasch "unter die Haube" und damit an Herd und Kinderwagen zu kommen. Heute stehen
auch verheiratete Frauen freiwillig im immer härter werdenden Berufsleben und stellen da "ihren Mann", während der Gatte daheim die Kinder versorgt (weil er arbeitslos geworden ist).
Von geregelten Arbeitszeiten weiß ich nur das, was in Kollektivverträgen für die Lehrlinge, Arbeiter und Angestellten nachgelesen werden kann.
Da ich meine Arbeitszeit selber einteile, bin ich von irgendwelchen Regelungen nicht betroffen.
Aus beschäftigungspolitischer Sicht bin ich für eine Verkürzung der Arbeitszeit in Betrieben, wo 36 Stunden in der Woche überschritten werden. Das würde Arbeitsplätze - auch für den Nachwuchs in verschiedenen Branchen, wo dieser bereits fehlt - bedeuten.
Konservative Politiker, stets auf Seiten der Besserverdiener, sprich Großunternehmer, wollen das jedoch nicht einsehen - sie meinen ja:
Länger molochen bei weniger Lohn ist das Beste! So lange sich die
unabhängigen Werktätigen das gefallen lassen.... Nunja, werden sehen.... |
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Verfasst am: 25.04.2008, 18:44 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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Hallo Hans!
Wie sehr oft, so stimme ich auch dieses Mal mit fast allem überein.
Hier melde ich mich nur zu Wort, weil ich einen Begriff ins rechte Licht rücken möchte, der von bestimmten Gruppen verwendet wird wie früher ein Adelsprädikat.
Das Verb verdienen besagt, dass jemand das, was er erhält, zu Recht erhält, sei es eine Belohnung oder eine Strafe.
Verknüpfen wir verdienen mit dem Komparativ von gut, nämlich besser, so erhalten wir den Begriff Besserverdienende. Diese Kombination soll uns suggerieren, die Menschen, die sich dazurechnen, haben Besseres verdient als andere, sodass deren überhöhte Einkommen über jede Kritik erhaben sind. Wer wollte jemandem das streitig machen, was er wirklich verdient?
Was wissen wir aber tatsächlich über diese angeblichen Besserverdienende? Sie wollen mehr haben als andere und bekommen es auch, ob sie es wirklich verdient haben oder nicht. Wir sollten folglich den Begriff Besserverdienende vermeiden und sie stattdessen nach dem benennen, was wir über sie wissen.
Sie bekommen mehr und sind deshalb Mehrbekommende, ob sie es verdienen oder nicht.
Viele Grüße
Wolf-Gero Bajohr |
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Verfasst am: 25.04.2008, 19:27 |
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| Haifischfrau |
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| Anmeldedatum | 04.02.2008 | | Beiträge | 409 |
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Hallo Wolf-Gero,
ich möchte noch gerne einen Brocken in die Diskussion werfen - vielleicht ist er sogar schon da, im "Unterbewussten".
Du redest von Arbeitszeit und meinst die Zeit, in der Mensch der bezahlen Erwerbsarbeit nachgeht (von Verdiensten will ich hier gar nicht sprechen).
Ich kann dir versichern, dass ich jede Art von Hausarbeit hasse, nur: sie muss ja erledigt werden. Das ist auch Arbeit - aber sie wird als solche nicht bewertet, erst recht nicht bezahlt.
Das nächste: die Verdienerei. Da weiß ich nicht, welches Spektrum du erfasst: mir wird nur dort schummrig, wo Personen zig Posten auf einem Schlag bekleiden, kaum etwas dafür tun (z. B. Vorstandsvorsitzende, gleichzeitig Politiker etc.) und dafür vielfache "Gehälter" beziehen, diese so frisieren, dass sie kaum Abgaben zahlen etc.
Meine Sicht der Dinge (nach vielen Berufsjahren und wenigen Jahren Freiberuflichkeit): Selbstbestimmung ist das höchste Gut - man muss sie sich aber leisten können, weil sie sehr fragil ist.
Schöne Grüße
maryanne |
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Verfasst am: 26.04.2008, 04:59 |
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| wgbajohr (Moderator) |
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| Anmeldedatum | 08.04.2007 | | Beiträge | 520 | | Wohnort | Hamburg |
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Guten Morgen, maryanne!
Danke für deinen Beitrag!
| Haifischfrau hat Folgendes geschrieben: | |
| Zitat: | | Du redest von Arbeitszeit und meinst die Zeit, in der Mensch der bezahlen Erwerbsarbeit nachgeht (von Verdiensten will ich hier gar nicht sprechen). |
An dieser Stelle geht es mir tatsächlich nur um die Zeit, die als berufliche Tätigkeit gewertet und mehr oder minder ungerecht bezahlt wird.
In einem früheren Thread habe ich mich aber bereits einmal gegen die Behauptung von überwiegend Mehrbekommenden gewandt, alles, was von den 24 Stunden eines Tages nach Abzug der Berufstätigkeitsstunden übrig bleibt, sei Freizeit. Das widerspräche nämlich dem Begriff frei. Für mich ist Freizeit einzig und allein die Zeit, über die ich frei verfügen kann. Die Schlafenszeit zählt beispielsweise nicht dazu, denn auf das Schlafen kann ich nur in sehr engem Rahmen verzichten.
| Zitat: | | Ich kann dir versichern, dass ich jede Art von Hausarbeit hasse, nur: sie muss ja erledigt werden. Das ist auch Arbeit - aber sie wird als solche nicht bewertet, erst recht nicht bezahlt. |
Ich bin mir völlig sicher, dass die Herren und auch einige Damen, die sich so gern zu den Besserverdienenden rechnen, die Arbeit zu Hause von Dienstboten erledigen lassen. Die Kosten dafür lassen sich sogar von der Steuer absetzen, dafür haben diese Kreise gesorgt.
| Zitat: | | Das nächste: die Verdienerei. Da weiß ich nicht, welches Spektrum du erfasst: mir wird nur dort schummrig, wo Personen zig Posten auf einem Schlag bekleiden, kaum etwas dafür tun (z. B. Vorstandsvorsitzende, gleichzeitig Politiker etc.) und dafür vielfache "Gehälter" beziehen, diese so frisieren, dass sie kaum Abgaben zahlen etc. |
Diese leider verbreitete Unart (umgangssprachliche Bezeichnungen wären hier sicher angebracht) wäre ein gutes Thema für einen eigenständigen Thread. Unsere Schwierigkeit ist jedoch, dass wir alles Mögliche vermuten können und damit wohl auch überwiegend recht hätten, aber uns fehlen Daten, um das belegen zu können. Ganz so aussichtslos ist es dann doch wieder nicht, denn manches lässt sich aus Vorhandenem schließen. Wer etliche Posten innehat und sich überall als Besserverdienender ausgibt, der widerlegt sich eigentlich selbst und outet sich als Mehrbekommender. Wer glaubt jemandem, der drei oder vier Positionen bekleidet und bei jeder behauptet, sie erfordere den ganzen Menschen? 4 mal 24 ist 96. Wem gelingt es, 96 Stunden in einem Tag unterzubringen?
| Zitat: | | Meine Sicht der Dinge (nach vielen Berufsjahren und wenigen Jahren Freiberuflichkeit): Selbstbestimmung ist das höchste Gut - man muss sie sich aber leisten können, weil sie sehr fragil ist. |
Man kann sich noch so hehre Ziele setzen, wenn es um das Überleben geht, tritt fast alles andere zurück.
Schöne Grüße
Wolf-Gero |
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